Sanna Seven Deers - Das Geheimnis des Felskojoten

  • Inhalt (Buchrücken) :
    Die Weite Kanadas, ein mystisches Geheimnis und die große Liebe
    Die 26-jährige Serena wird durch einen Anruf ihres Bruders in Angst und Schrecken versetzt: Fabian wird verfolgt und ist in Nordamerika untergetaucht. Von vorahnungsvollen Träumen geplagt, macht Serena sich gemeinsam mit Fabians Freund, dem Indianer Shane Storm Hawk, auf, ihren Bruder zu finden. Die Suche, bei der sie selbst zu Verfolgten werden, führt durch den Westen der USA bis nach Kanada. Schnell wird klar: Nur wenn Serena den mystischen Zeichen folgt, wird sie Fabian und auch ihr ganz persönliches Glück finden.


    Die Autorin (dem Buch entnommen) :
    Sanna Seven Deers ist geborene Hamburgerin. Sie heiratete einen kanadischen Indianer und zog mit ihm in die Wildnis der Rocky Mountains. Dort leben die beiden mit ihren vier Kindern.
    www.sannasevendeers.com


    Aufbau:
    397 Seiten
    Ein "Gedicht" über den Great Spirit
    Eine gezeichnete Karte
    24 Kapitel + 1 "Epilog"
    Zweiseitige Erklärung der Autorin, wie sie auf die Geschichte gekommen ist


    Stil:
    Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler aus vier Perspektiven wiedergegeben: Die meiste Zeit wird berichtet, was Serena und Shane gerade tun, dies wird aber unterbrochen von Abschnitten, in denen es um Fabian oder die Antagonisten geht. Dabei kann es durchaus sein, dass alle vier Perspektiven in einem Kapitel vertreten sind.


    Meinung:
    Ich finde es sehr schwer, Das Geheimnis des Felskojoten zu bewerten. Das liegt vor allem an der Einbindung der indianischen Mythologie, die ich sehr zwiegespalten sehe.
    Vorweg gesagt: man muss bereit sein, sich auf diese mystischen Geschehnisse einzulassen und zu akzeptieren, dass Dinge geschehen, die man sich mit reiner Logik nicht erklären kann. Wem dies zu abgedreht ist, der wird mit diesem Buch keine Freude haben, denn die Geistwesen mischen im ganzen Buch kräftig mit.


    Nachdem Serena und Shane aufeinander getroffen sind und beschließen, gemeinsam nach Fabian zu suchen, verlassen sie sich hauptsächlich auf Hinweise, die die Geistwesen ihnen übermitteln. Sie suchen heilige indianische Stätten auf, an denen mysteriöse Dinge geschehen. Beispielsweise unterhalten sie sich mit einer Frau, die von Schwitzhüttenzeremonien schwärmt und sich mit Shane fotografieren lässt - aber als sie sich das Foto später anschauen, ist er alleine abgebildet. Dies überzeugt die beiden davon, einen Hinweis vom Great Spirit erhalten zu haben, und bestimmt ihren weiteren Weg. Auch wenn sie in Schwierigkeiten stecken, geschehen unerklärliche Dinge, die sich nur mit der Hilfe der Geistwesen erklären lassen.
    Einerseits fand ich die indianische Mythologie sehr interessant. Ich habe alle heiligen Orte, die die Protagonisten aufsuchen, gegoogelt und mir auch die erwähnten Rituale angesehen. Auch Shanes festen Glauben und seine Ruhe, das Vertrauen in den Great Spirit fand ich faszinierend. Ich habe zuvor noch kein Buch gelesen, in dem diese Dinge eingebunden wären, sodass ich bereit war, diese doch sehr mystische Hilfe, die sie erhalten, zu akzeptieren. Immerhin ist es eine Geschichte über Indianer und wird schon als "mystisch" angepriesen, da war es nur klar, dass es sich sehr um ihren Glauben drehen würde.
    Je weiter die Handlung voranschritt, desto problematischer wurde es aber für mich. Langsam kam es mir so vor, als wären die Geistwesen etwas wie ein Deus ex machina. Eines ist klar, ohne die Hilfe der Geistwesen hätten Shane und Serena keine Chance gehabt, auch nur eine Spur zu finden.

    Irgendwann war mir das alles zu viel. Nichts gegen den Glauben der Indianer oder die Tatsache, dass die Geistwesen hier real zu sein scheinen und den beiden Hinweise geben, das war wirklich noch interessant und mal etwas anderes. Wenn die Protagonisten sich aber in mehr als 50% der Handlung nur auf diese mystischen Ereignisse verlassen, fällt es mir schwer, die Geschichte noch als glaubhaft zu empfinden.

    Bei aller Faszination, dies ist mir zu viel des Guten. Hätte Sanna Seven Deers die Geistwesen etwas spärlicher eingebunden, wäre es glaubwürdiger gewesen und hätte die Hauptpersonen nicht so wirken lassen, als könnten sie nur durch Übersinnliches etwas erreichen.
    Wichtig hierbei ist auch der titelgebende Kojote. Er taucht dauernd auf, gibt den Protagonisten ebenfalls (indirekt) Hilfestellung und ist gerade am Ende entscheidend für den Ausgang des Konfliktes. Die Darstellung der Tiere erscheint mir auch typisch indianisch zu sein. Sie werden als weise und als Rebellen dargestellt, nicht als gefährliche, unberechenbare Wesen.


    Was mich ebenfalls ein wenig gestört hat, war die schwarz/weiß-Zeichnung der Charaktere, die nur an wenigen Stellen durchbrochen wird. Serena ist ein wenig naiv und kann ihre Kamera kaum aus der Hand legen, aber sie ist sehr mutig, freundlich, lustig und eben eine typische Heldin, die nur gelegentlich zu stur und ein wenig zickig ist, während Shane ein guter, naturbewusster, gelassener und mutiger Indianer ist, der nur ab und zu ein wenig schroff ist. Die Bösen hingegen scheinen skrupellos (wenn auch sehr unbeholfen) zu sein und menschliche Regungen gut unterdrücken zu können.
    Leider stellen die Antagonisten den Großteil der Handlung keine große Bedrohung dar. Sie scheinen über sämtliche technischen Möglichkeiten zu verfügen, Serena, Shane und Fabian zu verfolgen, aber dennoch lassen sie sich auf falsche Fährten locken oder abhängen. Gerade die beiden "Handlanger" wirken zudem stellenweise etwas dümmlich und nicht so, als wären sie Profis.


    Stellenweise hatte ich auch das Gefühl, dass die Autorin den Leser belehren wollte. Dauernd wird betont, dass die Zivilisation die Natur zerstört. Gerade am Anfang spricht Shane dauernd darüber, sodass es mir wirklich so vorkam, als wolle Sanna Seven Deers die Leser mit der Nase darauf stoßen. Natürlich ist es klar, dass Shane als Indianer erzürnt ist, wenn die unberührte Natur zerstört wird, aber meiner Meinung nach hätte man es auch unauffälliger einfließen lassen können.


    Als dann gegen Ende enthüllt wurde, warum Fabian verfolgt wird und welche finsteren Machenschaften dahinter stecken, dachte ich, dass dies sehr interessant werden könnte. Leider wurde mir dann alles zu abgedreht.

    Natürlich fand ich nicht alles an dem Buch schlecht. Im Gegenteil: Es war sehr gut zu lesen, war flüssig geschrieben und man kam leicht voran. Die Protagonisten wirken, obwohl sie wie erwähnt recht schwarz/weiß gezeichnet sind, recht sympathisch und man will auch wissen, ob sie es schaffen, Fabian zu finden. Zudem war, wie bereits gesagt, die Idee mit dem Great Spirit und die Beschreibung der Indianer sehr faszinierend. Die Seiten fliegen aufgrund der flüssigen Schreibeweise geradezu dahin und vor allem die Beschreibungen sind wirklich gut. Stellenweise kam sogar ein wenig Spannung auf, obwohl die Geschichte insgesamt sehr unaufgeregt und ruhig wirkt, was auch gut zu Shanes Gelassenheit passte.
    Auch wenn ich einiges zu kritisieren habe, ich habe das Buch doch ganz gerne gelesen, besonders, da einige Kritikpunkte mir erst aufgefallen sind, als sie gehäuft auftraten. Dadurch war das Buch gerade am Anfang sehr interessant. Wie oben genannt, fand ich vor allem das Leben der Indianer und ihre Mythologie sehr faszinierend. Vor allem, wie sehr die Indianer noch immer diskriminiert werden, war sehr gut dargestellt und berührte mich doch sehr. Generell gelingt es der Autorin gut, Emotionen zu übermitteln, sodass man mit den Protagoniten fühlen kann. Auch am Ende kullerten noch einige Tränen.
    Außerdem finde ich die Mischung aus Liebesgeschichte, indianischer Mythologie und einer krimi-ähnlichen Rahmenhandlung eigentlich gut umgesetzt, auch wenn stellenweise alles ein wenig übertrieben dargestellt wurde.


    Das Geheimnis des Felskojoten ist ein Buch, das man sehr gut an einem Nachmittag lesen kann und an dem man durchaus Spaß haben kann. Wenn man aber überhaupt nicht mit unerklärlichen, mystischen Ereignissen klar kommt und keine Antagonisten mag, die sich leicht austricksen lassen, dann sollte man die Finger von diesem Buch lassen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Carpe Diem.
    :study: Nora Roberts - Schattenmond

    2024 gelesen: 23 Bücher | gehört: 5 Bücher

  • Ich bin ja nicht der Coverkäufer, sondern orientiere mich eher an Titeln. Aber dieses Cover gefällt mir gar nicht: Die indianische Zeichnung, die natürlich perfekt zum Inhalt passt, gefällt mir an sich sehr gut, wenn ich sie jedoch im Gesamtbild betrachte, finde ich das ganze Cover einfach nur komplett überkitscht. Der rosa Hintergrund, der idyllische, sich spiegelnde Hintergrund, dazu noch die Zeichnung und der Titel.... das ist mir persönlich viel zu viel und viel zu kitschig. So ein Buch würde ich normalerweise nicht kaufen und es mit einem Blick links liegen lassen.


    Aber nun zum eigentlichen Inhalt des Buches: Wie man an Titel und Cover ja schon sieht, ist das Leitmotiv des Buches der Kojote. Leider ist dieser für mich zu offensichtlich eingebaut. Stellenweise war es auch nicht passend, wirkte sehr gewollt, aber weniger gekonnt. Die Grundidee des Kojoten, seines indianischen Hintergrundes und der Vergleich zur Einstellung von uns Weißen, finde ich eigentlich sehr interessant. Die Umsetzung von ihm als indianischem Leitgeist eher misslungen. Zu offensichtlich, zu gewollt, zu viel.


    Vielleicht liegt das auch an mir und meinem Büchergeschmack, aber grundsätzlich fand ich den Stil und viele Gespräche etwas zu pathetisch formuliert. Sehr hochtrabend, sehr übertrieben. Ich denke, indianisch-philosophisch war hier der Ansatz, welcher aber eben auch nur ein Ansatz bleibt. Trotz scheinbar tiefgehender Themen bleibt der Roman sehr oberflächlich und die wundervollen Diskussionansätze, die Kontroversen zwischen zwei so verschiedenen Kulturen werden sofort ausgemerzt, indem Protagonistin Serena praktisch zur Indianerin wird - vom Aussehen, vom Denken, vom Verhalten. Mögliche Streitpunkte, die diese Unterschiede und auch Spannungen hätten super darstellen können (und dabei dem Buch definitiv mehr Würze verliehen hätten), werden durch Serenas Verhalten einfach sofort entschärft.


    Das bringt mich zu den Protagonisten: Ich habe sie auf 395 Seiten begleitet, wobei sie allerdings immer oberflächlich blieben und kaum Tiefe gezeigt haben. Die familiären Hintergründe der drei Protagonisten waren spannend, aber die Charaktere verdammt flach. Nach Beenden des Buches weiß ich kaum etwas über die drei, dass nicht einfachen, niedergeschriebenen Tatsachen entspricht.
    Die Beziehung, die hier entsteht, ist ja von vornherein vorbestimmt und sehr offensichtlich. Dieses langsame Aneinandergewöhnen und Verlieben auf einer sehr intensiven Reise und Suche ist durchaus eine Liebesgeschichte, die ich sehr schätze, vor allen Dingen, weil die beiden nicht schon nach fünfzig Seiten keuchend irgendwo an einer heiligen Stätte im Moos liegen und sich gerade von erschöpfenden Tätigkeiten erholen. Doch durch die mangelnde Beziehung meinerseits zu den Charakteren blieb auch dies einfach eher langweilig und nicht berührend.
    Einziger Charakter, den ich wirklich genial finde: Tiger. Einfach super, ehrlich! Immer wenn er dabei war, musste ich wenigstens etwas Schmunzeln und hatte somit zumindest eine Gefühlsregung beim Lesen.


    Der Kriminalteil der Geschichte war zu kurz. Er war schlicht und einfach zu kurz. Einen Großteil des Buches verbringen Serena und Shane mit der Suche nach Fabian und mit der Deutung von Zeichen der Geistern. Und dann, urplötzlich lösen sie plötzlich alles und treten zu dritt gegen ein unglaublich gut ausgerüstetes Unternehmen an, schleichen sich dort mehr oder minder problemlos ein. Ja... das ist dann einer dieser Punkte, die ich immer wieder absolut blöd finde. Ja, ihr habt richtig gelesen: blöd. Anders kann ich es nicht ausdrücken, denn es ist so unrealistisch, dass drei Leute eine derartige Organisation hochgehen lassen und diese Dinge vollbringen, die sich in dem Buch schaffen. Mal abgesehen davon, dass es viel zu schnell geht.
    Grundsätzlich war das Krimigrundthema auf einer spannenden Frage aufgebaut, die es definitiv wert ist, dass man sich damit beschäftigt. Allerdings habe ich mir doch mehr davon erhofft. Man weiß zwei Drittel des Buches nicht, warum Fabian überhaupt auf der Flucht ist und im letzten Drittel wird dann alles überstürzt abgehandelt.
    Und die drei Antagonisten, die Serena und Shane verfolgen, sollten witzig geschrieben sein, das gelingt allerdings überhaupt nicht. Ich empfand sie als nervig und überzogen und auch ziemlich unnötig. Zugleich sind das die einzigen Antagonisten, die man wirklich kennen lernt. Ein Kopf der Organisation oder zumindest die Person, die den dreien ihre Anweisungen gibt, ist nicht vorhanden - eindeutig auszubauen.


    Fazit


    Wieder ein Buch, das seine durchaus guten Ansätze ziemlich seicht und oberflächlich behandelt. Eigentlich hatte ich mich gerade auf die Indianerthematik sehr gefreut, wurde dann aber schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückversetzt. Auch der Krimiteil blieb sehr unterdurchschnittlich trotz der - ich wiederhole mich gerne - fantastischen Grundgedanken, die dahinter stecken.

  • Das Geheimnis des Felskojoten ist ein Buch von Sanna Seven Deers. Es ist am 12. Juli 2013 im Ullstein Verlag als Taschenbuch erschienen. Das Buch umfasst 400 Seiten.


    Inhalt


    Die 26-jährige Serena wird durch einen Anruf ihres Bruders in Angst und Schrecken versetzt: Fabian wird verfolgt und ist in Nordamerika untergetaucht. Von vorahnungsvollen Träumen geplagt, macht Serena sich gemeinsam mit Fabians Freund, dem Indianer Shane Storm Hawk, auf, ihren Bruder zu finden. Die Suche, bei der sie schnell selbst zu Verfolgten werden, führt durch den Westen der USA bis nach Kanada. Schnell wird klar: Nur wenn Serena den mystischen Zeichen folgt, wird sie Fabian und auch ihr ganz persönliches Glück finden.
    (Klappentext)


    Erster Satz


    „Der Mond schien hell.“


    Meinung


    Das Cover ist für mich persönlich auffällig, andere würden es vielleicht aber eher als langweilig bezeichnen. Das kommt hier ganz auf den eigenen Geschmack an. Auf dem Cover ist eine Zeichnung eines Kojoten abgebildet, die somit sowohl auf den Titel als auch den Inhalt hinweist. Ansonsten zeigt das Coverbild eine Landschaft, die sich auch im Buch widerspiegelt.


    Der Schreibstil der Autorin ist gut zu lesen und gut verständlich. Die Szenen sowie auch die Umgebung sind sehr gut beschrieben. Durch das Zusammenspiel mit den Ureinwohnern könnte man als Leser denken, dass man nichts versteht, aber Sanna Seven Deers beschreibt die Bräuche und Gepflogenheiten sehr genau, sodass dies kein Problem darstellt.


    Das Buch besteht aus 24 Kapiteln und einem Epilog. Die Besonderheit bei den Kapiteln ist, dass die Zahlen in römischer Schreibweise geschrieben sind. Das Buch ist in der Vergangenheitsform geschrieben und außerdem aus der Erzählerperspektive. So wird auch zwischen den Handlungssträngen der Charaktere gewechselt und man bekommt unterschiedliche Dinge besser mit.


    Die Handlung beginnt sofort ziemlich spannend und fesselte mich dadurch als Leser von Anfang an. Es gibt nur sehr wenige kleine Phasen, wo es mir persönlich zu langatmig ist. Was mir besonders gut gefällt, ist, dass der Verlauf der Geschichte und ihr Ende nicht eindeutig vorhersehbar sind. Das macht die Handlung meiner Meinung nach noch spannender. Kanada und dessen Ureinwohner kommen gut zur Geltung und es ist insgesamt ein guter Mix aus Vergangenheit bzw. beständiger Kultur und Neuzeit, der im Buch verwendet wird.


    Die Charaktere sind sehr gut ausgebaut und überzeugen durch Authentizität. Serena ist eine mutige, junge Frau, die sehr an ihrem Bruder Fabian hängt und alles dafür tun würde, um ihm zu helfen. Das macht sie zu einer sehr charakterstarken Person. Ihr Bruder Fabian kann mit eigens getätigten Fehlern nicht leben und setzt alles daran, sie auszubügeln. Dabei möchte er keine Hilfe, denn er möchte nicht, dass anderen Menschen, die ihm viel bedeuten, etwas zustößt. Shane, Fabians alter Freund und Kollege, ist der Ruhepol. Er vertraut auf Great Spirit und auf die Zeichen der Geister.



    Fazit


    Ein gelungener Roman, der nicht nur die Weiten Kanadas näher bringt, sondern auch zeigt, was Geschwisterliebe und Freundschaft bewirken kann.



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Serena ist 26 Jahre alt und lebt in Berlin. Als ihr Bruder Fabian sie anruft, weil er in Schwierigkeiten steckt und ihre Hilfe benötigt, reist Serena nach Nordamerika. Dort trifft sie sich mit dem Indianer Shane Storm Hawk, einem guten Freund ihres Bruders, der Serena bei ihrer Suche nach Fabian unterstützen will. So machen sich die beiden auf den Weg, allerdings stellen sie schon bald fest, dass sie von gefährlichen Leuten verfolgt werden.
    Auf ihrer gemeinsamen Reise weiht Shane Serena in die indianische Kultur ein. Anfangs noch skeptisch merkt Serena schnell, dass einige Dinge zwar nicht erklärbar sind, dennoch sie und Shane bei ihren Unternehmungen beschützen. Serena verfällt der traumhaften Landschaft und der Natur, entwickelt aber auch zunehmend Gefühle für Shane. Werden sie Fabian finden und der Gefahr entfliehen können?


    Sanna Seven Deers hat mit ihrem Roman „Das Geheimnis des Felskojoten“ ein sehr schönes Buch vorgelegt. Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, man steigt direkt in die Geschichte ein und kann sich nur schwer davon lösen. Die Seiten fliegen regelrecht durch die Finger. Die Protagonisten Serena und Shane sind beide sehr sympathisch dargestellt, man bangt und hofft mit den beiden auf ihrer gemeinsamen Suche.


    Die Landschaftsbeschreibungen und auch die Einführung in bestimmte Riten der indianischen Kultur sind so liebevoll und detailliert, dass man die Liebe der Autorin zu ihrem kanadischen Heimatland direkt spüren kann. Auch die indianische Lebensweise, die Gedankenwelt, die Sitten und Gebräuche sind ihr sehr wichtig und werden dementsprechend gewürdigt.


    Ein schönes Buch für Kopfkinoreisen in ein fernes Land, eine schöne Liebesgeschichte und eine spannende Verfolgung. Was kann man sich als Leser mehr wünschen?


    Verdiente :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: !

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Dimitri Csaba war auf der Flucht. Sie waren ihm auf den Fersen. Vor drei Jahren hätte er Mitarbeiter der Firma werden sollen, doch als er sah, was sie taten, weigerte er sich. Und nur, weil er in ein Kloster eingetreten war, hatten sie ihn in Ruhe gelassen. Doch so konnte er nicht mehr weitermachen: Wissen, was diese Firma tat, und nichts dagegen tun, nein er konnte es nicht mehr. Geboren war er als Fabian Eckehard, im Kloster war er zu Bruder Simeon geworden. Jetzt im Moment hieß er Dimitri Csaba, doch nicht mehr lange. Er warf den Pass weg und sah sich seinen neuen an: Michael Hall stand da neben seinem Bild. Doch bevor er weiterreiste, hatte er noch etwas zu tun…
    Serena Eckehard war freiberufliche Fotografin, und gerade von einem Auftrag nach Hause gekommen. Auf der Couch liegend las sie gerade in einer Zeitschrift als das Telefon klingelte. Es war ihr Bruder Fabian, der ihr sagte, dass er nicht mehr im Kloster sei, und weiter, dass er etwas gegen diese Verbrechen tun müsse, die die Leute begehen, die ihn damals anheuern wollten. Und dann war das Gespräch weg. Sie rief im Kloster an, er war tatsächlich weg. Dann rief sie im Haus ihrer Eltern an, doch für sie war Fabian damals gestorben, als er seine Karriere gegen eine Mönchskutte getauscht hatte. Serena wollte Fabian helfen, und sie sah sich die wenigen Habseligkeiten, die sie von ihm noch hatte, durch. Im Adressbuch fand sie die Telefonnummer von Shane Storm Hawk, einem Freund und ehemaligen Mitarbeiter Fabians. Ihn rief sie an. Als dieser nach Hause kam, rief er zurück, und Serena fragte ihn nach Fabian. Ob er wisse, wo er sei, oder wo er sein könnte.
    Dennis Newmann arbeitete für die besagte Fima und hatte den Auftrag, Fabian zu fangen. Auch hatte er den Telefonanschluss von Serena überwacht und wusste daher, dass sie nach Nordamerika fliegen wollte. Die Verfolgung begann.
    Shane Storm Hawk hatte Serena einen Ort genannt, wo er mit Fabian einmal gewesen war, ein heiliger Ort der Indianer. Denn Shane Storm Hawk war ein Blackfoot-Indianer, allerdings nur zur Hälfte, also ein Halbblut. Als er einen Brief Fabians erhielt, in dem dieser sich quasi verabschiedete, sah er sich gezwungen, Serena an dem Ort zu finden und mit ihr gemeinsam seinen Freund zu suchen. Sie fuhren von einem heiligen Ort zum anderen. Bemerkten die Verfolgung, schüttelten sie ab, wurden wieder verfolgt…
    Können die Beiden die Verfolger endlich abschütteln und werden sie Fabian finden? Werden sie ihm helfen können? Wird er sich überhaupt helfen lassen? Und wird Serena ihr Glück finden?
    Das Buch ist mäßig spannend geschrieben. Man kann es leicht und flüssig lesen, der Schreibstil ist nicht schlecht. Man erfährt einiges über die Mythen der Indianer. Allerdings ist es teilweise etwas unrealistisch. Trotzdem habe ich es sehr schnell gelesen, denn ich wollte unbedingt wissen wie es weitergeht, wie es endet. Das Buch hat mir gut gefallen, drei von fünf Sternen.

    Liebe Grüße
    Lerchie



    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Meine Meinung:


    Mit Hilfe der Kojoten


    Vom Cover her habe ich eine süße, bezaubernde Liebesgeschichte mit viel Natur und auch Kojotenbezug erwartet. Der Klappentext hat zusätzlich Spannung durch eine abenteuerliche Verfolgungsjagd und böse Machenschaften unseriöser Konzerne versprochen. Und genau das bekommt man hier auch. Zwar teils auf eine klischeehafte Art und Weise, aber man bekommt es. ;)


    Der Halb-Bigfoot Indianer Shane und die Deutsche Serena geraten auf der Suche nach Serenas Bruder Fabian in wirklich brenzlige Situationen, denn schon bald merken sie, dass sie verfolgt werden, und mit ihren Verfolgern nicht gut Kirschen essen ist.
    Das Flüchten hat sich gar nicht als so leicht gestaltet, wie ich anfangs angenommen hatte, als ich die Gauner zu Beginn kennengelernt habe. Erst dachte ich nämlich: Ja, die sind vielleicht bis auf die Zähne bewaffnet, dafür aber auch nicht die hellsten Köpfe.^^
    Trotzdem: in das, was diese Männer da verstrickt sind, und was Serena und Shane schlussendlich über sie herausgefunden haben, ist an Skrupel- und Herzlosigkeit wohl nicht zu übertreffen!


    Die wunderschönen Beschreibungen der Flora und Fauna, das Wissenswerte über die Geistwesen (Spirits), die Indianer und das Leben derselben, eine liebliche, langsam erblühende Liebe und immer wieder der zwischenzeitlich auftauchende Kojote, machen dieses Buch zu einem wunderbar kurzweiligen und abgerundeten Leseerlebnis.
    Dass das Ganze ein bisschen klischeehaft war, war bei dieser Form der Unterhaltung zu erwarten und sollte, bei einer Zwischendurch-Lektüre wie dieser hier, auch nicht weiter stören.


    5 Sterne möchte ich vergeben!

  • Zuviel des Guten


    Das Buch versprach nach der Leseprobe eine nette Lektüre. Sollte es doch um eine Geschichte mit Liebe, Abenteuer und Mystik der Indianer gehen. Mit dem Lesen war ich zügig durch, es handelte sich um sogenannte "leichte Kost", und ich kann sagen, dass dies auch alles vorhanden ist. Doch leider fiel mir die Rezension nicht so leicht. Das Ergebnis der Lektüre lässt sich wie folgt zusammenfassen: Liebe - recht gut, Abenteuer - nicht gut genug und Mystik - zu viel des Guten. Dazu später genauer, erst einmal etwas zum Inhalt.


    Serena ist 26 und hatte immer ein gutes Verhältnis zu ihrem älteren Bruder Fabian. Bis zu dem Zeitpunkt als dieser von heute auf morgen ins Kloster geht. Nach einem Anruf stellt sich heraus, dass Fabian das Kloster verlassen hat und sich in Nordamerika auf der Flucht befindet. Vor seinem Klosteraufenthalt war der junge und talentierte Physiker nämlich in Konflikt mit einem großen Konzern geraten, der ihn zur Vertuschung seiner Machenschaften aus dem Weg räumen lassen wollte und das immer noch will. Serena begibt sich sofort auf die Suche nach ihrem Bruder, trifft auf seinen Freund, den Indianer Shane Storm Hawk und ist mitten drin im Geschehen. Verfolgt von Fabians Gegnern wird sie von Shane begleitet und unterstützt, und auch die Liebe lässt nicht lange auf sich warten.


    Denn dass Serena und Shane ein Paar werden, ist im Grunde von Anfang an klar. Dies ist alles recht gut und angenehm beschrieben. Eine Entwicklung ist zumindest zu erkennen, und dankbarerweise fallen die beiden nicht gleich beim ersten Treffen übereinander her.


    Gelungen sind im Großen und Ganzen auch die Beschreibungen der Natur, da entstehen anschauliche Bilder im Kopf, sowie die der indianischen Bräuche. Allerdings wird immerzu vom "Great Spirit" gesprochen und ständig taucht der Felskojote auf, ob in natura oder in Träumen.


    Serena und Shane geraten wiederholt in irgendwelche Gefahren, die aber eher spannungslos beschrieben werden. Für mich jedenfalls war es nicht gut genug. Abenteuer müssen einen vom Hocker hauen, da muss man mitfiebern und -bangen. Das konnte ich hier nicht.


    Ganz unglaubwürdig wird es dann, als Serena zum ersten Mal in ihrem Leben aufs Pferd steigt. Nicht nur, dass sie ihre Höhenangst überwindet und einen steilen Berg hinaufreitet. Das mag vielleicht noch angehen. Nein, sie scheint ein wahrhaftiges Naturtalent (das ist wohl so, wenn man aussieht wie eine Indianerin) zu sein und schafft es, sich im schnellen Galopp (ich rede hier also nicht von einem in der Reitersprache sogenannten normalen Arbeitsgalopp) auf dem Pferd zu halten...


    Und immer kommt ihnen der Zufall oder "Great Spirit" zur Hilfe. Ich bin ja offen für Mystik (auch als Atheistin), doch das war einfach zu viel des Guten. Besondere Momente sind vielleicht noch die mit der Großmutter von Shane, die die Schwitzhüttenzeromonie durchführt und die einen ungewöhnlichen Hund besitzt, der allerdings - wie sollte es anders sein - ebenfalls vom Großen Geist geleitet wird.


    Als oberflächlich empfinde ich auch die Figurenzeichnung. Es werden zwar Aussehen und ebenso ein paar Charaktereigenschaften beschrieben, doch insgesamt bleiben alle Personen farblos. Etwas mehr Tiefe wäre von Vorteil gewesen, um mit den Figuren mitfühlen zu können. So sind die Guten gut, und die Bösen sind böse. Wobei wir bei den Gegenspielern sind. Da gibt es einen Chef und zwei Handlanger, die mir mit ihrem ständigen "Boss" total auf die Nerven gingen, so tumb wie sie dargestellt wurden. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass jemand noch so spricht. Irgendwie kam ich mir beim Lesen vor wie in einem Gangsterfilm der Zwanziger Jahre, als die Ganoven ebenfalls in schwarzen Anzügen herumliefen und den Finger locker am Maschinengewehr hatten. Ein bisschen wie "Manche mögen's heiß" oder noch besser wie Henk und Abdul aus "Knocking on Heavens Door". Nur dass Moritz Bleibtreu wahrscheinlich wesentlich besser aussieht...


    Übrigens richtig heroisch wird es zum Schluss natürlich auch, doch davon verrate ich hier nichts. Insgesamt passt es zum Geschehen und hat mich nicht wirklich überrascht.