Wenn man dieses neue Buch liest, das den Theologen Eigen Drewermann im Gespräch mit dem Theologen und Journalisten Michal Albus zeigt über die „grossen Fragen“ der Menschheit, dann wundert man sich nicht, warum es um die katholische Kirche so schlecht bestellt ist, wenn sie es sich leisten kann, solche begnadeten Theologen und Menschenfischer aus ihrer Mitte auszuschließen.
Zwölf (!) großen Menschheitsthemen haben die beiden identifiziert:
- Angst
- Liebe
- Tod
- Leid
- Freiheit
- Schicksal
- Macht
- Gewalt
- Schuld
- Gott
- Seele
- Traum
Michael Albus führt mit jeweils zwei bis drei Seiten in die jeweilige Thematik ein, wobei er Fragen stellend, das Thema umkreist. Eugen Drewermann nimmt anschließend diese Fragen auf und beantwortet sie, indem er ein breites Spektrum aus Philosophie, Anthropologie, Psychoanalyse, Literatur und Theologie vor dem Leser ausbreitet. Es gibt zwischen allen diesen Gebieten im Zusammenhang mit den großen Fragen faszinierende Verbindungen.
Immer wieder wollen die beiden Autoren zum leidenschaftlichen Nach-Denken anregen. Der Leser soll seine eigene Haltung, seinen eigenen Glauben, sein eigenes Leben mit ins Spiel bringen. Dabei, wie bei Drewermann nicht selten, gibt es natürlich auch einige Erkenntnisse, die vielleicht wirken wie „Sprengsätze“. Doch: „Es ging und geht uns nicht um billige Polemik. Redlichkeit war und ist unsere Absicht. Nicht die Augen verschließen vor der Wirklichkeit und Tatsächlichkeit, nicht gesundbeten, was krankmacht, nicht schönreden, was hässlich ist. Wir wollten einen Vorschlag machen, wie HEUTE menschlich zu leben, zu glauben und von Gott zu reden wäre.“
Das ist Eugen Drewermann und Michael Albus mit diesem Buch gelungen. Jeder, der auf hohem Niveau über die wichtigen Fragen seiner Existenz nachdenken möchte, findet in diesem Buch wichtige Anregungen, Zumutungen und Interpretationen.



