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Georgette Heyer: Ein Mord mit stumpfer Waffe

Ein Mord mit stumpfer Waffe

3.5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Band 4 der

Verlag: beTHRILLED by Bastei Entertainment

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 264

eISBN: 9783732543243

Termin: November 2017

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  • Kurzbeschreibung
    Superintendent Hannasyde bekommt es mit einem Doppelmord zu tun: Offensichtlich wurden beide Opfer mit einem stumpfen Gegenstand getötet, doch während der eine Tote aus den besseren, wohlhabenden Kreisen stammt, handelt es sich bei dem anderen um einen kleinen Ganoven. Gemeinsam ist ihnen nur, daß sie für ihren unmoralischen Lebenswandel bekannt waren. Hannasyde, der große Psychologe, muß zu höchst eigenwilligen Mitteln greifen. Ein spannender Klassiker von der Großmeisterin des gepflegen Kriminalromans.




    Meine Meinung
    Ernest Fletcher liegt tot in seinem Arbeitszimmer. Erschlagen mit einer stumpfen Waffe. Doch wer sollte das dem respektierten Mann antun? Superintendent Hannasyde stellt schnell fest, das der Tote diverse Frauen kannte. Sein Neffe hatte Geldprobleme und sowohl seine letzte Angebete als auch deren Ehemann haben ein Motiv.


    "Ein Mord mit stumpfer Waffe" ist der erste Krimi von Georgette Heyer, den ich gelesen habe. Ihre Historicals schätze ich sehr, aber da ich ab und zu auch mal einen klassischen Krimi mag, musste ich irgendwann auch mal ihre Krimis testen. Das es sich bei diesem hier um den vierten Teil einer Serie handelt, hat mich zwar nicht sonderlich gestört, aber bei der Frage des Whodunnit ziemlich effektvoll auf die falsche Fährte geführt.


    Die Charaktere sind herrlich überzeichnet. Da gibt es den Neffen, dessen Schulden nun mit einem Schlag weg sind. Allerdings macht sich der junge Mann nichts aus Geld. Im Gegenteil, er findet den Gedanken an Geld entsetzlich anstrengend. Und so macht er sich leichtlebig einen Spaß daraus, die Polizei zu verwirren und auf falsche Fährten zu locken. Oder Mrs. North, die zwar mit dem Ermordeten befreundet war, aber das war ganz harmlos, sagt sie. Dummerweise hatte der Mann Schuldscheine, die sie zu gerne wieder haben möchte, ohne das ihr Mann davon erfährt. Ihr Mann wiederum hat ein handfestes Motiv und kein Alibi. Mrs. North Schwester ist Kriminalschriftstellerin und findet das ganze aus beruflicher Sicht schon sehr spannend.


    Auch die Polizisten selber sind sehr unterschiedlich. Superintendent Hannasyde und Inspector Hemingway ermitteln fleißig in alle Richtungen, kommen aber dem Täter nicht näher. Unterstützt werden sie dabei von Constable Glass – einem sehr ernsten Mann, der Mitglied einer strenggläubigen Sekte ist und vor allem Hemingway mit seinen Bibelzitaten zur Weißglut treibt:

    Zitat

    “Siehe, dies ist der Mann, der seines Lebens Kraft nicht in dem Herren sah, sondern auf seinen Reichtum baute.” verkündetete er düster. (Seite 6)

    8-[
    Neben den skurrilen und überzeichneten Charakteren fand ich auch die bissigen Dialoge großartig. Es wird nach Herzenslust gestritten, Geständnisse werden gemacht und widerrufen, Verdächtigungen ausgesprochen und zurück gezogen. Dazu kommt noch die Atmosphäre der 1930er Jahre und Ermittlungen, die fast nur mit Köpfchen und Scharfsinn durchgeführt wurden.


    Etwas ermüdend fand ich aber die ständigen Diskussionen um die Uhrzeiten, in der verschiedene Zeugen (oder Tatverdächtige) in dem Arbeitszimmer gesehen wurden. Dadurch, das die Aussagen immer wieder geändert werden, müssen Hannasyde & Hemingway immer wieder die Abläufe der Mordnacht von neuem durchgehen. Für mich eher mäßig spannend.


    Fazit: Ein eher gemütlicher Vintage Krimi mit grandiosen Dialogen und Charakteren. Nicht wirklich spannend, aber sehr unterhaltsam – ich habe gerade die ersten drei Teile der Reihe bestellt. :uups:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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