Michael Grant: BZRK

  • Der Autor:
    Michael Grant hatte eine bewegte Kindheit. Die Familie zog aufgrund der Arbeit des Vaters beim US-Militär oft um - Grant besuchte zehn Schulen in fünf amerikanischen Staaten und verbrachte auch einige Zeit in Frankreich. Derzeit lebt er mit seiner Frau, der Autorin Katherine Applegate, und seinen zwei Kindern in North Carolina. (von Amazon.de kopiert)


    Klappentext:
    Vielleicht denkst du, du weißt, was dich erwartet. Aber du irrst dich." - Michael Grant
    Du bist kein gewöhnlicher Soldat.
    Dies ist kein gewöhnlicher Krieg.
    Willkommen auf der Nano-Ebene, wo am Ende nur der gewinnt, dem es gelingt, nicht komplett durchzudrehen.
    Wenn du diesen Kampf verlierst, versinkt die Welt im Wahnsinn!


    Inhalt:
    Noah fällt es extrem schwer, seinen großen Bruder Alex zu besuchen. Immer ist dieser ihm ein Vorbild gewesen, immer hat er zu dem tapferen Helden aufgeschaut, der sein Bruder für ihn war. Und jetzt ist dieser Held in einer Londoner Nervenklinik – nicht mehr er selbst, vielmehr ein wildes Tier. Außer den Worten “nano” und “makro” und “Berserker!” bringt Alex nicht mehr viel heraus, und niemand weiß, was das zu bedeuten hat. Oder doch? Denn da ist plötzlich dieser Fremde, der Noah einlädt, in seine Welt mitzukommen und herauszufinden, was mit seinem Bruder geschah…
    Auf der anderen Seite des Atlantiks muss Millionärstochter Sadie McLure mit ansehen, wie ihr Vater und ihr Bruder einem Mordanschlag zum Opfer fallen und sterben. Kurz darauf findet sie sich in New York wieder – im Quartier der BZRK. Hier gibt Sadie ihre alte Identität auf und wird zu Plath, und der fremde Junge neben ihr, den sie noch nie zuvor gesehen hat, wird zu Keats – jeder hier trägt den Namen einer berühmten und wahnsinnigen Persönlichkeit. Doch das ist nahezu das Harmloseste, was ihnen passiert und was sie hier kennenlernen – denn jetzt sind Plath und Keats Teil eines Krieges auf Nanoebene, und jeder von ihnen hat zwei Biots, die aufgrund ihrer Winzigkeit überhaupt nicht auffallen, wenn sie über Auge, Nase oder Ohr in einen anderen Menschen eindringen und diesen dann ausspionieren können. Den eigenen Biot steuert man durch Gedanken, und was er sieht, sieht man auch – ein unglaubliches Gefühl, an das die beiden Neulinge sich erstmal gewöhnen müssen.
    Doch für die Gewöhnung bleibt nicht viel Zeit, denn die Gegenseite zur BZRK, die von siamesischen Zwillingen angeführt wird, lässt ihnen keine Zeit zum Durchatmen. Auf Nanoebene lässt sich noch viel mehr anstellen als das Ausspionieren von Menschen. Man kann Erinnerungen manipulieren, Krankheitserreger in den Körper einschleusen und vieles mehr. Plath und Keats geraten schnell mitten ins Geschehen – und damit in Lebensgefahr.


    Meine Meinung:
    Ich hatte ja schon ein paar Bedenken, ob Michael Grant sich eine zweite Dystopie-Reihe ausdenken könnte, ohne dass es zu sehr wie “GONE” sein würde. Diese Bedenken waren vollkommen unnötig, muss ich sagen, denn “BZRK” ist etwas vollkommen Anderes, auch vom Erzählstil her.
    Michael Grant hält sich überhaupt nicht damit auf, seinen Lesern mal zu erklären, was es mit den Nanobots und den Biots auf sich hat. Es geht direkt los und wenn man sich nach den ersten beiden Kapiteln, in denen man Sadie und Noah kennengelernt hat, noch entspannt zurücklehnt und denkt, es werde schon noch alles aufgeklärt, wird man schnell eines Besseren belehrt. Man ist in etwa immer auf demselben Wissensstand wie die beiden BZRK-Neulinge und muss beim Lesen schon aufpassen, dass einem keine Informationen entgehen. Irgendwo da draußen sind Menschen, die ganz genau wissen, wie Biots und Nanobots funktionieren, aber sie teilen ihr Wissen nicht uneingeschränkt mit den Lesern, was aber auch einen Reiz der Geschichte ausmacht.
    Zwischen den Kapiteln gibt es manchmal eingeschobene “Artefakte”, Auszüge aus Dokumenten des Geheimdienstes zum Beispiel, in denen es um die Nanobots geht. Diese Artefakte werden nicht näher erklärt und haben zum Teil keinen direkten Bezug zur Handlung. Ich denke, einiges wird man erst in den Folgebänden erfahren.
    Auch wenn ein Teil der Handlung mit dem Ende des ersten Bandes abgeschlossen ist, merkt man schon sehr deutlich, dass das ganze Konstrukt der Geschichte auf eine Reihe hinausläuft. Ich hoffe, dass man dann auch mehr über Noahs Bruder erfährt, denn der würde mich schon noch sehr interessieren.
    Eine Dystopie, die wirklich mal so ganz anders ist als alle sonstigen, die (und über die) ich in den letzten Monaten gelesen habe. Lohnt sich sicherlich auch für diejenigen, die nicht noch die hundertste Reihe anfangen wollten. Und: Kein Kitschfaktor! Auch das ist sicherlich ein großes Plus.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Vielen Dank für diese ausführliche Rezi, Strandläuferin. Wie nicht anders zu erwarten, hast du mich damit natürlich so richtig neugierig auf dieses Buch gemacht. Allerdings musste ich feststellen, dass es schon auf meiner Wunschliste steht. :-, Nun ist es aber ein ganzes Stück nach oben gerückt.

    Gelesen in 2020: 7 - Gehört in 2020: 9 - SUB: 437


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Danke für die Rezi, Strandläuferin! :thumleft:
    Also doch wieder eine Reihe! :wuetend: Naja egal, ich habe es sowieso schon vorbestellt und ich denke, es wird nächste Woche von Amazon verschickt. :wink:
    Und ich war fest der Meinung, dass es ein Einzelband wird, denn bei fantasticfiction ist es auch so geführt: KLICK :-k

  • Ich hatte ja schon ein paar Bedenken, ob Michael Grant sich eine zweite Dystopie-Reihe ausdenken könnte, ohne dass es zu sehr wie “GONE” sein würde. Diese Bedenken waren vollkommen unnötig, muss ich sagen, denn “BZRK” ist etwas vollkommen Anderes, auch vom Erzählstil her.

    Das ist mir auch sehr früh wohlwollend aufgefallen. Der Schreibstil ist komplett anders, viel rasanter in "Gone", in dem es doch auch eine Menge Ruhepausen gibt. Zudem sind auch die Charaktere völlig unterschiedlich. Hier hatten viele einen irgendwie sarkastischen Touch, was mir gut gefallen hat. Zudem gibt es zwar die beiden Seiten, die man grob in "böse" und "gut" einteilen kann, aber wenn man genauer hinsieht gibt es viele Schattierungen und Grautöne, z.B. beim "guten" Vincent, der nicht fähig ist Freude zu empfinden oder bei der "bösen" Sugar Lebowski, die dann doch Skrupel hat, Jugendliche zu töten. Auch die beiden Hauptcharaktere Noah und Sadie haben mir sehr gut gefallen. Sind sie doch alles andere als typische Jugendbuchhelden.

    wenn man sich nach den ersten beiden Kapiteln, in denen man Sadie und Noah kennengelernt hat, noch entspannt zurücklehnt und denkt, es werde schon noch alles aufgeklärt, wird man schnell eines Besseren belehrt. Man ist in etwa immer auf demselben Wissensstand wie die beiden BZRK-Neulinge und muss beim Lesen schon aufpassen, dass einem keine Informationen entgehen.

    Genau das war das Problem für mich. Nach der Hälfte des Buches erfährt man endlich genau wie das mit der Nanotechnologie funktioniert, und das war für mich eindeutig zu spät. Man hatte schon eine ungefähre Vorstellung, aber für mich war das zu wenig. Ich habe viel zu viele Situationen gelesen, in denen ich nicht genau kapiert habe, was da abgeht und da hat dann auch mein Interesse und meine Aufmerksamkeit nachgelassen. Auch nach der Erklärung konnte mich die Story an sich nicht besonders stark fesseln und unterm Strich blieb "BZRK" dann leider hinter meinen Erwartungen zurück, so dass ich die Reihe wohl nicht weiterverfolgen werde. Schade um die tollen Charaktere. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Kurzbeschreibung:
    Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seines Bruders nur noch Brei zu sein scheint...Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht...Ein skrupelloser Hacker, der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt...Menschen, die sich am Rand des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben. BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen.


    Zum Autor:
    Michael Grant hatte eine bewegte Kindheit. Da seine Eltern beim Militär waren, besuchte er zehn verschiedene Schulen in fünf amerikanischen Staaten und drei weitere in Frankreich. Sein größter Traum ist es, ein ganzes Jahr um die Welt zu reisen, auf jeden Kontinent. Jawohl, auch in die Antarktis. Er lebt mit seiner Frau, zwei Kindern und jeder Menge Haustieren in Kalifornien. BZRK ist der Auftakt seiner neuen Trilogie. Weitere Bände sind bei INK in Vorbereitung.


    Rezension:
    Der junge Noah muss mitansehen, wie sein älterer Bruder, der in Afghanistan gedient hat, nun in einer Psychiatrie lebt und vollkommen durchgedreht ist. Er erkennt Noah nicht mehr und seine einzigen Worte bestehen aus "Nano" und "Berserker". Noah will unbedingt herausfinden, warum sein Bruder dem Wahnsinn verfallen ist, wer dahintersteckt und sich an diesen Personen rächen.


    Sadie dagegen verweilt in einem Stadion, während ein Flugzeug in dieses abstürzt. In dem Flugzeug befanden sich ihr Vater und ihr Bruder, die in der Katastrophe ums Leben kommen. Genau wie Noah ist Sadie erpicht darauf, den Hintergrund des mysteriösen Absturzes zu untersuchen. Und so gelangen die beiden in einen Krieg, der auf Nanotechnologie gestützt ausgefochten wird und sich in den Körpern von Menschen ereignet...


    Michael Grant dürfte vielen Lesern von seiner "Gone"-Reihe her bekannt sein. Nun hat er sich an eine neue Trilogie gewagt, die das Hauptthema Nanotechnologie in einem erschreckenden Zukunftsszenario ausleuchtet. Schon zu Beginn an findet man sich mitten im Geschehen wieder, ohne großartig Luft holen zu können. Michael Grant bleibt seinem Erzählstil auch mit dieser neuen Reihe treu: Kurze, knackige Sätze ohne großartige Ausschmückungen und Schönfärberei.


    Die Schilderungen über die Nano-Ebene, sprich wenn man sich im Fleisch einer anderen Person wiederfindet, sind recht drastisch. In detaillierten Worten werden Haare, Augen, Ohren und andere Körperteile zu einer eigenen riesigen Welt voller gefährlicher Lebewesen, wie Milben und Flöhe, die man an sich selbst gar nicht wahrnimmt und die beim Lesen doch etwas schockieren.


    Einen auf den ersten Blick klaren Protagonisten gibt es in "BZRK" nicht, vielmehr legt Michael Grant sein Augenmerk auf viele Personen gleichzeitig, keine kommt zu kurz und das hat mir richtig gut gefallen. Auch kann man nicht unbedingt von Beginn an Gut und Böse unterscheiden, aber die Bösen hatten es mir hier wirklich angetan, vor allem die Zwillinge Charles und Benjamin Armstrong empfand ich als die spannendsten Charaktere, sind sie doch wohl von ihren Gedankengängen und Handlungen der wahren Hölle entstiegen.


    Die Schilderungen über die Nano- und Makro-Welt waren für mich zwar anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, da mit vielen Informationen um sich geworfen wird und man sich erst einmal an diese neue Welt gewöhnen muss, doch entwickelte sich dies zu einem wirklich spannenden und nervenzerreißenden Thema, was auch beängstigt, denn so könnte die Zukunft aussehen, was sich hoffentlich aber nie bewahrheiten wird.


    Ich kann "BZRK" definitiv an interessierte Leser weiterempfehlen, die einmal ein anderes Buch im Bereich Dystopie lesen möchten und auch nicht vor etwas härteren Szenen zurückschrecken. Wer die "Gone"-Reihe von Michael Grant mag, der dürfte auch mit "BZRK" seine Freude haben. Mich konnte der Autor mit dem ersten Band seiner neuen Reihe wiederum überzeugen, und ich bin gespannt, wie es mit Noah, Sadie und ihren Mitstreitern im nächsten Band weitergehen wird.


    Fazit: Mit "BZRK" ist Michael Grant wiederum ein Knaller im Bereich Jugendbuch/Dystopie gelungen. Intelligent, hart und spannend schildert er die möglichen Auswirkungen von Nanotechnologie, wenn sie in falsche und skrupellose Hände gerät. Großartig!

  • Ich dachte eigentlich, ich hätte hier schon mal angefragt, ob ihr wisst, was die Abkürzung "BZRK" bedeuten könnte. :-k Ich hatte ja an "Bezirk" gedacht, aber das scheint wohl nicht zu stimmen...


    Gestern habe ich meinem Freund das Buch gezeigt und er hat sofort gemeint, dass die Abkürzung für "Berserker" steht - ohne sich jemals mit dem Buch oder dessen Inhalt beschäftigt zu haben. Das gibt mir nun doch etwas zu Denken, vor allem wegen diesem Satz in Strandläuferins Rezi:


    Außer den Worten “nano” und “makro” und “Berserker!” bringt Alex nicht mehr viel heraus, und niemand weiß, was das zu bedeuten hat.


    Was habt ihr denn für Ideen, wofür die Abkürzung steht?


    Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf dieses Buch und freue mich, es heute in meiner Mittagspause beginnen zu können. :wink:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond


    http://www.lektorat-sprachgefuehl.de

  • Was habt ihr denn für Ideen, wofür die Abkürzung steht?

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass dein Freund mit "Berserker" recht hat, es ist auch meine Interpretation. :wink: Vor allem aber auch deswegen, weil das Buch im Original auch "BZRK" heißt und "berserk" das sein müsste, was der Bruder dann eben auf Englisch von sich gibt, als er in seiner Zelle sitzt. Passt also. :wink:

  • @ Strandläuferin:


    :shock: Na Mensch, das ist ja mal ein Ding! Mein Freund überrascht mich immer wieder. :wink:

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  • Ich habe inzwischen schon 100 Seiten von dem Buch gelesen und bin begeistert. :thumleft: Es ist auf jeden Fall ein Buch, das man sehr aufmerksam lesen sollte und obwohl ich schon so eine ungefähre Ahnung habe, wie das mit den Biots funktioniert und was es mit "Nano" und "Makro" auf sich hat, bin ich doch noch nicht wirklich dahintergestiegen und habe einige Fragezeichen in meinem Kopf. Aber ich denke, ich lese einfach mal munter weiter. Wie sich das aus euren Rezi herausliest, wird ja noch eine Erklärung folgen.


    Bei einigen Szenen hat sich mir etwas der Magen umgedreht, aber insgesamt liest sich das Buch sehr gut, flott und flüssig und Michael Grant hat wirklich einen sehr fesselnden Erzählstil.


    Toll finde ich übrigens auch, dass ich bislang noch keine Ahnung habe, wer hier gut und wer böse ist. :study:

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  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass dein Freund mit "Berserker" recht hat, es ist auch meine Interpretation. :wink: Vor allem aber auch deswegen, weil das Buch im Original auch "BZRK" heißt und "berserk" das sein müsste, was der Bruder dann eben auf Englisch von sich gibt, als er in seiner Zelle sitzt. Passt also. :wink:


    Gerade habe ich eine Stelle gefunden, die darauf hindeutet, dass die Abkürzung tatsächlich für Berserker steht: S. 151 ganz am Ende:


    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
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  • Inzwischen habe ich das Buch beendet und meine anfängliche Begeisterung hat circa ab der Hälfte des Buches extrem nachgelassen. Mir wurde dann eindeutig zu viel gekämpft und die Handlung konnte mich einfach nicht mehr fesseln...


    Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, weiß ich noch nicht. Mal abwarten, was der Klappentext zum zweiten Teil andeutet. Aber die Gone-Reihe mag ich eindeutig lieber!

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  • Ein Junge, der herausfinden will, warum der Verstand seines Bruders nur noch Brei zu sein scheint Ein Mädchen, das zusehen muss, wie ihre Familie im Kerosinfeuer verglüht Ein skrupelloser Hacker, der jeden manipuliert, der ihm zu nahe kommt Menschen, die sich am Rand des Wahnsinns bewegen, und andere, die diesen längst überschritten haben. BZRK, das ist die letzte Bastion zwischen uns und der ganz großen Katastrophe. Denn dieser Krieg wird anders sein. Seine Waffen sind winzig, beinahe unsichtbar, absolut tödlich, und niemand kann ihnen entkommen. Die atemberaubende und düstere Vision eines geheimen Krieges der Mikro- gegen die Makro-Welt, gegen unsere Welt. Winzige biotechnologische Nano-Organismen, die dich beschatten, kontrollieren töten. Der Kampf hat längst begonnen!



    "BZRK" ist der Auftakt der gleichnamigen Trilogie von Michael Grant.
    Die Idee zu diesem Buch finde ich generell richtig gut, denn häufig stellt man sich die Frage: "Wie werden Kriege in der Zukunft geführt?" Auch der Plot klingt sehr ansprechend, da er eine Sichtweise auf diese Frage zeigt.
    Es ist ziemlich schwer in die Geschichte hineinzufinden, auch wenn die Handlung direkt ab der ersten Seite einsteigt. Es passiert einfach zu viel. Des Weiteren sind die etlichen Begrifflichkeiten wie Biots, Nanobots, etc., nicht näher erklärt, was dazu führt, dass der Leser einen großen Teil der ersten Seiten einfach nicht versteht, da diese Fachbegriffe erst nach und nach langsam definiert werden, aber letztendlich dennoch nicht den Aha-Effekt hervorbringen.
    Dennoch ist die Geschichte an sich spannend und unvorhersehbar. Man fragt sich als Leser die ganze Zeit, auf was die Handlungsstränge letztendlich zu laufen. Gut und Böse werden nicht klar definiert. Der Leser tappt immer etwas im Dunkeln, was ein Pluspunkt "BZRK"'s ist, da man nie weiß, woran man gerade ist.
    Die Handlung an sich kann schon mal brutal und blutig werden, so fliegt Gehirnmasse durch die Gegend, brennende Körperteile werden anschaulichst beschrieben und auch sonst wird mit Gewalt und Blut nicht gegeizt. Daher ist "BZRK" definitiv nichts für jüngere und zartbesaitete Gemüter. Personen, die gerne Sci-Fi Thriller lesen und denen Blut und Gewalt nichts ausmacht, sind mit "BZRK" schon eher bedient, auch wenn dieser Auftaktband ein paar Schwächen aufweist.



    Die Charaktere sind ein bunt zusammen gewürfelter Haufen. Man kann sich mit keinem so wirklich identifizieren, sie haben, ob Jung oder Alt, alle einen psychischen Knacks und ziemlich abgebrüht, da vorallem die Emotionen im Bezug auf Blut und Gewalt, etc., fast schon mit einem Schulterzucken abgetan werden.
    Eigentliche Hauptcharaktere gibt es nicht. Es werden lediglich die verschiedenen Sichtweisen verschiedener Personen der unterschiedlichen Lager dargestellt und näher beleuchtet.
    Dennoch fehlt ihnen eine gewisse Lebendigkeit, da sie mich immer etwas an Roboter erinnerten.



    Sprachlich ist "BZRK" gut zu lesen, wenn man nicht gerade über einen der vielen technischen Begrifflichkeiten stolpert. Man muss sich stark auf solche Absätze konzentrieren, da sich sonst der Inhalt so gut wie gar nicht erschließt. Ansonsten ist "BZRK" spannend und fesselnd geschrieben.



    Das Cover wurde vom Original übernommen und glänzt durch seine Schlichtheit. Es zeigt ein Auge, auf dem ein sogenannter Biot zu sehen ist. Der schwarze Untergrund schafft eine gewisse Dramatik und Düsternis, so wie sie auch im Buch zu finden ist.