Jacques Berndorf: Eifel-Müll

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Eifel-Müll

4.1|6)

Verlag: GRAFIT

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 319

ISBN: 9783894252458

Termin: 2006

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  • Inhalt:
    Eine wilde Müllkippe in der Eifel: Zwischen alten Fässern mit dioxinhaltigen Abfällen liegt die 19-jährige Natalie Cölln - ermordet. Und ganz in der Nähe gibt es eine zweite Leiche: Der 24-jährige Sven Hardbeck hat sich mit seinem Golf totgefahren. Sven, dessen Vater Bauunternehmer, Müllspediteur und stinkreich ist, hatte was mit Natalie.


    Ladislaw Bronski wird aufgegriffen. Er hatte Fässer mit nicht identifizierbarem Inhalt auf seinem Truck geladen und sollte sie im Wald abladen. Und Ladislaw kannte Natalie! Für die Eifeler ist der Pole der ideale Verdächtige. Doch als sich herausstellt, dass Sven nicht allein in dem Unfallwagen saß, wirft das ein neues Licht auf den Fall. Hat sein und Natalies Tod etwas mit dem Millionen-Müll-Deal zu tun, den Vater Hardbeck sich an Land ziehen will? Der Journalist Siggi Baumeister und seine Freunde Rodenstock und Emma müssen tief im Eifeler Müll wühlen, bis sie Licht in der schmutzigen Geschichte sehen.


    Meine Meinung
    Es ist jedesmal herrlich und wie ich finde "großes Kino"
    die ersten Sätze des einzelnen Bandes zu lesen
    Jacques Berndorf macht einem ein Bild durch seine Beschreibungen eines idyllischen Anwesens, Garten, Tiere und heile Welt.
    Wenn man dann eingelullt ist, kommt der Krimi.
    Meist beginnt er mit einem Anruf, wie in diesem Fall.
    Was wäre Siggi ohne seine Freunde Rodenstock und seine Frau Emma. Diese werden recht schnell zur Unterstützung gerufen und stürzen sich in die Ermittlungen.
    Super gefällt mir, daß einfach die Gedankengänge so toll dargelegt werden, es werden alle Eventualiäten genannt, durchgekaut, um geworfen und neu besprochen.
    Man ist einfach ein Stück des Teames und hat an den Geanken der anderen Teil. Ich glaube das macht den Reiz der Athmosphäre aus.


    Wie üblich hat der Autor sich eines Themas bedient, was komplex ist und politischem oder zeitgemäßen Brennpunkt entspringt und diesen in der Geschichte auf die Menschen und ihre Mentalität und das Leben in der Eifel abgestimmt.


    Die Auflösung ist selten nur ein "Whodunnit", sondern meist sozialkritisch angehaucht und die Lösung wird nicht nur oberflächlich abgehandelt sondern ist genau wie die ganze Geschichte, mit allen Hintergründen und Ursache dargelegt und ausgearbeitet.



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  • Klappentext:


    Ich hatte kaum die Leitung freigegeben, als es wieder klingelte. Mit unnatürlich hoher, heiserer Stimme fragte ein Mann: "Spreche ich mit Siggi Baumeister?" "Ja", antwortete ich brav. "Kennen Sie Mannebach? Fahren Sie dorthin." "Und was soll ich da?" "Das werden Sie dann schon sehen." Es klang so, als habe er das Ende seiner Botschaft erreicht. "Moment mal", ich wurde hastig, "ich kann doch nicht nach Mannebach segeln, nur weil Sie glauben, das könnte interessant sein." Eine Weile herrschte Ruhe. "Es ist sehr interessant", behauptete er dann mit Überzeugung. "Da liegt nämlich eine tote Frau mit einem Loch im Kopf." Er machte eine Pause und setzte dann arrogant hinzu: "Ist das interessant genug, Euer Ehre?" Eine Sekunde später hatte er eingehängt.


    Zwölf blau lackierte Fässer, eine Polstergarnitur in Rot und eine junge Frau, tot - die wilde Müllkippe, die Journalist Siggi Baumeister in Augenschein nimmt, hat es in sich. Er recherchiert das Leben der ermordeten Natalie und findet heraus: Fast jeder, der die Neunzehnjährige gekannt hat, hatte auch ein Motiv, sie zu töten ...


    Meine Meinung:


    Auch nach 13 Bänden kein bisschen langweilig. Berndorf ist noch immer der große Erzähler und lässt Siggi Baumeister durch die malerische Eifel fahren, die Berndorf auch bildhaft in Worten darstellen kann. Natürlich gibt es konstanten die immer wiederkehren, sowohl an Personen, als auch an Handlungen, aber wenn man sich in die Serie verliebt, dann tut es kein Abbruch. Hier bellt auch nicht andauernd der Hund in weiter Ferne, sondern krächzt der Rabe, jault ein Fuchs oder es passiert was anderes spannendes. Mittlerweile wird es sogar schwierig was neues in meiner Meinung zu schreiben, denn die Serie ist relativ konstant gut, gibt halt kleine Abweichungen, die aber dann mit dem Thema zusammenhängen und in diesem Buch ist das Thema sehr viel interessanter und auch gut finde ich das Berndorf zwischen den Zeilen ein paar kritische Untertöne mit einfliessen lässt bzw. seinen Protagonisten in den Mund legt. Für mich sind es leider nur noch 9 Bände bis zum bitteren Ende.

    :study: Der Roboter der Herzen hören konnte (Deborah Install) 20 / 335 Seiten


    SUB: 624

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