Immer wiederkehrende Phrasen

  • Auf die Idee mit diesem Thread bin ich gekommen als eine Userin hier in einem anderen Thread erwähnt hat, dass ein Autor die Phrase "Knöchel, die weiß hervortreten" benutzt hat. Da musste ich lachen und dachte mir nur: Stimmt! :lol:


    Für unser allseits beliebtes "Irgendwo bellte ein Hund " gibt es ja schon einen eigenen Thread mit mittlerweile über 500 Beiträgen. Eine Phrase, die mir persönlich schon oft aufgefallen ist, und die ich ziemliche nervig finde, weil ich das selber nicht kenne und nicht nachvollziehen kann ist "Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen." :roll:


    Was sind Euch schon in Büchern für Phrasen, Sätze oder Beschreibungen aufgefallen, die immer wieder vorkommen und die Euch genervt oder vielleicht sogar gefallen haben?

    :study: Alastair Reynolds - Ewigkeit

    :study: 2020 gelesen: 27 :study: SUB: 306

  • "Ich presste meine Fäuste so fest zusammen, dass kleine halbmondförmige Abdrücke auf meiner Handfläche entstanden sind."
    So einen ähnlichen Wortlaut habe ich mittlerweile schon tausendfach bei verschiedenen Autoren gelesen.


    Und ständig zupft ein Lächeln an den Mundwinkeln.


    Und dann gibts noch so viele, eigenartige Eigenerfindungen... eine Autorin hat die Augen eines Jungen immer als "Schlammtörtchenaugen" beschrieben. Hä?


    Oder dann neigen viele Autorinnen dazu, das halbmondförmige Weiße von Fingernägeln, meist männlichen Fingernägeln, zu beschreiben.
    Uh, und mittlerweile bin ich auch dazu übergegangen, mir das halbmondförmige Weiße auf fremden Händen anzuschauen. Gehts noch :shock: :shock: :shock: ? Blöde Beeinflussung!!!

    :study: C L Wilson - Der Winter erwacht
    :) Gelesen 2013: 105 / 2014: 77 / 2015: 16
    8-[ SUB: Ich geb`s auf...



  • Schon beim Lesen des Threadtitels dachte ich an Hohlbein, denn bei ihm ist immer alles "wie mit dem Lineal gezogen". :roll:

    Gelesene Bücher 2011: 35 | 2012: 29 | 2013: 35 | 2014: 68, 2015: 52 | 2016: 66 | 2017: 53 (gehört: 05) | 2018: 43 (gehört: 06) | 2019: 17 (gehört: 3) | 2020: 06 (gehört: 02)

  • Er hielt den Stab so fest, daß die Knöchel weiß hervortraten.
    (Der Teil vor dem Komma ist variabel, es können Zügel gehalten werden, ein Besen, ein Stein, ein Tuch... )
    Mir ist es schleierhaft, wieso das so häufig vorkommt. Fast könnte man meinen, es sei obligatorisch diesen Satz irgendwo einzufügen.

    “Bücher sind Feunde, die stets für uns Zeit haben.“
    “Und Phantasie, Phantasie vor allem, ohne deren Hilfe sich keine Probleme lösen lassen, die kleinen nicht und die großen erst recht nicht.“

    Otfried Preußler 20.10.1923 - 18.2.2013

  • "Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen." :roll:

    Das ist mir sofort eingefallen, als ich den Thread-Titel gelesen hatte. Noch bevor ich reingeschaut habe. :lol:


    denn bei ihm ist immer alles "wie mit dem Lineal gezogen". :roll:

    Das ist mir noch nie bei ihm aufgefallen. Er wiederholt sich zwar generell gern, aber an diese Formulierung kann ich mich nicht erinnern. Ich werde mal drauf achten, wenn ich irgendwann mal wieder einen Hohlbein lese.

    Gelesen in 2020: 7 - Gehört in 2020: 9 - SUB: 437


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Blutrauschen im Ohr, weiße Knöchel...
    Bei Hohlbein nervt mich sein ständiges "buchstäblich". Ich weiß, das ist weniger eine Phrase als einfach nur ein Wort, aber er benutzt es wirklich immer!


    "Ohne dich kann ich nicht leben", "Du bist das Wichtigste in meinem Leben", "Ich werde dich immer lieben" etc. Solche Liebesbekundungen gehen einem früher oder später auch auf die Nerven, wenn man sie zehntausend Mal gelesen (oder gehört) hat.

  • "Ohne dich kann ich nicht leben", "Du bist das Wichtigste in meinem Leben", "Ich werde dich immer lieben" etc. Solche Liebesbekundungen gehen einem früher oder später auch auf die Nerven, wenn man sie zehntausend Mal gelesen (oder gehört) hat.


    Du liest die falschen Bücher - sowas musste ich noch nie lesen. Und hören könnte ich es nicht oft genug :lol:


    Super Idee, Kapo! :applause: Ich muss sagen, die weißen Knöchel sind ja - wenn man genauer darüber nachdenkt - ein Klassiker unter Autoren. Hat aber auch sowas furchtbar Dramatisches, gell?


    Eine immer wiederkehrende Phrase fällt mir gerade nicht ein, aber ich gehe mal in mich und durch meine einschlägigen Werke... :wink:


  • Du liest die falschen Bücher - sowas musste ich noch nie lesen. Und hören könnte ich es nicht oft genug :lol:

    Da wirst du wohl recht haben... ^^ Ich wende mich demnächst Stephen King zu, der hat bestimmt weniger Liebesschwüre als Todesdrohungen und Blut zu verteilen :wink:

  • Mhh vielleicht passt das nciht ganz, aber viele Charaktere mögen auch gerne mal "die Zähne blecken".
    Das habe ich damals das erste mal seit Harry Potter gelesen glaub ich :-k ... auf jeden Fall dachte ich die ganze Zeit die haben aus versehen ein "b" vor "lecken" gesetzt. (Jaaa ich weiß auch nicht warum jemand seine Zähne lecken sollte :wuetend: )
    Naja irgendwann hab ich meinem Papa dann mal gesagt wie blöd die Autoren sind und er hats mir dann (unter Lachen) erklärt...
    Seitdem finde ich diesen Ausdruck blöd ... [-(

  • In vielen Büchern lachen sie nicht einfach nur die Bösen, nein sie grinsen diabolisch


    Eine Floskel die mir anfangs gut gefallen hat, aber da mittlerweile alle diabolisch grinsen, ist es für mich eine Phrase wie geschaffen für diesen Thread!

    :study: Von dieser Welt (James Baldwin) 108 / 318 Seiten

    :study: Harry Potter und der Feuerkelch (J.K. Rowling) 188 / 704 Seiten

    :study: Der Giftzeichner (Jeffery Deaver) 124 / 573 Seiten


    SUB: 679

  • Welche Phrasen ich persönlich gar nicht leiden kann, sind diese typischen Vorausdeutungssätze wie "Damals wusste ich noch nicht, dass dies das letzte Mal sein würde, dass ich ihn lebend sah" oder irgendetwas in dieser Art. Natürlich gerne verwendet in Krimis und Thrillern, in den verschiedensten Variationen.

    :study:  Im Sturm der Echos / Christelle Dabos
    :musik:Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten / Alice Hasters

  • Es ist zwar kein Satz aus, aber doch auf einem Buch. Diese beliebte Phrase, womit ein bestimmter Verlag, der nicht genannt zu werden braucht, sehr häufig wirbt:
    "Ein Epos vom Weltrang des Herrn der Ringe"
    Ich habe einmal ein Buch angelesen, wo das draufstand. Mann, hab ich mich geärgert. Das Buch war grottenschlecht geschrieben und am liebsten hätte ich den Verlag verklagt, wegen mutwilliger Irreführung. :twisted:

    “Bücher sind Feunde, die stets für uns Zeit haben.“
    “Und Phantasie, Phantasie vor allem, ohne deren Hilfe sich keine Probleme lösen lassen, die kleinen nicht und die großen erst recht nicht.“

    Otfried Preußler 20.10.1923 - 18.2.2013

  • Das Buch war grottenschlecht geschrieben und am liebsten hätte ich den Verlag verklagt, wegen mutwilliger Irreführung.


    Schade, in den USA haettest du so Millionen scheffeln koennen. :lol:


    @topic: In Julie Kagawas "Ploetzlich Fee" sind mir einige Redewendungen aufgefallen, die so aehnlich waren wie, "ihr wurde vor Angst ganz schlecht", oder "ihr Magen zog sich schmerzhaft zusammen". Dass sie aufgeregt ist, haette man nach den gefuehlten ersten 10 Malen doch auch anders ausdruecken koennen.

  • Was mir noch eingefallen ist, ist mir in Krimis/Thrillern nicht nur einmal über den Weg gelaufen:


    Wenn ein Charakter in einem Hochhaus in eins der höheren Stockwerke muss (meist zu einer Befragung in einem sozial schwächeren Viertel/Stadtteil), dann ist ja meistens der Aufzug außer Betrieb. Auf dem langen Fußweg nach oben trifft man fast immer auf einen der folgenden Sätze in dieser oder abgewandelter Form:


    1. Der Flur war erfüllt vom Geruch fremdländischen Essens.
    2. Hinter einer Tür stritt sich ein Paar lautstark in einer fremden Sprache.

    :study: Alastair Reynolds - Ewigkeit

    :study: 2020 gelesen: 27 :study: SUB: 306

  • Was mir noch eingefallen ist, ist mir in Krimis/Thrillern nicht nur einmal über den Weg gelaufen:


    Wenn ein Charakter in einem Hochhaus in eins der höheren Stockwerke muss (meist zu einer Befragung in einem sozial schwächeren Viertel/Stadtteil), dann ist ja meistens der Aufzug außer Betrieb. Auf dem langen Fußweg nach oben trifft man fast immer auf einen der folgenden Sätze in dieser oder abgewandelter Form:


    1. Der Flur war erfüllt vom Geruch fremdländischen Essens.
    2. Hinter einer Tür stritt sich ein Paar lautstark in einer fremden Sprache.

    Jawoll, Kapo, das ist echt gut! :applause: Genau so ist es... :totlach:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Ich habe vor kurzem erst von der Dämonen Reihe von Lynn Raven alle drei Bände hintereinander gelesen.
    Die Hauptperson hat sich ständig "so fest auf die Lippen gebissen bis sie Blut schmeckte". Das nervte mich irgendwie! Wer macht sowas wirklich? Habs nämlich an einem Selbsttest versucht aber ich bin gar nicht bis zum Blut gekommen weils davor schon sau unangenehm war :-s

  • Was mir noch eingefallen ist, ist mir in Krimis/Thrillern nicht nur einmal über den Weg gelaufen:


    Wenn ein Charakter in einem Hochhaus in eins der höheren Stockwerke muss (meist zu einer Befragung in einem sozial schwächeren Viertel/Stadtteil), dann ist ja meistens der Aufzug außer Betrieb. Auf dem langen Fußweg nach oben trifft man fast immer auf einen der folgenden Sätze in dieser oder abgewandelter Form:


    1. Der Flur war erfüllt vom Geruch fremdländischen Essens.
    2. Hinter einer Tür stritt sich ein Paar lautstark in einer fremden Sprache.

    Kann ich so bestätigen. Hatte ich vor Kurzem erst genau so. :totlach:


    ~ Was mich im Alltag auffängt, ist die Möglichkeit, mich einfach mal fallen lassen zu können. ~

  • Finde ich zwar nicht so nervig, aber kommt auch oft vor: "Der metallische Geschmack von Blut lag ihm auf der Zunge" oder so ähnlich. Blut wird immer als "metallisch schmeckend" beschrieben... (Okay, in Vampirromanen vielleicht nicht.)

  • Finde ich zwar nicht so nervig, aber kommt auch oft vor: "Der metallische Geschmack von Blut lag ihm auf der Zunge" oder so ähnlich. Blut wird immer als "metallisch schmeckend" beschrieben... (Okay, in Vampirromanen vielleicht nicht.)


    Na ja, es schmeckt nun mal metallisch. :mrgreen:


    Außer natürlich z.B. bei Black Dagger, da ist er ein vollmundiger Wein der einen in einen Rausch versetzt. :mrgreen:

  • Was mir eben wieder über den Weg gelaufen ist: "Er ließ die Kupplung kommen [...]" Irgendwie lese ich das auch ziemlich oft oder auch "Er schaltete in den ersten Gang und fuhr los" oder sowas. Ich hab da nie so drüber nachgedacht. Da musste erst dieser Thread kommen. ^^


    ~ Was mich im Alltag auffängt, ist die Möglichkeit, mich einfach mal fallen lassen zu können. ~