Patricia Highsmith - Meistererzählungen

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  • Klappentext:


    "Die Geschichten der Highsmith rangieren in der allerhöchsten Kategorie, in der sich die Grenzen zwischen Thriller, Unterhaltung und ernster Literatur verwischen. Von dieser unterscheidet sich das Erzählwerk der Highsmith nur durch seine Lesbarkeit. Sie ist, mit einem Wort, schlicht und einfach wie Kafka." Klaus Geitel/Welt des Buches


    "Patricia Highsmith schreibt aus der Sicht von Beroffenen für die Betroffenen: Sie sammelt so viele Einzelheiten aus deren (aus meinem, aus unserem) Leben, als gälte es , ihnen (uns) ein stichfestes Alibi zum Weiterleben zu besorgen." Peter Handke


    Die Geschichten sind folgenden Bänden entnommen: Der Schneckenforscher; Kleine Geschichten für Weiberfeinde; Kleine Mordgeschichten für Tierfreunde; Leise, leise im Wind; Keiner von uns.


    Die Autorin:


    Patricia Higsmith (19.01.1921 - 04.02.1995) gilt als Meisterin der psychologischen Spannung. Sie wuchs in New York auf, studierte am Barnard College und an der Columbia University. Schon während des Studiums begann sie zu schreiben und veröffentlichte Kurzgeschichten. Nach dem Hochschulabschluss verfasste sie Comic-Texte und Erzählungen. 1950 erschien ihr erster Roman "Zwei Fremde im Zug", der von Alfred Hitchcock verfilmt wurde. Die Autorin wurde auf einen Schlag berühmt und schrieb 20 Romane und mehrere Bände mit Kurzgeschichten.


    11 Kurzgeschichten, 270 Seiten


    Meine Meinung:


    Patricia Highsmith gehört zu meinen Lieblingsautoren und obwohl ich einige der in diesem Erzählband enthaltenen Geschichten bereits aus anderen Zusammenstellungen kannte, habe ich doch jede einzelne Geschichte wieder mit Vergnügen gelesen. Meiner Meinung nach sind die Kurzgeschichten fast noch besser als die Romane. Denn wo in den Romanfassungen manchmal Längen enthalten sind, fassen die Kurzgeschichten alles wesentliche in knapper, aber immer noch genügend ausführlicher Form zusammen.


    Am meisten gefallen mir an diesen Erzählungen die hervorragend ausgearbeiteten Einblicke in das Leben so mancher Normalbürger, die dann immer wieder so einiges an Skurrilität und manchmal sehr schwarzem Humor beinhalten. Hier einige meiner ausgewählten Favoriten [-X :


    Der Schneckenforscher: Ein Mann beobachtet ein Schneckenpaar beim Liebesspiel und ist faszieniert von deren Fortpflanzungritualen. Er beschließt, die Schnecken, die eigentlich für das Abendessen gedacht waren, mit in sein Arbeitszimmer zu nehmen und verfolgt interessiert den Schneckennachwuchs. Daraus entwickelt sich eine Obsession, die dann auch recht makabre Auswirkungen hat.


    Der Mann, der Bücher im Kopf schrieb: Ein Mann versucht den perfekten Roman zuschreiben, indem er die gesamte Handlung im Kopf ausarbeitet. Nach Vollendung hält er es für Zeitverschwendung, den Roman aufzuschreiben, kann er doch in der Zeit schon den Nachfolgeroman gedanklich fertigstellen. Und so hält er es dann auch mit den nächsten Werken. Seine Familie hat allerdings so ihre Schwierigkeiten, den genialen Autor in ihrer Mitte ernst zu nehmen.


    Keiner von uns: Eine Gruppe von Freunden hat es auf den schüchternen Edmund abgesehen, speziell auf seine frisch vermählte Frau, die allen ein Dorn im Auge ist. Es ensteht ein Intrigenspiel, das dann auch ein dramatisches Ende nimmt.


    Trautes Heim: Ein Ehepaar beschließt, ein älteres Paar aus einem Heim, zu "adoptieren". Das führt dann aber zu einem Ergebnis, das sie sich so nicht vorgestellt hatten.


    Fazit: Skurril, makaber, schwarzer Humor. Alles in allem sehr gute Unterhaltung. Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

    2 Mal editiert, zuletzt von birgitk ()

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