Nicolas Barreau, Das Lächeln der Frauen

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Das Lächeln der Frauen

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Verlag: Thiele & Brandstätter Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 336

ISBN: 9783851793918

Termin: September 2017

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  • Aurelie Bredin ist eine junge Frau, die nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters dessen Restaurant "Le Temps des Cerises" übernommen hat. Doch sie hat wenig Freude daran. Sie ist traurig und unglücklich, sie empfindet ihr Leben als ein dunkles Jammertal.


    In dieser Stimmung, wie sie jeder einmal hat, geht sie eines Tages im tristen November in eine Buchhandlung, wo ihr ein Buch in die Hände fällt, dessen Titel sie auf seltsame Weise anspricht: "Das Lächeln der Frauen". Noch in der Buchhandlung stößt sie beim Blättern und Reinlesen auf einen Satz, der hinweist auf ihr eigenes Restaurant. Sie eilt nach Hause, ruht nicht, bis sie das Buch ganz ausgelesen hat und ist danach nicht nur plötzlich ganz von ihrer Traurigkeit und Depression befreit, sondern sie ist von dem Gedanken beseelt, den Autor dieses Romans kennenzulernen. Denn er, so ist sie felsenfest überzeugt, hat ihr, ohne dass er das natürlich ahnen konnte, mit seinen Worten das Leben gerettet.


    Sie will ihn ausfindig machen, jenen scheuen Engländer, wie sie herausfindet, ihn in ihr Restaurant einladen und sich einfach nur bedanken. Doch die Suche nach ihm erweist sich als schwerer als gedacht. Im Verlag, in dem das Buch erschienen ist, versucht ein sturer Lektor Aurelie lauter Steine in den Weg zu legen. Doch beseelt von ihrer Idee und der Erfahrung, ein neues Leben geschenkt bekommen zu haben, gibt Aurelie nicht auf, und eines Tages findet sie in ihrem Briefkasten eine Nachricht ...


    "Das Lächeln der Frauen" ist ein schöner, romantischer, dabei immer sprachlich anspruchsvoller Roman über die Macht der Liebe und wie sie Leben retten kann.

  • Womit ich tatsächlich nicht gerechnet habe war, wie humorvoll das Buch geschrieben ist. Es ist kein direkter offenherziger Humor, den ich von so manchen Autorinnen gewohnt bin, sondern eher ein Humor unterschwelliger Art. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Aurélie und André erzählt, und weil beide die Geschehnisse auf eine ziemlich trockene Art und Weise darstellen wirkt die Situation umso komischer. Die Konstellation hinter der Geschichte hat mir unglaublich gut gefallen, vor allen Dingen, weil ich es gemäß obigem Klappentext überhaupt nicht erwartet hatte. Ich musste schon anfangen zu lachen, als ich langsam begriff wo genau hier das Problem liegt. Die Story hinter Aurélie und André fand ich grandios und hatte mich so ziemlich vom ersten Augenblick an gepackt.


    Hinzu kommt, dass die beiden Protagonisten ein bezauberndes Paar sind. Beide haben ihre Eigenarten, beide sind auf der Suche nach etwas und beide begreifen eigentlich noch nicht so ganz genau, was das eigentlich sein soll. Aurélie hat dabei eine ganz charmante Art der Naivität an sich, die sie unglaublich sympathisch macht, und zu keinem Moment nervig wirkt. Wie sie vehement versucht diesen Autor ausfindig zu machen, hat zu vielen witzigen Situationen geführt und den Spaß am Buch sehr gut aufrecht erhalten. Auch André ist als Charakter toll gelungen, weil er von einem Fettnäpfchen ins nächste Tritt und dabei seiner Fantasie keine Grenzen setzt. Und das alles nur, um eine Frau kennenzulernen und für sich zu gewinnen. Nach den ersten 50 Seiten im Buch konnte ich einfach nur laut seufzen und mich freuen, welch schöne Geschichte hier vor mir liegt.


    Ebenfalls begeistert war ich von der Atmosphäre im Buch. Ich denke, auch wenn nicht ein einziges Mal der Name der Stadt gefallen wäre, hätte ich gewusst, dass ich mich in Paris befinde. Aurélie ist Restaurantbesitzerin, wobei ihr Lokal im Buch auch eine größere Rolle spielt. Die französische Küche kam genauso schön zum Vorschein, wie die bezaubernde Atmosphäre Frankreichs. Ich habe mich beim Lesen richtig wohl gefühlt und konnte die Straßen und Schauplätze sehr schön vor mir sehen. Wer sich literarisch gern in Frankreich aufhält, wird hier sicher ein nettes Plätzchen finden.


    Fazit

    Nicolas Barreau hat mit seinem angenehmen, humorvollen und charmanten Schreibstil eine wunderschöne Geschichte kreiert und es braucht nicht viel Überzeugungskraft, um mir auch seine anderen Bücher besorgen zu wollen. Ein toller Autor, eine wundervolle Idee und liebreizende Protagonisten! Etwas ausgereiftere Konflikte hätten dem Buch m.E. jedoch noch den letzten Feinschliff verpasst.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    "The worth of a book is to be measured by what you can carry away from it."

  • Klappentext:
    Die Restaurantbesitzerin Aurèlie hat Liebeskummer: Von einem Tag auf den anderen wurde sie von ihrem Freund verlassen. Unglücklich streift sie durch Paris und stößt in einer Buchhandlung auf einen Roman, der gleich in den ersten Sätzen nicht nur ihr Lokal, sondern auch sie selbst beschreibt. Natürlich möchte Aurèlie den Autor kennenlernen, doch der ist leider sehr menschenscheu, erzählt der Lektor des französischen Verlags. Aber Aurèlie gibt nicht auf ...


    Zum Buch:
    Das Cover führt einen direkt nach Paris, der Eifelturm ist zu sehen, wie auch eine junge hübsche Frau in einem roten Kostum. Das Cover spricht mich sehr an und paßt perfekt zur Geschichte.
    Das Buch ist in 17 Kapitel unterteilt, und zudem noch in den Kapiteln durch Absätze unterteilt, was einem das lesen sehr angenehm macht.


    Meine Meinung:
    Der Autor Nicolas Barreau weiß ganz genau wie er den Leser nach Frankreich entführen kann. Durch die schönen Beschreibungen des Umfeldes, durch französische Namen und auch der Sprache, erreicht der Autor schnell, das der Leser direkt in die Geschichte eintauchen kann und sich selbst in Frankreich zu sehen vermag.


    Aurèlie eine junge unglückliche Frau, glaubt sich in einem Roman wiederzufinden, der ihr Leben verändert und versucht den Autor des Buches zu treffen, was sich nicht gerade einfach gestalltet. Denn Andrè der Lektor des besagten menschenscheuen Autors Robert Miller, macht es Aurèlie nicht einfach. Doch er hat ein schwerwiegendes Geheimnis das bald zu einigen Problemen führen wird. Wird Andrè es schaffen, sich aus seinem Lügenhaus zu befreien und das Herz von Aurèlie zu erobern?


    Dieses Buch ist etwas ganz besonderes, denn dieses Buch erzählt wiederherum auch von einem anderen Buch und einem anderen Autor, der es geschrieben hat und dieses macht diesen Roman zu etwas ganz besonderem. Der franzözische Flair läßt den Leser immer weiter eintauchen in diese tolle Geschichte und auch wenn man das Ende schon schnell erahnen kann, ist dieses Buch sehr romantisch, emotional und auch komisch.


    Leider war die Geschichte schnell überschaubar und das Gefühl des andauernden weiterlesens fehlte mir hier, daher habe ich einen Stern abgezogen. Die Geschichte und die Idee hat mir sehr gut gefallen und empfehle dieses Buch daher auch sehr gern weiter.
    Der Schreibstil des Autors hat mir sehr gut gefallen und die bereits erschienenen Romane machen mich daher nun sehr neugierig.


    Meine Wertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Das Buch hatte ich schon im Laden in der Hand, habe es aber dann doch nicht mitgenommen. Durch Zufall hat es mir eine Freundin in die Hand gedrückt mit den Worten "das musst Du unbedingt lesen". Vergangenes Wochenende habe ich es dann angefangen und an einem Tag ausgelesen. Es hat mich regelrecht in die Geschichte hineingezogen, so dass ich gar nicht aufhören konnte. Am Ende war ich regelrecht traurig, dass es schon zuende war.
    Mein Fazit: ein kleines, aber feines Buch über die Liebe und Zufälle im Leben. Der Umstand, dass es auch noch in Paris spielt, wo ich einen Teil meines Lebens verbracht habe, hat dem Ganzen noch mehr Auftrieb gegeben. Der Autor schreibt einfühlsam und liebenswert über seine Charaktere und durch seinen Schreibstil ist man richtig in der Geschichte gefangen.
    Das Buch kann ich jedem empfehlen und vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    Lese gerade: Das Lied der Störche, Ulrike Renk


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2018: 326/ 128525 Seiten

  • Das Lächeln der Frauen ist ein ganz süsser, reizender, entzückender, irgendwie amüsanter, liebevoller Roman.
    Perfekt für ein Wochenende am See (so war es zumindest bei mir :loool: ). Sicherlich lässt sich diese kleine Liebesgeschichte auch an anderen gemütlichen Orten
    verschlingen.


    Gelesen werden muss dieses Buch aber auf jeden Fall.

    Pessimismus wird nur von den Optimisten verbreitet. Die Pessimisten sparen ihn für schlechtere Zeiten auf.

    (Gabriel Laub)


    "Ein Buch ist ein Garten, den man in der Tasche trägt."


    "Ein Buch ist ein Haufen toter Buchstaben? Nein, ein Sack voll Samenkörner."

    SuB-Abbau-Wette mit Nane23. Start 18.10.2012. Geschafft: 10/10. :montag:


    Einmal editiert, zuletzt von DasDori ()

  • Gestern habe ich diesen wundervollen Roman begonnen - eine Leihgabe meiner liebsten Freundin - und bin schon auf der Hälfte, so bin ich durch die Seiten geflogen. Mit den beiden Ich-Erzählern lässt es sich wunderbar fühlen, und die Sprache nimmt mich für den Roman ein: Zauberhaft, wie der Autor Paris und die Tagträume seiner Haupterzählerin beschreibt, und es macht Spaß, aus der Sicht eines Lektors auf die Buchwelt zu schauen. Der Humor des Buches ist sehr fein, zum Verlieben, und das ist mir auch gestern widerfahren: Ich habe mich in "Das Lächeln der Frauen" verliebt und werde es sicher noch öfter lesen.

    Ich lese gerade:

    "Der Weltenbefreier" von Tanja Kummer

  • Ich habe von diesem Autor in letzter Zeit zwei weitere ähnlich aussehende Bücher gesehen (Immer eine rot gekleidete Frau). Gehören diese irgendwie zusammen oder sind sie unabhängig voneinander?
    Danke schon mal :)

  • Ich wollte das Buch ja nicht kaufen. Nach Zeitungsberichten (z. B. Die Welt ) gibt es diesen gut aussehenden Schriftsteller nämlich gar nicht. Die Kurzbiografie im Buch ist ein Fake. Geschrieben haben soll das Buch die Lektorin Sophie Scherrer.


    Nachdem nun aber einige Lesefreundinnen für das Buch geschwärmt haben, musste ich es einfach lesen. Noch dazu, wo es um mein Lieblingsgenre geht.


    Dass ein Schriftsteller unter einem Pseudonym schreibt, ist ja in Ordnung. Aber für dieses Pseudonym dann auch noch eine Biografie zu schreiben, da finde ich mich dann doch verschaukelt.


    Aber ein bisschen verzeihe ich Frau Scherrer. Ihre Geschichte ist nämlich eine wunderschöne Liebesgeschichte, die mir einige sehr schöne Lesestunden bereitet hat. Wenn es auch eine, manche würden sagen, Happy-end-Schnulze ist, ich brauche so etwas ab und zu. Und wenn es dann noch um ein Buch geht, und ein Schriftsteller und Verlag darin vorkommen, bin ich happy.
    Dass es in diesem Verlag dann auch nicht mit rechten Dingen zugeht, lies mich dann über Nicolas Barreau als Autoren schmunzeln.


    Um diesem Vorgehen aber keinen Vorschub zu leisten, kaufe ich mir weitere Bücher von diesem Autoren nicht.

  • @ Biografiefan
    Na, passt ja zum Buch wie der A.. auf`n Nachttopp :wink:


    Ich habe es heute zu Ende gelesen.
    Hm, anfangs fand ich es recht gut aber je weiter es fortschritt umso weniger gefiel mir es. Diese Aurelie fand ich oft sehr nervig.
    Ich habe schon schönere Liebesromane gelesen und deshalb gibt es auch nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .


    KleinerTipp am Rande: Wer auf diese Art von Romanen steht, sollte sich mal die Bücher von Christine Vogeley besorgen.
    Da ist auch noch eine Prise Humor mehr drin. Ich musste mich in der S--Bahn öfter zusammenreissen um nicht laut loszuprusten und hab dann nur verhalten
    vor mich hingegrinst :loool:

    "Das Leben ist zu kurz um sich mit Leuten rumzuplagen die einem nicht guttun. Sortieren Se aus und gehen Se weiter !" (Renate Bergmann)


  • @ Biografiefan
    Na, passt ja zum Buch wie der A.. auf`n Nachttopp

    Wie recht Du hast, Jessy, und das wäre auch der einzige Punkt, wo ich gesagt hätte: Gut, das war mal ein Gag, der gelungen ist. Aber diese Masche kommt ja wohl bei Verlagen in Mode (schließlich gibt es von Barreau schon mehrere Bücher). Und diese Veralberung der Leser finde ich gar nicht gut.

  • Ich danke euch allen sehr für eure Rezensionen. Dieser Thread ist beim Eröffnen an mir vorübergezogen, unbemerkt, wohlgesagt, und nun habe ich ihn heute entdeckt, weil noch jemand geschrieben hat, welch eine Freude!


    Ich muss das Buch unbedingt haben und bin schon sehr gespannt, es zu lesen und werde dann natürlich sofort berichten. Ich bin schon ganz aufgeregt. :lechz:

  • Mittlerweile habe ich alle Bücher von ihm/ihr gelesen und ich werde auch die nächsten kaufen und verschlingen. Nicht nur die Sprache und die Wortwahl trägt einem durch das Buch, man kann das Gefühl spüren - zumindest mir geht es so.


    Ich lasse mich immer wieder gerne in die Stadt der Liebe versetzen...er erzählt von Paris so, dass man es vor sich sieht und da ich diese Stadt immer wieder aufsuche um mich verzaubern zu lassen, freue ich mich auf jede Neuerscheinung. Gerade die Tatsache, dass diese Bücher nicht vor Sarkasmus und Humor triefen gefällt mir. Zu viele Romane setzen auf Amüsement und verlieren dadurch den Zauber der Sprache. Kaum ein Klassiker der vergangenen Zeiten trug viel Humor in sich - es wurde auf Gefühl, Verstand und das Geschick zu erzählen gesetzt.


    Dennoch lese ich auch Romane gerne, die mich laut lachen lassen, aber ab und zu im Herzen durch Worte berührt zu werden finde ich sehr schön und geschieht nur noch selten.

  • Mal abgesehen von dem merkwürdigen Marketing, das das Buch oder vielmehr den "Autor" begleitet, hat es mich auch sonst nicht wirklich überzeugen können. Die Idee der Geschichte finde ich toll, auch mit Andre konnte ich mich noch anfreunden, aber ansonsten wars dann. Die Umsetzung ist sehr seicht und fast schon langweilig, noch dazu handelt Aurelie meistens ziemlich wirr und unglaubwürdig.

    Diese Aurelie fand ich oft sehr nervig.

    Ich auch. Außerdem habe ich zu keiner Zeit nachvollziehen können, was Andre eigentlich an ihr findet. Eigentlich ist sie ihm gegenüber immer arrogant, überheblich, unhöflich oder herablassend. Keine Ahnung, wie man sich da verlieben kann. ?(

    :study: Paul Auster - Stadt aus Glas

    :study: Yrsa Sigurdardóttir - Nebelmord

  • Ich habe das Buch auch gelesen, ich fand es war eine sehr leichte, süße Lektüre, die Spass gemacht hat. Den Hintergrund um den Autor habe ich erst später mitbekommen. Es scheint solch ein Marketing wohl nötig zu sein.
    Pseudonyme gab und wird es wohl immer geben.

    „Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht, kommen sie nicht wieder zurück.“
    Theodor Fontane

  • Pseudonyme gab und wird es wohl immer geben.

    Das finde ich auch in Ordnung. Und hätte die besagte Dame nur unter Barreau geschrieben, okay. Aber für diesen Barreau auch noch eine Biografie zu erfinden, da mach ich dann nicht mehr mit.

  • Ich trat mit hohen Erwartungen an Das Lächeln der Frauenheran. Was der Roman hatte, waren durchaus sympathische Protagonisten:


    Aurélie war eine Frau, mit der man sich identifizieren konnte. Man spürte ihren Kummer, als sie in eine leere Wohnung zurückkam und das einzige, was sie von ihrem Freund noch vorfand, ein Abschiedsbrief und ein vergessenes Pyjamaoberteil unter dem Kopfkissen waren. Man freute sich auf Treffen mit ihrer optimistischen, starken Freundin Bernadette. Man fand sich in ihrem Eifer wieder, mit dem sie nach dem Autor des Buches suchte, das ihr das Leben gerettet hatte, so sagte es sich zumindest Aurélie.


    Auch André Chabanais, der auf Aurélie zunächst ein bisschen grob und unfreundlich wirkende Lektor der Éditions Opale, hatte seinen Reiz. Mehr als einmal musste ich über seinen doch eher schwarz angehauchten Humor schmunzeln, der sich konstant durch die Buchseiten zog. Ich mochte ihn mehr noch als Aurélie.


    So hatte das Lächeln der Frauen durchaus seine Sternstunden. Die Nebencharaktere waren sehr liebevoll gezeichnet - beeindruckt hat mich hier vor allem die starke kleine Elisabeth Dinsmore, die Aurélie zufällig auf einem Friedhof kennenlernt (einer gestohlenen Gießkanne sei Dank!) und die vor Elan und Lebenslust auch mit über 80 nur so sprüht - doch dies war für mich auch die eigentliche Stärke des Buches, denn der Plot an sich begeisterte mich nur mäßig. Zwar spürte man zwischen den Zeilen die tiefe Liebe, die den Autor mit dem Schreiben und mehr noch mit der Stadt Paris verband, aber die ganzen Irrungen und Wirrungen der Geschichte und der Liebe waren dann doch etwas vorhersehbar und stereotyp. Sanft zu Frauenherzen, romantisch und wie im Bilderbuch, aber auf diese Weise auch ab und an langweilend. Dem Roman fehlte es stellenweise an Pepp, Aurélie nervte mich in ihrer verklärten Weltsicht mehr als einmal. Das macht das Buch nicht schlecht, im Gegenteil:


    Ich las es gerne und ich verbrachte schöne Stunden damit. Aber ihm fehlten die Überraschungsmomente und die Knalleffekte, die das Leben zu dem machen, was es letztlich ist - echt.



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Klappentext
    Es gibt keine Zufälle! Davon ist Aurélie, die nach dem Tod ihres Vaters dessen Restaurant Le Temps des Cerises übernommen hat, überzeugt. An jenem verhängnisvollen Freitag im November, als Aurélie so unglücklich ist wie nie zuvor, fällt ihr in einer Buchhandlung ein Roman mit dem Titel Das Lächeln der Frauen ins Auge. Verwundert stößt sie auf einen Satz, der auf ihr eigenes kleines Restaurant verweist. Nach der Lektüre der ganzen Geschichte will Aurélie plötzlich nicht mehr sterben. Eines aber will sie unbedingt - den Autor dieses Romans kennenlernen, der ihr, davon ist sie überzeugt, das Leben gerettet hat, ohne dies auch nur zu ahnen. Sie möchte sich bedanken und ihn in ihr kleines charmantes Restaurant einladen, das er ja offensichtlich bereits zu kennen scheint. Doch ihr Wunsch erweist sich als schwieriges, ja fast unmögliches Unterfangen. Alle Versuche, mit dem scheuen Autor über seinen französischen Verlag in Kontakt zu treten, werden von dem bärbeißigen Lektor André abgeblockt, der ihre enthusiastischen Briefe nur widerwillig weiterleitet. Doch Aurélie gibt nicht auf, und als eines Tages tatsächlich eine Nachricht von dem zurückhaltenden Schriftsteller in ihren Briefkasten flattert, kommt es zu einer ganz anderen Begegnung, als sie es sich vorgestellt hat ...


    Über den Autor
    Nicolas Barreau (geboren 1980 in Paris) studierte Romanistik und Geschichte an der Sorbonne. Er arbeitet in einer Buchhandlung am Rive Gauche in Paris, ist jedoch alles andere als ein weltfremder Bücherwurm. Mit seinen im Thiele Verlag erschienenen erfolgreichen Romanen Die Frau meines Lebens (2007) und Du findest mich am Ende der Welt (2008) hat er sich ein begeistertes Publikum erobert.


    Cover
    Eine frau, sie sieht entspannt und glücklich aus. Sie hat offene Arme als ob sie alles Glück der Welt umarmen mag. Markant ist ihr roter mantel, er sticht sofort ins Auge.
    Die Geschichte spielt in Frankreich was man anhand des Eifelturms im Hintergrund gut erkennen kann. Es scheint Sommer zu sein!


    Schreibstil & Spannung
    Dieses Buch schafft es durch den leichten, lockeren wie auch poetischen Schreibstil den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Es wird aus zwei Sichtweisen geschrieben die sich pro kapitel abwechseln. So bekommt man einen guten Eindruck von beiden Seiten und es fügt sich nachher zu einem Gesamtbild zusammen. Sehr schöne Idee und gut umgesetzt.
    So kommen nach und nach immer mehr Details dazu und man ist immer gespannt, wie es weiter gehen wird.


    Meine Meinung
    Eine ganz tolle Geschichte wie sie jedem von uns im täglichen Leben passieren kann. Personen und Orte wurden so beschrieben, das man gut in die Geschichte hineinfinden kann. Aurelie, eine junge Frau in einer festen Beziehung. Sie ist zufrieden und glücklich. Nur leider stellt sie fest, wie schnell sich das Blatt wenden kann als sie von ihrem Freund verlassen wird. Eine Situation die einige bestimmt kennen werden. Den Schmerz den sie in diesem Moment fühlt ist so beschrieben, das man direkt Mitleid mit ihr hat. Sie versucht aber, sich nicht unterkriegen zu lassen.
    In einer Buchhandlung fällt ihr dieses Buch in die Hände. Kaum angefangen kann sie es nicht mehr aus der Hand legen. Sie meint, dass sie die Hauptperson in dem Roman ist und versucht mit dem Schriftsteller in Kontakt zu treten.
    Dies stellt sie sich aber leichter vor als es in Wirklichkeit ist. Es bestehen Hürden mit denen sie nicht gerechnet hat.
    Wird sie den Autor noch treffen und Ihre offenen Fragen beantwortet bekommen?


    Fazit
    Ein klasse Roman der mitten aus dem Leben kommt. Die Orte sind wunderbar beschrieben, man bekommt einen tollen Eindruck von Paris. Die Handlungen in dem Buch sind leicht nachvollziehbar. Dieses Buch ist ein absolutes Lesevergnügen.


    Sterne
    5/5

  • Das Lächeln der Frauen hat mir im Großen und Ganzen gut gefallen. Die Sprache ist wunderschön und die Beschreibungen sind sehr greifbar – ich hatte das Gefühl, wirklich in Paris zu sein und André und Aurélie zu begleiten. Die Stadt und ihre Menschen werden mit Wärme beschrieben und der Autor/die Autorin schafft es dabei, die Bilder ganz nebenbei entstehen zu lassen, ohne dass man das Gefühl hat, sich durch überflüssige Passagen quälen zu müssen. Die Beschreibungen gliedern sich natürlich in die Geschichte ein – nur bei einer Szene fand ich die Beschreibung schlecht umgesetzt: als André sich selbst beschreibt (à la „Ich bin auch nicht gerade unattraktiv, denn: … “).


    Die Liebesgeschichte ist schön umgesetzt und grundsätzlich romantisch, ohne dabei übertrieben kitschig zu wirken. Auch das große Drama bleibt aus; natürlich gibt es Hindernisse und am Ende auch eine Krise, doch alles ist eher ruhig geschildert – nicht übertrieben dramatisch, um die Geschichte aufzubauschen. Die Gefühle der beiden entwickelten sich für meinen Geschmack zwar etwas zu plötzlich, aber darüber kann ich bei einer guten Geschichte noch hinweg sehen.


    Worüber ich allerdings nicht hinwegsehen kann ist, dass ich für viele viele Seiten nur den Kopf über die Protagonisten schütteln konnte.
    Aurélies Verhalten, nachdem sie das Buch entdeckt hat, wirkte auf mich sehr obsessiv. Dieser Nachdruck, mit dem sie ihren Willen durchsetzen möchte, könnte beeindruckend sein, doch mich hat sie mit ihrer Hartnäckigkeit nach einer Weile einfach nur genervt und mir taten die Leute leid, die in dieser Lage mit ihr kommunizieren mussten. Ich als Verleger hätte ihr mal ein paar Takte geklopft.

    Ich verstehe, wieso es ihr so wichtig war, aber meiner Meinung nach hat sie es übertrieben. Am Anfang, als sie verlassen wurde, war sie mir sehr sympathisch und auch zwischendurch schimmerten liebenswerte Seiten durch, aber lange war ich nur genervt davon, wie sie mit dem armen Verleger umspringt.
    Auch das männliche Gegenstück bekleckert sich aber nicht nur mit Ruhm – ich an seiner Stelle hätte ihr einfach die Wahrheit gesagt, so früh wie möglich – vor allem, wenn er davon überzeugt ist, dass sie die Richtige für ihn ist. Das konnte doch alles nicht gut gehen und das hätte er sehen müssen. Andererseits hätte es in diesem Fall natürlich keine Geschichte gegeben ;)


    Das Ende fand ich dann wieder sehr gelungen, sehr schön geschildert und einfach passend. Ich konnte es mir richtig gut vorstellen und bei dem „Anfang des Buches“ hatte ich fast Tränen in den Augen. Das war eine sehr schöne Stelle und eine gelungene Einleitung für den Abschluss des Buches.


    Trotz meiner Kritik am Verhalten der Hauptcharaktere würde ich Das Lächeln der Frauen mit :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: bewerten, da ich mich gut unterhalten habe, der Schreibstil mir sehr gut gefallen hat und weil gerade das Ende mich sehr berührt hat.
    Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher des Autoren/der Autorin lesen.

    Carpe Diem.
    :study: Gabrielle Zevin - Extradunkel

    2019 gelesen: 90 Bücher mit 33.770 Seiten

  • Ich fand sie auch mitunter penetrant und dachte immer, dass es doch schon recht aufdringlich ist, so ein Verhalten, aber es ist wie im wahren Leben, solche Menschen gibt es und manchmal kann solche Hartnäckigkeit auch amüsant sein.

  • Ja, das stimmt. In diesem Fall fand ich sie aber leider nicht liebenswert/amüsant aufdringlich, sondern (nicht durchgängig, aber schon oft) nervig aufdringlich, weil sie fast schon besessen wirkte... schade eigentlich. Aber das Buch hat mir ja trotzdem gefallen.

    Carpe Diem.
    :study: Gabrielle Zevin - Extradunkel

    2019 gelesen: 90 Bücher mit 33.770 Seiten

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