Bücherwichteln im BücherTreff

B.A.f.H., Bastard Assistant from Hell von Florian Schiel

Bastard Assistant from Hell:

3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Schwarten Verlag

Bindung: Taschenbuch

ISBN: 9783929303094

Termin: 1998

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  • Deutsche Universitäten und ihre Belegschaften gelten gemeinhin als ziemlich humorlose Veranstaltungen -, doch ein kleines Münchner Institut scheint diese Auffassung zu widerlegen, seit dort der "Bastard Assistant from Hell" sein Unwesen treibt. Mit viel Sarkasmus und bösartigem Witz macht er seinem Chef, seinen Kollegen und nicht zuletzt seinen Studenten das sonst oft so beschauliche akademische Alltagsleben zu einer privaten kleinen Hölle, in der nie etwas so funktioniert, wie es sollte, nie etwas einfach erledigt wird, wenn es auch kompliziert geht, und kein Tag vergeht, ohne das eine mittlere Katastrophe über den Leerstuhl, äh Lehrstuhl, hereinbricht. Dazu kommt noch, dass B.A.f.H. das ganze Institut unerbittlich im Griff hält, weil nur er allein das Superuser-Passwort aller Institutsrechner kennt. Zu seinen Lieblingsbeschäftigungen zählt das Abwimmeln von Studenten bei gleichzeitigem Anlocken von hübschen Studentinnen. Dann hängt er vielleicht mal wieder das Schild "NOTFALL BEIM S. O. P. L." vor seine Tür. Natürlich weiss niemand, was S.O.P.L. heisst, klingt aber arbeitsintensiv. Und zur Entlastung seiner Telefonleitung legt er gerne mal den "DUMMY MODE ON".


    Eine herrliche Satire, die sich in einem Rutsch durchliest :rambo:



    Weiter Bücher von ihm:
    The Bastard Assistant Goes Overseas. Die USA-Wochen des berüchtigten Uni-Assistenten.
    B.A.f.H. Das Neueste vom Bastard Assistant

    LG, Ariadne


    Wer fragt, ist ein Narr für eine Minute.
    Wer nicht fragt, ist ein Narr sein Leben lang!
    Konfuzius

  • Florian Schiel arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Phonetik und Sprachliche Kommunikation der Universität München. Das sollte man wissen wenn man dieses Buch liest.


    Als ich die Lektüre dieses Buches beendet hatte, ging mir einfach nur folgender Gedanke durch den Kopf: „Ja, anders kann es nicht gewesen. So ist dieses Buch entstanden.“
    Man muss sich das jetzt so vorstellen. Ein kleiner frustrierter subalterner, völlig humorloser Beamter, kommt nach Hause, setzt sich an seinen Schreibtisch, natürlich erst als er den Sitz seiner Ärmelschoner überprüft hat, und denkt: „So, nun bin mal ganz lustig und schreibe einfach mal Humor.“
    Naja, dass das Ding voll in die Hose gegangen ist, muss man halt unter der Rubrik „Pech gehabt – hat nicht geklappt“ abheften.


    Ich habe wohl selten ein solch plattes Buch gelesen. „Hallervorden-Humor“ der übelsten Sorte, billigster Slapstick den man vielleicht gerade noch mit 3,8 Promille ertragen kann, muss man auf 281 Seiten über sich ergehen lassen. Da ist nichts witzig, da ist nichts was bitterböse Satire sein könnte, nein, da ist jede Teleshopsendung im Fernsehen lustiger und inhaltsvoller.


    Natürlich ist es verständlich, dass ein frustrierter Beamter, der auf der Karriereleiter wahrscheinlich nur die Sprossen über sich sieht, versucht seinen Frust abzubauen auf diese Art und Weise abzubauen, aber musste das wirklich in Buchform passieren?


    Satire ist etwas anderes, denn Satire duldet keine Plattheiten. Der Klappentext spricht von „....schwarzen Humor und bösartigem Witz....“, allerdings habe ich beides in diesem Buch nicht gefunden. Die acht Euro für dieses Buch wären besser in vier Flaschen Dornfelder von ALDI angelegt gewesen.


    Eines steht aber fest: Nie wieder Florian Schiel!

  • Wenn das so unterschiedliche Meinungen aufwirft, dann muss das ja ein Buch für mich sein.
    Tja, die Wunschliste ruft! :P


    Liebe Grüße,
    Kali

    „Verrücktheit ist unendlich faszinierender als Intelligenz, unendlich tiefgründiger. Intelligenz hat Grenzen, Verrücktheit nicht.”


    Claude Chabrol (*1930), frz. Filmregisseur u. -kritiker

  • Hallo,
    ich hatte gar nicht gesehen, dass es hier einen BAFH-Thread gibt! :mrgreen:


    Die täglichen Abenteuer des Bastard Assistant from Hell im Kampf gegen lästige User und ähnliche störende Elemente mag ich aufgrund des rabenschwarzen Humors, und weil es so schön ist, mit den hilflosen vertrauensseligen Opfern dieses fiesen Administrators zu zittern... allerdings muss ich zugeben, dass
    a) nicht alle Geschichten gleich gut sind (vieles wiederholt sich auch - nagut, da es eine Art Tagebuch sein soll, liegt das ja in der Natur der Sache) und dass man
    b) viele Witze nur kapiert, wenn man Ahnung von UNIX-Programmierung hat, denn ansonsten kann man eher nur vermuten, was die Folge des eingegebenen Befehls ist. Obwohl die klagenden Rufe der Technik-Opfer diese Frage alsbald beantworten, harhar...


    Aber trotz dieser kleinen Widrigkeiten habe ich die BAFH-Geschichten auch in einem Rutsch durchgelesen und war viel zu oft hellauf begeistert! Meine Lieblingsepisoden sind dabei die, in denen die neu angestellte Sekretärin Frau Bezelmann mit ihrem phlegmatischen, aber deshalb nicht weniger boshaften Raben Nero, eindrucksvoll zu den Mühen des BAFH beiträgt, Sand ins Getriebe der Universität zu streuen.


    Es gab die ganze Reihe übrigens auch mal online zu lesen, ebenso wie man momentan eine liebevoll gestaltete (und leicht fies angehauchte) Website zum Thema findet, wenn man den Begriff in eine bekannte Suchmaschine eingibt.


    LG schnakchen

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