Christopher Kloeble "Unter Einzelgängern"

  • Buchdetails

    Titel: Unter Einzelgängern


    Verlag: dtv

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 184

    ISBN: 9783423142786

    Termin: November 2013

  • Bewertung

    4.1 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Unter Einzelgängern"

    Was bedeutet das eigentlich: Familie? Angela und Erich (die Eltern), Simon und Katrin (die Kinder) – sie sind das, was man eine Familie nennt. Doch Angela stürzt, führt das letzte Gespräch ihres Lebens mit einer Wollmaus und verabschiedet sich dann für immer. Erich joggt nun um sein Leben, Katrin flüchtet sich in eine verbotene Liebe, und Simon beginnt zu schreiben, um eine neue Familiengeschichte zu erfinden. Mit viel Empathie schlüpft Christopher Kloeble in die Köpfe seiner Helden und erzählt vom tragikomischen Schicksal einer Familie, die ebenso viel trennt wie zusammenhält.
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  • Christopher Kloeble, Unter Einzelgängern


    Ein sich entwirrender Knäuel verschiedenfarbiger Wollfäden vor weißem Hintergrund:
    Das Buchcover verrät, wovon dieser Debütroman von Christopher Kloeble handelt.
    Es geht um zwei Familien, in denen je ein Familienmitglied durch einen Unglücksfall
    zu Tode kommt und damit eine Verstörung der übrigen Mitglieder auslöst, die zunächst ihre
    Vereinzelung zur Folge hat, später aber zu einem erneuten Zusammenhalt führt.
    Im Hauptstrang des Romans wird gezeigt, wie Erich nach dem Tod seiner Frau Angela durch
    exzessives Joggen und sexuelle Revitalisierung dem Altern davonzulaufen versucht, während
    seine Tochter Katrin in einer zum Scheitern verurteilten Liebesbeziehung alles verdrängen möchte
    und sein Sohn Simon bei seinen Schreibversuchen einen Durchbruch erlebt.
    Simon stellt durch seine Freundin Miriam das Bindeglied zu der zweiten Familie dar, die durch
    ein schreckliches Ereignis stark traumatisiert ist.
    Der Leser erfährt von dieser Familie in erster Linie durch die schriftstellerischen Versuche Simons,
    von denen einer den Titel Menschenformel trägt und sich thematisch mit der Frage beschäftigt,
    wie die Vereinzelung überwunden werden kann.
    Stilistisch auffällig sind überraschende Einfälle, wie z.B.
    das erstaunlich gelöste Gespräch der sterbenden Angela mit einer Wollmaus oder Formulierungen
    wie „Bald rannte sein Herz und er beschleunigte, um es einzuholen“, die die
    ironische Distanz des Erzählers zu Erichs Lauftraining verdeutlicht.
    Mir hat das Buch gut gefallen, weil das Thema „Familie“
    jenseits aller Klischees und Wunschvorstellungen ernsthaft, aber dennoch mit
    Humor, Leichtigkeit und Kreativität behandelt wurde.


    Christopher Kloeble wurde 1982 in München geboren, wuchs
    Königsdorf in unmittelbarer Nähe von Bad Tölz auf und lebt heute in Berlin.


    Unter Einzelgängern ist der erste Roman des Autors,
    der bis dahin Kurzgeschichten und Theaterstücke veröffentlicht hatte.
    Er erhielt für ihn 2008 den Literaturpreis der Jürgen-Ponto-Stiftung.

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