Monika Kubach: Gut gelaufen, Thisbe! Ida Obersteyns Tagebuch 2011

  • Buchdetails

    Titel: Gut gelaufen, Thisbe!


    Verlag: Books on Demand

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 168

    ISBN: 9783844818918

    Termin: Februar 2012

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  • Inhaltsangabe zu "Gut gelaufen, Thisbe!"

    Eine Satire für Freunde, Bekannte und Neugierige. Das fiktive Tagebuch einer Mutter von sechs Kindern, die anscheinend in einer Amateur-Langzeitstudie beweisen möchte, dass Kinder auch ohne Erziehung wachsen, wenn man sie regelmäßig und ausreichend mit Tiefkühlpizza füttert. Wer nach dem Niveau dieses Buchs suchen möchte, dem empfehle ich den Keller. Presslufthammer und Schaufel nicht vergessen! Aus einem Interview mit Ida Obersteyn vom 13.2.2012: „(…) Als Mutter von sechs Kindern bin ich natürlich automatisch eine Multitasking-Expertin. Anders könnte man eine so große Familie auch gar nicht so erfolgreich managen. Ich kann zum Beispiel gleichzeitig die Spülmaschine laufen lassen, mit einer Freundin telefonieren, auf ein Paket warten, die Wäsche trocknen, die Fertigpizza im Ofen backen, unsere große Tochter beim Putzen beaufsichtigen und den Zwillingen über die Köpfchen streichen, wenn sie an mir vorbeirennen. Mein Mann kann immer nur eine Sache auf einmal. Männer sind eben vom Mars und wir Frauen vom Vesuv. (…)“
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  • Das Tagebuch des „Grauens“!
    Ei der Daus, Dus un Düwel, das Grauen auf Erden hat sich manifestiert. In Gestalt der Ida Obersteyn, Berichterstatterin dieser in Tagebuchform konzipierten Satire, versteht die Autorin Monika Kubach bis ins kleinste unerträgliche Detail die Essenz prolliger Gesinnung aufzuzeigen. „Ich persönlich finde ja, dass Taschenbücher im Regal nicht viel hermachen, und man braucht auch so viele von ihnen, bis es voll ist.“
    Dementsprechend war meine Gegenreaktion gewissermaßen vorprogrammiert. Sowie ich die ersten Auszüge aus Obersteyns „geistloser Haltung“ (das Pendant zu „Geisteshaltung“) ins Auge gefasst hatte, rebellierte mein Intellekt gegen ihren horizontlosen Weltentwurf und ich musste zu Lasten der Prinzipien einen inneren Kampf ausfechten. Danach erst sah ich mich befähigt, dieses an und für sich gelungene geistige Armutszeugnis erneut zur Hand zu nehmen und mit der Lektüre fortzufahren. Denn eine Satire nach solch einem Konzept – so extrem nah an der Wirklichkeit – erweist sich auf längere Sicht als äußerst schwer verdaulich, und einzig der Unterstrom der Ironie, den die Autorin sämtlichen Eintragungen zugrunde legt, vermag die Klumpen aus geballter Ignoranz und das darin enthaltene „Unwesen“ zu zersetzen. Indem Monika Kubach die in Obersteyns Oberstübchen – und parallel dazu in vielen deutschen Wohnstuben – Verblödung als Reigen überaus banaler Alltagssituationen festhält, möchte sie den Konsumenten von Fertigpizza, RTL2 und Doppelkorn keineswegs einen Spiegel vorhalten oder ihnen gar ein Denkmal setzen. Weit gefehlt. Zu einer ernstzunehmenden Reflexion ob der eigenen Beschränktheit wären per se die wenigsten imstande, vielmehr führt Kubach via Ida Obersteyn Buch über Zustände und Missstände an den Gemeinplätzen der sozialen Unterschicht. Sie dringt mit ironischer, doppeldeutiger Belichtung treffsicher in die Dunkelkammern der Republik, und was dabei portionsweise zutage gefördert wird, bereitet gleichermaßen eine Menge Spaß und ein Übermaß an Abscheu. Denn das Niveau der Texte ist umso niedriger, je abrupter das Grauen der darin innewohnenden Wahrheit dem Leser hochkommt. Somit muss ich augenzwinkernd eine abschließende Warnung meiner Kritik hintanstellen: Lesen auf eigene Gefahr – der Intellekt haftet für seine Aussetzer!


    Peter Pitsch