Klappentext:
„Liebe Oma Anna,
Jan hat eine andere geküsst, kannst du das fassen?
Ich habe solch eine Wut, dass ich zerspringen könnte! Was
soll ich denn jetzt tun? Die Seeräuber-Jenny hätte Jan einen
Kopf kürzer gemacht, aber das wäre kontraproduktiv, denn
kopflos gefiele er mir nicht mehr gar so gut.
Wir brauchen einen Plan, Steuermann! Es wird Zeit, dass du
wieder nach Hause kommst.
Was macht die Südsee? Segelt ihr täglich in den Sonnenuntergang?
Und liegt dir dein Henri zu Füßen? Entschuldige, das
habe ich nicht so gemeint. Ich meinte: Wer braucht schon
zwei Beine, um umwerfend zu sein?
Du sicherlich nicht,
findet
deine Anna“
Autorin:
Charlotte Inden, 1979 geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Film- und Fernsehwissenschaften in Marburg, London und Straßburg. Sie lebt mit ihrem Mann in Karlsruhe, arbeitet als Redakteurin bei einer Tageszeitung und hat eine Botschaft an die Welt: Schreibt mehr Briefe!
Meine Meinung:
Dieses Buch ist mein erstes von dieser Autorin und auch von diesem Verlag. Die Covergestaltung gefällt mir sehr gut. Es ist schlicht gehalten und es sieht aus, wie liniertes (rot und blau) Papier. Die Autorin und der Titel sind in den Linien integriert in einer hübschen Handschrift. Das Cover macht auch den Eindruck aus recyceltem Papier zu sein.
Diese Gestaltung findet sich auch im Buch wieder. So ist die Schrift nicht schwarz, wie gewöhnlich, sondern blau, was mir auch sehr gefällt.
Das Buch ist in 20 Kapiteln gegliedert, die nummeriert sind und in Briefform geschrieben. Jedes Briefende ist mit drei kleinen Vögeln (ich schätze mal Möwen) markiert.
Oma Anna schreibt ihrer Enkelin, die ebenfalls Anna heißt, an ihr linkes Bein und an Henri, eine alte Liebe aus Paris. Anna schreibt ihrem Freund Jan, der durch die Trennung seiner Eltern wegzieht und ihrer Oma.
Die junge Anna ist 11 am Anfang des Buches und Oma Anna wohnt eine Zeit lang im Haus ihrer Tochter Bella, weil sie sich erst an das Leben mit nur einem Bein gewöhnen muss. Der Leser begleitet die beiden Annas gut 4 Jahre lang, in denen Oma Anna wieder Kontakt zu ihrer früheren Liebe Henri findet, mit nur einem Bein zu leben lernt und man erfährt wie die beiden zu einbeinige Piraten werden, und wie die junge Anna sich zum erstem Mal verliebt.
Für mich war dieses Buch sehr emotional, weil zwischen Oma und Enkelin eine so innige Beziehungen besteht. In der Zeit, als Oma Anna bei der jungen Anna und ihrer Familie wohnt, haben beide einen toten Briefkasten in einer Kommode im Flur. Die junge Anna kann über alles mit ihrer Oma reden und schreiben, wie z. B. über ihre verwirrenden Gefühle Jan betreffend, die sie ihrer Mutter nicht erzählen kann.
Es ist eine schöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und das Erwachsenwerden, aber auch Verlust und Trauer sind in ihr vorhanden. Ich kann es Gutengewissens weiter empfehlen, ob Teenies, Erwachsene oder Senioren.
Von mir bekommt das Buch
Sterne.



