Amanda Coplin - Im Licht von Apfelbäumen/The Orchardist

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  • Klappentext:


    Nordöstlich von Washington lebt ruhig und zurückgezogen der Bauer William Talmadge inmitten seiner fruchtbaren Obstplantagen. Als eines Tages zwei verwahrloste Mädchen von seinen Äpfeln stehlen, verändert sich sein Leben von Grund auf. Die beiden sind schwanger und verbergen ein dunkles Geheimnis, das nur langsam ans Licht kommt.


    Eigene Meinung:


    Mein Highlight! - Wie kann man dieses Buch NICHT lieben?


    Dieses Buch zu rezensieren fällt mir nicht leicht. Es ist so anders - wie soll ich es beschreiben?
    Jedes Buch hat eine letzte Seite, einen letzten Satz, ein letztes Wort.
    Bei diesem Buch habe ich mir nur gedacht: Wieso hat es ein Ende? Ich hätte so gerne noch viel
    länger dran gelesen. - Wie bei einem schönen Traum, den man ewig weiterträumen möchte!
    Es ist so einzigartig geschrieben. Obwohl alles sehr emotionslos, ruhig und nüchtern beschrieben wird, hat es mich doch ziemlich berührt. Eine gewisse Melancholie und Traurigkeit ist im Laufe der Geschichte bei mir entstanden, die beinahe zum Gebrauch einiger Taschentücher geführt hätte.


    Die Hauptprotagonisten Talmadge, Della, Jane und Angelene sind alle ausnahmslos interessante und einzigartig beschriebene Persönlichkeiten. Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene Vergangenheit, die sie geprägt hat und in ihrem Handeln antreibt.
    Zu viel möchte ich über deren Leben hier jetzt aber nicht preisgeben.


    Wichtig ist es nur, zu wissen, dass es sich mit Sicherheit lohnt, sich dem Buch voll und ganz zu widmen, einzutauchen in die (Gedanken)-Welt dieser besonderen Menschen und erst wieder in die Realität zurückzukehren, wenn man den nachklingenden und wahrlich passendsten Schlusssatz, den ich mir denken kann, gelesen hat.


    Die Autorin behalte ich mir auf jeden Fall im Hinterkopf.


    5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: und meine uneingeschränkte Leseempfehlung! :thumleft:

  • Klappentext
    Amanda Coplins poetisch-tragische Geschichte über das Schicksal einer ungewöhnlichen Familie erzählt von Einsamkeit und Fürsorge im Angesicht einer alles fordernden Natur. Inmitten der fruchtbaren Landschaft im nordöstlichen Teil von Washington lebt William Talmadge, ein sanftmütiger, einsamer Mann. Voller Hingabe widmet er sich der Pflege seiner weitläufigen Obstplantagen, in denen Apfel- und Aprikosenbäume im Rhythmus der Jahreszeiten ihre Blüten und Früchte tragen. Hier hat er seinen Frieden gefunden. Bis eines Tages zwei halbwüchsige, schwangere Mädchen auftauchen und von seinen Äpfeln stehlen. Kurze Zeit später sind sie wieder da, scheu und doch neugierig, wer der Mann ist, der sie nicht verjagt. Irgendwann lassen sie sich nieder auf Williams Land, spüren das Mitgefühl, das sie umgibt. Doch kaum haben sie Vertrauen gefasst, tauchen bewaffnete Männer auf und eine Tragödie nimmt ihren Lauf, die William zu den Geistern seiner eigenen Vergangenheit führt. Ein eindringlicher Roman über die Liebe zu dem, was uns die Erde schenkt und wieder nimmt, sowie zu den Menschen, die uns anvertraut sind. Dieses erstaunliche Debüt hat in den USA die Leserherzen im Sturm erobert, landete auf der New York Times-Bestsellerliste und stand auf zahlreichen Bestenlisten des Jahres 2012.


    Über den Autor
    Amanda Coplin wurde in Wenatchee, Washington, geboren. Sie erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. als Writer in Residence im renommierten Ledig House in Upstate New York. Heute lebt sie in Portland, Oregon. Im Licht von Apfelbäumen ist ihr erster Roman, der wochenlang auf der New York Times-Bestsellerliste stand und u. a. auf der Jahresbestenliste 2012 der Washington Post.


    Schreibstil
    Der Schreibstil dieses Buches ist etwas anders als man es vielleicht gewöhnt ist. Es werden kein direkten Anreden, keine Satzzeichen in dieser Hinsicht verwendet. Mir persönlich erschwerte es das Lesen dadurch schon um einiges. Die Abschnitte werden öfter von verschiedenen Personen beschrieben, was jedoch kein problem darstellt.


    Meine Meinung
    Dieses Buch bekam ich zu Weihnachten geschenkt und war schon sehr gespannt darauf. Hatte viel gutes davon gelesen und habe mich nun gefreut, es in der Hand halten zu dürfen.
    Es geht hauptsächlich um Talmadge und wie sein Leben verläuft. Lebt er zusammen mit seiner Schwester auf einer Obstplantage und bewirtschaftet diese. Dabei scheint er auch mit dieser Situation ganz zufrieden zu sein. Seine Mutter hat er recht jung verloren. Als kurze Zeit später jedoch seine Schwester spurlos verschwindet und niemand weiss, was genau geschehen ist, das verkraftete er nicht wirklich und zieht sich immer weiter zurück.
    Eines Tages tauchen jedoch zwei schwangere, junge Mädchen auf seiner Plantage auf, sehr schüchtern, ängstlich und unnahbar. Er versucht mit Essen, Schlafplätzen und einem neuen zu Hause sie aus der Reserve zu locken, dies dauert jedoch recht lange. Er erfährt, dass sie von einem Mann geflohen sind und sehr viel Angst haben. Also kümmert er sich um sie. Wie es mit den dreien weiter geht mag ich hier nun nicht schreiben, sonst verrate ich zu viel von dem Inhalt des Buches,


    Fazit
    Irgendwie hatte ich mehr von diesem Buch erwartet. Der Schreibstil war recht anstrengend, die Geschichte doch recht düster gehalten. Irgendwie waren einige Passagen sehr langatmig. Die Idee hinter dem Buch ist gut, aber ich denke, man hätte den Leser mehr gefesselt wenn man einen anderen Schreibstil ausgewählt hätte.


    Sterne
    3/5

  • Dieser wunderbare Roman ist ein literarisches Debüt der Extraklasse, wie es nur wenigen Schriftstellern gelingt. In einer sehr poetischen und anmutigen Sprache wird eine traurige, tragische und bewegende Geschichte erzählt von einem Mann namens William Talmadge. Schon seit er ein Junge war, hat er zusammen mit seiner Mutter und seiner Schwester Elsbeth auf einer Obstplantage im US-Staat Washington gelebt.


    Als nach dem Tod der Mutter eines Tages seine Schwester über Nacht verschwindet, trifft ihn das sehr, und er kann Elsbeth auch nach Jahren nicht vergessen. Sie ist bei ihm jede Stunde seiner geliebten Arbeit an den Obstbäumen. Die Gedanken quälen ihn und die Selbstvorwürfe. Was hat er falsch gemacht? Was hätte er tun können, um seine Schwester zu halten?


    Irgendwann tauchen mitten in Talmagde Einsamkeit zwei schwangere Mädchen auf, die seine Äpfel stehlen. Er lässt sie gewähren und deshalb kehren sie wieder zurück. Beide Mädchen sind noch halbe Kinder und sie befinden sich auf der Flucht.


    Obwohl sich Talmagde sicher ist, dass hinter der Flucht der Mädchen ein Verbrechen steckt, fängt er sofort an, sich um die beiden zu kümmern. Amanda Coplin erzählt auf eine berührende Weise und mit einer sanften und poetischen Sprache, die auch den eigentlich unergründlichen Ebenen menschlicher Emotionen sich gewachsen zeigt, wie Talmagde nach langer Einsamkeit und Trauer wieder innere Bindungen zulässt. Sie beschreibt Menschen, die hilflos ihrem Leben und ihrer Vergangenheit ausgeliefert sind. Menschen, denen die Zeit nicht ihre Wunden heilt und die aber dennoch in der Lage sind, Liebe zu empfinden und zu zeigen.


    Es ist ein bis zu einem bewegenden Ende faszinierendes Buch über das, was im Leben wichtig ist und für das es sich lohnt immer wieder aufzustehen, obwohl die alten Wunden schmerzen und nicht verheilen wollen.


    Auf den nächsten Roman von Amanda Coplin darf man diesem überzeugenden Debit gespannt warten.

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