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Sarah N. Harvey - Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren/Death Benefits

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Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird z...

4.5|11)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 240

ISBN: 9783423626040

Termin: Februar 2015

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  • Originaltitel: Death Benefits

    Inhalt:


    Royce, "Rolly", Peterson ist mit seiner Mutter NIna, quer durch Kanada, zu seinem Großvater Arhur nach Victoria gezogen. Arthur ist Ninas Vater und fünfundneunzig Jahre alt. Nach einem leichten Schlaganfall kann er nicht mehr alleine leben und braucht Pflege. Das wäre ja nicht so schwierig, wenn Arthur nicht eben das wäre: schwierig! Arthur war ein weltbekannter Cellist mit viel Charme und gewohnt, das was er wollte, auch zu bekommen. Diverse Pflegekräfte hat er schon verschlissen und Nina weiß sich keinen Rat mehr. Ihre Schwester Martha, die in Australien wohnt, schlägt Royce als Pflegekraft vor. Royce war krank und hat die Schule per Fernstudium fortgesetzt und hat jetzt Zeit. Mit einem Stundenlohn von fünfzehn Dollar könnte sich Royce bald ein Auto anschaffen und wieder zurück in den Osten Kanadas fahren, wie er sich das immer erträumt. Also: okay, geht klar. Royce geht nun täglich sechs Stunden zu Arthur und hilft ihm. Arthur besitzt ein wunderschönes Haus mit einem atemberaubenden Panorama, das Royce nicht genießen kann, da Arthur immer die Vorhänge zu haben möchte. Überhaupt ist der alte Mann nur am Meckern. Er kann sich nicht mit seinem Zustand abfinden. Doch Royce merkt, dass der Mann auch seine guten Seiten hat. Er versteht, dass dieser meckernde Alte auch viel hinter sich hat: Ninas Mutter hat ihn mit dem Kind einfach sitzen lassen und da er weiter arbeiten musste, musste er Nina Kindermädchen oder später Internaten überlassen. Als Arthur vorschlägt, Royce solle seinen geliebten Thunderbird fahren, ist dieser erst einmal verblüfft. Nach und nach erfährt er mehr von seinem Großvater. Er findet Photoalben, die ihm einiges von Arthurs Leben vermitteln. Eine Reporterin kommt, um Athur zu interviewen und Royce erfährt, dass es eine große Veranstaltung, zu Ehren Arthurs, in Victoria geben soll. Bei dem Interview erkennt er, wie charmant und einnehmend Arthur sein kann. Die beiden Männer gehen zum Friseur, lassen sich Maßanzüge anfertigen und kaufen Schuhe für das große Ereignis. Nach kurzen Schwierigkeiten beim Fertigmachen, wird der Abend ein voller Erfolg und die beiden Männer und Nina sind glücklich. Bis zum nächsten Tag.............da findet Royce seinen Großvater zusammengebrochen auf der Veranda. Ein neuer Schlaganfall bringt den alten Mann ins Krankenhaus. Royce merkt, dass ihm allerlei an diesem grantigen alten Kerl liegt und ist froh, als er ihn wieder nach Hause holen kann. Doch das Glück dauert nicht lange und schwierige Zeiten und Entscheidungen liegen vor dem jungen Mann und seiner Mutter.


    Meinung:
    Ein wunderschön geschriebenes Buch über das Annähern eines jungen Mannes an seinen alten Großvater. Mit viel Gefühl, ohne kitschig zu werden, beschreibt Sarah N. Harvey, wie sich die Beziehung zwischen diesen unterschiedlichen Menschen langsam wandelt. Verstehen und Verständnis stehen im Mittelpunkt. Es geht aber auch einfach um das Altern. Wie schwierig ist es für diesen, jetzt alten, Mann, der die Welt bereiste und so viel gesehen und erlebt hat, sich mit seiner Hilflosigkeit abzufinden. Kann er das überhaupt? Auch die Frage "Wann ist Leben noch Leben?" taucht auf und will beantwortet werden. Mit einem leisen, angenehmen Schreibstil erzählt die Autorin die Geschichte dieser sympathischen Protagonisten. Auch, wenn es zeitweise traurig wird, habe ich das Buch doch sehr gerne gelesen und kann es nur empfehlen. Es ist kein aufsehenerregendes Buch, sondern eine Erzählung über zwischenmenschliche Beziehungen.

  • Zum Buch:
    Das Cover gefällt mir richtig gut und es erstrahlt in einem leuchtenden Türkis. Der Hintergrund im Retrolook mit Lichtreflexen, im Vordergrund der wundervolle alte T-Bird, der in dieser Geschichte eine Rolle spielen wird.
    Das Auto sowie der Schriftzug „Arthur“ sind glänzend hervorgehoben. Das Buch ist eine hochwertige Klappbroschüre und ich empfand das Aufklappen sehr straff, was teilweise leider etwas anstrengend war, es beim Lesen offen zu halten.


    Erster Satz:

    Zitat

    „Ich halte das nicht mehr aus!“


    Meine Meinung:
    Die Autorin Sarah N. Harvey schaffte es, mich mit ihrem Jugendbuch zu Tränen zu rühren. Anfangs dachte ich an einem frischen Roman für zwischendurch, doch nach einer Wendung überraschte dieser mich mit einem tiefgründigen und emotionalen Teil.


    Royce ist auf Grund seines Pfeifferischen Drüsenfiebers seit einiger Zeit nicht mehr in der Schule und soll erst nach den Ferien wieder in den Unterricht. Nicht nur, dass er kurz vorher einen Umzug quer durch Kanada durchmachen und seine Freunde zurück lassen musste. Es kommt nun noch schlimmer. Er soll sich um seinen Großvater Arthur kümmern. Royce muss nicht lange überlegen, denn das Geld, das er damit verdient, kann er sehr gut für seinen ersten eigenen Wagen gebrauchen. Doch Arthur ist nicht einfach. Er meckert, was das Zeug hält und ist ungenießbar. Er wirkt oftmals nicht ganz klar und ein wenig dement. Royce versucht, das Beste daraus zu machen, doch schon bald merkt man, dass die beiden sich immer näher kommen und beginnen, eigene Touren zu unternehmen. Nach einiger Zeit lassen Arthurs Kräfte immer mehr nach und Royce plagen Schuldgefühle …


    Diese Geschichte wirkte auf mich zuerst wie ein frischer, humorvoller Roman über eine Annäherung zwischen Enkel und Großvater. Der Großvater als ein zäher Griesgram, dem man nichts recht machen kann und Royce, einem heranwachsenden Jungen, der dies alles ertragen muss. Sehr realitätsbezogen erzählt die Autorin über die Beziehung der beiden, wie verschiedene Generationen aufeinander treffen.


    Im Verlaufe der Geschichte wird es sehr tiefgründig und emotional, womit ich gar nicht gerechnet habe und was mir sehr gut gefallen hat. In einigen Szenen musste ich das Lesen stoppen, um das Gelesene verarbeiten zu können, oder weil mir die Tränen in den Augen standen. Viele Aktionen kamen mir aus meinen Erlebnissen bekannt vor und dies machte diese Geschichte für mich zu etwas ganz Besonderem.


    Sehr schön auch die Recherche über die familiären Hintergründe von Royce. Mit Hilfe einiger Familienalben schafft er es, die Lebensgeschichte seines Großvaters zu verstehen und festzuhalten.


    Ein Jugendbuch, welches für Erwachsene ebenfalls geeignet ist und Leser zum Schmunzeln und Nachdenken bringt, aber auch zu Tränen rührt.


    Fazit:
    Ein humorvolles Jugendbuch welches über eine Annäherung zwischen Enkel und Großvater erzählt, mitunter sehr tiefgründig und emotional über Ängste, Verlust und Trauer. Eine Geschichte, die zum Schmunzeln, Nachdenken und Weinen einlädt!


    Meine Wertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Zur Autorin:
    Sarah N. Harvey ist Verlagslektorin und Autorin mehrerer Jugendbücher. Sie lebt in Victoria, British Columbia. Ihre Erfahrungen aus der Zeit, als sie sich um ihren alten Vater kümmerte, inspirierten sie zu ihrem Buch ›Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren (Textquelle: Amazon.de)

  • Ein richtig tolles Jugendbuch!
    Royces Großvater ist ein Ekel wie es im Buche steht. Offenbar von sich und der Welt enttäuscht, schnauzt er alles und jeden an, ist mit nichts zufrieden und Mitmenschlichkeit scheint ein Fremdwort für ihn zu sein. Doch ist er mittlerweile in einem Alter, in dem es ohne Hilfe nicht mehr geht. Seine Tochter ist nicht in der Lage, sich in der Form um ihn zu kümmern wie es notwendig wäre. Und die Pflegekräfte, die sie ihm vermittelt, vergrault er bereits nach kurzer Zeit. So bleibt als letzte Lösung: Royce. Nicht dass er darüber begeistert wäre, es lockt ihn lediglich die Aussicht auf einen guten Verdienst.
    Die Geschichte wird aus der Sicht des 16jährigen Royce erzählt, der ein mehr oder weniger normaler Teenager ist und seinen Großvater nicht ausstehen kann. Doch nach und nach nähern die Beiden sich an und auch wenn sie es nicht zugeben würden: Es entsteht sogar mehr als Sympathie zwischen ihnen.
    Die Sprache ist recht gut getroffen, leicht schnoddrig altklug, sodass ich immer wieder grinsen musste. Zudem gelingt es der Autorin selbst bei so ernsten Themen wie Pflegebedürftigkeit im Alter und Sterbehilfe, einen humorvollen Grundton zu bewahren. Dass auf nicht einmal 250 Seiten derart große Themen abgehandelt werden (dazu noch in einem Jugendbuch), könnte einen fürchten lassen, dass sie allenfalls oberflächlich kurz angerissen werden. Doch weit gefehlt: Man spürt die Sorgen und Nöte, die Angst und Verzweiflung, die Arthurs Familie umtreiben. Und am Ende nahm ich eines noch mit: Patientenverfügung - muss ich unbedingt machen.

  • Die Autorin

    Sarah N. Harvey ist Verlagslektorin und Autorin mehrerer Jugendbücher. Sie lebt in Victoria, British Columbia. Ihre Erfahrungen aus der Zeit, als sie sich um ihren alten Vater kümmerte, inspirierten sie zu ihrem Buch "Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren".


    Inhalt

    Der 17-jährige Royce muss in Victoria/Kanada noch einmal von vorn anfangen. Weil sein betagter Großvater nicht mehr allein leben kann, sind Royce und seine Mutter von der Ostküste nach Victoria gezogen. Seinen Kumpels aus Lunenburg trauert der Junge noch immer nach, neue Freunde hat er noch nicht kennengelernt. Großvater Arthur konnte man schon immer schwer etwas rechtmachen. In kürzester Zeit hat er es sich mit seiner Tochter verdorben und die privaten Pflegerinnen vergrault, die sich um ihn kümmern sollten. Durch seine beginnende Demenz realisiert Arthur offenbar nicht, dass er jetzt hilfsbedürftig ist, nicht mehr der Herzensbrecher von einst. Royces Mutter hat die Nase voll von der Streitsucht ihres Vaters. Ihre rettende Idee: Anstelle einer fremden Hilfskraft könnte der alte Streithansel doch Royce dafür bezahlen, sich während der Ferien um ihn zu kümmern. Im Vergleich zu anderen Ferienjobs muss das leicht verdientes Geld sein - glaubt Royce, der von einer Fahrt zurück nach Lunenberg im eigenen Auto träumt.


    Arthur meckert wie gewohnt, Royce macht seiner Ansicht nach alles falsch. Doch Royce gewinnt allmählich Interesse am Leben seines Großvater, der einst ein gefeierter Cellist war. Nachdem Arthur einmal ins Erzählen gekommen ist, erfährt Royce Geschichten aus seiner Familie, von denen selbst seine Mutter noch nicht gehört hat. Als Clou erweist sich Arthurs Thunderbird von 1956. Das Auto ist verkehrstüchtig und tadellos gepflegt. Für seinen Oldtimer schleppt Arthur sich nämlich ganz ohne Rollator regelmäßig in die Garage. Royce darf erst in Begleitung eines Erwachsenen Auto fahren. Arthur fällt für diese Rolle leider aus; denn nach seinem letztem Unfall hat seine Tochter seinen Führerschein kassiert. Dennoch wird der Thunderbird zum besonderen Band zwischen Großvater und Enkel. Die Idee mit dem Thunderbird zurück nach Lunenburg abzuhauen, lässt Royce nicht mehr los.


    Fazit

    Sarah Harvey bringt in ihren Jugendroman eigene Erfahrungen mit ihrem betagten Vater ein. Ohne Arthurs Hinfälligkeit zu realistisch zu vertiefen, folgt sie mit viel Humor der Annäherung zwischen Großvater und Enkel. Arthur findet seinen Meister in Royce, dem ich anfangs kaum zutrauen wollte, dass er den knurrigen Alten kräftig zusammenstauchen würde. Während Arthurs Kräfte schwinden, gelingt es Royce, Erinnerungen an die Musikerkarriere seines Großvaters zu entstauben und so eine Versöhnung in seiner Familie in Gang zu setzen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Es ist ein Jugendbuch für Leser ab 14 Jahre.

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