Bernard Minier - Schwarzer Schmetterling / Glacé

Schwarzer Schmetterling

4.1 von 5 Sternen bei 42 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Knaur TB

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 688

ISBN: 9783426511664

Termin: Mai 2013

Klappentext / Inhaltsangabe: Eisiger Winter in den französischen Pyrenäen. Ein abgeschiedenes Dorf. Eine geschlossene Anstalt. Ein hochintelligenter Psychopath mit einem teuflischen Plan. In 2000 Meter Höhe machen Arbeiter eine verstörende Entdeckung: ein grauenvoll inszenierter Tierkadaver auf schnee- und blutbedeckten Felsen. Das Werk eines Wahnsinnigen? Am Tatort werden Spuren eines gefährlichen Serienmörders gefunden, doch dieser sitzt seit Jahren im hermetisch abgeriegelten Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt. Während Commandant Servaz und die junge Anstaltspsychologin Diane Berg verzweifelt versuchen, das Rätsel zu lösen, wird der kleine französische Ort Saint-Martin von einer kaltblütig inszenierten Mordserie erschüttert …
Weiterlesen
  • Kurzbeschreibung von Amazon.de:
    Bei eisiger Dezemberkälte schweben zwei Arbeiter in einer Seilbahn zu einem Wasserkraftwerk in 2000 Meter Höhe. An der Bergstation machen sie eine verstörende Entdeckung: Ein riesiger, bedrohlich schwarzer Schmetterling scheint sich von den schnee- und blutbedeckten Felsen abzuheben. Ein Tierkadaver, grauenvoll inszeniert. Das Werk eines Wahnsinnigen? Am Tatort werden DNA-Spuren des hochintelligenten Serienmörders Julian Hirtmann gefunden. Doch dieser sitzt seit Jahren im Hochsicherheitstrakt einer hermetisch abgeriegelten psychiatrischen Anstalt. Wie konnte der gefährlichste Serientäter Europas am Tatort seine Spuren hinterlassen, obwohl er nie seine Zelle verlassen hat? Noch während Commandant Servaz und die junge Anstaltspsychologin Diane Berg versuchen, das Rätsel um den schwarzen Schmetterling zu lösen, wird der kleine französische Ort von einer kaltblütig inszenierten Mordserie erschüttert, die die Ermittler an den Rand ihrer psychischen Belastbarkeit bringt …


    Über den Autor (dem Buch entnommen):
    Bernard Minier, Jahrgang 1960, ist im Südwesten Frankreichs, in den Ausläufern der Pyrenäen, aufgewachsen. Für seine Kurzgeschichten wurde er bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. "Schwarzer Schmetterling" ist sein erster Roman, mit dem er nicht nur unterhalten, sondern auch ein Bild unserer Zeit zeichnen möchte. Bernard Minier lebt mit seiner Frau und zwei Kindern in der Nähe von Paris.


    Inhaltsangabe:
    Commandant Servas von der Mordkommission ist zunächst gar nicht begeistert als er zu einem ungewöhnlichen Mordfall hinzugerufen wird: Ein Pferd wurde geköpft und der Körper auf einer Plattform, die sehr umständlich nur über einen Sessellift zu erreichen ist, der zu einem alten Wasserkraftwerk führt, auf skurrile Art und Weise aufgehängt. Dem Tier wurde die Haut abgezogen und zur Seite gespannt. Es war ein sehr teueres Pferd aus dem Stall des Großindustriellen Lombard, der zu den reichsten Männern Frankreichs gehört und der gleichzeitig auch der Besitzer dieses Kraftwerks ist. Es scheint als ob jemand eine Rechnung mit ihm offen hat und ihm Schaden zufügen wollte. Nur wo fängt man bei einem Menschen, der in nahezu allen Ländern auf der Weltkarte Geschäfte führt, an, Feinde zu suchen? Servas und seine Kollegin Irene Ziegler stoßen auf einen bedeutenden Hinweis: Am Tatort wurde der Speichel des gerissenen Serienmörders Julian Hirtmann gefunden, der in höchster Sicherheitsstufe in der außergewöhnlichen psychatrischen Klinik Wargnier ganz in der Nähe untergebracht ist. In dieser Einrichtung, ein teueres Projekt, das als Prototyp dient, befinden sich ähnliche schwere Fälle aus ganz Europa: Es sind ausschließlich Mörder und Psychopathen, die hier sicher verwahrt sind und betreut werden. Es wäre eigentlich unmöglich gewesen von hier zu fliehen, das Pferd zu töten und ungesehen wieder aufzutauchen. Doch bald geschieht ein weiterer Mord und dieses Mal ist es nicht nur ein Tier…


    Meine Meinung:
    Bisher hatte ich nur wenig Berührungspunkte mit französischen Autoren. Im Laufe der letzten Jahre hat sich allerdings Jean-Christophe Grangé, welcher hervorragende Psychothriller zu Papier bringt, sogar zu einem meiner Lieblingsautoren entwickelt. Gerade deswegen bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden als ich es entdeckt habe und das wunderschöne, sehr auffällige Cover hat auch noch seinen Anteil daran gehabt. Mit "Schwarzer Schmetterling" wurde ich alles andere als enttäuscht, im Gegenteil. Dieser Thriller schlägt in die gleiche Kerbe wie oben erwähnter Grangé, und das ohne zu einer bloßen Kopie von diesem zu verkommen. Auch hier wird eine Dunkelheit, eine Düsternis und eine traurige, kranke, brutale Vergangenheit, die gewisse Menschen einholt, übermittelt, die sehr im Gegensatz zur allgemeinen Meinung über Frankreich steht. Ist das Land ansonsten ein Sinnbild für Schönheit, Liebe und Ästhetik, wird hier eine ganz andere Seite gezeigt.


    Der Schauplatz in den Pyrenäen ist überwältigend. Von Anfang an hatte man ein klares Bild vor Augen. Die wunderschönen Berge und dazu die gigantischen Bauwerke, die in dieser Geschichte vorkommen wie z.B. das riesige Wasserkraftwerk oder die psychatrische Klinik. Von Anfang an spürt man hier schon das Unheil. Das Leben in den umliegenden Dörfern wirkt einerseits verschlafen und sogar idyllisch, andererseits merkt man, dass irgendetwas nicht stimmig ist und dass es viele dunkle Geheimnisse gibt, die wohl besser nicht ans Licht kommen sollten.


    Ich konnte die Finger von Anfang nicht von dem Buch lassen. Es beginnt wahnsinnig spannend, denn wer hängt bitteschön ein Pferd mitten in der Nacht bei Eiseskälte auf eine nur sehr schwer zu erreichende Stelle? Soll das ein Sinnbild sein? Denn wenn jemand dem Großindustriellen und Pferdeliebhaber Lombard schaden hätte wollen, hätte derjenige das doch leichter haben können, oder? Warum dann also diese Anstrengung? Zudem gibt es mehrere Handlungsstränge, die scheinbar nichts miteinander zu tun haben, dessen Zusammenhang man als Leser aber unbedingt wissen möchte. Was hat der Schweizer Psychopath in der Klinik damit zu tun und wie kam seine DNA an die Tatorte? Bisher hatte er doch fast ausschließlich weibliche Opfer und Tiere und Männer schienen uninteressant für ihn zu sein. Welche Rolle spielt die Psychologin Diane Berg aus der Schweiz, die zum Zeitpunkt des Mordes an der Psychiatrischen Klinik dort ihre Arbeit beginnt? Im Laufe der Ermittlungen kommen dann noch eine rätselhafte Selbstmordserie unter Jugendlichen dazu, die schon mehrere Jahre zurückliegt und eine undurchsichtige Clique von Männern, die schon seit Kindheitsbeinen existiert und von denen nun ein Mitglied das erste menschliche Opfer war. Fragen über Fragen, die völlig zusammenhanglos scheinen und nach und nach zu einem grauenvollen Puzzle zusammengelegt werden.


    Der Ermittler Servaz schien anfangs noch etwas blass zu sein, entwickelte sich aber im Laufe der Geschichte zu einem absoluten Sympathieträger für mich. Bernard Minier hat hier einen gute Zwischenlösung gefunden. Servaz ist sehr geradlinig und zielstrebig, macht einen guten Job, aber er ist nicht unbedingt der perfekte Supercop, der einem oft in amerikanischen Thrillern begegnet. Er macht auch mal einen Fehler bei den Ermittlungen und seine Fähigkeiten mit Schusswaffen sind eher unterdurchschnittlich. Sein Charakter wirkt zwar einsam und hat einen irgendwie traurigen Touch, er ist aber weder ein Alkoholiker noch ein Depressiver und kann durchaus auch mal Freude empfinden. Dieser Mittelweg hat mir sehr gut gefallen und mit ihm dunkle Geheimnisse aufzudecken und immer tiefer in die Vergangenheit einzutauchen war einfach toll. Auch die weiteren Personen wie seine Kollegin Irene Ziegler, sein Stellvertreter Esperandieu oder der sich im Ruhestand befindende Richter Saint-Cyr, der ihm bei den Ermittlungen hilft, waren ausgezeichnete und eigenständige Charaktere.


    Fazit: Bernard Minier hat überaus geschickt ein Puzzle aus verworrenen Einzelteilen für den Leser bereitgelegt, das es zu lösen gilt. "Schwarzer Schmetterling" ist ein hochspannender, düsterer Thriller ohne Schwachpunkte, der von seiner Atmosphäre und seinen Charakteren lebt und den Thriller-Freund in die Schlaflosigkeit treibt, und das ohne allzu viele Grausamkeiten und explizit aufgeführte Gewalttaten. Von diesem Autoren wird man sicherlich noch viel hören.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Danke für die schöne Rezi. :thumleft: Ich habe mir das Buch diese Woche auch gekauft und ich denke, allzu lange wird es wohl nicht auf meinem SUB liegen bleiben.

    "Vergiss nie, was du bist, denn die Welt wird es ganz sicher nicht vergessen. Mach es zu deiner Stärke, dann kann es niemals deine Schwäche sein. Mach es zu deiner Rüstung, und man wird dich nie damit verletzen können."
    (Aus "Die Herren von Winterfell" von George R. R. Martin)


    :study: "The Hunger - Die letzte Reise" von Alma Katsu

  • Vielen Dank für die Rezi. Ich habe das Buch vor Kurzem geschenkt bekommen und wollte es eigentlich weitergeben, aber nach der Rezi wird es mein nächstes Lesebuch! ;)))

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, kann ich mich der Rezi nur anschließen. Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, was mich so sehr gefesselt hat. An manchen Stellen kam es mir manchmal langatmig vor, allerdings musste ich mir im Nachhinein eingestehen, dass dies für den Zusammenhang wichtig war und das Buch dafür noch umso besser machte. Der Plot hat mir sehr gut gefallen und das Ende war eine echte Überraschung, darauf hätte ich nicht getippt.
    Kann das Buch jedem Thriller-Liebhaber empfehlen und vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inhalt in meinen Worten


    Die an sich malerische Region in den französischen Pyrenäen ist fest in den Krallen eines eisigen Winters. Vor dieser ungemütlichen Kulisse finden eine Reihe skurriler Verbrechen statt. Die Serie beginnt mit einem Pferd, dessen Kadaver an einen Seilbahnmast gehängt wird. Danach findet man die Leiche des Dorfapothekers mit einem schwarzen Regencapes drapiert wie ein schwarzer Schmetterling. Bei jeder Leiche findet man die DNA eines brutalen Serienkillers, der in einem Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Klinik für Schwerverbrecher im nahen Gebirge untergebracht ist. Wie kann er die Morde verübt haben?



    Meine Leseerfahrung


    Der Prolog führt einem direkt mitten in die Geschichte. Eine Gruppe Arbeiter eines Kraftwerks muss mit der Seilbahn auf die Bergstation fahren und findet dort ein totes Pferd, das in den Seilen hängt. Diese unwirkliche Szene brannte sich so richtig in meinem inneren Auge ein. Die düstere Stimmung, die dadurch heraufbeschworen wird, bleibt das ganze Buch hinweg bestehen. Die Beweislage deutet darauf hin, dass der Schwerverbrecher Hirtmann zumindest etwas mit den Morden zu tun hat. Er ist in einer Spezialklinik untergebracht, wo die junge Psychologin Diane Berg ein praktisches Jahr absolvieren möchte. Die Gespräche, die sie mit Hirtmann führt erinnern einem sehr an das Schweigen der Lämmer, vielleicht etwas zu sehr. Auch die Polizei muss sich mit Hirtmann unterhalten, was dem Klinikleiter, aber auch gewissen oberen Instanzen nicht wirklich behagt. Die Ermittler Martin Servaz, Irène Ziegler und Vincent Espérendieu sind sehr glaubhaft charakterisiert und anschaulich beschrieben. Ihr Privatleben ist eher nonkonformistisch, was sie sehr sympathisch erscheinen lässt. Die anderen Mitglieder der Gendarmerie sind mir etwas fremd geblieben, sie haben aber auch keine wichtigere Rolle gespielt.


    Die Ermittlungen führen, wie so oft zu Verbrechen, die in der Vergangenheit verübt worden sind und niemals angezeigt wurden, so dass die Täter ungeschoren davon kamen. Auch unter den Ermittlern und anderen Behördenmitgliedern gibt es Beteiligte, was den Verlauf der Handlung immer wieder unerwartete Wendungen verleiht.


    Sprachlich ist das Buch sehr flüssig und größtenteils angenehm zu lesen. An einigen Stellen hätte man an der Ausdrucksweise noch etwas feilen können, aber ich weiß nicht, ob das dem Original oder der Übersetzung geschuldet ist. Eine kleinere logische Schwäche im Zusammenhang mit einem Handy ist mir aufgefallen, die allerdings den Verlauf der Handlung nicht weiter beeinflusst.


    Der Spannung ist anfangs sehr hoch, dann lässt sie etwas nach, um gegen Ende konstant zu steigen. Alle losen Fäden werden dabei aufgelöst und ein Cliffhänger lässt möglicherweise eine spannende Fortsetzung vermuten.



    Mein Fazit


    Insgesamt hat mir dieser Thriller spannende Unterhaltung geboten. Den einen oder anderen Schlenker in der Handlung hätte man von mir aus weglassen können, ohne dass der Plot darunter gelitten hätte. Das Buch ist originell von den Ermittlern her. Vom Inhalt her bietet es Spannung pur.


    Ich vergebe diesem Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Ich schlief und träumte, das Leben sei Freude. Ich erwachte und sah, das Leben war Pflicht. Ich handelte und siehe, die Pflicht ist Freude!
    Rabindranath Tagore (1861-1941)


    Lha gyal lo - Free Tibet!

    Wir sind grüüüüüün!!!!

  • habe das Buch jetzt gelesen und bin nachhaltig beeindruckt. Eine sehr komplexe Handlung, die am Ende vieles klar erscheinen lässt und immer wieder neue Fragen aufwirft. Ein aufgeknüpftes Pferd, über sowas hatte ich auch nocn nichts gelesen. War am Anfang etwas überrascht.

    Wobei man sich da fragen musste, ist das jetzt alles? Wie steckt das Pferd da mittendrin und was hat Eric Lombard damit zutun? Bis sich herausstellt, das sich seine Schwester mit 21 Jahren ebenfalls umgebracht hat, und er konnte sie nicht beschützen.. Ich schätze da begann seine Besessenheit. Parallell dazu wurde von Diane Berg berichtet. die am Tage als man das Pferd fand, in der Psychiatrie von Dr.Wargnier begann. Doch da stellt, ihr von Beginn an schon der Leiter der Klinik Xavier Steine in den Weg und macht ihr gleich klar, das sie da nichts zu suchen hat. Sie fühlt sich auch sehr verloren und dann beginnt sie zu recherchieren. Undf was hat Captaine Irene Ziegler zu verbergen. Am besten hat mir Commandant Zervas gefallen, er war mir gleich sympathisch und man erfährt auch im Laufe des Buches warum er polizist wurde. Er ist für mich auch die Hauptperson des Buches. Ist das vielleicht der Beginn einer Reihe um ihn? Würde mich sehr freuen. Dann wäre da noch der Psychopath Julian Hirtmann der in der Klinik einsitzt, seine DNA wird an den Tatorten gefunden, ihn fand ich auch sehr eindrucksvoll, er schien irgendwie immer alles zu wissen. Woher? Und was verbirgt die Klinikleiterin? Das Buch ließ sich sehr gut lesen, allerdings, fand ich es streckenweise etwas langatmig, das hätte man überbrücken können. Insgesamt hat Bernhard Minier ein exellentes Werk abgeliefert, was mir noch nachhhaltig gut im Gedächtnis geblieben ist. Die länge des Buches mit 733 Seiten fand ich dennoch einen Tick zu lang.


    Ich vergebe 5 von 5 Sternen

  • Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, kann ich mich der Rezi nur anschließen. Schon lange habe ich kein Buch mehr gelesen, was mich so sehr gefesselt hat. An manchen Stellen kam es mir manchmal langatmig vor, allerdings musste ich mir im Nachhinein eingestehen, dass dies für den Zusammenhang wichtig war und das Buch dafür noch umso besser machte. Der Plot hat mir sehr gut gefallen und das Ende war eine echte Überraschung, darauf hätte ich nicht getippt.
    Kann das Buch jedem Thriller-Liebhaber empfehlen und vergebe :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Dies empfinde ich genauso, habe es allerdings im Original gelesen und gerade beendet.


    Was ich mich frage : wie kommt es zu dem deutschen Titel "Schwarzer Schmetterling" :?:


    Der französische Titel "Glacé" (zu Eis erstarrt, eisig, frostig ...) trifft es doch viel besser :-k

    ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆

  • Was ich mich frage : wie kommt es zu dem deutschen Titel "Schwarzer Schmetterling"

    Auf S. 12 (es geht um die Auffindung des Pferdes) steht: "Es glich einem riesigen schwarzen Schmetterling, einem düsteren, unheilbringenden Schmetterling, der sich scharf gegen den weißen Hintergrund aus Schnee und Wolken abhob."
    Finde ich auch ein bisschen wenig, um für den Titel zu stehen, "Glacé" trifft es einfach besser.


    Die einzig spannenden Krimis der letzten Jahre, die sich vom Einheitsbrei abhoben, war für mich die Sebastian-Bergmann-Reihe von Hjorth & Rosenfeldt. Bis ich auf dieses Buch traf. :D
    Da ist vor allem der Ermittler Servaz, der, wie @Kapo schon oben schrieb, ein Mensch mit Ecken und Kanten ist, etwas intelligenter als die meisten anderen Leute, aber dennoch nicht vor Irrtümern gefeit, geschieden und Vater einer halbwüchsigen Tochter, um die er sich Sorgen macht.


    Als Leser steht man ebenso ratlos vor den Verbrechen wie die Ermittler, denn das Besondere daran ist: Egal wie man den Fall dreht und wendet und wen man für den Mörder hält, ein Puzzlestein liegt immer falsch und kann nicht einsortiert werden. Normalerweise rate ich bei Krimis gerne mit (und ärgere mich, wenn ich Recht hatte), aber das Rätsel dieser Morde war zu hoch für mich.
    Die Passagen, in denen Minier den Winter in den Pyrenäen beschreibt, immer wieder neue Nebel und Schneefälle aufziehen lässt und glatte Straßen mit Rutschgefahr dort einbaut, wo sie hinein passen, habe ich nicht als langweilige Abschnitte empfunden, sondern als Stellen, in denen ich Luft holen konnte, ehe es wieder unerträglich fesselnd wurde.


    Den zweiten Band werde ich beim nächsten Büchereibesuch ins Wunschbuch schreiben, auf den dritten, der im August erscheint, freue ich mich.


    Ein besonderer Gruß an @€nigma: Ich weiß, dass französische Bücher nicht zu Deinen Favoriten zählen, aber hier solltest Du Dich überwinden, sonst entgeht Dir ein wirklich spannender Krimi. - Wenn Du es aushältst, dass zwischendurch immer wieder die französische Pyrenäenlandschaft im Winter beschrieben wird. :lol: - Vielleicht findest Du das Buch in Deiner gut sortierten Bücherei.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Ein besonderer Gruß an €nigma : Ich weiß, dass französische Bücher nicht zu Deinen Favoriten zählen, aber hier solltest Du Dich überwinden, sonst entgeht Dir ein wirklich spannender Krimi.

    Danke für den Tipp! Der Klappentext klingt interessant und manchmal verirre ich mich literarisch sogar nach Frankreich. :wink:
    Unsere Bücherei hat zwei Printbücher und ein Hörbuch. Die Printbücher sind vorläufig verliehen, aber ich werde diesen Krimi mal im Auge behalten.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich schließe mich den Meinungen hier an: Ein fast unerträglich spannender Fall mit einem stimmigen Ermittlerteam. Nach dem derart überzogenen 3. Teil von Hjorth & Rosenfeldt hat mich gerade letzteres sehr erfreut :) Die eingeschobenen Literaturverweise wie auch die Musiktitel sind ein richtiges Schmankerl.


    Der Autor erschafft eine super Atmosphäre. Die Landschaftsbeschreibungen, die schwindelerregenden Höhen und die eisige Kälte sind für mich auch ein Sinnbild der menschlichen Abgründe, die im sich Laufe der Handlung auftun. Die geübte Gesellschafts- und Systemkritik geht erfrischenderweise über das rein Plakative hinaus und regt zum Nachdenken an.


    Der Fall ist komplexer als man zunächst vermutet, das Ende schlüssig, ohne an Glaubwürdigkeit zu verlieren.


    Fazit
    Spannender geht es kaum. Bitte mehr davon! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Ich war selten bei einem Buch so unentschlossen bezüglich der Vergabe der Sterne.
    Bin hin- und hergerissen. Einesteils fand ich es echt spannend, andererseits war ich so oft versucht, das Buch abzubrechen. Einfach weil ich mich auch sehr unwohl bei der Lektüre gefühlt habe.
    Dass ich keine explizit geschilderten Details mag was der Mörder denn nun mit der Leiche genau angestellt hat :puker: ist mein Problem, dafür kann das Buch nichts. Dass das Ende aber eher einem schlechten Hollywoodactionfilm als einem guten Psychothriler ähnelt, aber schon.


    Den Handlungsort Pyrenäen fand ich grossartig. Auch die Beschreibung der Landschaften. Die Charaktere dagegen kamen sehr blass rüber, zu ihnen konnte ich keine Beziehung aufbauen. Die Story selbst, nun ja. Am Anfang noch sehr mystisch aber dann fand ich das Ganze ziemlich vorhersehbar. Ich bin aber trotzdem dran geblieben und habe es zu Ende gelesen. Das hat das Buch zumindest geschafft :)
    Nach längerem Hin- und Herüberlegen vergebe ich :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    „Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

    (George Orwell in "Farm der Tiere")