Henning Mankell

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  • Hallo @ll


    Wie ich gerade feststelle, haben wir noch kein Autorenportrait von >Henning Mankell< und er darf m.M. nach ebenfalls in unserer speziellen Rubrik nicht fehlen. :idea:


    [Blockierte Grafik: http://www.directupload.net/images/060529/temp/bPv86kpG.jpg]


    Henning Mankell wurde am 3. Februar 1948 in Härjedalen geboren und wuchs dort bei seinem Vater auf. Im Alter von 17 Jahren zog er nach Stockholm und wurde Regieassistent am Riks Theater. 1968 begann er als Autor und Regisseur zu arbeiten.


    Schon als Kind träumte Mankell davon, den Afrikanischen Kontinent zu bereisen, 1972 erfüllte er sich erstmals diesen Wunsch und fühlte sich in Afrika sofort zu Hause. In den folgenden Jahren arbeitete Mankell weiterhin als Schriftsteller sowie für verschiedene Theater als Regisseur, Autor und Intendant, u.a. für das Theater von Västerbottens in Skellefteå und für das Theater in Kronborg in Växjö. 1985 erhielt er die Einladung zum Aufbau einer professionellen Theatergruppe in Maputo, Mosambik. Im darauffolgenden Jahr übernahm er dann die Leitung der 70köpfigen Gruppe des Teatro Avenida und lebte fortan "mit einem Fuß im Sand, mit dem anderen im Schnee", wie er selbst sagt. Bis heute verbringt er mehr als die Hälfte des Jahres in Maputo, die übrigen Monate in der schwedischen Zweitheimat.


    In den Jahren 1990-1998 entstanden die Wallander-Kriminalromane "Mörder ohne Gesicht" (1991, dt. 1993), "Hunde von Riga" (1992, dt. 1993), "Die weiße Löwin" (1993, dt. 1995), "Der Mann, der lächelte" (1994, dt. 2001), "Die falsche Fährte" (1995, dt. 1999), "Die fünfte Frau" (1996, dt.1998 ), "Mittsommermord" (1997, dt. 2000) und "Die Brandmauer" (1998, dt. 2001). 1999 (dt. 2002) erschien der Erzählband "Wallanders erster Fall", der die Kurt-Wallander-Serie abschließt.


    2002 erschien in Schweden der Kriminalroman „Vor dem Frost“ (dt. Sommer 2003), in dem Wallanders Tochter Linda als junge Polizeianwärterin die Hauptrolle spielt.


    Sein Leben in Mosambik lieferte Mankell zudem den Stoff für verschiedene Romane, die in Afrika angesiedelt sind. 1995 erschien mit „Der Chronist der Winde“ (dt. 2000) ein Roman über das Leben von Straßenkindern. In „Die rote Antilope“ (2000, dt. 2001) schildert Mankell die Geschichte eines Buschmannjungen, der von einem Forscher nach Schweden verschleppt wird. Außerdem ist Henning Mankell preisgekrönter Autor von zahlreichen Kinder- und Jugendbüchern, auf deutsch erschienen unter anderem „Das Geheimnis des Feuers“ (1995, dt. 1996) und „Der Junge, der im Schnee schlief“ (1996, dt. 1998 ).


    Im Frühjahr 2001 gründete Henning Mankell in Schweden seinen eigenen Verlag, den „Leopard förlag“. Hier will er jungen schwedischen und afrikanischen Autoren ein Forum bieten.


    Auf Anregung des Schauspielhauses Graz schrieb Mankell das mehrsprachige Theaterstück „Butterfly Blues“, das im Januar 2003 von Künstlern des Grazer Schauspielhauses und des Teatro Avenida (Mosambik) gemeinsam realisiert wurde. Das Stück konfrontiert die Zuschauer nicht nur thematisch, sondern auch künstlerisch und sprachlich mit der Welt afrikanischer Immigranten. Zum gleichen Thema ist im Februar 2003 der Roman „Tea-Bag“ erschienen, der Einblick in die illegale Welt der Einwanderer gewährt und gleichzeitig eine Satire auf den modernen Literaturbetrieb ist. Es ist ein Buch von wunderbarer Komik und tiefem Ernst – ein neues Genre, in dem Mankell wie in seinen früheren Büchern brilliert.


    Auszeichnungen


    1991 Preis "Der gläserne Schlüssel" der Skandinavischen Gesellschaft für Kriminalliteratur für „Mörder ohne Gesicht“
    1991 Auszeichnung der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur für „Mörder ohne Gesicht“ als bester schwedischer Kriminalroman
    1992 Auszeichnung der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur für „Hunde von Riga“
    1993 Deutscher Jugendbuchpreis für „Der Hund, der unterwegs zu einem Stern war“
    1995 Auszeichnung der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur für „Die falsche Fährte“
    1995 Nominierung des Buches „Der Chronist der Winde“ für den nach August Strindberg benannten August-Preis und den Preis des Nordischen Rates
    1996 Auszeichnung von „Der Chronist der Winde“ durch den schwedischen Radiosender P1
    1996 Astrid-Lindgren-Preis für „Der Junge, der im Schnee schlief“
    1997 Kinderbuchpreis "Lesereise um den Erdball" für „Das Geheimnis des Feuers“
    1998 "Buch des Jahres 1998" für „Die fünfte Frau“
    1999 Katholischer Kinder- und Jugendbuchpreis für „Das Geheimnis des Feuers“
    2001 CORINE-Preis für „Mittsommermord“
    2002 „Autor des Jahres 2002“



    Verfilmungen


    • "Mörder ohne Gesicht" (Fernsehserie)
    • "Hunde von Riga" (Kinofilm und Fernsehserie)
    • "Die weiße Löwin" (Kinofilm)
    • Der Film "Comedia Infantil" ("Der Chronist der Winde") wurde in Maputo von Solveig Nordlund gedreht und hatte im Frühjahr 1998 Premiere.
    • "Die falsche Fährte" und "Die fünfte Frau" wurden von der Gesellschaft SVT Malmö verfilmt und im Dezember 2001/2002 in deutscher Fassung im ZDF ausgestrahlt.


    Quelle: Zsolnay-Verlag


    Grüsse von Bonprix :wink:

  • Hallo bonprix,


    danke für das Portät!


    Es fehlt noch das Buch "Rückkehr des Tanzlehrers (kein Wallander-Roman).
    Die Verfilmungsliste habe ich hier och mal aufgeführt.


    Verfilmungen von Romanen Henning Mankells:
    - Pelle Berglund: Mörder ohne Gesicht
    - Pelle Berglund: Hunde von Riga
    - Pelle Berglund: Die weiße Löwin
    - Leif Lindblom: Der Mann, der lächelte
    - Leif Magnusson: Die falsche Fährte
    - Birger Larsen: Die fünfte Frau
    - Urs Egger: Die Rückkehr des Tanzlehrers

  • Danke euch beiden.


    Bonprix, das war wirklich ein Porträt, das längst überfällig war. :thumright:


    Marie

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Einen schönen Abend wünsche ich,


    auch wenn das Thema hier schon etwas ältern Datums ist, der Schriftsteller an sich ist immer wieder einer Erwähnung würdig!


    Wer also ein paar Autoreninfos zu H.M. sucht, explizit zu seine Werken mit Afrika-Bezug, sollte sich das Autorenprofil vom Literaturportal AfrikaRoman nicht entgehen lassen. Neben Biografie und Bücherliste (Afrika), finden sie auch Leseproben und Buchrezensionen.


    BG Thaba

  • Hallo Thaba,


    schön dich auch hier zu lesen. Habe diese Biografie vor ein paar Tagen gelesen und sie hat mir sehr gut gefallen. Danke! :wink:

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Ich bilde mir ein, vor zwei oder drei Jahren gelesen zu haben, daß Mankell in österreich (war es Graz?) ein Theaterstück insziniert zu haben, was aber von den Kritikern und Besuchern gar nicht gut aufgenommen wurde. Weiß jemand dazu vielleicht etwas?

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Zitat

    Original von frl_smilla


    Ich bilde mir ein, vor zwei oder drei Jahren gelesen zu haben, daß Mankell in österreich (war es Graz?) ein Theaterstück insziniert zu haben, was aber von den Kritikern und Besuchern gar nicht gut aufgenommen wurde. Weiß jemand dazu vielleicht etwas?


    Übrigens gab es in Graz eine ganz besondere Aufführung des vielseitigen Autors zu sehen: "Butterfly Blues" ist eine Koproduktion des Schauspielhauses der österreichischen Stadt mit Mankells Teatro Avenida aus Maputo. Die Geschichte von zwei Immigrantinnen, die statt eines Passes nur einen toten Schmetterling vorweisen können, ist gerade auf Deutsch erschienen.

  • Zitat

    Original von frl_smilla


    Ich bilde mir ein, vor zwei oder drei Jahren gelesen zu haben, daß Mankell in österreich (war es Graz?) ein Theaterstück insziniert zu haben, was aber von den Kritikern und Besuchern gar nicht gut aufgenommen wurde. Weiß jemand dazu vielleicht etwas?


    :oops: Grabt mich ein und vergesst mich - 2 Kopfwehtabletten auf nüchternen Magen (die nichts helfe) vertrag ich offenbar nicht; steht ja eh alles in Bonprix' Portrait....

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Frankfurt (fnp) Am Pfingstwochenende ist es soweit: Die ersten drei Folgen der neuen Wallander-Serie mit Krister Henriksson als Kommissar Kurt Wallander und Johanna Sällström als Linda Wallander werden erstmals im deutschen Fernsehen zu sehen sein. Die Reihe beginnt am 2. Juni 2006 mit „Vor dem Frost“ (21:45 Uhr, ARD), am 3. Juni folgt dann der „Tod in den Sternen“ (22:10 Uhr, ARD) und am 5. Juni wird „Eiskalt wie der Tod“ (22:15, ARD) gezeigt.


    Im Laufe des Jahres sollen dann die weiteren Fälle der insgesamt 13 Teile umfassenden TV-Reihe folgen. Alle Wallander-Fans, die schon vorher in die Filmwelt rund um den schwedischen Kommissar eintauchen möchten, haben dazu ab Juli 2006 in seiner Heimatstadt Ystad die Gelegenheit. Denn in der ersten Juli-Woche wird dort mit der Cinetek ein neues Besucherzentrum für Film eröffnet, das an die Ystad Filmstudios angeschlossen ist. In der Cinetek wird es eine Ausstellung über die aktuellen Produktionen der Ystad Studios geben, darunter natürlich auch die neuen Wallander-Filme.


    Der Besucher hat hier die Gelegenheit, zu lernen, wie ein Film entsteht: von der Manuskriptentwicklung über die Finanzierung bis hin zu Produktion und Vertrieb. Darüber hinaus wird die Cinetek Ausgangspunkt für thematische Führungen rund um Wallander und den Autor Henning Mankell durch Ystad und Umgebung sein. Daneben arrangiert auch das lokale Tourismusbüro geführte Stadtwanderungen und Touren durch Wallanders Ystad.


    Für alle, die sich eigenhändig auf die Spuren der Kriminalisten begeben möchten, empfehlen sich die Reisehandbücher „Dem Kommissar auf der Spur“ von Rainer Sens (Conrad Stein Verlag) und „Wallanders Landschaft – eine Reise durch Schonen“ von Thomas Steinfeld (dtv Verlag). Eine virtuelle Wanderung durch Ystad können Wallander-Fans auch zu Hause unter folgendem Link unternehmen: http://www.ystadsallehanda.se/wallandersystad
    Ein Mordrätsel kann unter dieser Internetadresse ebenso online gelöst werden.


    gefunden in: Rhein-Main-Net

  • Zitat

    Original von frl_smilla
    Ich bilde mir ein, vor zwei oder drei Jahren gelesen zu haben, daß Mankell in österreich (war es Graz?) ein Theaterstück insziniert zu haben, was aber von den Kritikern und Besuchern gar nicht gut aufgenommen wurde. Weiß jemand dazu vielleicht etwas?


    Richtig, das war im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres 2003 in Graz. Leider habe ich das Theaterstück nicht gesehen, weil, wie du ja geschrieben hast, die Kritiken alles andere als berauschend waren.
    Und das, obwohl ich jeden Tag in Graz bin... Asche auf mein Haupt! :roll:

  • Das ist wirklcih ein klasse Porträt über Mankell. Ich persönlich finde die Wallander-Romane spitze und ich hab sogar welche auf Franzöhsisch. Dennoch finde ich die Tatortbeschreibung in Mörder ohne Gesicht ziemlich ekelhaft.

  • Zitat

    Original von morse
    Die Reihe beginnt am 2. Juni 2006 mit „Vor dem Frost“ (21:45 Uhr, ARD), am 3. Juni folgt dann der „Tod in den Sternen“ (22:10 Uhr, ARD) und am 5. Juni wird „Eiskalt wie der Tod“ (22:15, ARD) gezeigt.
    Im Laufe des Jahres sollen dann die weiteren Fälle der insgesamt 13 Teile umfassenden TV-Reihe folgen.



    Hallo Morse,


    meines Wissens kommt der 2.Film "Tod in den Sternen" erst am Sonntag, dem 4.6.06 um 23.00 Uhr und die restlichen 10 Filme kommen ab Dezember 2006. :wink:

    Liebe Grüße
    Helga :winken:


    :study: [b]???


    Lesen ist ernten, was andere gesät haben (unbekannt)

  • Ich fand den ersten Film dieser neuen Reihe äußerst schwach, der andere Wallander-Darsteller hat mur weitaus besser gefallen, außerdem wurde zu viel Privates und Gefühl und zu wenig Kriminalfilm gezeigt, das war mehr eine schwedische Rosamunde Pilcher als ein Mankell.


    @ Helga, natürlich hast du mit deinen Daten Recht, ärgerlich ist nur, dass das ZDF den "Barnaby" heute Abend fast zeitgleich zeigt [-(

  • Da es schon längere Zeit her ist,dass ich das Buch“ Vor dem Frost“ gelesen hatte, mir nicht mehr alle Details präsent waren, konnte ich mir schon fast „objektiv“ den Film ansehen.
    Einige Abende zuvor hatte ich auf 3Sat die Sendung „Kulturplatz“ in welchem der Film vorgestellt wurde, und ein Interview mit Henning Mankell stattfand, welcher sich zu den neuen Folgen äusserte, gesehen. War schon sehr neugierig auf den Film.
    Leider erfüllte er meine Erwartungen nicht, da gehe ich mit Morse einig.

    Zitat

    Ich fand den ersten Film dieser neuen Reihe äußerst schwach


    Die Schauspieler machten zwar solide Ihr Handwerk, mir fehlten jedoch die Emotionen. Das ganze wirkte so aufgesetzt, starr, die Gesichter der beteiligten Personen zeigten praktisch nie eine Gefühlserregung. Die ganze Handlung, die doch einen tragischen Hintergrund hatte wurde so „präsentiert“ als wäre es eine nette „Geschichte“ in welcher noch so nebenbei einige Morde geschehen.
    Ich hoffe doch sehr dass die folgenden Filme besser werden.

  • Hallo,
    ich hab da ein Buch on Mankell im Schrank stehen und zwar die brandmauer
    Meine Oma sagt aber, dass er sehr "harte" krimis schreibt. Ich trau mich also nicht es zu lesen :uups:
    Könnt ihr mir vielleicht helfen? Weil ich hab keine rezi gefunden Ist es empfehlenswert oder zu kriminell für leute die nicht so starke Krimis lesen? :scratch:


    Brauche eure Hilfe
    LG VONNE

  • Naja, kein Thriller ohne Gewalttaten... Und natürlich sind grausame Verbrechen auch die Triebfeder in allen Wallander Romanen. Aber ich glaube, dass Mankell lange nicht so auf Brutalitäten fixiert ist, wie manch andere seiner Autorenkollegen, auch wenn er oft sehr ins Detail geht. Aber was Mankell-Romane mM nach so lesenswert macht, ist die spezielle Atmosphäre im ländlichen Schweden, die va. den Wallander-Romanen einen ganz speziellen Reiz verleiht. Und da wären noch die sehr gut gezeichneten Charaktere, allen voran natürlich Kurt Wallander. Wallander ist ein Mann mit Ecken und Kanten, der Gefühle und Ängste hat und mit dem Leser persönliche Krisen durchlebt. Im Gegensatz zu anderen literarischen Hauptfiguren kann Wallander nicht einfach einen Ganoven über den Haufen schießen, ohne dabei Skrupel zu empfinden. Gerade dass lässt ihn sehr menschlich erscheinen und unterscheidet die Wallander-Romane von vielen anderen Krimis.
    Ich würde jetzt einfach sagen, lies mal drauflos und wenns dir zu bunt wird, kannst du das Buch ja immer noch weglegen!

    INTERVIEWER: "Wen bewundern sie eigentlich?"
    ALF POIER: "Die Fetten, die Hungernden und die Verkrüppelten, weil die Anderen habens von Haus aus leichter."

  • Hallo Vonne,
    Mein erster Mankell war "Die fünfte Frau", da starben die Opfer nicht gerade schön.
    Aber man muss es sich ja nicht gerade plastisch vorstellen. Auf jeden Fall war es mega-spannend, so dass ich auch die anderen Krimis von ihm lesen musste.
    Wie Jorge schon schrieb, lies einfach, wenn es dir zu heftig wird, kannst du ja immer noch aufhören.
    ermunternde grüße von missmarple

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