Zoë Beck - Das zerbrochene Fenster

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  • Klappentext (laut amazon) :


    Dein Ziel ist die Wahrheit. Doch was, wenn sie dich nie wieder ruhig schlafen lässt? Schneechaos in Schottland. Auf einem Landsitz wird die Witwe des kürzlich verstorbenen Lord Darney gefunden - ermordet. Bei der Polizei meldet sich eine Frau, die behauptet, ihr Freund Sean habe die Tat begangen. Doch die Ermittler finden bald heraus: Sean Butler ist vor sieben Jahren verschwunden, sein Tod soll demnächst offiziell erklärt werden. Wieso behauptet seine Freundin, er sei der Mörder? Als die Polizei sie zu Hause aufsucht, ist die junge Frau spurlos verschwunden ...



    Inhalt :


    Sie sagt nur ein Wort, ansonsten herrscht beklemmende Stille. Diesen seltsamen Telefonanruf bekommt Cedric von seiner Stiefmutter Lillian, zu der er im Grunde keinen regen Kontakt pflegt. Dieses seltsame Telefonat lässt ihn aber nicht los und so macht er sich trotz Schneechaos auf, um nach Lillian zu sehen. Beim Haus angekommen macht er eine grausige Entdeckung. Und so beginnt das Drama, hinter dem mehr steckt als es erst den Anschein hat.
    Parallel gibt es Tagebucheinträge von einer Pippa zu lesen, die sich Gedanken um ihren verschwundenen Freund macht. Was haben beide Handlungsstränge gemeinsam? Was führt sie zusammen?
    Vergangenheit und Gegenwart verschimmern allmählich.


    Aufbau :


    Am Anfang des Buches findet man zwei Karten, die zur Orientierung beim lesen dienen. Einmal sieht man einen groben Umriss von Groß-Britannien und Irland (das Buch selber spielt meistens in Schottland) und bei der zweiten Karte ist der betreffenden Teil Schottlands detaillierter dargestellt.
    Dieser Thriller hat zwei unterschiedliche Handlungsstränge, welche sich abwechseln. Einmal liest man die Tagebucheinträge von Pippa, die in der Vergangenheit spielen, und dann ist man in der Gegenwart und ist hauptsächlich mit Cedric oder seinem Bekannten Ben unterwegs. Die beiden Handlungsstränge sind auch in der Schriftart voneinander zu unterscheiden, was mir persönlich sehr gut gefiel.
    Der Schreibstil der Autorin ist atmosphärisch und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind liebevoll und "ehrlich" gezeichnet. Es gibt keine 08/15-Typen, sondern jeden Person hat etwas Besonderes. Jeder hat so seine "Macken" und seine Probleme, die in ihre Persönlichkeiten einfließen, was dem Roman eine besondere Tiefe gibt.


    Meine Meinung :


    Wie euch bestimmt aufgefallen ist, fiel es mir schwer den Inhalt in meinen Worten wieder zu geben. Ich finde einfach, dass zu viele Infos über den Inhalt häufig das Lesevergnügen schmälern. Gerade das ich Stück für Stück mehr über die einzelnen Personen erfahren durfte, machte mir bei diesem Buch Freude und trieb die Spannung weiter voran!
    Zur Genreeinteilung kann ich vielleicht noch sagen, dass dies kein blutrünstiger Thriller ist, sondern eher ein psychologischer Thriller mit Tiefgang.


    Ein weiter Pluspunkt für mich war die Atmosphäre in diesem Buch. Es spielt in Schottland zur Winterzeit - im wilden Schneechaos. Die Autorin beschreibt diese düstere und wirre Stimmung so gut, dass man teilweise denkt man sei vor Ort. Und gerade diese mysteriöse Stimmung macht den Roman noch um ein Stückchen besser und trägt meiner Meinung nach auch zur Spannung bei.


    Ansich fand ich das Buch irre spannend! Man kann jetzt nicht sagen, dass ein Höhepunkt dem nächsten folgt, aber es zieht sich eine "Spannungsfaden" durch das ganze Buch und ich hatte bei keiner einzelnen Seite das Gefühl mich zu langweilen! Ich durfte das Buch in einer Leserunde lesen und mir fiel es wirklich schwer an den vereinbarten Stellen auf zu hören. Dieses Buch wäre auf jeden Fall ein Kandidat zum "einfach-weg-lesen" bei einem guten Rotwein, eingekuschelt in einer gemütlichen Decke. :)


    Wie schon erwähnt haben mir die Personen sehr gut gefallen, weil keiner "perfekt" war und alle irgendein Geheimnis haben. Diese Geheimnisse kommen im Laufe des Buches für den Leser ans Licht und somit rückt auch die Lösung des Falls immer etwas näher. Die ganze Zeit versucht ich die Puzzleteile zusammen zu führen und die Charaktere besser zu durchschauen und dann kommt auf der nächsten Seite wieder ein Detail, was alles über den Haufen wirft. Ich liebe so etwas einfach!!!


    Nun muss ich aber noch dazu kommen, was mir nicht ganz so gefallen hat. Ich bin eigentlich ein perfider "Chronologisch-Leser". Nun hatte ich aber das große Glück bei dieser Leserunde teilnehmen zu dürfen, da schmeißt man ja solche Prinzipien gerne über den Haufen. "Das zerbrochene Fenster" war mein erstes Buch von Zoe Beck und im Grunde ist es keine Reihe, aber es sollen wohl einige Figuren in den anderen Büchern vorkommen. Ein paar Mal hatte ich das Gefühl, dass ich über eine erwähnte Person mehr wissen sollte. Z.B. wird einmal eine Freundin erwähnt, die aber sonst nicht weiter erläutert wird und im Grunde auch keine weitere große Rolle in diesem Buch spielt. Aber diese kleinen Moment hielten sich in Grenzen. Da mir aber sonst alles einfach wunderbar gefallen hat, werde ich die älteren Werke der Autorin auf jeden Fall lesen (in "chronologischer" Reihenfolge :wink: ).


    Fazit :


    Mir hat dieses Buch super gefallen und ich frage mich, warum ich vorher noch nichts von Zoe Beck gelesen habe!? Die Location ist super und die Atmosphäre passt super zu der Story ; der Schreibstil ist klasse und lässt einen alles hautnah miterleben ; die Charaktere sind wunderbar beschrieben und gut durchdacht ; der "Kriminalfall" ansich ist schlüssig und total spannend und der Wechsel der Handlungsstränge ist gut gewählt und verleiht dem Buch etwas Besonderes und lässt zusätzlich die Spannung steigen!!!
    Für jeden Leser, der auch mal unblutige Thriller mit Tiefgang, psychologischem Touch und tollen Charakteren lesen möchte, ist "Das zerbrochene Fenster" auf jeden Fall zu empfehlen!!!


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:




    P.S. : Ich weiß leider nicht wie ich bei dem Vornamen der Autorin die zwei Punkte über dem "e" schreiben kann. Ich hoffe ihr seht es mir nach! 8-[

  • Vielen Dank für dein positives Feedback!!! Ich denke auch, das Buch würde dir gefallen! (Soweit ich das einschätzen kann 8-[ )
    Im Grunde habe ich einen Stern abgezogen, weil ich eben an einigen Stellen das Gefühl hatte mir fehlen Infos zu den Personen. Mehr hab ich nicht zu beanstanden. Ich habe immer Probleme mit der Sterne-Vergabe. Denke dann an "5 Sterne Bücher" und vergleiche. Mir fällt sowas einfach schwer. Ich hab halt einige Bücher gelesen, die mich noch einen kleinen Ticken mehr geflasht haben. Mehr hat das eigentlich nicht zu bedeuten. Ich hoffe ich schrecke jetzt keinen damit ab! Es ist ein tolles Buch : lest es!!! :)

  • Ich weiß leider nicht wie ich bei dem Vornamen der Autorin die zwei Punkte über dem "e" schreiben kann.


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    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • 2003: Philippa Murrays Freund Sean verschwindet spurlos. 2010: Die junge Witwe von Lord Darney
    wird leblos aufgefunden. Philippa, von allen Pippa genannt, behauptet, der
    Mörder sei ihr verschwundener Freund. Cedric Darney, der Stiefsohn der Toten,
    und Ben Edwards, ein junger Reporter, ermitteln.


    Zoë Beck erzählt ihre Geschichte auf mehreren Ebenen. Einen großen Teil des
    Buches machen die Tagebuchaufzeichnungen Philippa Murrays aus, die beginnend
    mit dem Verschwinden ihres Freundes ihre Suche nach ihm erzählt, ihre Trauer
    und Verzweiflung und wie sie versucht, wieder ein normales Leben zu führen.
    Diese Tagebuchaufzeichnungen setzen sich vom Rest des Buches auch durch eine
    andere Schrift ab und wirken so fast tatsächlich wie ein handschriftlich
    geführtes Tagebuch. Ein sehr gelungener Kniff.


    Auch die 2010 spielenden Ereignisse erfährt der Leser/die Leserin aus mehreren
    verschiedenen Perspektiven, z. B. aus der Cedrics oder aus der von Pippas
    Schwester Dana. Das macht das Erleben wesentlich intensiver und man ist
    gespannt, wie das nun alles zueinander gehört. Die einzelnen Erzählstränge
    fügen sich schließlich auch logisch ineinander.


    Die Autorin wartet mit einigen sehr intereressanten Personen auf. Allen voran
    Pippa, deren Geschichte man durch die Form der Tagebuchaufzeichnungen hautnah
    erlebt und mit der man regelrecht mitleiden kann. Aber auch Cedric, den man,
    wie Ben, schon aus Zoë Becks vorangegangenen Romanen kennt (die ich noch nicht
    gelesen habe), ist ein toller Charakter, psychisch krank, aber dagegen
    ankämpfend, wächst er regelrecht über sich hinaus. Ich hoffe sehr, dass er auch
    in weiteren Romanen auftauchen wird. Eine Art Antiheldin ist Pippas Schwester
    Dana, die im Buch die größte Entwicklung durchmacht.


    Der Roman hat mir sehr gut gefallen, er liest sich sehr flüssig und ist
    spannend. „Thriller“ ist aber wohl das falsche Wort dafür. Von einem Thriller
    erwartet der Leser/die Leserin gemeinhin Blut, Psychoterror u. ä. Dieser Roman
    ist aber eher von der leisen Sorte. Er funktioniert zwar auch auf der
    psychologischen Schiene, aber weniger durch Schockeffekte.


    Die vorangegangenen Romane habe ich mir bereits besorgt und ich freue mich auch
    schon auf weitere Bücher von Zoë Beck. Dieses hier kann ich absolut empfehlen!


    Von mir volle Punktzahl!

  • In diesem Buch gibt es zwei Handlungsstränge.


    2003:
    Pippa und ihr Freund Sean haben einen heftigen Streit und Sean verschwindet. Doch sein Verschwinden währt etwas länger als gewohnt. Pippa gibt sich daran die Schuld und tut alles in ihrer Macht stehende, um Sean zu finden.


    2010: Cedric Darney findet seine Stiefmutter Lillian tot auf. Es war Mord. Eine Frau namens Pippa behauptet, ihr verschwundener Freund hätte die Frau getötet. Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand weiß: Die tote Lillian und der verschwundene Sean waren früher einmal ein Paar…


    Titel:
    Der Titel ist eher unscheinbar und nicht sehr vielversprechend, doch er passt hervorragend zur Geschichte.


    Das Buch:
    Die Gegenwart in diesem Buch liegt im Jahre 2010. Es wird ständig gewechselt zwischen den Tagebucheinträgen von Pippa im Jahre 2003 und der Gegenwart. Anfangs fand ich das noch ziemlich verwirrend, aber man gewöhnt sich daran und dann würfelt man auch nicht mehr alle Personen durcheinander. Die Autorin hat es perfekt geschafft beim Leser anfangs totale Verwirrung zu stiften und später alles ausführlich und detailreich zu einem Ganzen zu machen. Am Ende ergibt alles einen Sinn und all meine Fragen fanden auch die Antworten. Die Hauptprotagonistin Pippa war mir eigentlich recht sympathisch. Sie kam mir zwar schon ein bisschen naiv vor, aber vor allem tat sie mir leid. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen. Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, was mir sehr gut gefällt.


    Fazit:
    Ich kann dieses Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Eine sehr spannende Geschichte mit einem durchaus überraschenden Ende. Von mir gibt es 4
    Sterne. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Himmel, war das ein ödes Buch! Ich weiß nicht, wer auf die Idee kam, dieses Buch als Thriller zu bezeichnen – Familiendrama würde es weitaus treffender beschreiben.
    Gut, es gibt eine übel zugerichtete Leiche, die aber eigentlich kaum eine Rolle spielt und Polizeiarbeit gibt es gar nicht.
    Es gibt eigentlich nur die Tagebuchaufzeichnungen von Pippa, die ihren ehemaligen Freund Sean sucht und zwischendurch die Erzählung in der 3. Person von ihrer (komplett durchgeknallten) Schwester Dana, von dem Journalisten Ben (der aber eigentlich auch keine wirkliche Rolle spielt) und von Cedric (der psychisch komplett daneben ist).


    Man hätte das Buch locker um 150 Seiten kürzen können, wäre kein großer Verlust gewesen. Ich war zwischendurch ein paar Mal versucht das Buch einfach abzubrechen, aber der Schreibstil war schon recht angenehm und ich dachte mir, daß jetzt ja irgendwann auch mal was Spannendes passieren müßte… tat es aber nicht, es zog sich hin wie ein drei Tage gekautes Kaugummi.


    Das Ende war zwar ein ganz klein wenig überraschend, aber auch nicht so, als daß es die seitenlangen öden Beschreibungen wettgemacht hätte.


    Fazit: Ödes Familiendrama :bewertung1von5:

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