James Herbert - Ash

  • Klappentext:


    Gelegen auf eine zerfurchten Klippe an der windgepeitschten Westküste Schottlands ist eine abgelegene, versteckte, alte Burg. Eine Burg, die Geheimnisse beinhaltet, die die Welt erschüttern würden, wenn sie jemals enthüllt würden.


    David Ash, Geisterjäger und Parapsychologe, wird dort hin geschickt um eine Reihe von bizarren Geistererscheinungen zu untersuchen, die zunehmend bedrohlicher und erschreckender werden: quellenfreie Geräusche, unerklärliche Verwesungsgerüche, das Abdunkeln der Beleuchtung, eiskalte Windzüge und Objekte, die in mysteriöser Weise durch die Luft fliegen.


    Aber nachdem ein Einwohner in seinem Zimmer gefunden wurde, tot und an die Wand geklebt mit seinem eigenen klebrigen Blut, wird dem Ermittler nur zu bewusst, dass eine mächtige und dunkle Kraft in den alten Wänden der Burg lauert; eine körperlose Kraft, genährt von dem Bösen, das diejenigen verübt haben, die diesen Rückzugspunkt namens Comraich Castle bewohnen, und entzündet an eine sehr alten Fluch.


    Es gibt andere, Menschen, Bösewichte mit schwarzen Seelen, die durch die Korridore und Querwege wandeln, berüchtigte Menschen, die von der Welt da draußen längst für tot gehalten werden. Aber ihre Stunde der Abrechnung rückt näher....


    James Herberts lange erwarteter, kontroverser neuer Roman ist eine hervorragende Leistung, eines seiner besten Werke, das sicherlich die Leserschaft rätseln lässt, was Fakt ist und was Fiktion.


    Eigene Beurteilung:


    Nun, der gute Mann klebt an seinem Blut bevor Ash die Burg erreicht. Tatsächlich ist er der Anlass, weswegen Ash durch einen Vertreter des "Inneren Gerichtshofs" - einer britischen Geheimgesellschaft - überhaupt angeworben wird. Dabei ist extreme Diskretion überaus wichtig, denn Comraich Castle scheint eine Art Spezialklinik für sehr reiche Menschen zu sein, die sehr auf Diskretion aus sind. Schnell - nach einem beinahe tödlich verlaufenem Hinflug - stellt Ash aber fest, dass die "Klienten" der Burg aus vertraglichen Gründen Dauergäste sind, die sich in der Welt da draußen gar nicht mehr sehen lassen können - und tatsächlich vor ihrer Ankunft oft ihren eigenen Tod vorgetäuscht haben. Die Namen - und das hinter ihnen stehende Geld - lassen bei Ash Zweifel daran aufkommen, dass er und die ortsansässige Psychologin, in die er sich Hals über Kopf verliebt, die Burg jemals lebend oder mit einem intakten Gedächtnis verlassen werden dürfen.


    Vom Grundkonzept sehr interessant und voller Bezüge auf reale gesellschaftliche, politische und finanzielle Skandale bis zurück zum Zweiten Weltkrieg ist dieser dritte Ash-Band zunächst ganz spannend zu lesen. Immer noch angeschlagen durch seine Erfahrungen in Haunted und in The Secret of Crickley Hall muss David Ash auch immer gegen seine eigenen inneren Dämonen kämpfen und gegen seine Skepsis in Bezug auf parapsychologische Erscheinungen.


    Im letzten Viertel des Buchs, in dem eigentlich aufgeklärt werden soll, kommen die Aufklärungen selbst ziemlich banal daher, während sich Ash auf der Flucht vor den Geistern und Bewohnern der Burg mit seinen Begleitern in allerlei gefährliche Situationen begeben muss, in denen die Beteiligten unsäglich banal und sich thematisch immer wieder wiederholende Dialoge liefern, die noch dazu von dauernden ähnlich repetitiven Gedankengängen abgelöst werden. Um es wie einen der im Buch genannten Whiskeys zu beurteilen: In der Blume ansprechend und im Mund komplex - aber im Abgang ziemlich enttäuschend mit einem eher nichtssagenden Nachgeschmack.