Max Bentow - Die Puppenmacherin

Die Puppenmacherin

4 von 5 Sternen bei 64 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 400

ISBN: 9783442480036

Termin: Februar 2014

  • Klappentext:


    Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines neuen Mordfalles gerufen wird, ist er zutiefst erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bietet: Der Täter hatte eine junge Frau in den Keller gelockt und sie dort auf ungeahnte Weise ermordet - ihr Körper ist erstarrt in einem monströsen Sarkophag aus getrocknetem Schaum. Bei seiner Recherche stößt Trojan auf einen Fall, der verblüffende Parallelen aufweist: Damals konnte die Puppenmacherin Josephin Maurer in letzter Sekunde aus einem Keller befreit werden, der Angreifer hatte bereits Spuren seiner makabren Handschrift auf ihrem Körper hinterlassen. Doch der als Täter identifizierte Karl Junker gilt inzwischen als tot - kann es sein, dass jemand ihn kopiert? Oder ist er doch noch am Leben, besessen davon, sein grausames Werk fortzusetzen? Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe, denn er ahnt, das der Mörder in einen Wahn verstrickt ist, der sich seiner Vorstellungskraft entzieht - und dass das Töten noch lange kein Ende hat ....


    Der Autor:


    Max Bentow wurde 1966 in Berlin geboren. Nach seinem Schauspielstudium war er an verschiedenen Bühnen als Schauspieler tätig. Für seine Arbeit als Dramatiker wurde er mit zahlreichen renommierten Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Mit "Der Federmann", dem ersten Kriminalroman um den Berliner Kommissar Nils Trojan, gelang Max Bentow auf Anhieb ein großer Erfolg und eine Platzierung unter den Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste.


    Thriller, 382 Seiten


    Meine Meinung:


    Zunächst einmal muss ich gestehen, dass ich von dem ersten Buch "Der Federmann" nicht mehr allzuviel in Erinnerung behalten habe. :pale: Und dabei gibt es in diesem Buch einige Anspielungen auf diesen Fall. Irgendwie war wohl auch die Psychologin Jana, mit der Nils Trojan eine Beziehung der etwas komplizierteren Art unterhält, in den Fall verwickelt. Ich weiß nur noch, es schwirrten einige Vögel durch die Geschichte (na ja, irgendwann waren sie dann nicht mehr zum Schwirren in der Lage) und einige bizarre Mordfälle gab es auch. Die gibt es auch hier wieder. Der Autor entwickelt eine tolle Vorstellungskraft im Ausdenken ungewöhnlicher Todesarten und dazu auch noch mit einem glaubwürdigen, wenn auch sehr gestörten Täter. Natürlich, normal ist der nicht. So soll es aber auch sein in einem Thriller, bei dem man sich gruseln und Einblicke in die gestörte Psyche eines Mörders nehmen will.


    Ganz oben auf der Abschussliste des Täters steht eigentlich die Puppenmacherin Josephin Maurer. Nach und nach werden einige Menschen, die ihr sehr nahe kommen, auf ungewöhnliche Weise eleminiert. Tatwaffe: mehrere Dosen Bauschaum, wie er zum Abdichten verwendet wird. Hier zum Abdichten einiger lebensnotwendiger Extremitäten, speziell Nase und Mundbereich, was die Atmung doch sehr erschwert, bzw. unmöglich macht. Zwar kommen nicht alle zu Tode, aber wer überlebt, ist nachher traumatisiert. Verständlich.


    Nachdem Nils Trojan erkennt, wer das eigentliche Ziel des Täters ist, verspricht er der Zielperson Josephin, sie zu beschützen. Was sich als nicht so einfach erweist und zum Schluss noch einmal seinen ganzen Einsatz erfordert. Und natürlich hat er auch weiterhin mit seinem ganz persönlichen Alptraum zu kämpfen. Er verdächtigt seinen eigenen Vater des Mordes an einer Nachbarin. Hier allerdings kann er sich nur auf verschwommene Kindheitserinnerungen berufen, die auch schon sehr weit zurückliegen. Das alles macht für ihn weiterhin eine Therapie, die er vor seinen Kollegen aber geheimhalten muss, unumgänglich. Mit der Therapeutin Jana Michels. Die dann auch noch im aktuellen Fall ein wenig mitmischt. Und ihre Beziehung zueinander wird immer intensiver und die Distanz zwischen Arzt/Patient kann wohl nicht mehr lange gewahrt werden.


    Man sieht, Beziehungskiste und Vergangenheitsbewältigung der Hauptperson Nils Trojan bieten noch so einiges an Entwicklungspotenzial. Der Autor entwickelt einen einfachen und rasanten Schreibstil. Man liest in einem Rutsch, aber man vergisst auch schnell wieder. Aber ich will jetzt nur von mir ausgehen und da finde ich, die Flüchtigkeit und irgendwie auch die Konturlosigkeit der handelnden Personen bewirken ein ebenso flüchtiges Dasein in meinem Gedächtnisspeicher. Trotzdem macht das Lesen Spaß. Gerade weil der Schreibstil so oberflächlich und einfach ist. Man taucht ein in die Geschichte und hat ein schönes Leseabenteuer vor sich. Man taucht auf und hat einen Einblick in die Stadt Berlin mitsamt Morddezernat und einigen abartigen Tötungsmethoden gewonnen.


    Das der Held Nils Trojan zum Ende hin mal wieder Supermannkräfte entwickelt nimmt man auch gern in Kauf, auch wenn ihm das von meiner Seite nicht gerade Pluspunkte einbringt. Irgendwie hat mich das manchmal zu Machohafte (z.B. wenn er einen Tatverdächtigen verhört oder dem Täter nachhetzt) und dann wieder das zu Jammerhafte, wenn er seiner Tochter Emily den zugesagten Urlaub wieder absagen muss oder sich bei seiner Therapeutin ausweint, gestört. Dennoch habe ich die Lesezeit nicht als Vergeudung empfunden und werde sicher auch die weiteren Fälle dieser Fortsetzungsreihe in meiner Bücherei ausleihen.


    Mein Fazit: Leichter und rasanter Schreibstil. Für mich hatten die Protagonisten aber alle keine Tiefe und waren mir irgendwie gleichgültig. Der Tathergang bietet einige ziemlich scheußliche Mordmethoden und das Tatmotiv war doch bei aller Abartigkeit noch glaubwürdig. Leichte Unterhaltung, die aber ziemlich oberflächlich bleibt. Dennoch hatte ich meinen Spaß beim Lesen.
    Meine Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

  • Ich hab es auch in den letzten Tagen gelesen und fand es echt klasse!!!
    Das mit den Supermannkräften hab ich auch so gesehen. Schade, dass Du in den Protagonisten keine Tiefe sehen hast, ich fand das gerade bei Josephin.


    Hier meine Rezi:


    Josephin Maurer leidet. Nach den schlimmen Erlebnissen, die jetzt ein Jahr zurückliegen, hat sie sich psychisch noch nicht gefangen. Ihr Peiniger damals erlitt bei einem Verkehrsunfall sehr starke Verletzungen, die er nicht überlebte. Der Albtraum schien zu Ende, doch nun beginnt eine neue Mordserie im Umfeld der labilen jungen Frau. Der Täter hat die selbe Vorgehensweise. Nils Trojan, der ermittelnde Kommissar versucht die Hinweise miteinander zu verbinden und begibt sich auf die Jagd.


    Der erste Eindruck:


    Der Klappentext, aber hauptsächlich das Cover und verschiedene Rezensionen haben mich dazu bewogen dieses Buch in mein Bücherregal zu stellen. Da liegt ein kleines Stoffkissen, durchstochen mit mehreren Stecknadeln, so dass es blutet. Dieser Anblick lockte mich näher heran, um es genauer zu betrachten. Beim Lesen des Klappentextes war klar, dass dieses Buch in mein Körbchen wandert.


    Autoren schaffen es ja meistens schon mit den ersten Seiten den Leser so zu fesseln, dass er das Buch nicht mehr weglegen möchte. So auch Max Bentow. Ich hatte den Prolog gelesen und wusste, innerhalb der nächsten 24 Stunden habe ich dieses Buch durch.


    Die Hauptprotagonisten in diesem Werk werden sehr bildlich dargestellt. Josephin, eine junge Frau, die mit ihrem Kleidungsstil viel aufmerksam erregt. Sie ist psychisch geschädigt von dem schrecklichen Ereignis, welchem sie gerade so noch entkommen konnte. Sie hat Angst, fühlt sich nicht wohl, wenn viele Leute anwesend sind und sie fühlt sich beobachtet. Und als die tragischen Morde in ihrem Umfeld passieren, fällt sie wieder in ein Loch. Der Leidensweg von Josephin nahm mich ziemlich mit. Vor allem weil sie auch keine Freunde hat, die ihr Beistand leisten konnten. Sie muss in ihren jungen Jahren sehr viel durchstehen. Den einzigen Halt findet sie in ihrem Hobby, dem Puppen basteln. Sie sind die einzigen Freunde.


    Der zweite Hauptcharakter ist Kommissar Nils Trojan, ebenfalls ein bisschen angeschlagen, körperlich nicht in der besten Verfassung. Er wirkt oft müde, ist immer ein wenig abgelenkt, hat zu viele Sachen im Kopf. Und natürlich, wie sollte es bei einem Mann auch anders sein, sind das Frauengeschichten. Zudem scheint dieser Mann eine Art Superheld zu sein, er schläft nicht viel, isst kaum was, der Kreislauf ist nicht stabil und doch schafft er es kurz nach Ohnmachtsanfällen wieder zu Höchstleistungen aufzufahren. Das fand ich ein wenig unnatürlich.


    Das Buch ist klasse, die Geschichte hat es in sich, immer wieder kommen neue Hinweise, mehr Spannung baut sich auf. Ich war richtig im Lesefluss und bin richtig begeistert von diesem Buch. Es ging mir wirklich in die Psyche, weil ich die nächsten Seiten kaum erwarten konnte und wenn mich nicht der Schlaf übermannt hätte, hätte ich diesen Thriller sicherlich schon nach 12 Stunden beendet. Auch wenn ich das erste Werk „Der Federmann“ zuvor nicht gelesen habe, hatte ich nicht das Gefühl etwas verpasst zu haben, denn die Verbindung zum Debüt stellt Max Bentow sehr gut her.


    Fazit: Sehr schönes Buch mit viel Spannung, nervenaufreibenden Momenten und charakterstarken Protagonisten.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Inhalt:
    Nils Trojan is back… zumindest muss er sich wieder mit grausamen Morden auseinandersetzen, die ihm alles abverlangen. Dieses Mal werden in Berlin (arme Stadt!) Frauen bestialisch ermordet, aufgefunden in einem Sarkophag aus Bauschaum. Der Täter scheint die Schritte und Gedankengänge der Polizei vorauszusehen und ist immer ein bisschen schneller, gerissener.


    Viel schlimmer ist, dass die Morde auf I-Tüpfelchen einer Serie gleichen, deren Täter eigentlich als tot gilt. Doch handelt es sich hier um einen Nachahmungstäter? Woher weiß dieser aber Details, die nie an die Öffentlichkeit gerieten?


    Und da ist auch noch eins der Opfer, das lebend entkommen konnte. Josephin Maurer, genannt Josie, stellt eine bestimmte Sorte Puppen her, Amigurumi-Puppen und diese stehen auch im Zusammenhang mit den Morden. Ist Junker doch nicht tot und zurück? Josie glaubt felsenfest daran, denn ein Anruf aus der Vergangenheit wühlt alles wieder auf und niemand will ihr zunächst glauben.


    Doch was steckt wirklich hinter den Morden. Ist vor einem Jahr der Täter wirklich bei einem Unfall ums Leben gekommen? Oder betrachtet gar jemand seine Untaten als nachahmenswert und will sein Erbe antreten? Nils muss schleunigst dahinter kommen, denn Josies Leben gerät mehr und mehr in Gefahr und das anderer junger Frauen auch.


    Meine Meinung:


    Der Bauschaum des Todes


    Endlich geht es weiter mit der Story rund um Nils Trojan, das waren meine Gedanken, als ich vom zweiten Band rund um den charismatischen Kommissar aus Berlin erfuhr. Und dann hielt ich es in der Hand. Das Cover verspricht ja doch einiges. Der Blutstropfen, der so echt wirkt, auf dem Nadelkissen als Hintergrund… Sehr vielversprechend und auch die Kurzbeschreibung hat mich angelockt.


    Enttäuscht worden bin ich wirklich nicht, wobei ich gleich vorweg nehmen muss, dass mich der erste Band mit Nils Trojan „Der Federmann“ mehr mitgerissen hat. Aber es gibt auch weitaus schlechtere Bücher, Thriller, wie „Die Puppenmacherin“. Aus dem Grund gibt es auch nur einen Stern Abzug, weil Max Bentow ein wenig geschwächelt hat, aber eben es immer noch verstanden hat, mich mitzunehmen auf eine grausige Tour de Mort.


    Höchst spannend und interessant fand ich die kleine Geschichte rund um die Amigurumi-Püppchen, die die Figur der „Josie“ im Buch herstellt und an Fans verkauft. Ich hatte den Ausdruck vorher noch nie gehört und hab (wie viele andere, die das Buch gelesen haben, wahrscheinlich auch!) erst mal Onkel Google bemüht, was das bitte ist. Und so konnte ich mit gewissen Bildern vor Augen mir auch denken, was Josie da eigentlich tut. Da soll noch mal einer sagen, Trivial-Literatur würde nicht zur Bildung beitragen!


    Die Mordmethode, die hier im Buch angewandt wird und die der Autor sich da ausgedacht hat, habe ich in ähnlicher Ausprägung schon einmal in einem Buch „gesehen“, finde sie aber nach wie vor schrecklich und Max Bentow hat es auch sehr nett verstanden, einem die Angst, ja, Todesangst der Opfer spüren zu lassen, nachempfinden, wie ausweglos es ist, wenn einem erst mal so ein Wahnsinniger mit der Bauschaum-Spritze zu nahe kommt und sein Werk beginnt. Da läufts mir jetzt noch eisekalt den Rücken runter!


    Dieses eiskalte Grauen bleibt einem auch bis zum Schluss fast erhalten, bis alles aufgeklärt ist und ich für meinen Teil musste meine Vermutungen im Laufe des Buches immer wieder revidieren, meine Theorien haben sich nicht so recht bestätigt. Aber darum bin ich nicht böse! Eher im Gegenteil. Ich mag es, wenn ein Autor mich noch überraschen kann.


    Sehr gut gefallen hat mir auch die Geschichte von Nils und seiner Psychologin. Dieser Zwiespalt, Patient und Ärztin, oder doch Geliebte und Geliebter, das kann ich auch sehr gut nachfühlen und manchmal möchte ich ihnen gerne helfen und ich hoffe da sehr auf die Zukunft in den kommenden Büchern und auf das Einsehen des Autors.


    Wie schön, dass im September der nächste Band rauskommt, da freu ich mich denn jetzt schon mal drauf!


    Fazit:
    Eine ziemlich perfide Mordmethode in einem wirklich spannungsgeladenen, aber auch streckenweise sehr emotionalen Thriller – wobei hier bitte nicht an „Lady-Thriller“ gedacht werden soll!- mit einer tollen Hauptfigur, ich freue mich auf die Fortsetzung und empfehle das Buch Leuten, die den Federmann schon mochten und solchen, die vielleicht jetzt sich angeregt fühlen und auf Nils Trojans Spuren wandeln möchten. Die Bewertung aus 4 von 5 Sternen ergibt sich daraus, dass mir „Der Federmann“ ein kleines bisschen besser gefallen hat und wer weiß, was im 3. Band noch so auf uns zu kommt…


    Bewertung: 4 von 5 :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebste Grüße
    Die Bine
    Nilis Bücherregal


    Ich lese gerade: Alexa Hennig von Lange "Der Atem der Angst"/Aileen P. Roberts "Elvancor 1"/Gabriela Gwisdek "Nachts kommt die Angst"
    Mein RuB JETZT: 385

  • Hallo zusammen,
    also ich habe das Buch gerade zu Ende gelesen und bin wie vom ersten Teil, dem Fedremann, überzeugt!
    Ich war vergangenes Jahr auf der Lesung von Max Bentow zu dem Buch Die Puppenmacherin und bin echt begeistert von dem Buch.
    Herr Bentow ist ja gelernter Schauspieler und hat die Passagen aus seinem Buch bei der Lesung nicht nur vorgelesen, sondern er hat ein Hörspiel für uns daraus gemacht und das zusammen mit dem gelungenen Protagonisten Nils Trojan macht es für mich zu einer sehr guten Reihe.
    Ich bin jetzt schon gespannt auf den dritten Teil, der ja dieses Jahr kommt!

  • Meinung
    Ich war ja bereits nach dem ersten Teil absoluter Fan von Max Bentow und seinem Kommissar Nils Trojan.

    Auch hier im zweiten Band wurde ich nicht enttäuscht!

    Der Autor lässt meinen persönlichen Ekel-Faktor in diesem Band ziemlich weit ansteigen.

    Das liegt nicht daran, dass irgendetwas blutig oder bestialisch ist, sondern daran, dass ich selbst auch schon mit Bauschaum gearbeitet habe und weiß, wie sich dieses Material verhält.
    Dieser Ekel zieht sich diesbezüglich fast durch das komplette Buch und steigt noch weiter an.

    Der Beginn des ersten Kapitels war für mich persönlich etwas verwirrend - was sicherlich so geplant war.

    Dazu möchte ich nicht zu viel verraten, damit ihr mir nicht böse seid falls ihr das Buch selbst noch nicht gelesen habt :wink:

    Auf Seite 24 musste ich stark schmunzeln.

    Erneut wurde das Tokio Hotel-Poster angesprochen, dass im Zimmer von Trojans Tochter hängt. Das kennen wir schon aus dem ersten Teil und ich fand es gut, dass es auch hier wieder angesprochen wurde.
    Aber dabei handelte es sich einfach um eine persönliche "Freude" :loool:


    Er schaute zu dem Tokio-Hotel-Poster über dem Bett, ein Relikt aus Emilys frühester Teeniezeit, sie mochte die Band mit ihren fünfzehn Jahren längst nicht mehr. "Kinderkram", sagte sie lachend, wenn sie bei ihm übernachtete, aber er brachte es einfach nicht übers Herz, das Poster abzunehmen.
    (Seite 24)


    In diesem Band erfährt man sehr viel aus Trojans Privatleben.

    Sowohl aus der weiten Vergangenheit, als er selbst noch ein kleiner Junge war, als auch über seine Panikattacken und was seine Ex-Frau und Tochter betrifft.
    Das war alles nicht unspannend und auch das Treffen mit seinem Vater war durchaus interessant, aber ich persönlich hatte mir erhofft in diesem Teil etwas mehr über Nils und Jana lesen zu können - wurde aber enttäuscht.
    Den Beiden wurde so gut wie kein Raum gegeben und es wirkte stellenweise als wenn Herrn Bentow zwischendrin eingefallen wäre, dass Jana ja auch noch irgendwo auftauchen müsste.
    Das tut dem Buch an sich absolut kein Abbruch - Jana und Nils ist einfach so eine Sache, die mir persönlich extrem am Herzen liegt :love:

    Das "Hauptopfer" geht mir persönlich ziemlich auf den Keks.

    Ich verstehe absolut, dass sie es schlimm getroffen hat und sie Sachen erlebt hat, die man sich weder vorstellen noch wünschen mag - aber ich wurde einfach nicht warm mit ihr.


    Dass man etwas mehr über die Arbeit und das Vorgehen einer Psychologin (Jana Michels - my love ^^) erfährt habe ich hier als sehr positiv empfunden.

    Auch diesen Teil hatte ich recht schnell gelesen und konnte das Buch auf den letzten 70 Seiten überhaupt nicht mehr aus der Hand legen.

    Der Schreibstil war gewohnt gut und stellenweise sehr rasant (fand ich im ersten Teil schon super), was das Buch wirklich voran getrieben hat.

    Viele der Charaktere kannte man schon aus dem ersten Teil (Nils und seine Kollegen, Jana Michels, Nils Tochter, Doro) und einige neue kamen im Zuge der Ermittlung hinzu.

    Aber auch hier hat es Max Bentow wieder geschafft genau das richtige Maß zwischen zu wenigen und zu vielen zu finden - nämlich: genau richtig!

    Mein persönlicher Negativpunkt im ersten Teil waren die viel zu genauen Straßenbeschreibungen Berlins.

    Auch hier im zweiten Teil blieb man nicht davor verschont, aber für mein Empfinden waren es weniger und nicht so häufig.

    Die Tatorte und die Opfer wurden auch hier wieder ziemlich genau beschrieben.

    Allerdings verlief alles deutlich "unblutiger" aber nicht weniger bestialisch. Wer selbst einmal mit Bauschaum gearbeitet hat, kann sich sehr bildlich vorstellen wie die Opfer aussehen und auch welche Qualen sie erlitten haben mussten.

    Wie bereits im ersten Teil wurde man bei diesem Fall auch lange nicht schlau draus, wer der Täter war - was ich als absoluten Pluspunkt empfinde!

    Dieser Teil ist für mich persönlich absolut gelungen, auch wenn ich die Geschichte um Jana und Nils schmerzlich vermisst habe.


    Fazit
    Wie auch den ersten Teil empfehle ich dieses Buch jedem, der gerne einen spannenden Thriller liest.

    Allerdings muss ich sagen, dass es sich empfiehlt zuvor "Der Federmann" zu lesen.
    "Die Puppenmacherin" ist zwar ein für sich abgeschlossener Fall, aber die ganzen Zwischenmenschlichkeiten und Privatangelegenheiten können nur schwer verstanden werden, wenn man nicht weiß was sich im ersten Teil zugetragen hat.

  • Der Berliner Kommissar Nils Trojan hat schon einiges zu sehen bekommen im Lauf seiner Karriere. Als er aber eines Tages am Schauplatz eines neuen Mordfalles eintrifft, erfasst ihn das pure Entsetzen. In einem dunklen Keller liegt eine junge Frau, erstickt in einer Masse von getrocknetem Schaum, der sie wie ein monströser Sarkophag umgibt. Bald schon stößt Trojan auf einen vergangenen Fall, der erstaunliche Parallelen aufweist. Doch der damals identifizierte Täter ist tot, ums Leben gekommen durch einen Verkehrsunfall. Das damalige Entführungsopfer, Josephin Maurer, konnte nur deswegen gerettet werden, weil der Bruder des Täters Karl Junker bei ihm zuhause ein paar Sachen für das Krankenhaus holen wollte und Geräusche aus dem Keller hörte.
    Kopiert nun jemand die Tat Junkers? Oder ist er etwa doch nicht tot? Wer ist der unheimliche Anrufer bei Josephin, der dasselbe sagt wie damals: "Komm her zu Karli. Karli wartet schon." Hilflos muss die junge Frau erleben, wie Menschen in ihrem Umfeld sterben.
    Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe. Nicht ganz unkompliziert, denn schließlich ist sie zum einen seine Ärztin und zum anderen machen ihr die Erlebnisse mit dem "Federmann" immer noch zu schaffen.
    Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, denn Trojan hat Josephin Maurer versprochen, dass ihr nichts passieren wird. Und er versucht alles, dieses Versprechen einzuhalten. Dabei machen ihm auch immer wieder seine eigenen Probleme zu schaffen.


    "Die Puppenmacherin" ist nach "Der Federmann" der zweite Teil der Thrillerreihe um den Berliner Kommissar Nils Trojan. Und genau wie Teil 1 ist auch dieser hier ein echter Pageturner, den ich kaum aus der Hand legen konnte und an drei Nachmittagen ausgelesen habe. Der Schreibstil ist flüssig und durch geschickte Wendungen und Perspektivwechsel sowie kurze Abschnitte gelingt es dem Autor, die Spannungskurve immer hoch zuhalten.
    An Trojan gefällt mir, dass er kein Superbulle ist, sondern ein Mensch mit Schwächen und Gefühlen.


    Insgesamt ist das Buch also auf jeden Fall empfehlenswert. Mir hat es sogar noch ein bisschen besser gefallen als "Der Federmann". Und ich würde auch empfehlen, die Reihe chronologisch zu lesen, inzwischen gibt es ja schon fünf Teile.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Klappentext:


    Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines neuen Mordfalles gerufen wird, ist er zutiefst erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bietet: Der Täter hatte eine junge Frau in den Keller gelockt und sie dort auf ungeahnte Weise ermordet - ihr Körper ist erstarrt in einem monströsen Sarkophag aus getrocknetem Schaum. Bei seiner Recherche stößt Trojan auf einen älteren Fall, der verblüffende Parallelen aufweist: Damals konnte die Puppenmacherin Josephin Maurer in letzter Sekunde aus einem Keller befreit werden, der Angreifer hatte bereits Spuren seiner makabren Handschrift auf ihrem Körper hinterlassen. Doch der als Täter identifizierte Karl Junker gilt inzwischen als tot - kann es sein, dass jemand ihn kopiert? Oder ist er doch noch am Leben, besessen davon, sein grausames Werk fortzusetzen? Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe, denn er ahnt, dass der Mörder in einen Wahn verstrickt ist, der sich seiner Vorstellungskraft entzieht - und dass das Töten noch lange kein Ende hat...


    Meine Meinung:


    Wie "Der Federmann" ist auch dieser Roman von Max Bentow sehr flüssig zu lesen. Schöne, nicht zu lange, Kapitel und immer ein Pageturner, so dass man das Buch eigentlich kaum aus der Hand legen mag.
    Schön finde ich auch die Entwicklung zwischen Trojan und der Psychologin. Zum Inhalt möchte ich nicht mehr schreiben, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen.


    Fazit:


    Leseempfehlung

    Liebe Grüße
    Pokerface


    Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen (Yoda) :study: