Anthologie - Der Fotograf des Unsichtbaren und andere phantastische Erzählungen

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  • Eine ISBN- Nummer gibt es nicht.
    Klappentext:
    Wie Modesto Orgullio, der hoffnungslos unbegabte Bildreporter einer Madrider Wochenillustrierten, während des Karnevals das Foto seines Lebens schießt, indem er das "Unsichtbare" auf die Platte bannt; wie der Amateurphysiker Smirny Strom aus Hufeisen erzeugt, die er in einer Kerzenflamme erwärmt; wie es unter zwanzig Doppelgängern, die in der Abgeschiedenheit eines Marslaboratoriums an wissenschaftlichen Problemen des Hyperraums arbeiten, zu einer Mordserie kommt; wie sich das sensationelle Unsterlichkeitselixier Sempiternin unter den Händen der Bürokratie zu einem Werkzeug der Manipulation verwandelt - von diesen und anderen denkwürdigen Begebenheiten ist die Rede in der vorliegenden Anthologie. Sie stellt vierzehn Autoren aus sieben eropäischen sozialistischen Ländern mit Erzählungen vor, die zur Science Fiction und ihren Grenzbereichen gehören und das Thema Mensch und Maschine, technisch-wissenschaftlicher Fortschritt und Zukunft der Menschheit teils ernst, teils heiter, teils ironisch, teils sarkastisch abhandeln. Auf diese Weise ist für eine abwechslungsreiche Lektüre gesorgt, die dem Leser nicht nur spannende Unterhaltung bietet, sondern ihn auch zum Mit- und Weiterdenken anregt.


    Inhalt:
    Wladimir Sawtschenko - Der Algorithmus des Erfolges
    Zwei Ingenieure der Produktionsabteilung des Instituts für Rechentechnik versuchen, anhand eines verhassten Vorgesetzten einen Algorithmus des Erfolges zu erstellen. Natürlich mit Komplikationen!


    Alexander Shitinski - Der Brumm-Effekt
    Ein Amateurphysiker fordert die Herren der Wissenschaft heraus. Ihm gelingt es, mit Hilfe eines über der Kerze erwärmten Hufeisens, Strom zu erzeugen und so einige andere wundersame Dinge auch noch.


    Stanislaw Lem - Die Maske
    Eine außergewöhnliche Geschichte über eine junge Frau (oder auch nicht!), die auf eine Person angesetzt wird.


    Marek Pakcinski - Das Duell
    Um die Einsamkeit zu verkraften, hat ein Praktikant, der alleine auf einem isolierten Posten im Weltraum arbeiten muss, einen Phantomator zur Verfügung, der ihm andere Welten suggeriert. Doch es läuft etwas schief.


    Jana Moravcová - Grüner Kümmel
    Besuch aus dem All (?) und die Reaktion der Mitmenschen darauf.


    Jaroslav Veis - Vom Ursprung der Hoskovec-Hunde
    Herr Hoskovec beherrscht das Klonen und sucht eine "Freiwillige".


    Gyula Hernádi - RNS, Paradoxon und Homo prothesiensis
    In RNS gelingt es einem Chemieingenieur das Wissen einiger Nobelpreisträger und anderer schlauer Köpfe sich selbst zuzuführen - leider muss er sie dafür töten.
    In Paradoxon versucht F., durch einen Raumflug, den Altersunterschied zwischen seiner Angebeteten und sich zu verändern.
    In Homo prothesiensis macht der Satz "Jetzt lebe ich im gefilterten Morgen des Gestern" der Unsterblichkeit ein Ende.


    Lajos Mesterházi - Sempiternin
    Ein Unsterblichkeitselexier - aber eben nicht für jeden und rechtzeitig.


    Jossif Perez - Das Ende der achten Basis
    Wie klärt man einen Mord an einem Menschen auf, den es noch neunzehnmal gibt?


    Swetosar Slatarow - Der Fall Proteus
    Auf einem "Urlaubsplaneten" gibt es einen Fall von einem Angriff eines Roboters auf einen Menschen.
    War der Roboter im Recht?


    Vladimir Colin - Der Fotograf des Unsichtbaren
    Verlierer bleiben Verlierer, auch, wenn sie etwas Unsichtbares auf die Platte bekommen.


    Gheorghe Sasarman - Motopia
    Eine Horrorwelt, in der die künstlichen Menschen herrschen.....und essen.


    Antun Soljan - Das Schiff in der Flasche
    Das besondere Flaschenschiff in einem Museum und der Blick von der anderen Seite.


    Alojz Majetic - Männerlogik
    Tricks der Außerirdischen zur Erhaltung ihrer Rasse.


    Meinung:
    Ich lese Anthologien recht gerne, da sie die Möglichkeit bieten, Autoren, die man bisher noch nicht kannte, neu für sich zu entdecken. In dieser Anthologie war mir nur der Name Stanislaw Lem bekannt und seine Erzählung ist eine der besten in diesem Buch. Doch auch die Erzählungen von Alexander Shitinski, Gyula Hernádi und Swetosar Slatarow haben mir sehr gut gefallen. Allerdings dürfte es schwer sein, viel mehr Lesestoff von ihnen zu bekommen, da sie relativ unbekannt sind und es nicht viele Übersetzungen gibt. Diese Anthologie war ein gutes "Sammelsurium" phantastischer Geschichten und hat mir angenehme Lesestunden verschafft.

  • Vielen Dank für diese Vorstellung und Deine Meinung, morgensternchen!


    Ich musste etwas stutzen als ich las:


    Eine ISBN- Nummer gibt es nicht.
    Klappentext:5;;;°in der vorliegenden Anthologie. Sie stellt vierzehn Autoren aus sieben eropäischen sozialistischen Ländern mit Erzählungen vor, die zur Science Fiction und ihren Grenzbereichen gehören und das Thema Mensch und Maschine, technisch-wissenschaftlicher Fortschritt und Zukunft der Menschheit teils ernst, teils heiter, teils ironisch, teils sarkastisch abhandeln.


    Dazu könnte/müsste man dann vielleicht sagen, dass es sich also um ein Buch handelt, dass vor dem Fall des Eisernen Vorhangs 1978 in der DDR gedruckt worden ist. Wie auch in manch anderen Anthologien bezog man eher Schriftsteller aus den sozialistischen Bruderländern in solche Anthologien mit ein.
    Im Bereich der Phantastik, den von Dir angesprochenen Grenzbereichen, hat man in diesen Ländern teils sehr gute Sachen geschrieben...

    Elisabeth de Fontenay - Gaspard de la nuit: autobiographie de mon frère

    G.B. über ihre Schwangerschaft und die ersten Jahre ihres Kindes (limitierte Privatausgabe)

    Alexander Schmemann - Les fondements de la culture russe (Die Grundlagen der russischen Kultur)


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

  • @ tom leo
    Danke für den Zusatz die Jahreszahl des Erscheinens betreffend.
    Ich finde auch, dass es in den damaligen "sozialistischen Bruderländern" im phantasischen Bereich richtig gute Geschichten gab bzw. gibt. Aus diesem Grund stöbere ich oft unter dem Stichwort "Verlag Volk und Welt Berlin". Andrzej Sapkowski, der zu meinen Lieblingsautoren in diesem Genre gehört, stammt aus Polen.
    LG
    morgensternchen

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