Darynda Jones - Das Flüstern der Toten

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  • Zitat

    Amazon-Kurzbeschreibung:
    Charley Davidson hat einen ungewöhnlichen Job: Sie weist den Geistern der Toten den Weg ins Jenseits. Als drei Anwälte einer Kanzlei in derselben Nacht ermordet werden, ahnt Charley, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Kurz darauf begegnet ihr in ihren Träumen der geheimnisvolle und gut aussehende Reyes, den sie aus ihrer Kindheit kennt. Charley will der Mordserie auf den Grund gehen und gerät dabei schon bald in große Gefahr. Ein dunkles Geschöpf hat sich erhoben und droht, großes Unheil über die Stadt zu bringen.

    Charley ist die Schnitterin, sie ist das Licht und weist den Geistern der Toten den Weg. Doch seit kurzem hat sie seltsame Träume. Reyes scheint kein Geist zu sein, aber auch kein Mensch, trotzdem fühlt sie sich sehr stark zu ihm hingezogen. Dann werden drei Anwälte ermordet und bitten um ihre Hilfe. Charley versucht die Morde aufzuklären, einen Unschuldigen vor dem Gefängnis zu bewahren und sucht gleichzeitig nach Reyes und muss feststellen, dass ihr, als sie ihn endlich gefunden hat, die Zeit davonläuft...


    Charley ist offiziell Privatdetektivin und Beraterin bei der Polizei - wo ihr die Fähigkeit mit Geistern zu sprechen sehr entgegenkommt. Außerdem ist sie ein Mensch der nicht anders kann als zu helfen. Oft sind die Konsequenzen für sie schmerzhaft und schon ein paar Mal ist sie beinahe getötet worden. Sie lebt nur noch, weil ihr ein dunkles Wesen, vor dem sie große Angst hat, geholfen hat.
    Ich mag Charley. Sie spuckt zwar oft große Töne, weiß aber eigentlich, wo ihre Grenzen sind - auch wenn sie sie immer wieder ausreizt. Mir gefallen alle Figuren des Buches, vor allem aber (nach Charley), ihre Freundin und Sekretärin Cookie. So eine Freundin hätte wohl jeder gern. Sogar gewisse Kollegen, die ja anfangs nicht so sympathisch wirken, aber für die Geschichte doch wieder wichtig sind und vor allem zeigen, wie wir manchmal mit Unbekanntem umgehen.


    Die Aufklärung der Mordfälle war spannend, aber die Suche nach Reyes und die Frage was er ist, machen einen Großteil des Buches aus. Dass es zwischen Charley und Reyes gleich so geknistert hat, fand ich anfangs etwas irritierend. Bis zum Ende hin dann aber toll.



    Ein Highlight! Ich kann das Buch wirklich nur empfehlen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    "Hast du ein Gärtchen und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen"

    (Cicero)

  • Lese ich auch gerade :wink: .


    Bis jetzt finde ich es bis auf ein paar Kleinigkeiten auch unerwarteterweise richtig gut und ich bin schon so gespannt, was es mit diesem Reyes auf sich hat. Der Mordfall an sich interessiert mich auch nicht so sehr :-, ..

    :study: C L Wilson - Der Winter erwacht
    :) Gelesen 2013: 105 / 2014: 77 / 2015: 16
    8-[ SUB: Ich geb`s auf...



  • ich bin schon so gespannt, was es mit diesem Reyes auf sich hat.

    Ja, das hat Darynda Jones echt super gemacht. :pray: Ich war wirklich ein-zwei Mal in Versuchung ins Ende zu linsen, um das endlich zu wissen! :lechz: Ich konnte mich aber gerade noch zurückhalten. :loool:

    "Hast du ein Gärtchen und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen"

    (Cicero)

  • Zitat

    Seit Monaten hatte ich immer wieder denselben Traum - den, wo ein dunkler Fremder aus Rauch und Schatten materialisierte, um mit mir Doktor zu spielen.

    (Erster Satz...
    ... bei dem ich mich frage, ob mich mehr das "der, wo" erschrecken soll oder die Doktorspiele...)


    Charley Davidson
    ist Barkeeperin, Privatdetektivin, Beraterin der Polizei von Albuquerque, New Mexico, und nicht zuletzt Schnitterin, Sensenmann oder besser gesagt Sensenfrau.

    Denn sie weist den verstorbenen Seelen den Weg ins Jenseits. Sie führt diejenigen ins Licht, die den Weg dorthin selbst nicht finden, noch etwas zu erledigen haben oder einfach noch nicht bereit sind zu gehen.



    Charley sieht dementsprechend Geister und kann mit ihnen kommunizieren, und umgekehrt funktioniert dies auch bestens.

    Und sie kann ihre Gabe als Beraterin der Polizei nutzen, natürlich fast nur in aller Heimlichkeit, um nicht als verrückt abgestempelt zu werden. Denn es ist natürlich sehr praktisch, wenn man die Verstorbenen noch direkt am Tatort zu ihrem eigenen Tod befragen kann.


    In ihrem aktuellen Fall muss Charley nun in Zusammenarbeit mit der Polizei, oder besser gesagt mit ihrem Onkel Bob und dem attraktiven Garrett Sworpes, den Mord an drei Anwälten aufklären, die nach ihrem gewaltsamen Tod den Beistand der Schnitterin ersucht haben und ihr von nun an hilfreich bei der Aufklärung zur Seite stehen.


    Und immer wenn Charley in eine brenzlige Situation gerät, was recht häufig passiert, weil sie sich nie zurück- oder heraushalten kann, wird sie von einer dunklen Erscheinung gerettet, den Charley nur den "großen Bösen" nennt. Er materialisert sich aus Rauch und Schatten und verschwindet genau so plötzlich wie er auftaucht.

    Und dann erscheint ihr seit Monaten jede Nacht der attraktive und geheimnisvolle Reyes in ihren Träumen. Aufgrund der gemeinsamen, nächtlichen Aktivitäten verzehrt sie sich nach ihm und ihren Begegnungen, auch, wenn sie nicht weiß, wer oder gar was er ist.

    Welches Wesen, das weder Mensch noch Geist zu sein scheint, hat die Macht, sich in ihre Träume zu schleichen, sie zu berühren und ihr den Verstand zu rauben?

    Gibt es gar einen Zusammenhang zwischen ihrem bedrohlichen, mysteriösen Retter und ihrem leidenschaftlichen Traummann?

    Und auf welcher Seite stehen die beiden?


    Charley versucht dies herauszufinden, und dabei gerät die Aufklärung der Morde an den Anwälten immer wieder aus Charleys Blickwinkel, die wirklich Schwierigkeiten hat, ihre Gedanken und Aufmerksamkeit zu fokusieren, genau so wie aus dem Blickwinkel des Lesers.
    Denn der Mordfall ist wirklich tödlich langweilig, weder spannend noch interessant, sodass ich keine große Lust verspürte, diesen zu verfolgen.


    Wer aufgrund des verträumten Covers eine niedliche Heldin im Blümchenkleid, ein romantisches Medium à la "Ghost Whisperers" Melinda Gordon erwartet, wird jedoch enttäuscht werden.

    Charley Davidson ist tough, selbtsbewusst, mutig, stark.
    Ihre weiche Seite versteckt sie jedoch nur hinter markanten und sarkastischen Sprüchen. Aufgrund ihrer Gabe musste sie früh lernen mit Misstrauen, Unglauben und Verachtung umzugehen, die ihr Bekannte, Polizeikollegen oder sogar die eigene Familie entgegen bringen. Dabei hat sie jedoch immer ihre Hilfsbereitschaft und ihr Mitgefühl bewahrt. Für die Toten hat Charley immer ein offenes Ohr, immer einen flapsigen Spruch parat. So hält sie ihr selbst geschmiedetes Schild aus Sarkasmus und Stärke immer hoch, wenn sie sich vor ihrer Umwelt schützen muss.


    Doch Charley stehen auch andere Menschen zur Seite:
    Die stets muntere, aufgeschlossene und hilfsbereite Nachbarin und Sekretärin Cookie, der gutmütige, wenn auch etwas mürrische Onkel Bob sowie der attraktive und arrogante Detective Garrett Sworpes und ein paar mehr oder minder verrückte Geister.

    Diese wirken zwar alle ein wenig stereotyp, dafür aber umso sympathischer. Und über Cookie und ihre Sprüche kann man mehr als einmal schmunzeln.


    Und da wären wir auch schon beim Humor, der mich nicht voll und ganz überzeugen konnte. Entweder ich empfand ihn als zu gewollt oder habe ihn schlicht und einfach nicht verstanden. Dennoch gibt es aber immer wieder amüsante Szenen oder sarkastische oder ironische Dialoge, über die man lachen muss.

    Der Schreibstil ist einfach, locker, ein wenig flapsig und schnoddrig - jedoch passend zu Setting, Geschichte und der Ich- Erzählerin.


    Nach einem tollen und lustigen Start mit einer schönen und innovativen Idee und Hintergrundgeschichte, in der sich eine Schnitterin in ein Wesen verliebt, das sie nur aus ihren Träumen kennt, folgt leider ein durchschnittlicher Mittelteil, in der die Ermittlungsarbeit im Vordergrund steht.

    Bei der Ermittlungsarbeit wie auch im "Fall" Reyes werden Charley die verschiedenen Puzzleteilchen einfach vor die Füße geworfen, sodass sie sie nur noch gemütlich zusammenstecken muss und keinerlei Spannung oder Nervenkitzel aufkommen kann.
    Doch zum Glück folgt ein Ende, in der Charley und Reyes wieder mehr in den Mittelpunkt rücken und in der das schaurige und spannende Geheimnis um die Existenz von Reyes offenbart wird, welches mich doch an der gesamten Geschichte am meisten interessierte.

    Das Ende ist überraschend, beantwortet viele Fragen, wirft aber genau so viele wieder auf, sodass man einfach weiterlesen muss, da man auch wissen will, ob oder wie es mit Charley und Reyes weitergehen kann, ob Garrett Sworpes irgendwann noch ein Wörtchen mitreden darf und welche Überraschungen Charley noch als Privatdetektivin, Frau und Schnitterin bereithalten wird.


    Ich würde gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für dieses Debüt zücken, sodass für die nächsten Bände noch reichlich Luft nach oben bleibt, die Darynda Jones hoffentlich auch nutzen wird.

    Für die nächsten Bände würde ich mir mehr dunkle, bedrohliche Mystik wünschen (das Ende des ersten Bandes hat dies ja schon angedeutet), mehr Charley- Reyes- Szenen und mehr Spannung.

    Insgesamt eine leichte, unterhaltsame, wenn auch mitunter etwas langatmige Urban Fantasy- Geschichte, die endlich mal ohne Vampire, Werpanther oder Engel auskommt, dafür aber in Zukunft hoffentlich mehr schöne und schaurige Geistererscheinungen bieten kann. Die Idee mit den Geistern finde ich nämlich wirklich toll!
    Ich bin auf jeden Fall gespannt und neugierig, wie es weitergehen wird!


    Der zweite Band erscheint Januar 2013.

    :study: C L Wilson - Der Winter erwacht
    :) Gelesen 2013: 105 / 2014: 77 / 2015: 16
    8-[ SUB: Ich geb`s auf...



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