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Andreas Gruber - Todesfrist

Todesfrist: Maarten S

4.4 von 5 Sternen bei 96 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 432

ISBN: 9783442478668

Termin: März 2013

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  • Über den Autor:
    Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er ist zweifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.
    (Quelle: Verlag)


    Inhalt:
    Sabine Nemez ist eine junge Münchener Kommissarin mit Ambitionen im Profiling-Bereich, sie hofft immer noch auf ihre Chance.


    Dann berührt ein irrer Mörder ihr Privatleben, als er ihre Mutter entführt und dem von ihr getrennt lebenden Mann, Sabines Vater, telefonisch ein 48stündiges Ultimatum stellt, in dem er eine Aufgabe lösen soll. Verzweiflung macht sich breit, als eine Frauenleiche gefunden wird und Sabine ahnt, dass es ihre Mutter ist.


    Zwei weitere Frauen werden auf perfide Art und Weise ermordet und immer mehr kommt in Sabine der Verdacht auf, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Doch wo sind die Verbindungen der Toten? Mit Hilfe eines Kollegen kann sie in einer Datenbank forschen, was wiederum andere auf den Plan ruft. Vor allem Neider, die Sabine ausbooten möchten.


    Als Sabine herausfindet, dass der wahnsinnige Killer seine kranken Ideen für immer neue Morde aus den Struwwelpeter-Geschichten nimmt, brennt die Luft und sie weiß, wenn sie ihn nicht schnellstens dingfest machen, werden noch viele viele leiden und sterben müssen.


    Meine Meinung:


    Märchen – mal grausam
    Ein Buch, das einen von der ersten Seite in seinen Bann zieht. Direkt zu Beginn ist man Zeuge der schlimmen Qualen eines der Opfer, erlebt minutiös mit, wie es gequält wird, welche Freude der Killer quasi an diesen Folterungen hat. Für jeden Thriller-Freund ein echtes Vergnügen! Ich hatte Mühe, zu unterbrechen, wollte immer weiter lesen und könnte jetzt nicht sagen, dass ich mich irgendwo gelangweilt hätte, oder dass es Stellen gab, wo ich nicht gewusst hätte, was mir der Autor sagen will. Von Beginn an war mein Wille, den Täter zu entdecken, ihn zu entlarven, so dermaßen da, dass ich am liebsten Sabine live beiseite gestanden hätte. Und genauso sollte es ja auch sein.


    Ein Thriller, wie man ihn sich wünscht, dazu noch von einem deutschsprachigen Autoren, da kennt meine Begeisterung keine Grenzen.


    Sicherlich wurde auch hier der Thriller nicht neu erfunden, aber auf erfrischende Art und Weise „verkauft“. Die Methoden des Killers sind so perfide und so ausgereift, durchdacht, dass es einem schon Angst und Bange werden kann.


    Dazu eine Kommissarin, die einem sehr sympathisch wird, durch ihre Art, man fühlt sich ihr nahe, vielleicht auch, weil ich selber eine Frau bin, da gefällt es mir sowieso, wenn die Hauptfigur weiblich ist und neben all der Stärke auch mal Schwächen zeigen darf. Von daher fänd ich es auch ganz schön, wenn sie noch in weiteren Fällen aktiv werden dürfte.


    Fazit:
    Alles in Allem muss ich sagen, bin ich sehr gut unterhalten worden, von vorne bis hinten. Der Stil des Autors ist angenehm und sehr flüssig zu lesen, verleitet auch ganz gern zum Marathonlesen, weil der Spannungsbogen einfach nicht abflacht. Ich denke, ich werde mir „Rachesommer“ auch noch besorgen und lesen, da ich hier wohl einen neuen Lieblingsautor entdecken durfte.
    Die Geschichte selbst ist extremst ausgereift und wirklich bis ins Detail bösartig, was die Taten angeht. Ein Kinderbuch als Hintergrund für schrecklichste Serienmorde ist schon sehr „krank“.
    Ich würde das Buch allen empfehlen, die nicht vor blutigen, perfiden Mordmethoden en detail in Büchern zurückschrecken und gerne mitermitteln.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Liebste Grüße
    Die Bine
    Nilis Bücherregal


    Ich lese gerade: Alexa Hennig von Lange "Der Atem der Angst"/Aileen P. Roberts "Elvancor 1"/Gabriela Gwisdek "Nachts kommt die Angst"
    Mein RuB JETZT: 385

  • Ein Thriller, wie man ihn sich wünscht, dazu noch von einem deutschsprachigen Autoren, da kennt meine Begeisterung keine Grenzen.

    Ich finde es auch immer wieder schön, wenn sich ein deutschsprachiger Autor positiv hervorhebt. Es ist hoffentlich nicht wieder einer dieser sogenannten "Regionalkrimis". Die finde ich nämlich meistens ziemlich einfach geschrieben (lieblos zusammengeschustert) und irgendwie nicht wirklich überzeugend, da zu sehr ins Klamaukhafte abdriftend.

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

  • Also, klamaukhaftig kann ich in dem Buch jetzt gar nichts finden ;-)


    Regional...nun, München ist nunmal der Ort. Aber jede Geschichte spielt doch irgendwo.... Ich finde es im Gegensatz eigentlich ganz schön, wenn man das alles gedanklich irgendwo festpinnen kann, weiß, wo man sich befindet. Und ich komme übrigens nicht aus Bayern ;-) Meine Begeisterung hat also absolut nichts mit Lokalpatriotismus zu tun!

    Liebste Grüße
    Die Bine
    Nilis Bücherregal


    Ich lese gerade: Alexa Hennig von Lange "Der Atem der Angst"/Aileen P. Roberts "Elvancor 1"/Gabriela Gwisdek "Nachts kommt die Angst"
    Mein RuB JETZT: 385

  • Kurzbeschreibung:
    »Wenn Sie innerhalb von 48 Stunden herausfinden, warum ich diese Frau entführt habe, bleibt sie am Leben. Falls nicht – stirbt sie.« Mit dieser Botschaft beginnt das perverse Spiel eines Serienmörders. Er lässt seine Opfer verhungern, ertränkt sie in Tinte oder umhüllt sie bei lebendigem Leib mit Beton. Verzweifelt sucht die Münchner Kommissarin Sabine Nemez nach einer Erklärung, einem Motiv. Erst als sie einen niederländischen Kollegen hinzuzieht, entdecken sie zumindest ein Muster: Ein altes Kinderbuch dient dem Täter als grausame Inspiration – und das birgt noch viele Ideen...


    Zum Autor:
    Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und arbeitet halbtags für einen Pharma-Konzern. Mit seiner Familie und vier Katzen lebt er in Grillenberg in Niederösterreich. Er ist zweifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises.


    Meine Meinung kurz & knapp:
    Todesfrist beginnt bereits mit einem Prolog, der die Spannung des Buches schon erahnen lässt und der diese nicht nur verspricht, sondern auch von Anfang bis Ende halten kann. Zwar ist der Täter recht schnell gefunden, doch Andreas Gruber baut dank einiger anfangs nicht zusammenhängender Handlungsstränge einige Irrungen und Wirrungen mit ein, die den Leser bei der Stange halten und fesseln können.


    Mit Maarten S. Sneijder hat der Autor eine Hauptfigur ersonnen, die durchaus polarisiert. Ein Gras rauchender und furchtbar arroganter, aber brillanter Fallanalytiker, der nicht auf den Mund gefallen ist, ist mir bisher so noch nicht untergekommen. Und trotz seiner oftmals sehr ruppigen und rotzigen Art gegenüber Kollegen entwickelte er sich zu meinem Lieblingscharakter.


    Die Ermittlungen selbst führen über Deutschland nach Österreich und sind sehr spannend beschrieben, so dass man beim Lesen kaum zum Luftholen kommt. Auch die verschiedenen Erzählperspektiven machen einen gewissen Reiz der Geschichte aus und somit kann ich diesen Thriller nur wärmstens empfehlen. Spannend und temporeich bis zum Ende mit authentischen Charakteren kann Todesfrist glänzen, und ich bin auf weitere Bücher von Andreas Gruber gespannt bzw. ich werde mich erstmal seinen vorherigen Romanen widmen.

  • Ein Gras rauchender und furchtbar arroganter, aber brillanter Fallanalytiker


    Ich las das Buch mit begeisterung! Maarten S. Sneijder fand ich Klasse, obwohl er am Anfang etwas unsypatisch rüberkommt, sieht man zum Ende doch, dass in jeder harten Schale ein weicher Kern steckt. :wink:


    Auch wenn man schon weiß wer der Täter ist, ist es doch interessant zu erfahren warum er zum Täter geworden ist und was ihn dazu führte so grausame Morde zu verüben.


    Eines der besten Bücher von Andreas Gruber.

  • Mir hat das Buch ebenfalls sehr gut gefallen. Anfangs hatte ich echt Probleme mich mit dem Schreibstill anzufreunden, und hatte schon Angst das sich das ganze Buch komplett so durchzieht. Ich finde das sich dies nach etwa 1/3 des Buches wesentlich verbessert, und daraus danach wirklich ein gut zu lesender Thriller/Krimi wurde. Etwas was schade war das nicht weiter auf die Personen eingegangen wurde, diese also etwas zu plastisch dargestellt wurden. Der Fall wurde einem trotzdem gut nahe gebracht, und durch die kurzen Kapitel war es ein echter Page Turner.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde mir auch noch die nächsten beiden Bände besorgen, um zu wissen wie es mit Sabine Nemez und Maarten Sneijder, halt Maarten S. Sneijder, weitergeht.


    Von mir gibts für dieses Buch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Stephen King - Finderlohn

    :montag: Gelesen in 2016: Bücher 23 / Seiten 9862
    :montag: Gelesen in 2017: Bücher 14 / Seiten 5901
    :montag: Gelesen in 2018: Bücher 10 / Seiten 4109

    :montag: Gelesen in 2019: Bücher 6 / Seiten 2691


    Ziel 2019: 5.000 Seiten

  • Ich finde das Buch richtig klasse. Vom ersten Moment an holte Andreas Gruber den Leser ab und man war sofort mitten im Geschehen.
    Ich persönlich empfinde den Schreibstil sehr angenehm und den Wechsel zwischen den Handlungen einfach prima. Jedes Kapitel wurde beinahe mit einem Cliffhanger beendet, sodass man nicht mehr aufhören konnte zu lesen.


    Ich kann jedem hartgesottenen Krimifan diese Buchreihe nur ans Herz legen.
    Die Charakterbeschreibung,- sowie Entwicklung der beiden Hauptpersonen Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ist sehr interessant und ich hoffe A. Gruber wird noch viele weitere Teile hervorbringen.


    Von mir gibts :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb::applause:

  • Ein deutscher Krimi, der zwar in einer bestimmten Region spielt - Münchner Gegend -, den man nicht unbedingt zu den Regionalkrimis rechnen kann.
    Aufgebaut nach einem Schema wie viele Serienmörderkrimis, in denen sich die Täter an Vorlagen wie Liedern, Texten, vorgegebenen Fixpunkten, usw. orientieren. Ein abstruses Motiv auf einem noch viel abstruseren Hintergrund, den ich nicht nachvollziehen kann.


    Ich habe das Buch Seite um Seite verschlungen, die Handlung fesselt, und Gruber hält den Spannungsbogen gleichmäßig hoch.


    Ein paar Punkte stören mich:
    Sabine legt ihre Pistole auf der Kommode einer Wohnung ab, in der drei Kinder leben. Eine Kleinigkeit, gut, aber dennoch sollte ein Autor auch bei Kleinigkeiten genau sein.
    Seite 299: "Der übliche süße Duft von Verwesung fehlte. Stattdessen stank es entsetzlich nach Urin, Fäkalien, Erbrochenem und Verwesung." Da hat aber jemand nicht aufgepasst.
    Seite 356: "Seine Kiefer mahlten, als wollte er eine Bleiplatte zerbeißen." :shock:



    Hier fällt die Logik der Konstruktion zum Opfer, ein Verfahren, das ich in Krimis nicht mag.


    Trotzdem: Maarten S. und Sabine haben mich unterhalten, und "Todesurteil" habe ich in der Bücherei vorbestellt.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)



  • Habe das Buch so eben beendet und kann mich den Meinungen hier nur anschließen. Spannender Thriller mit ein paar logischen und inhaltlichen Schwächen, aber mal von einem deutschen Autor, was mich sehr freut. :)


    Was mich interessiert: Die Hauptfigur erhebt ja sehr starke Vorwürfe gegen eine Buchhandlung namens Haital, was ja, wahrscheinlich nicht zufällig, ein Anagramm von "Thalia" ist. Weiß jemand, ob Thalia tatsächlich zu solchen Methoden greift bzw gegriffen hat? Hab ich bisher nichts von gehört, aber gehe auch so gut wie nie zu Thalia. Ich glaube im Süden Deutschlands sind die stärker vertreten.

  • Ein paar Punkte stören mich:
    Sabine legt ihre Pistole auf der Kommode einer Wohnung ab, in der drei Kinder leben. Eine Kleinigkeit, gut, aber dennoch sollte ein Autor auch bei Kleinigkeiten genau sein.
    Seite 299: "Der übliche süße Duft von Verwesung fehlte. Stattdessen stank es entsetzlich nach Urin, Fäkalien, Erbrochenem und Verwesung." Da hat aber jemand nicht aufgepasst.
    Seite 356: "Seine Kiefer mahlten, als wollte er eine Bleiplatte zerbeißen." :shock:

    Ja, mir sind direkt ein paar Dinge am Anfang aufgestoßen, sodass ich erst dachte, dass das Buch von einem Anfänger geschrieben wurde. Gott sei Dank, wurde es dann schnell besser. Bei mir war es direkt auf den ersten Seiten, dass er die Hauptfigur als 160cm kleine Frau bezeichnet. Gerade Frauen mit dieser Körpergröße werden nur in Ausnahmefällen bei der Polizei zugelassen. Hab dann extra noch recherchiert, ob es in Bayern anders ist, aber da ist es genauso. Da hätte sie besser etwas größer gemacht oder wäre auf ihre besondere Fitness eingegangen.

    Gleich danach dann das plötzliche Auftauchen des Vaters, der für mein Verständnis völlig unnatürlich handelt. Da habe ich Schlimmes befürchtet. :lol: Dann war es allerdings so spannend, dass man die kleinen Logikfehler besser verzeihen konnte.

  • Es ist hoffentlich nicht wieder einer dieser sogenannten "Regionalkrimis". Die finde ich nämlich meistens ziemlich einfach geschrieben

    Na nur nicht alle in den gleichen Topf werfen, da gibt es solche und solche, sind ja nicht alle von Rita Falk. :roll: Und hier ist jeder an einem anderen Ort.

    Dann war es allerdings so spannend, dass man die kleinen Logikfehler besser verzeihen konnte.

    Finde ich auch, man darf nicht so pingelig sein, ich mag Gruber sehr.

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

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