Michel Bergmann - Herr Klee und Herr Feld

  • Inhalt:
    Frankfurt am Main, heute. Die Brüder Moritz (77) und Alfred Kleefeld (75) wohnen zusammen in einer Gründerzeitvilla. Alfred ist Schauspieler und nennt sich »Freddy Clay«. Karriere hat er nie gemacht. Moritz dagegen ist emeritierter Professor für Psychologie. Alfred ist ein Snob und ein Hypochonder, Moritz nur ein Hypochonder. Beide versuchen, sich mit eingebildeten Leiden zu überbieten. Als die langjährige Hausdame Frau Stöcklein schließlich entnervt kündigt, schreiben die Brüder die Stelle aus. Vierzehn Bewerberinnen später scheint mit Zamira endlich die Richtige gefunden. Doch schon bald kommt es zu ersten Reibereien, denn die neue Haushälterin ist nicht nur jung und bildhübsch, sondern auch Palästinenserin. Und während Moritz und Alfred stellvertretend für die israelische Regierung jede Menge verbaler Prügel einstecken müssen, wird Zamira klar, dass es in diesem Haushalt um weit mehr als ums Kochen, Putzen und Waschen geht nämlich um die Liebe, das Leben und den Tod.
    (Quelle: Verlagsseite)


    Der Autor:
    Michel Bergmann wurde als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in der Schweiz geboren. Nach einigen Jahren in Paris ziehen die Eltern nach Frankfurt am Main. Bergmann absolvierte eine Ausbildung bei der Frankfurter Rundschau, wird er freier Journalist, später Autor, Regisseur und Produzent; er verfasst Drehbücher für Film und Fernsehen.
    (Quelle: Verlagsseite)


    Mein Eindruck:
    Der Roman "Herr Klee und Herr Feld" ist der dritte Band von Michel Bergmanns Trilogie (Band 1: Die Teilacher, Band 2: Machloikes)
    Alfred Kleefeld, noch jung in "Die Teilacher", ist nun ein alter Mann in den siebziger Jahren. Gemeinsam mit seinem Bruder Moritz lebt er in einer alten Frankfurter Villa aus der Gründerzeit. Alfred hat ein Leben als wenig erfolgreicher Schauspieler hinter sich; Moritz war Professor für Psychologie. Moritz war verheiratet mit der inzwischen verstorbenen Fanny. Beide Brüder sind kinderlos geblieben. Um nicht alleine zu sein, hat Alfred das Angebot angenommen, von Rom zu Moritz in die Villa zu ziehen.
    Moritz hält sich mehr oder weniger an die jüdischen Traditionen, führt einen koscheren Haushalt - Alfred sieht es lockerer.
    Sowohl Alfred als auch Moritz pflegen ihre Marotten. Alfred widersteht den Erziehungsversuchen seines Bruders.
    Als ihre Haushälterin Frau Stöcklein kündigt, müssen sie eine neue Hilfe suchen und geben eine Zeitungsannonce auf. Es meldet sich ausgerechnet eine junge Palästinenserin, Zamira.
    Doch die anfänglichen Bedenken verflüchtigen sich. Die Drei verstehen sich gut und die beiden Herren bemühen sich sehr um Zamira.
    Dennoch ganz ohne Spannungen geht es nicht zu unter den Dreien. Gemeinsames Sehen der Nachrichten führt zu Diskussionen über die israelische Politik.


    Michel Bergmanns Roman lässt sich flüssig und amüsant lesen. Interessant ist die Darstellung von jüdischer und palästinensischer Sichtweise, wenn auch in vereinfachter Form. Weitere Denkanstöße lässt der Autor mit einfließen, sei es die Beschneidung oder die Kreuzzüge.
    Ich habe den Roman gerne gelesen, doch scheint er mir von der Trilogie der schwächste zu sein.

  • Danke Conor für die schöne Rezi!
    Nach den Teilachern und Machloikes war natürlich auch für mich der dritte Band der Trilogie ein Muß. :D
    Alfreds und Moritz kleinere Streitereien brachten mich oft zum Schmunzeln, denn beide haben ihre Marotten. Mit dem Auszug der Haushälterin Frau Stöcklein kommt frischer Wind durch Zamira ins Haus. Die Brüder fühlen sich wieder verjüngt und es kommt sogar zu kleineren Eifersüchteleien, aber Zamira hat beide charmant im Griff, und erweist sich auch als gute Köchin. Zamira sucht und findet ein Zuhause. Dennoch gibt es Spannungen, Meinungsverschiedenheiten aus denen sie aber auch lernen. Und für mich öffnet sich eine neue Sichtweise - Israel, eine Lebensversicherung für alle Juden.
    Die zurückliegenden Jahre ohne einander werden beleuchtet so z.B. Moritz Ehe mit Fanny und Alfreds Werdegang als Schauspieler.
    Ein wunderbar erzählter Roman mit Nahrung zum Nachdenken. Ich stimme Conor zu vielleicht der schwächste der Trilogie, aber ich finde dafür auch der menschlichste, berührendste. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: Naomi J. Williams, Die letzten Entdecker









    Bücher sind die Hüllen der Weisheit, bestickt mit den Perlen des Wortes.

  • Ich habe das Buch vor geraumer Zeit geschenkt bekommen und lese es derzeit. Ich hoffe, es entgeht mir nicht allzuviel vom Verständnis her, wenn ich es vor den beiden anderen "Teilacher-Büchern" lese? Soweit ich das bisher (ich bin noch am Anfang) beurteilen kann, knüpft es nur lose an?

  • @ beedaddy:
    Man kann diesen dritten Teil sicher unabhängig lesen; aber besser wäre es wohl, wenn man die ersten beiden Bände schon gelesen hat. Die Figuren entwickeln sich ja.
    Vielleicht holst du ja die beiden Bände noch nach. :wink: Lesenswert sind sie jedenfalls.