Charles Dickens – Klein Dorrit / Little Dorrit

Klein Dorrit

4.3 von 5 Sternen bei 10 Bewertungen

Verlag: Europaeischer Literaturverlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 796

ISBN: 9783862679072

Termin: April 2014

Klappentext / Inhaltsangabe: Charles Dickens (1812-1870) veröffentlichte den Roman »Klein Dorrit« zwischen 1855 und 1857. Im Zentrum der Handlung steht die 20jährige Amy Dorrit, wegen ihrer zierlichen Erscheinung Klein Dorrit genannt. Durch einen Großspekulanten um ihr Familienvermögen gebracht, kämpft sie zusammen mit dem jungen Arthur Clennam gegen die Auswüchse einer grotesk ungerechten Gesellschaft und vor allem gegen das krakenhafte »Circumlocation Office«, das sich jedem gesellschaftlichen Fortschritt in den Weg stellt. Zunächst kein großer Erfolg, hielt George Bernard Shaw später den düster-satirischen Roman für »ein aufrührerischeres Buch als >Das Kapital
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  • Originaltitel: Little Dorrit


    Inhalt (Amazonbeschreibung der Filmserie)
    Nach einigen Jahren Abwesenheit kehrt Arthur Clennam ins London der 1820er Jahre zurück. Im Haus seiner Mutter findet er eine junge Näherin vor, Amy Dorrit. Doch seine Mutter ist keineswegs für ihre Wohltätigkeit und Warmherzigkeit bekannt. Warum also hat sie Amy aufgenommen? Die Suche nach der Wahrheit treibt Arthur immer weiter auf ein dunkles Geheimnis zu. Wird am Ende der Ruf seiner Familie an diesem Geheimnis zerbrechen?


    Mein Fazit
    Charles Dickens „Klein Dorrit“ ist in Deutschland recht unbekannt und leider in deutscher Übersetzung nur schwer zu bekommen. Ich habe damals eine sehr alte gebrauchte Ausgabe gekauft, jetzt aber mit Freuden entdeckt, dass es in der Buchreihe „TREDITION CLASSICS“ mit anderen vergriffenen Büchern wieder neu gedruckt wurde. :thumleft:


    Warum dieses Dickenswerk in Deutschland so unbekannt und von den deutschen Verlagen nicht beachtet wird, kann ich nicht nachvollziehen. Meiner Ansicht nach steht es keinesfalls im Schatten der anderen bekannten Werke Dickens. Dazu behandelt es ein immer aktuelles Thema, nämlich den Umgang mit Geld, Reichtum und Schulden.
    Das Buch beinhaltet alles, was einen guten Dickensroman ausmacht: Eine schöne und bewegende Geschichte, einen schönen Schreibstil, Protagonisten mit denen man Sympathisieren kann und (was ich besonders bei Dickens lieben) herrlich skurrile und finstere Nebencharaktere. Die Hauptperson Amy Dorrit erscheint teilweise schon zu perfekt und fehlerlos. Dieser negative Punkt wird jedoch durch die anderen interessanten Nebencharaktere wieder ausgeglichen. Besonders gelungen fand ich die Darstellung von Amys Vater. Ein Mann, der über zwanzig Jahre nicht das Schuldnergefängnis verlassen konnte und verzweifelt versucht hat irgendwie etwas Würde zu bewahren. Dickens versteht es perfekt dieses psychische Wrack zu Skizzieren. Manchmal will man vor Mitleid mit ihm Weinen, manchmal ist man aber auch nur entsetzt und wütend über sein Verhalten besonders gegenüber Amy.
    Die gesamte Geschichte erstreckt sich über mehr als 1000 Seiten und kann vor allem im ersten Teil stellenweise etwas langatmig werden. Aber immer, wenn es gerade langatmig wir, wird man von neuem gepackt und ab der Hälfte kommt die Geschichte dann richtig ins Rollen. Am Ende seht man einfach einen Guten Ausgang für Amy herbei.


    Ein Buch, was einen beim Lesen immer wieder zum Nachdenken bringt. Von mir gibts :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne

    "Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?" - Dostojewski

  • Das Buch und ich haben eine etwas blöde Vorgeschichte. Schuld ist schlussendlich die BBC. :wink:
    Wir schrieben das Jahr 2008 und ich weilte in fremden Landen, die unter anderem auch über englische Fernsehkanäle verfügten. Seinerzeit kam die BBC auf die glorreiche Idee, Little Dorrit zwar gewohnt gut zu verfilmen aber in 30-minütigen Schnipseln zu senden. Wohlgemerkt jeden Tag zu einer anderen Zeit ohne erkennbares System, sonst wäre es ja zu einfach gewesen. In Folge habe ich die Verfilmung nur bruchstückhaft gesehen und wusste zwar so in etwa, um was es geht, mehr aber auch nicht. Aus diesem Grund habe ich mir dann das Buch gekauft.


    Aber irgendwie kam ich in die Geschichte nie recht rein. Ich glaube, ich habe über einen Monat an diesem Buch gelesen. Und das, obwohl ich Dickens unter normalen Umständen regelrecht aufsauge. Schlussendlich hat mich die Haupthandlung einfach nicht so sehr fasziniert, als dass der wirkliche Wille zum Weiterlesen da gewesen wäre. Irgendwann habe ich es dann doch noch geschafft, aber es war eines dieser Bücher, das irgendwann auf dem Tisch liegt und bei dem man sich jeden Tag denkt "Ach, das solltest du ja mal beenden, damit du etwas neues anfangen kannst".

  • Ich habe auch erst die BBC-Verfilmung gesehen, die immernoch eine meiner lieblins BBC-Verfimungen ist. :thumleft:
    Ich muss zugeben, dass ich stellenweise mich auch etwas durch das Buch kämpfen musste, aber so gings mir beispielsweise auch bei "Große Erwartungen". Ich kann Dickens-Bücher nicht einfach mal schnell so nebenher lesen, sondern brauche da echt meine Zeit. Wenn ich das Buch dann aber durch habe, muss ich aber sagen, dass die Zeit sich gelohnt hat.

    "Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?" - Dostojewski

  • Ich muss zugeben, dass ich stellenweise mich auch etwas durch das Buch kämpfen musste, aber so gings mir beispielsweise auch bei "Große Erwartungen".

    Great Expectations hatte ich beispielsweise in zwei oder drei Tagen durch, weil es mich gefesselt hatte. Ebenso wie "A tale of two cities" (tut mir leid, bei dem weiß ich nicht mal den deutschen Titel :uups: ), von daher ist Little Dorrit in meinem Fall da eher aus dem Raster gefallen. Gut, das Buch ist auch bedeutend umfangreicher als die vorgenannten, aber wie gesagt: irgendwie hat mir da ein wenig der rechte Zugang gefehlt.

  • Ich hab beide Teile gelsene und die Rezension bezieht sich auch auf beide Teile. Eine Gesammtausgabe hab ich nicht gefunden und das Buch war vor dieser Ausgabe lange vergriffen...

    "Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?" - Dostojewski

  • Ich habe mir vor kurzem das eBook auf Deutsch heruntergeladen und will nun sehen, ob es mir immer noch gefällt. Eigentlich habe ich den Roman bereits zweimal in der russischen Übersetzung gelesen, einmal als Teenie und dann nochmal vor ein paar Jahren.
    Die Charakterisierungen in diesem Buch sind das Beste, ich liebe es, wie Dickens die Personen beschreibt.


    Die Geschichte selber ist aber nicht leicht zu lesen, "Große Erwartungen" fand ich wesentlich leichter.
    Die BBC-Verfilmung kenne ich noch nicht, steht aber auf der Wunschliste.


    ***
    Aeria

  • Die Charakterisierungen in diesem Buch sind das Beste, ich liebe es, wie Dickens die Personen beschreibt.

    Kann ich nur Zustimmen. Das ist, was ich allgemein an Dickens Romanen liebe.

    Die BBC-Verfilmung kenne ich noch nicht, steht aber auf der Wunschliste.

    Die BBC-Verfilmung kann ich nur empfehlen. Eine meiner liebsten BBC-Literaturverfilmungen.

    "Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?" - Dostojewski

  • Oh, dieses wunderschöne Buch! Ich hab das mit 12 gelesen, und fand es damals so toll! Da kommen Erinnerungen hoch.
    Ich hab auch als Kind die Verfilmung geschaut, allerdings nicht diese neue Version, die war etwas älter? ich glaube mich an eine noch andere Verfilmung zu erinnern? Kennt die jemand?

  • Ich habe heute zufällig einen Teil der Verfilmung gesehen. Der Inhalt spricht mich richtig an und ich werde mir auf jeden Fall das Buch zulegen.


    Kann mir nur bitte jemand sagen, warum es 2 Teile geht bzw. wo Teil 1 endet und Teil 2 beginnt?

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Kann mir nur bitte jemand sagen, warum es 2 Teile geht bzw. wo Teil 1 endet und Teil 2 beginnt?


    Wahrscheinlich weil es so dick ist, es gibt jetzt eine Gesammtausgabe mit über 700 Seiten. :wink:

    1. Klein Dorrit

      (Ø)

      Verlag: Europaeischer Literaturverlag


    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach:

  • Na Bumm. Ich hab das Buch (Teil 1) bei Thalia als e-book um 0,99 gesehen, das werde ich mir zulegen. Aber das alleine hatte (glaube ich jetzt) um die 500 Seiten... Na das wird dann wieder eine kleines Lebensaufgabe für mich :study:

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)