Ben Aaronovitch - Schwarzer Mond über Soho / Moon Over Soho

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Schwarzer Mond über Soho

4.1|104)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783423213806

Termin: Juli 2012

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  • Die Handlung dieses Buches schließt unmittelbar da an, wo der Vorgänger „Die Flüsse von London“ endet. Und da Peters Vorgesetzter und einziger anderer Mitarbeiter der Sondereinheit für magische Straftaten, Detective Chief Inspector Nightingale, nach seiner Schussverletzung noch dienstunfähig ist, muss Peter die Aufgaben der Abteilung weitestgehend alleine wahrnehmen. Da seine magische Ausbildung gerade erst bei den Grundlagen angelangt und er als Constable noch weit vom üblichen Rang eines Abteilungsleiters entfernt ist, gestaltet sich das nicht ganz einfach. Als dem Kryptopathologen Dr. Walid dann auffällt, dass Jazzmusiker auffallend häufig kurz nach einem Auftritt in Soho eines anscheinend natürlichen Todes sterben, muss sich Peter alleine auf die Suche nach einer Ursache, die in seine Zuständigkeit fallen könnte, machen. Dass er sich dabei Hals über Kopf in die Exfreundin eines kürzlich verstorbenen Musikers verliebt, macht die Sache für ihn nicht einfacher.
    Ben Aaronovitch schafft es auch hier wieder, den Leser innerhalb weniger Seiten zu fesseln – sofern das nach der unbedingt zu empfehlenden vorherigen Lektüre des 1. Bandes überhaupt noch erforderlich ist. Ohne Letztere könnte es dem Leser schwerfallen, alle Zusammenhänge zu erfassen. Trotz aller Verwicklungen kommt auch diesmal der Humor nicht zu kurz. Wenn Peter zum Beispiel darüber sinniert, dass sein Vater durch die Evakuierung seiner Großmutter im 2. Weltkrieg beinahe in Wales zur Welt gekommen wäre, was dessen Meinung nach fast so schlimm wäre, wie ein Schotte zu sein, kann man sich als Leser nur vor Lachen schütteln. So vergeht kaum ein Kapitel, ohne dass sich irgendwelche Anspielungen auf die traditionelle englische Denk- und Lebensart finden. Auch wenn der Autor laut Verlagsinfo gebürtiger Londoner ist, lässt sein Name vermuten, dass er – genau wie sein Romanheld – nicht-britische Wurzeln und damit einen etwas anderen Blickwinkel auf die diversen Großbritannien-Clichés hat. Der Erfolg dieser Romanreihe lässt jedoch darauf schließen, dass die Briten wohl durchaus bereit sind, über ihre eigenen Macken zu lachen.


    Fazit:
    Allen, die sowohl Urban Fantasy als auch eine Portion Humor zu schätzen wissen, kann „Schwarzer Mond über Soho“ nur empfohlen werden.

  • An Jazz kann man nicht sterben. Oder?


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Ich liebe, liebe, LIEBE dieses Buch! Kann ich die Rezension einfach hier beenden? Nein? Ok, dann mache ich es mir halt doch nicht ganz so einfach:


    Die Peter-Grant-Bücher sind eine unglaublich originelle Mischung: ein bisschen Krimi, ein bisschen Magie, ganz viel Humor - und das so gekonnt miteinander verbunden, dass sich diese Zutaten gegenseitig nur umso vorteilhafter zur Geltung bringen. Ich habe oft laut gelacht und dennoch gespannt an den Fingernägeln geknabbert!


    Der Humor ist großartig, denn er ist zwar zum Schreien komisch, aber trotzdem intelligent geschrieben, mit ganz viel Charakter. Für mich braucht sich Ben Aaronovitch definitiv nicht hinter dem Großmeister der humorvollen Fantasy, Terry Pratchett, zu verstecken.


    Schon nach nur zwei Bänden hat sich Peter Grant in die Riege meiner Lieblingscharaktere eingereiht. Abgesehen davon, dass mir sein Humor gefällt, weiß ich auch seine Intelligenz, seinen Einfallsreichtum und seine Integrität zu schätzen. Er versucht, Magie nach wissenschaftlichen Standpunkten zu betrachten, indem er experimentiert und neue Dinge ausprobiert, und auch wenn das seinen Meister ein bisschen zur Verzweiflung treibt, fand ich Peters Fortschritte damit beachtlich - obwohl die Dinge nicht immer ganz so funktionieren, wie geplant.


    Auch die anderen Charaktere haben mich wieder voll überzeugt. Magisch oder nicht magisch, sie sind alle sehr lebensecht und glaubhaft geschrieben!


    Die Handlung ist unheimlich clever, denn sie baut aus magischen Elementen echte Krimispannung auf, mit unerwarteten Wendungen, zwiespältigen Charakteren und einer vielschichtigen Auflösung.


    Der Schreibstil ist schlicht und ergreifend wunderbar; nach wenigen Sätzen war ich schon wieder mittendrin in der Geschichte.


    Fazit:
    "Schwarzer Mond über Soho" macht einfach Spaß, Punkt. Es ist spannend, es ist lustig, es hat charmante Charaktere, einen fabelhaften Schreibstil, eine fantastische Atmosphäre - und jetzt gehen mir langsam die positiven Adjektive aus, dabei hätte die Geschichte noch viel mehr davon verdient...


    Da es der zweite Band der Peter-Grant-Reihe ist, würde ich empfehlen, erst "Die Flüsse von London" zu lesen. Das aber unbedingt.

  • Genau wie Teil 1 fand ich auch Schwarzer Mond über Soho - oder Moon Over Soho, wie das Original heißt - wieder recht amüsant. Und genau wie im ersten Teil ist auch hier die eigentliche Handlung nicht so wichtig und weniger unterhaltsam als das ganze Drumherum.
    Ich mag viele Dinge an dieser Serie: den Humor, der eher zum Grinsen als zum lauten Lachen anregt, Peters Erzählstimme, die zahlreichen Beschreibungen Londons mit viel Liebe für historische Details, die charmanten Charaktere... An diesem Band gefiel mir vor allem die spürbare Liebe zur Musik und obwohl ich selbst kein großer Jazz-Fan bin, habe ich mir doch einige passende Songs auf Spotify herausgesucht.
    Weniger gefallen haben mir Peters Tendenz, mehr mit dem Unterleib als mit dem Hirn zu denken - obwohl das ja für männliche Ermittler im Police Procedural Genre nicht so unüblich ist - und die doch etwas aufdringlichen Produktplatzierungen. Ich hab nichts dagegen, wenn Autoren hin und wieder real existierende Marken nennen. Wenn aber jedes Telefon ein iPhone und jedes Tablet ein iPad ist, wird es irgendwann nervig. (Davon abgesehen, ein iPad - selbst ein "iPad Clone", was auch immer das sein soll - mit herausnehmbarem Akku ist bestimmt was Magisches. Jedenfalls sicher nichts von dieser Welt.)


    Die Peter Grant Serie ist für mich gut gemachte, leichte Unterhaltung, nicht übermäßig spannend, nicht übermäßig packend, aber nett genug, dass ich mich darauf freue, die Folgebände zu lesen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Selber lesen macht kluch."


    If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
    Roberto Bolaño

  • Der Urban-Fantasy Roman von Ben Aaronovitch spielt in der heutigen Zeit in
    London, Peter Grant, Police Constable nimmt uns mit auf eine Reise voller
    Magie, übernatürlichen Wesen, lässt und an seinen Ermittlungen und ebenso an
    seinem trockenem, britischem Humor teilhaben. Humorvoll und fantasiereich
    nehmen wir Teil an der umfangreichen Ermittlungsarbeit mit den vielen
    verschiedenen Charakteren die sehr langsam das Puzzle zusammensetzen. Der
    vermeintlich natürliche Tod von einigen Jazzmusikern, direkt nach ihren
    Auftritten, sorgt für Sorge. Es recht nachdem im Gehirn die Wirkung von Magie
    nachgewiesen werden kann. Wer hat die Jazzmusiker auf dem Gewissen? In anderen
    Clubs verbluten Männer, denen der Penis abgebissen worden ist. Wer oder was
    steckt dahinter? Detective Chief Inspector Thomas Nightingale und Lesley May
    erholen sich noch von ihrem Arbeitsunfall und stehen Peter nicht durchgehend
    zur Verfügung, Peter ist mehr auf sich gestellt die Ermittlungen zusammen mit
    der Mordermittlung aufzuklären, bekommt ein wenig Hilfe von den Flussgeistern.


    Nachdem mich das Hörbuch überzeugen konnte, habe ich nach einiger Zeit auch
    den Roman gelesen. Die gekürzte Hörbuchfassung gefällt mir dabei sehr gut.


    Ich liebe ja eigentlich verschachtelte Sätze und diese detaillierte Beschreibung
    von Ben Aaronovitch, so dass man sich seine Welt wirklich bildhaft vorstellen
    kann, dennoch hätte es ein paar weniger Charakter sicherlich auch getan. So
    ganz folgen kann ich der Geschichte im Nachgang eigentlich nicht mehr, wer nun
    zu wem und an welchen Ort geführt hat. Das war auch teilweise etwas langatmig,
    richtige Spannung kam für mich dadurch auch nicht auf. Es ergab sich zwar die
    ein oder andere Frage, sicherlich wollte ich wissen, wer die Jazzmusiker auf
    dem Gewissen hatte und wer oder was den Männern im Club das beste Stück
    abgebissen hat und sie verbluten ließ, aber dies ergab sich ja Puzzlegleich
    durch die Ermittlungsarbeit. Lesenwert allemal, auch die weiteren Informationen

    über die Hauptcharakter, deren Hintergrund und wie es Ihnen geht, kommt nicht

    zu kurz in diesem Buch und gefällt mir.


    Dem Buch gebe ich daher :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Dem Hörbuch, wo Dietmar Wunder einfach fesseln und überzeugen kann :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Dennoch freue ich mich auf die anderen Teile. Ich fang dann mal mit dem nächsten an.

    1. (Ø)

      Verlag: dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG


    "Die Welt ist gierig, und manchmal umschließen Nebel unsere Herzen, bis wir uns nicht einmal mehr daran erinnern können, wann unsere Träume zu sterben begannen." aus Lumen von Christoph Marzi


    2019 : 12 Bücher :study: 6.298 Seiten // 11 Hörbücher:musik: 139 Stunden 13 Minuten

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