J.K. Rowling: Ein Plötzlicher Todesfall / The Casual Vacancy

Anzeige

  • Nun habe ich es auch endlich geschafft das Buch fertig zu lesen. Hier nun meine Rezenssion :



    Klappentext:




    Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?




    Als Barry Fairbrother stirbt wird ein Sitz im Gemeinderat frei, woraufhin sich mehrere Gemeindemitglieder zur Wahl aufstellen lassen. Gleichzeitig wird man in verschiedene Geschichten, über die verschiedensten Familien und Charaktere geführt. Jeder hat seine eigene Geschichte und doch sind alle irgendwie miteinander verbunden. Mit der Zeit tun sich immer mehr Abgründe über verschiede Charaktere auf. Die dann auch Stück für Stück, durch Intriegen ans Licht kommen, was dann wiederum die Wahl mit beeinflusst…




    Als erstes: man kann das Buch natürlich nicht mit den Harry Potter Büchern vergleichen.




    Für mich war es zu Anfang ein wenig schwierig mich in die Geschichte einzufinden, da sehr viele Charaktere darin vorkommen. Aber wenn man erst einmal drin ist, wird man von der Geschichte mitgerissen, denn sie ist sehr spannend und fesselnd. Man kann zu allen Charakteren eine Verbindung aufbauen.




    Mein Fazit: Ich konnte mich voll und ganz für das Buch begeistern und kann es nur weiterempfehlen.



    Mein Bücherblog

  • Das klingt ja sehr beruhigend, Gott sei Dank. Bei mir liegt es auch noch im Regal und wartet darauf, gelesen zu werden und ich war mir bisher etwas unsicher, weil man doch sehr viele unterschiedliche Meinungen über das Buch schon gehört/gelesen hat. Also herzlichen Dank für die positive Meinung. Da bekomm ich jetzt richtig Lust auf das Buch :applause:

    So etwas wie moralische oder unmoralische Bücher gibt es nicht. Bücher sind gut oder schlecht geschrieben. Weiter nichts.
    ~Oscar Wilde~


    :study: Chris Colfer - Land of Stories Bd. 1

    :study: Holly Bourne - Elfenkrone

    :musik: Diana Gabaldon - Das flammende Kreuz

  • Was hat Miss Rowling mir doch schöne Stunden beschert. Gut, es ist lange her und ich war damals jünger. Trotzdem mag ich auch heute noch ihren Stil.
    Ich hoffe wirklich sehr, dass es ihr mit diesem Buch gelungen ist einmal mehr ihre Qualitäten (in einem total ungewohnten Genre) unter Beweis zu stellen.


    Danke für diese Rezension. Ich setze "Ein plötzlicher Todesfall" mal auf meine Wunschliste :)

  • Als erstes: man kann das Buch natürlich nicht mit den Harry Potter Büchern vergleichen

    Das war für mich der Hauptgrund, dieses Buch zu kaufen. Mit Harry Potter kann ich nämlich gar nichts anfangen, aber der Plot dieses Buches klingt sehr interessant. Intrigen, Abgründe hinter den Fassaden einer scheinbaren Kleinstadtidylle. Aber wahrscheinlich dauert es noch, bis ich mich dem Buch widmen kann. Da wartet noch ein Stapel aus der Bücherei auf mich, aber ich bin schon sehr gespannt. :D

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

  • J.K. Rowling: Ein Plötzlicher Todesfall/The Casual Vacancy

    Und das gleiche Cover fürs Original, musste dieses Hörbuch nehmen, da beim Taschenbuch kein Cover sondern ein Foto von Rowlings zu sehen ist. Aber seht doch auch hier.
    http://www.amazon.de/s/?_encod…earch-alias=english-books

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • In definitiv un-potter-iger Weise schaut JKR in ihrem ersten Buch nach HP hinter die Fassade eines idyllischen Kleinstädtchens. Es ist einer dieser malerischen Orte, durch die man im Urlaub bewundernden Blickes streift und sich wünscht, dort zu wohnen, weil die Welt da noch so wunderbar in Ordnung zu sein scheint mit den Blumenampeln an den Häusern und dem kleinen Feinkostladen, in dem jeder jeden kennt. Aber weit gefehlt.


    Der unerwartete Tod eines Gemeinderates bringt eine Kette von Ereignissen ins Rollen. Natürlich werfen gleich mehrere Kandidaten unterschiedlichster Motivation und politischer Einstellung ihren Hut in den Ring, als es darum geht, einen Nachfolger für Barry Fairbrother zu finden. Von dieser Nachbesetzung hängt möglicherweise die Zukunft der "Fields", einer heruntergekommenen Siedlung am Rande von Pagford ab, deren Zugehörigkeit zu Pagford bzw. der Nachbargemeinde immer wieder die Gemüter erhitzt.


    Doch das ist nicht das einzige, was sich nach Fairbrothers Tod in Pagford bewegt. Anonyme Verleumdungen im Internetforum des Gemeinderates sorgen für zusätzliche Aufregung, und natürlich müssen Barrys Familie, Freunde und Bekannte mit ihrer Trauer zurechtkommen.


    Fairbrothers tödliche Hirnblutung ist der Ausgangspunkt für diese Studie der modernen britischen Gesellschaft, die Rowling mit scharfem Blick und sehr viel Einfühlungsvermögen in ihre Charaktere gezeichnet hat. Eine Fülle verschiedenster Personen kommen ins Spiel, deren Leben eng mit Pagford und miteinander verflochten sind. Mir hat es großen Spaß gemacht, zu sehen, wie sich nach und nach die Querverbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten enthüllen und welche heftigen Gefühle oft gerade in den nach außen hin abgeklärten, coolen Menschen stecken.


    Die Darstellung der Figuren fand ich sehr glaubhaft und realistisch, quer durch die Gesellschaftsschichten und Altersklassen - die Nöte und Probleme von Teenagern sind genauso großartig eingefangen wie die Sorgen ihrer Eltern, die sich ganz allmählich einschleichende Desillusionierung eines Paares in mittleren Jahren, häusliche Gewalt, Drogenprobleme, dysfunktionale Familien und Liebesbeziehungen oder auch das krampfhafte Aufrechterhalten einer perfekten Fassade.


    Es ist relativ schwer, das Buch irgendwie zusammenzufassen oder in einer Rezension auf einzelne Aspekte einzugehen, weil die Autorin sehr viel hineingepackt hat, aber sie hat es geschafft, den Roman damit nicht zu überfrachten, sondern stets alle Fäden in der Hand zu behalten und sie zu einem regelrecht dramatischen und überraschenden Finale zusammenzuführen. Am Ende habe ich sogar einige Tränen vergossen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Als bekannt wurde, dass J.K. Rowling nach dem Abschluss ihrer Harry Potter- Reihe ein neues Buch schreibt, habe ich mich riesig gefreut. Die Tatsache, dass es dieses Mal ein Buch für Erwachsene sein sollte, tat meiner Freude keinen großen Abbruch. Als es dann hieß, es soll eine Art Krimi sein, schraubte ich meine Erwartungen dann aber doch ein bisschen zurück, denn im Normalfall sind derartige Bücher nicht mein Fall. Dass sich „Ein plötzlicher Todesfall“ jedoch als eine riesengroße Enttäuschung entpuppen würde, damit hatte ich nicht gerechnet.


    Auf fast 600 Seiten erzählt J.K. Rowling die Geschichte von Barry Fairbrother, einem Ehemann und Vater von vier Kindern, der direkt zu Beginn des Buches stirbt. Danach entbrennt ein erbitterter Kampf um seinen Sitz im Gemeinderat, der schmutziger nicht sein könnte. Wie schmutzig er wird, malt man sich in seinen kühnsten Träumen nicht aus. Bereits nach wenigen Seiten hat man das Gefühl, die Menschen in Pagfort hassten jeden außer sich selbst, auch ihre Partner und Kinder, und wird dieses Gefühl bis zur letzten Seite nicht wieder los. Es wimmelt nur so von egoistischen, selbstverliebten Menschen, die nur ihren eigenen Vorteil im Kopf haben und für ihr persönliches Glück über Leichen gehen. Sympathieträger gibt es kaum und man gönnt sich gegenseitig nicht die Butter auf dem Brot. Eltern werfen ihren Kindern Worte wie „Abschaum“, „Pickelfresse“, „Schwuchtel“ oder „kleiner Bastard“ an den Kopf und Rowling beschränkt sich dabei erschreckender Weise nicht auf einen oder zwei Charaktere, die so mit ihrer Familie umgehen. Bis auf einige wenige Ausnahmen ist ein derartiger Ton in den Familien Pagforts an der Tagesordnung, ebenso wie körperliche Gewalt. Die Kinder stehen ihren Eltern allerdings in nichts nach, was ich aufgrund des Verhaltens der Eltern manchmal jedoch sogar nachvollziehbar fand.


    Auch die Geschichte ist geprägt von Egoismus und Selbstbeweihräucherung. Es geht immer nur darum, wer sich selbst wie am besten und die anderen schlechter dastehen lassen kann. Ansonsten passiert leider nicht viel Spannendes. Erst auf den letzten 50 Seiten erlebt die Handlung einen Höhepunkt, der das Buch allerdings zu einem wenig zufriedenstellenden Ende bringt. Trotzdem war ich irgendwie froh, als es vorbei war.


    Mit diesem zähen, vor Egoismus und Neid strotzenden Buch, dessen sympathischste Figur bereits am Anfang stirbt, hat Joanne K. Rowling zumindest mir als eigentlich großem Fan keine Freude gemacht. Ich bin froh, es gelesen und mir eine eigene Meinung gebildet zu haben, viel Spaß hatte ich jedoch nicht dabei. Zum Glück hat Rowling bereits siebenfach bewiesen, dass sie es so viel besser kann!

  • So, nun habe ich diesen Titel auch gelesen. Zu Inahlt usw. möchte ich nicht auch noch etwas sagen, da dies schon zu Genüge geschehen ist. Das Buch ist erschreckend pessimistisch in Bezug auf die menschliche Natur - besonders, wenn man es mit den Harry-Potter-Büchern vergleicht, die im Schnitt deutlich mehr positive Charaktere beinhalten.
    Aber es ist auch eine sehr realistische Studie über das Leben in Kleinstädten, die in der Angst vor der Eingemeindung und in Konkurrenz zu anderen Gemeinden liegen und der Menschen, die in solchen Umfeldern aufwachsen. Dabei erwartet man als Harry-Potter-Fan vielleicht, dass einige Dinge sich irgendwie regeln

    , was aber im heftigsten Realismus eben nicht geschieht.


    Menschen sind so, wie sie hier beschrieben werden - aber zum Glück nicht alle. Es gibt viel mehr Barrys in meiner Erfahrung als in diesem Buch, sogar in Kleinstädten. Aber "Ein plötzlicher Todesfall" zeigt, wie auf kleinem Raum Geltungssucht und Bequemlichkeit von einer Katastrophe zur nächsten führen können und ist damit auch eine gute Mahnung immer wieder die eigene bessere Natur zu bemühen.


    Alles in Allem lesenswert - auch wegen der Sprache, die immer wieder überrascht und erfreut.

  • Klappentext:


    Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?


    Über die Autorin:


    J.K. Rowling ist die Autorin der Harry Potter-Bücher, die zwischen 1998 und 2007 bei Carlsen erschienen sind und im deutschsprachigen Raum über 30 Millionen Mal verkauft wurden. Weltweit wurden ihre Bücher in 74 Sprachen übersetzt und haben über 450 Millionen Leser gefunden. J. K. Rowling, die mit zahlreichen Literatur-Preisen, wie z. B. dem Hans-Christian-Andersen-Preis, ausgezeichnet wurde, unterstützt über ihre Stiftung Volant zahlreiche gemeinnützige Projekte.


    Allgemeines zum Buch:


    "Ein plötzlicher Todesfall" umfasst 576 Seiten und gliedert sich in sieben Teile mit einer Vielzahl an Kapiteln, Unterkapiteln und Abschnitten.


    Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist im September 2012 als Hardcover mit Schutzumschlag im Carlsen Verlag erschienen. Die Originalausgabe erschien ebenfalls im September 2012 unter dem Titel "A Casual Vacancy". Übersetzt aus dem Englischen wurde das Buch von Susanne Aeckerle und Marion Balkenhol.


    Meine Meinung zum Buch:


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist der erste Roman, den J.K. Rowling für Erwachsene geschrieben hat. Und nach Lesen des Buches steht fest, dass es sich tatsächlich auch nur für erwachsene Leser eignet. Während die Bücher rund um den Zauberlehrling Harry Potter Jung und Alt zu begeistern vermochten, ist das neueste Werk der Autorin so offensichtlich "erwachsen", das es ihm fast auf die Stirn geschrieben steht. Das fängt bei dem sehr erwachsenen Klappentext an und hört bei dem ebenso erwachsenen Schreibstil auf. Vergeblich sucht man hier nach zauberhaften Details, nach einem verträumten Schloss oder niedlichen Kinderscherzen. In "Ein plötzlicher Todesfall" geht es ernst zu. Todernst. Und es wird geflucht, mit Schimpfwörtern um sich geschmissen und Beleidigungen ausgeteilt.


    "Ein plötzlicher Todesfall" erzählt von einer Vielzahl an Einzelschicksalen, deren Leben durch den plötzlichen Tod von Gemeinderatsmitglied Barry Fairbrother völlig auf den Kopf gestellt wird. Das Buch erzählt von Konflikten, die schon lange unterschwellig schwelten und nun voller Wucht an die Oberfläche dringen. Es gibt Einblicke in das Seelenleben von Teenagern, die völlig auf sich allein gestellt sind und schon viel zu früh Verantwortung übernehmen müssen. Langjährige Ehen werden auf den Prüfstand gestellt und Gewalt wird ebenso thematisiert wie Drogenprobleme. J.K. Rowling wirft einen Blick hinter die Fassade eines idyllischen Kleinstadtlebens und holt dabei so manche Intrige und Gemeinheit ans Tageslicht. Dabei beweist sie ein scharfsinniges Gespür für Details und baut ein feines Netz an Verbindungen zwischen den einzelnen Protagonisten auf.


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist kein Buch, dessen Handlung als schön zu bezeichnen wäre. Im Gegenteil: Diese ist erschreckend und stellenweise einfach nur grausam. Es gibt keine freudigen oder liebevollen Momente. Die Autorin konzentriert sich völlig darauf, die Abgründe der Gesellschaft darzustellen. Und das gelingt ihr auch. Aber wirkliches Vergnügen bereitet sie ihren Lesern damit nicht. Es ist höchstens die Faszination am Schrecklichen, die dazu bringt, das Buch weiterzulesen. Irgendwie schafft es J.K. Rowling doch, eine gewisse Faszination für die Charaktere zu erschaffen. So schlimm das Buch auch ist, man will doch wissen, wie es endet.


    Mein Fazit:


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist definitiv ein Buch für Erwachsene!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Danke für die Rezi, gaensebluemche. Ich war schon gespannt, wie deine Meinung zu diesem Buch ausfallen wird, habe tatsächlich auch mit diesem nüchternen Urteil gerechnet und nach 200 gelesenen Seiten kann ich dir mit folgenden Zeilen vollkommen zustimmen:

    "Ein plötzlicher Todesfall" ist kein Buch, dessen Handlung als schön zu bezeichnen wäre. Im Gegenteil: Diese ist erschreckend und stellenweise einfach nur grausam. Es gibt keine freudigen oder liebevollen Momente. Die Autorin konzentriert sich völlig darauf, die Abgründe der Gesellschaft darzustellen. Und das gelingt ihr auch. Aber wirkliches Vergnügen bereitet sie ihren Lesern damit nicht. Es ist höchstens die Faszination am Schrecklichen, die dazu bringt, das Buch weiterzulesen. Irgendwie schafft es J.K. Rowling doch, eine gewisse Faszination für die Charaktere zu erschaffen. So schlimm das Buch auch ist, man will doch wissen, wie es endet.

    Aber mal abwarten, trotz dieser teilweise krassen Einblicke in die Probleme der Familien und Menschen in Pagford oder gerade deswegen möchte ich gerne wissen, wie es weitergeht und bisher finde ich das Buch trotz der deprissiven Stimmung eigendlich ganz gut.

    "Neue Bücher rochen nach Druckerschwärze, nach Leim, nach Erwartungen. Alte Bücher dufteten nach Abenteuern, ihren eigenen und jenen, von denen sie erzählten. Und gute Bücher verströmten ein Aroma, in dem das alles steckte, und dazu noch ein Hauch von Magie."
    Kai Meyer


  • @ Engel:


    Ja, genau das ist es ja: Das Buch ist eigentlich ganz gut, obwohl es nicht besonders schön ist. :scratch:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Meiner Meinung nach ein wirklich sehr gutes Buch. Absolut authentisch, denn dieser Roman kennt keine Helden, sondern nur Charaktere wie Du und Ich, direkt aus dem Leben gegriffen, die alle nachvollziehbare Ecken und Kanten haben - und Fehler machen. Vor allem der Schluss ist mehr als nachvollziehbar, ziemlich rigoros und hat mich durchaus überzeugt.


    Ich war ja eher skeptisch, was ihre Schreibe betrifft; war schon der Potter-Harry nicht zu 100% meins. Trotzdem hatte ich ihn gern gelesen. Aber "Ein plötzlicher Todesfall" hat mich aus den Latschen katapultiert; ein dermaßen realistisches Sozialbuch habe ich selten gelesen. Die einzige durchweg "positive Figur" stirbt auf Seite 3. Die Menschen werden dadurch mit sich selbst konfrontiert und machen teilweise wirklich erschreckende Entwicklungen durch.


    Bitte mehr davon, Frau Rowling! :thumleft:

  • Ich persönlich würde Barry Fairbrother nicht als "durchweg positiv" beschreiben. Für mich macht es den Eindruck, als habe er sich wirklich mehr um Krystal und die Gemeinde gekümmert und seine Frau nicht genügend unterstützt oder beachtet.


    Anfangs hatte ich ehrlich gesagt Probleme in die Handlung hineinzufinden und mir zu merken wer denn als Familie zusammengehört. Teilweise war für mich die Handlung an der Grenze zum langweilig werden. Das hat sich erst ca. im letzten Drittel geändert. Da wurde es dann spannend/interessant.
    Teilweise musste ich über die Teenager auch schmunzeln. Jeder einzelne Charakter hat sein Päckchen zu tragen. Die Männer sind (bis auf Vikram, den ich als positiv und angenehm empfunden habe) absolut keine Traumtypen, die Frauen richtige Tratschweiber die anscheinend ihren Ehemännern alles recht machen wollen. Zumindest stecken da einige zurück um den Familiensegen nicht zu zerstören.
    Bei manchen Dingen hatte auch ich eine andere Reaktion verschiedener Personen erwartet und manchmal wirklich darauf gehofft aber es würde einfach nicht in dieses Buch passen, wenn alles so laufen würde, wie man das aus Happy-End Geschichten gewöhnt ist.


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist wirklich kein 0815 Roman der komplett aus dem Leben gegriffen ist. Im Gegenteil.
    Von mir gibts :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: , :bewertungHalb: .

  • Ich habe mir auch schon überlegt das Buch zu holen doch ich bin zuerst zurück geschreckt da die meisten Autoren eine gute Reihe/Buch rausbringen und der Rest nicht mehr gut ist aber jetzt werde ich es mir wohl auch kaufen :D

  • Also ich lese das Buch gerade und bin noch etwas unsicher was ich davon halten soll. Okay ich habe noch nicht mal die Hälfte geschafft (Dabei lese ich schon ziemlich lange dran. Das zeigt auch ein bisschen mein Desinteresse) aber irgendwie fehlt mir bisher der Handlungsstrang. Da sind abertausende von Charaktere, bei denen es mir schwer fällt sie auseinander zu halten. Und dann dachte ich eigentlich, dass es um einen Mordfall geht (okay ich gebe es zu, ich habe mich vorher nicht wirklich über das Buch informiert und es war ein Geschenk). Beenden werde ich das Buch auf jeden Fall, aber fesseln tut es mich leider nicht :(

  • Es ist sehr schwer, in Worte zu fassen, was ich in Bezug auf diese Geschichte empfinde. Die Messlatte lag für die Autorin auf Grund ihrer weltbekannten "Harry Potter"-Reihe jedoch schon sehr hoch. Und ich fand es sogar ziemlich gut als ich gehört habe, dass dieses Mal etwas völlig anderes veröffentlicht wird als ihre bisherigen Bücher. Wollte man wirklich den schon im Vornherein zum Scheitern verursachten Versuch, ein zweites Harry Potter vorgesetzt zu bekommen? Also, ich nicht.


    "Ein plötzlicher Todesfall" ist ein sehr bedrückendes Buch, in dem man eigentlich überhaupt keine freudigen Ereignisse zu lesen bekommt. Ich komme selbst aus einer sehr kleinen Gemeinde und würde im Grunde genommen nicht mit der Großstadt tauschen wollen. Aber viele negative Faktoren findet man auch bei uns wieder und das ist genau der Teil, den ich am "Dorfleben" so verabscheue und von dem ich mich komplett heraushalte: Kumpanei, Vereinsmeierei, Klüngel, Wichtigtuerei, Vetternwirtschaft, Ratsch und Tratsch, gepaart mit Xenophobie und Konservatismus. Trotzdem denke ich, dass J.K. Rowling hier ein bisschen übertrieben hat und es in Wirklichkeit in kleinen Orten, Gemeinden, Städten nicht ganz so schlimm ist, wie sie es dargestellt hat. Einiges fand ich zu überspitzt: das "authentische" Verhalten von Fats oder die Boygroup-Schwärmerei von Samantha beispielsweise. Ich denke auch nicht, dass man zuviel hineininterpretieren sollte und die Autorin kein pauschales Urteil oder eine Anklage über Kleinstädte abgeben wollte, sondern einfach eine Geschichte über ein aus den Fugen geratenes Städtchen geschrieben hat.


    Ich bin allerdings nicht der Meinung wie viele hier, dass der verstorbene Barry Fairbrother der einzige positive Charakter war. Es gibt viele Charaktere, die nicht nur schwarz oder weiß sind, sondern sowohl gute als auch schlechte Charakterzüge in sich tragen. Ein Charakter wie Tessa ist für mich sogar ausschließlich positiv besetzt. Auch ihr Mann Colin war im Grunde ein guter Kerl, auch wenn er mit großen Problemen zu kämpfen hat. Aber auch Krystal, die trotz ihrer Herkunft versucht hat, das Beste zu machen; Andrew, der eigentlich wie ein normaler, verliebter Teenager gewirkt hat; die vom Leben enttäuschte Samantha oder die engagierte, aber etwas naive Kay stachen für mich positiv hervor und waren für mich Sympathieträger. Dann gab es aber auch so einige, die einen beim Lesen in vielerlei Hinsicht zur Weißglut getrieben haben. An erster Stelle stehen da für mich Shirley und Howard, selbstverständlich Simon, und ganz besonders Gavin, der sich eigentlich nur lächerlich gemacht hat.


    Es war streckenweise für mich nicht einfach zu lesen, vor allem zu Anfang als ich mich noch nicht an die ganzen verschiedenen Charaktere gewöhnt hatte. Langweilig wurde mir allerdings zu keiner Zeit. Es gibt zwar wenig Spektakuläres in dieser Geschichte, aber die Auswirkungen kleiner Dinge auf das Leben anderer Menschen und der Blick hinter die Fassaden scheinbarer Bilderbuchfamilien konnte mich gut unterhalten. Ich wollte eigentlich einen halben Stern mehr vergeben, bleibe aber nun doch bei "nur" :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

  • Zur Autorin


    Muss man zu ihr wirklich noch etwas sagen? Ich denke jeder, auch jene die Harry Potter nie gelesen haben, dürften den Namen J. K. Rowling schon einmal gehört haben. Ihre Harry Potter Romane wurden in über 74 Sprachen übersetzt und verkauften sich Millionen von Mal. Mit "Ein plötzlicher Todesfall" erschuf sie erstmals ein Werk nur für Erwachsene.


    Klapptext


    Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz um Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat.
    Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen - einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?


    Zum Inhalt und Aufbau des Buches


    In diesem Buch kann man sich inhaltsmäßig sehr einfach an seiner Aufteilung in Teile entlang hangeln. Das Buch besteht insgesamt auf Sieben Teilen. Diese werden ab der Mitte des Buches immer kürzer. Der Siebte und letzte Teil kann als Epilog angesehen werden.
    Im ersten Teil des Buches werden wir mit der aktuellen Situation im Pagford, seinen Bewohnern und dessen sozialen Umfeldern vertraut gemacht. Es gibt eine große Vielzahl von Charaktere.
    Ganz zu Beginn stirbt der Gemeinderatsvorsitzende Barry Fairbrother. Der Vater von vier Kindern fällt am Abend des 19. Hochzeittages vor dem Restaurant zu Boden und stirbt an Gehirnblutungen. Damit wird eine Lawine von Handlungsträngen eröffnet. Wobei das erste erkennbare Ziel des Buches nur die Wahl zum neuen Gemeinderat ist. Nach und nach wird durch die Vielzahl von Verstrickungen jedoch deutlich, dass die Wahl eigentlich nur Nebensächlich ist um einen Kleinkrieg auszufechten, wobei der größte Brennpunkt das angrenzende Fields ist, ein Gebiet von Sozialbauwohnungen. Ebenso die Standpunkte zur Erhaltung oder Aufgabe einer Drogenklinik werden thematisiert.
    Plötzlich tauchen auf der Internetseite der Gemeinde böse Anschuldigungen auf, die dafür sorgen, dass einige Kandidaten der Wahl geschwächt werden.


    Zu den Charakteren


    Insgesamt gibt es Sechs Familien im Buch denen die Haupt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Man kann dabei kaum nach Haupt- und Nebencharakteren sortieren, weil sie für die Verlauf des Buches alle zusammen gleich wichtig sind. Dazu zählen alt eingesessene Einwohner Pagfordes, Bewohner von Fields und Leute die neu nach Pagford gezogen sind. Sie alle geraten irgendwie aneinander wenn es um Fields geht. Die einen wollen dass Fields an einen anderen Zuständigkeitsbereich abgeschoben wird, während andere Fields in der Gemeinde behalten wollen. Zudem empfinden einige dass man aus dem Gebäude der Drogenklinik viel mehr Gewinn machen könnte, wenn sie den Pachtvertrag für das Gebäude nicht verlängern.
    Auf Grund der vielen Personen im Buch gibt es keine feste Perspektive. Von einem zum nächsten Kapitel landet man im Leben einer völlig anderen Person, die uns den weiteren Fortlauf der Geschichte aus seiner Sicht schildert. Wir bleiben das ganze Buch hinweg aber bei einer Er-/Sie-Erzählung.


    Meine Meinung


    Ich hoffe ich bin bis jetzt sehr Oberflächlich geblieben, denn zu viel wollte ich nicht veraten. Nach einem sehr guten ersten Teil, der einen Pagford und seine Bewohner nahebringt, konnte ich das Buch sehr gut als "gemütlich" bezeichnen. Die Charaktere fand ich in ihren unterschiedlichen Rollen und Funktionen völlig glaubwürdig und realistisch, auch wenn man über das Verhalten einiger oft nur den Kopf schütteln konnte. Insgesamt bekam ich den Eindruck, dass man die Charaktere auch überhaupt nicht mögen sollte. Ans Herz gewachsen sind mir persönlich allerdings Krystal, Tessa und Kay. Das Handeln und ihre Beweggründe fand ich an einigen Stellen sehr faszinierend.


    Leider muss ich sagen, dass das Buch Spannungsmäßig nach dem ersten Teil eine Weile durchhing. Immer wieder fragte ich mich: Warum muss ich das jetzt lesen? Wozu soll das gut sein?
    Ab dem Dritten Teil des Buches (Seitenmäßig auf der Hälfte) pakcte es mich dann aber doch gänzlich. Nachdem die erste Nachricht auf der Internetseite der Gemeinde erschien, schienen die teilweise unscheinbaren und unnötigen Handlungsstränge und Szenen von zuvor einen Sinn zu geben und fügten sich nach und nach wie ein Puzzel zusammen. Der Perspektivenwechsel durch die unterschiedlichen Charaktere des Buches machten das ganze dabei sehr dynamisch und hielten einen in Bewegeung! Anfänglich musste ich mich darin erst einfinden, aber so betrachtet war es einen sehr gute Weise die Geschichte zu erzählen.


    Das Ende des Buches fand ich etwas tragisch. Der Epilog (Teil Sieben des Buches) spiegelt aber auch noch mal ganz am Ende die tiefen Charakterzüge einiger Charaktere genau wieder und zeigt, dass es durchaus Menschen gibt die auf tragische Ereignisse reagieren und Konsequenzen für ihr Verhalten und ihr Engagement ziehen wie z.B. Samantha, während andere stumpf und sturr ihr Leben so weiter leben, als wäre überhaupt gar nichts passiert, wie z.B. Shirley.


    Abschließende Bewertung


    Die Charaktere erschienen mir realistisch und sehr gut ausgearbeitet. Leider hatte das Buch Spannungsmäßig im ersten Teil einen Druchhänger, konnte mich dann aber etwa ab der Mitte des Buches dann doch sehr fesseln. Daher gibt es von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: für ein Buch dass mich durchaus zum Nachdenken bringen konnte. Mich konnte Rowling mit ihrem ersten Buch für Erwachsene überzeugen.

  • Autorin:
    Joanne K. Rowling ist eine britische Schriftstellerin, die mit ihren Werken um den Zauberlehrling "Harry Potter" weltberühmt wurde. Die Mittelinitiale "K." fügte sie selbst hinzu, sie steht für den Vornamen ihrer Großmutter "Kathleen". Rowling ist mit ihren Werken die erste weltweit, die als Schriftstellerin zu Lebzeiten über eine Milliarde US-Dollar verdiente und setzt sich innerhalb der schottischen Mulitple-Sklerose-Gesellschaft für die Erforschung und Heilung dieser Krankheit ein, an der ihre Mutter starb, spendet selbst immer wieder Summen für verschiedene soziale Projekte. Auch politisch mischt sie sichein, übte mehrfach Kritik an den sozialpolitischen Plänen David Camerons und lobte den früheren Premierminister Gordon Brown, mit dem sie auch befreundet ist. Als Person des öffentlichen Lebens, gibt es einen Film über ihre Biografie, die oft auf "alleinerziehende Sozialhilfeempfängerin schreibt Bestseller" beschränkt wurde. In Deutschland ist ihre Geschichte in der Dokumentation "Die zauberhafte Geschichte der J. K. Rowling" erzählt worden. Auch die Filme zu der Fantasy-Reihe waren allesamt weltweit erfolgreich und zogen ein Millionen-Publikum in ihren Bann. Zuletzt schrieb sie ein politisches Märchen. "Ein plötzlicher Todesfall". Es ist ihr erster Roman für Erwachsene.


    Handlung:
    Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und
    dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt? J.K. Rowlings erster Roman für Erwachsene ist aufwühlend, berührend und spannend. Ein großer Roman über eine kleine Stadt von einer der besten Erzählerinnen der Welt.


    Rezension:
    Wer mich kennt, der weiß, dass, wenn es um Joanne K. Rowling geht, ich wohl mehr als eine große Macke habe. Ein ganzes eigenes Regalfach räume ich nur für die Harry-Potter-Bücher und die Zusatzbücher ein, dazu zwei englische Ausgaben, ein Zauberwörterbuch von Langenscheidt und ein Panini-Buch mit den Hogwarts-Brief zum Herausnehmen und den Steckbriefen von Dolores Umbridge. Dazu kommt eine selbst geschriebene Fanfiktion, die ich für mich habe als Buch binden lassen und ein Münzsatz der Zauberermünzen aus den Filmen. Schließlich muss ich ja irgendwo von leben können, wenn ich mich in die, von der Autorin geschaffenen, magische Welt hinein träume. Also erwartet jetzt bitte keinen neutralen und objektiven Bericht von mir, das klappt sowie so nicht.


    Wer einen Bestseller geschrieben hat, wird immer daran gemessen werden. Wer sieben Bestseller schreibt, der wird sich wohl kaum selbst noch steigern können, doch mit "Ein plötzlicher Todesfall" beweist Joanne K. Rowling, dass sie eben dieses, fast schon magische, Wunder vollbracht hat, wenn auch dieser Roman so ganz ohne Magie auskommen muss. Im fremden Genre einer Mischung aus Politthriller, Krimi und sehr harter Gesellschaftskritik bewegt sich die Autorin mit einen anderen
    Schreibstil als man es von ihr gewohnt ist. Eine teilweise sehr harte, gewöhnungsbedürftige und an manchen Stellen vulgäre Sprache, die wohl der Grund sein mag,für die viele Kritik, die sie für dieses Werk einstecken musste, die aber jederzeit die gewünschte Wirkung bei den geneigten Leser erzeugt. Doch, hier muss man sich erst einlesen. Die handelnden Protagonisten, es sind ziemlich viele, sind allein von ihrer Anzahl her und den vielfach verwobenen Beziehungen untereinander,
    zunächst sehr verwirrend. Wie die meisten großen Werke der Weltliteratur benötigt man auch hier so seine hundert bis hundertfünfzig Seiten, bis man vollends in die Geschichte hineinkommt und sich die Größe dieser Erzählung zeigt. Dann aber, wird es wundervoll, wenn auch die Geschichte ganz und gar nicht so positiv ist. Düster, bleiernd und schmutzig, so wie Politik eben ist, die hier das Grundgerüst darstellt, wobei es den Bewohnern von den beschriebenen Örtchen Pagfords eigentlich nur um die Besetzung eines freigewordenen Sitzes im provinziellen Gemeinderat geht, der aber richtungsentscheidend ist, für die weitere Entwicklung der Gemeinde. Die Figuren sind nicht so deutlich in Weiß und Schwarz, Gut und Böse eingeteilt, wie dies in den ersten Harry-Potter-Romanen durchaus der Fall ist, es gibt hier unzählige Schattierungen und immer zwei Seiten ein und der selben Medaille. Etwas, dass in "Harry Potter" oft genug fehlte, hier ist ein großes Plus (zumindest für mich, was aber nicht wenige Leser anders sehen).


    Das Cover ist gewollt unscheinbar, bis auf die Überschrift, die im Prinzip nur auf das Geschehen der ersten drei Seiten hinweist, ist nichts auffallendes daran und würde die Autorin nicht weltbekannt sein, würde dieser Roman wohl auch kaum gelesen werden. Zumindest nicht, wenn man die vielen Leser in Betracht zieht, die nur aufgrund der Umschlaggestaltung einkaufen, es sei denn, man mag das Schlichte und das Einfache. Der Inhalt ist ganz anders. Der ist eine explosive Mischung,
    die Zeile für Zeile bombenartig einschlägt und den Leser überrumpeln wird. Mit jeder Seite gewinnt dieses Buch an Fahrt und taucht ein, in dieses Örtchen, wo jeder jeden kennt oder zu kennen glaubt und begibt sich in eine Mischung aus Niedertracht und Misstrauen, aus Neid und Bewunderung, Liebe und Hass. Gegensätze scheinen die Spezialgebiete Rwolings zu sein, die es sogar schafft, den Umgang mit Lokalpolitik oder was man dafür hält, spannend zu beschreiben. Für jede Figur gilt hier "Nichts ist, wie es scheint.".


    Das alles, macht "Ein plötzlicher Todesfall" zu einen Juwel und zeigt, dass man Autoren, schreiben sie einmal ein Buch, nie in eine Schublade und auch nicht auf nur ein bestimmtes Genre festlegen sollte. Ein spezifisch deutsches Problem, was im angelsächsischen Raum viel lockerer und positiver gesehen wird. Mir hat dieses Werk jedenfalls gefallen. Ich bin begeistert, warne aber jeden, der einen neuen "Harry Potter" oder zumindest den dort gehaltenen Stil erwartet. Diese Leser werden
    enttäuscht sein, für alle anderen und auch solche, die mit "Harry Potter" überhaupt nichts anfangen können (Ja, ich weiß. Es klingt unfassbar, aber es muss offenbar ein paar ganz seltene Exemplare dieser Spezies Mensch geben.) sei dieser Roman wärmstens empfohlen.


    Dem Satz, der auf der Rückseite des Schutzumschlages gedruckt ist, kann ich nur zustimmen: Ein großer Roman über eine kleine Stadt von einer der besten Erzählerinnen der Welt.


    Euer fidibo.

  • Und das gleiche Cover fürs Original, musste dieses Hörbuch nehmen, da beim Taschenbuch kein Cover sondern ein Foto von Rowlings zu sehen ist.


    Jetzt funktioniert das Buch auch wieder.
    War ein Irrtum, funktioniert leider noch immer nicht.

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

Anzeige