Jess Jochimsen - Liebespaare, bitte hier küssen!

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  • Klappentext:
    Obskure Schilder, Bestattungs-Discounter, Matratzen-Outlets, heruntergekommene Kleingärten, verfallene Werkstätten, fragwürdige Tanzlokale - Jess Jochimsen fängt die Welt entlang der Ausfallstraßen ein. Auf seinem Streifzug durchs städtische Hinterland fördert er Groteskes, Schillerndes, unfreiwillig Komisches, Schauriges und Schönes aus den Vororten zutage.
    In 140 Farbfotografien und zwei Dutzend Gedankensplittern zeigt Jess Jochimsen nicht den Selbstdarstellungsglamour der Zentren, sondern die »trotzige Würde« der Speckgürtel. Eine satirische Liebeserklärung an die abgewandte Seite der Städte.
    (von der Verlagsseite kopiert)


    Zum Autor:
    Jess Jochimsen, 1970 in München geboren, lebt als Autor und Kabarettist in Freiburg. Seit 1992 tritt er auf allen bekannten deutschsprachigen Bühnen auf. Von 2003 - 11 drei Duo-Programme mit dem Freiburger Sänger und Musiker Sascha Bendiks, daneben kontinuierliche Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kabarettisten Andreas Thiel, sowie mit dem Kölner Musiker und Komponisten Alexander Paeffgen. (von der Verlagsseite kopiert)


    Allgemeine Informationen:
    Untertitel: Eine fotografische Spurensuche im städtischen Hinterland.
    Fotodrucke und gelegentlich ein paar Zeilen des Autors, im Anhang Bildnachweis und Danksagung. Ohne Seitenzahlen.
    Nach „DanebenLeben“ (2007) das zweite Buch des Autors mit Fotos aus dem Hinterland der Städte.


    Eigene Meinung / Bewertung:
    Ist es wirklich so einfach? Man geht mit offenen Augen durch die Welt, findet hier das Merkwürdige, dort das Absonderliche und fotografiert. Man veröffentlicht die Fotosammlung, den Rest besorgen aufmerksame und interessierte Leser, die auf Streifzügen ähnliche Fotos knipsen und dem Autor zuschicken, bis er Material für ein weiteres Buch hat.


    Bastian Sick hat nach den Dativ-Genitiv-Büchern dieses Konzept erfolgreich umgesetzt, ebenso wie Jochimsen mit diesem zweiten Band seiner Fundstücke.


    Der Unterschied der beiden: Sick betrachtet in erster Linie sprachliche Ausrutscher, orthografische Fehler und amüsante Wortverbindungen. Jochimsen stellt Zusammenhänge dar, triste Mauern mit witzigen Schildern oder Aufschriften, komische Plakate an unpassenden Stellen, scheinbar widersprüchliche Kollagen abseits der Straße. Nicht immer erschließt sich der Witz auf den ersten Blick, man sollte also länger hinschauen.


    Die im Klappentext „Gedankensplitter“ genannten Zeilen des Autors beziehen sich eher selten auf das Foto daneben; sie gleichen Bonmots oder Kürzestgeschichten, und gerne würde man davon mehr lesen als nur die zwei Dutzend.


    Fazit:
    Ein Buch, mit dem man sich eine Stunde gut amüsiert, und das man in Gesellschaft gern herumreicht.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



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