Koji Suzuki - Dark Water

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  • Titel der Originalausgabe: Dark Water


    Inhalt:
    Die zweiundsiebzig Jahre alte Kayo geht jeden Tag die gleiche Strecke spazieren: von Kamoi bis zum Kap Kannon an der östlichen Spitze der Miura-Halbinsel und wieder zurück. Sie genießt die Aussicht auf die Bucht von Tokio. Immer, wenn ihre Enkelin Yuko zu Besuch ist, begleitet diese ihre Oma auf ihrem Spaziergang. Yuko liebt die Gruselgeschichten, die Kayo erzählen kann, sehr. Zu jedem Treibgut, das angeschwemmt wird, erfindet Kayo eine Geschichte und sie kennt eine Menge Geschichten. Seit sie vor zwanzig Jahren selbst einmal ein besonderes Fundstück gefunden hat, denkt sie sich diese Geschichten aus.
    Z.B. die Geschichte von Yoshimi, die, alleinerziehend, mit ihrer kleinen Tochter Ikuko in einer alten Mietskaserne mit Blick auf die Bucht von Tokio lebt. Als Ikuko eines Tages Feuerwerk abbrennen möchte, steigen Mutter und Tochter aufs Dach, um dies dort gefahrlos zu tun. Dort finden sie eine billige rote Kindertasche mit Spielzeug drinnen und geben sie beim Hausmeister ab. Mysteriös ist nur, dass Ikuko das einzige Kind ist, das in diesem Gebäude lebt. Eine Familie, die auch eine kleine Tochter hatte, ist vor ca. 1 1/2 Jahren, nach einem tragischen Vorfall weggezogen. Yoshimi möchte mehr darüber wissen und das wird sie fast um den Verstand bringen.
    Oder die Geschichte von dem Fischer Hiroyuki, der morgens aufwacht und feststellen muss, dass seine Frau nicht da ist. Sie ist einfach verschwunden und der Fischer, ein unzufriedener Mann, der seine Familie schlecht behandelt, sucht sie auf einem Spaziergang mit seinem Sohn - ohne Erfolg. Erst an seinem nächsten Arbeitstag kommt ihm die Erleuchtung..........eine schockierende Erleuchtung.


    Das Buch von Koji Suzuki ist zwar als Roman betitelt und benutzt als roten Faden Wasser und die Bucht von Tokio, doch es handelt sich um sieben Kurzgeschichten, die für sich alleine stehen:
    Dunkles Wasser
    Die einsame Insel
    Strafe
    Traumschiff
    Die Flaschenpost
    Wassertheater
    Der unterirdische See


    Vervollständigt werden die Geschichten von einem Prolog und einem Epilog, die als Rahmen für die Erzählungen gelten.



    Meinung:
    Koji Suzuki ist vor allem durch seine "The Ring"-Bücher bekannt geworden. In diesem Buch " Dark Water", etwas irrtümlich als Roman betitelt, zeigt er, dass er auch hervorragende Kurzgeschichten schreiben kann. Besonders die erste Geschichte " Dunkles Wasser" hat mir sehr gut gefallen. Suzuki lässt den Leser mit der jungen Mutter leiden, die nach und nach hinter die Geschichte mit der roten Kindertasche kommt. Aber auch die anderen Erzählungen sind lesenswert. Es handelt sich nicht direkt um Geistergeschichten, wie man das von seinen "The Ring-Büchern" kennt, sondern um Episoden, in denen Menschen ein besonderes Erlebnis haben oder in groteske, beängstigende Situationen geraten: durch einen Ausflug, durch eine Bemerkung eines Freundes oder durch einen alkoholbedingten Blackout. Man hat Koji Suzuki den "japanischen Stephen King" genannt. Diese Vergleiche mag ich nicht besonders, da nun einmal jeder Autor seinen eigenen Stil hat (oder haben sollte), doch konkurieren kann er mit ihm. Deshalb bekommt dieses Buch mit Kurzgeschichten von mir vier Sterne.

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