Jesse Bullington - Vom Tode verwest

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  • Kurzbeschreibung (von amazon):


    Europa im 15. Jahrhundert. Die junge Awa gerät in den Bann eines uralten Nekromanten. Er zwingt sie, seine Schülerin zu werden, und belegt sie obendrein mit einem scheußlichen Fluch. Um sich von dem Zauber zu befreien, muss Awa ein mysteriöses Zauberbuch finden. Auf der Suche durchstreift sie eine finstere Welt, in der jeder nach Hexen wie ihr sucht. Für den Scheiterhaufen ...


    Zum Inhalt:


    Die junge Sklavin Awa tritt zusammen mit ihrer Herrin Omorose und dem Sklaven Halim die Reise nach Spanien an, da ihre Herrin als Austausch für die dort als Geisel gehaltene Tochter des maurischen Herrschers Boabdil gedacht ist. Unterwegs wird ihr Schiff von Piraten überfallen. Die drei können sich als einzige an Land retten, nur um kurz darauf spanischen Räubern in die Hände zu fallen, die sie in die Berge verschleppen. Während einer Übernachtung in einer Höhle werden die Reisenden von Untoten überfallen und Awa, Omorose und Halim werden zu einem auf dem Bergplateau hausenden Nekromanten gebracht. Dieser bildet Awa schließlich zur Nekromantin aus und belegt sie letztendlich mit einem Fluch. Um diesen brechen zu können, benötigt Awa ein Zauberbuch, allerdings weiß sie nicht, wo dieses sich befindet...


    Meine Meinung:

    Der Klappentext des Buches hörte sich für mich ganz interessant an und so war ich gespannt. Und um es gleich vorweg zu sagen: "Vom Tode verwest" ist eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe. Für mich ergab die ganze Geschichte keinerlei Sinn.


    Gleich zu Anfang fiel mir die doch recht derbe Ausdrucksweise des Autors auf. Das muss ja nun nicht unbedingt schlecht sein, wenn es zur Handlung und zu den Personen passt. Aber in zunehmendem Maße hat mich die vulgäre Ausdrucksweise dann nur noch genervt.


    Die handelnden Personen blieben für mich das ganze Buch hindurch sehr blass. Sicher war Awas Schicksal nicht so leicht, aber ich konnte ihre Handlungsweise einfach nicht nachvollziehen und so war es mir eigentlich egal, ob sie es nun schafft, diesen Fluch zu brechen oder nicht. Auch mit ihren beiden späteren Begleitern, Manuel und Monique, erging es mir genauso. Während ich anfangs noch dachte, dass Manuel eine interessante Figur sein könnte, wurde er mir im weiteren Verlauf immer unsympathischer und unglaubwürdiger. Und Monique, eine Söldnerin und spätere Bordellbetreiberin, mochte ich von Anfang an nicht. Die Tatsache, dass sie sich anscheinend nicht in normaler, sondern nur in derber, vulgärer Weise auszudrücken vermochte, war mir einfach irgendwann zuviel und das hat mich sehr gestört und letztlich dann einfach nur noch gelangweilt.


    Es gibt in dem Buch noch weitere Personen: Paracelsus, Vampire und eine geheimnisvolle Bestie. Doch auch, was deren Anwesenheit in dem Buch zu bedeuten hatte, ist mir vollkommen unklar geblieben.


    Ich bin kein so empfindlicher Leser, ich lese auch gerne mal ein Horror-Buch oder schaue mir Horror-Filme an, und da darf es dann ruhig auch ein bißchen brutaler und blutiger zugehen. Aber was hier beschrieben wurde, war mir dann doch zu viel, zumal es noch nicht mal so erzählt wurde, dass es irgendwie spannend oder gruselig gewirkt hätte.




    In der zweiten Hälfte war der Ekelfaktor dann zwar geringer, aber wirklich besser wurde das Buch dadurch nicht. Die Geschichte plätscherte irgendwie so vor sich hin, ohne dass irgendwann einmal wirkliche Spannung aufgekommen wäre. Irgendwie fehlte mir beim Lesen der berühmte rote Faden. Ich empfand die ganze Geschichte als eine willkürliche Aneinanderreihung von einzelnen Szenen, die Protagonisten reisen mehr oder weniger ziel- und planlos von einem Ort zum nächsten.


    Ich hätte das Buch auch gar nicht zu Ende gelesen, wenn es nicht ein Leserunden-Buch gewesen wäre. Aber so habe ich mich tapfer bis zum Ende durchgekämpft, und ich war noch nie so froh, ein Buch endlich, endlich zuklappen zu dürfen.


    "Vom Tode verwest" ist wahrscheinlich eines dieser Bücher, die man entweder super gut oder super schlecht findet. Bei mir war letzteres der Fall.


    Fazit:


    "Vom Tode verwest" ist, zumindest meiner Meinung nach, ein Buch ohne erkennbare Handlung. Der Sprachstil ist derb und auch sehr übertrieben vulgär, das hat mich beim Lesen in zunehmendem Maße gestört. Die Figuren sind blass, sie blieben mir durch das ganze Buch hindurch mehr oder weniger egal. Den beschriebenen Kannibalismus und die nekrophilen Szenen fand ich einfach nur eklig und abstoßend. Ich hatte das Buch gleich nach dem Lesen mit einem Stern bewertet, habe das aber im Nachhinein dann noch einmal korrigiert und es gibt von mir nur :bewertungHalb:

    "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können."
    (Aus "Die Herren von Winterfell" von George R. R. Martin)


    :study: "Auris - Die Frequenz des Todes" von Vincent Kliesch

  • Hier noch die Original-Ausgabe:

    "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können."
    (Aus "Die Herren von Winterfell" von George R. R. Martin)


    :study: "Auris - Die Frequenz des Todes" von Vincent Kliesch

  • Als ich den Titel gesehen habe, habe ich ehrlich gesagt mit einer Parodie gerechnet ... "Vom Tode verwest"??? Aua ... #-o Deiner Rezension nach zu urteilen scheint man ja wirklich nichts zu verpassen :wink:

    :study: John Steinbeck - East of Eden

    :study: Frank Witzel - Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

    :montag: Veronica Roth - Rat der Neun

    :musik: Claire North - Die vielen Leben des Harry August


    "There is freedom waiting for you, on the breezes of the sky, and you ask 'What if I fall?'
    Oh but my darling, what if you fly?"
    (Erin Hanson)

  • Deiner Rezension nach zu urteilen scheint man ja wirklich nichts zu verpassen :wink:

    Ja, ich denke, bei diesem Buch kann ich mit ruhigem Gewissen sagen, dass man wirklich nichts verpasst, wenn man es nicht liest. :lol:

    "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können."
    (Aus "Die Herren von Winterfell" von George R. R. Martin)


    :study: "Auris - Die Frequenz des Todes" von Vincent Kliesch

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