Maja Nielsen, Feldpost für Pauline

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  • Pauline Lichtenberg ist 14 Jahre alt und hat einen Freund namens Nick. Eines Tages bekommt sie einen Anruf von der Briefermittlungszentrale der Post, in dem die Zustellung eines vor 97 Jahren an eine Namensvetterin von ihr aufgegebenen Feldpostbriefs angekündigt wird. Als sie den Brief erhält und öffnet, liest sie:


    „Liebste Pauline,
    das Sterben geht weiter. Kein Ende in Sicht. GROSSER GOTT. Was ist nur aus uns geworden! Wenn ich es schaffe, unversehrt aus diesem sinnlosen Krieg herauszukommen – dann nur wegen Dir. Wie eine Melodie aus einer schöneren Welt höre ich die Worte, die Du mir zum Abschied am Zug gesagt hast. Sie klingen selbst bei schwerem Trommelfeuer noch in meinen Ohren. Ich liebe Dich, ich liebe Dich bis in alle Ewigkeit.
    Dein Wilhelm“


    Berührt von diesem Brief (ihr Freund Nick hat noch nie solche Worte zu ihr gesagt), beschließt Pauline mehr herauszufinden. Wer war diese andere Pauline, an die der Brief gerichtet ist? Und wer war Wilhelm, der aus einem Schützengraben in Verdun an seine Verlobte in der Heimat geschrieben hat?


    Pauline hat eine 95- jährige Urgroßmutter, die geistig noch völlig fit in einem Altenheim lebt. Bei ihren Besuchen bei der alten Frau, die sie kurz nach Erhalt des Briefes aufnimmt, machen sich die beiden auf eine berührende Reise in die Vergangenheit. Mit dem wachen Wissen der alten Frau begeben sie sich auf eine Spurensuche, und erfahren von eine großen Liebe in einer zerstörerischen Zeit.


    Indem Maja Nielsen die Vergangenheit und die Gegenwart immer wieder miteinander in Verbindung bringt, schafft sie es ganz hervorragend, die Geschichte des Ersten Weltkriegs so zu erzählen, dass es Jugendliche anspricht. Denn indem sie ihre eigene Liebe auf der Hintergrundgeschichte ihrer Namensvetterin reflektiert, erfährt Pauline sich selbst auf eine für sie überraschende Weise.


    Ein gelungenes, außergewöhnlich ansprechendes Buch für Jugendliche ab etwa 12 Jahren.

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