Chahdortt Djavann: Die Stumme

  • Kurzmeinung

    QuaestioFilius
    Tragisch, schmerzlich und emotional packend. Trauer und Wut einer 15-Jährigen gehen Hand in Hand. Ich bin überwältigt.

Anzeige

  • Chahdortt Djavann: Die Stumme


    Eine wahre Geschichte, die sehr bewegt.
    Fatemeh, ein 15jähriges Mädchen, schreibt aus einem Iraner Gefängnis heraus ihre Lebensgeschichte auf. Tagelang wird sie verhört, geschlagen und gefoltert. Sie weiß, dass sie bald sterben muss, aber sie will nicht, dass man sie und ihre Tante, die Stumme, vergisst.
    Ein sehr bewegendes Buch, welches zum Nachdenken über die Unterdrückung der Frauen und die Grausamkeiten in unserer heutigen Zeit in islamischen Ländern auffordert.
    (Quelle: amazon)



    Der Aufbau ist sehr einfach, und ist in Tagebuchform formuliert. Mit eindringlichen, klaren Worten beschreibt Fatemeh das Leben ihrer Tante, die nach einem traumatischen Erlebnis in der Kindheit kein Wort mehr spricht, und deshalb nur „Die Stumme“ genannt wird. Die Stumme lebt im Haushalt ihres Bruders und dessen Familie, und lebt ihr eigenes Leben, so gut es eben geht: sie trägt kein Kopftuch, schneidert ihre Kleidung selbst und erzieht die Kinder. Die unkonventionelle Tante wird von den Kindern, vor allem von der Erzählerin Fatemeh, abgöttisch geliebt. Das ist der Mutter der Kinder aber ein Dorn im Auge, und so beschließt sie, dass die Stumme heiraten soll. Einen geeigneten Kandidaten hat sie auch schon gefunden: einen erheblich älteren, streng religiösen Mullah, dessen dritte Ehefrau sie werden soll. Die Stumme (deren richtigen Namen wir nie erfahren) will aber lieber einen anderen Mann. Für eine islamisch erzogene Frau tut sie etwas Ungehöriges: sie wagt den ersten Schritt und erklärt dem jungen Mann ihre Liebe. Nach einer einzigen wunderbaren Liebesnacht werden sie entdeckt, und das Unglück nimmt seinen Lauf.


    Das Büchlein hat nur knapp 100 Seiten, und doch geht es mir nicht mehr aus dem Kopf. Auf jeder Seite habe ich die große Kraft und Wut der 15jährigen Erzählerin gespürt, die sich mit ihrem Schicksal nicht abfinden will. Wie ihre Tante will sie ihr Leben selbst bestimmen, jedoch sind ihr extreme religiöse und gesellschaftliche Beschränkungen auferlegt. Das möchte sie nicht hinnehmen. Das ist das, was ich nachvollziehen kann, und was mir an diesem Büchlein so gut gefällt. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und bin sehr angetan.


    Die Autorin Chahdortt Djavann (geb. 1967) ist in Frankreich vorallem als Sachbuchautorin und Journalistin bekannt. Sie ist seit der Kopftuch-Debatte als vielzitierte Islam-Expertin bekannt. Sie lebt in Paris.

    Nicht jeder, der das Wort ergreift, findet ergreifende Worte :-,


    (frei nach Topsy Küppers)


  • also irgendwie klappt das nicht :-?
    ich kann die ISBN nicht eintragen.
    also hier bitte:


    ISBN 978-3-442-31231-3.
    Goldmann Verlag

    Ich vermute, du schaust dir deinen Beitrag erst noch einmal in der Vorschau an? Dann ist die ISBN weg und du musst sie vor dem Absenden noch einmal eintragen.

    Gelesen in 2021: 4 - Gehört in 2021: 2 - SUB: 490


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Eine wahre Geschichte, die sehr bewegt.


    Ich habe gestern das Hörbuch zu Ende gehört und war ganz verdutzt, als dann die Anmerkungen vom Übersetzer kamen. Ich bin vorher gar nicht davon ausgegangen, daß das eine wahre Geschichte ist und finde auch irgendwie keine konkreten Aussagen dazu.
    Vor Allem müßte dann doch die Autorin als "Hrsg." angegeben werden, oder? :scratch:


    Nichtsdestotrotz war das eine sehr bewegende Geschichte, die einen so schnell nicht wieder los läßt.

Anzeige