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Taichi Yamada - Auf der Suche nach einer fernen Stimme

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  • Inhalt:
    Für Tsuneo Kasama, Beamter der japanischen Ausländerbehörde, ist das Wichtigste ein geregeltes, normales Leben. Um diesem Leben ein Stück näherzukommen, willigt er in eine arrangierte Hochzeit mit Yoshie Shibata ein. Doch urplötzlich, bei einem Einsatz, gerät sein Leben außer Kontrolle: Er nimmt eine fremde Macht wahr, die sich in sein Leben drängt. Erst ist es nur ein sehr intensives Gefühl, dann hört Tsuneo die Stimme einer Frau, die in Kontakt mit ihm tritt. Die Möglichkeit liegt nahe, dass es sich um Nebenwirkungen seiner Überarbeitung und Frustration durch den Job handelt. Doch bald weiß Tsuneo, dass es sich um nichts dergleichen handeln kann. Er vermutet einen Zusammenhang mit einem Geschehen, dass in seiner Vergangenheit liegt und ihn schwer belastet. Die Frau jedoch, verneint dies. Sie drängt sich immer mehr in sein Leben und bringt ihn in große Schwierigkeiten. Obwohl Tsuneo die Gefahr für sein "normales" Leben erkennt, fängt er an, die Stimme herbeizusehnen und schließlich, erzählt er dieser Frau die Geschichte, die er noch nie Jemandem erzählt hat und die sein Gewissen belastet. Als sich die Frau aus seinem Leben zurückzieht, normalisiert es sich vorübergehend, aber schon bald sind die Probleme wieder präsent und Tsuneo wartet auf den Tag, an dem die Stimme nochmals Kontakt zu ihm aufnehmen will. Er möchte die Frau sehen!


    Meine Meinung:
    Taichi Yamadas Romane handeln von Männern, die Probleme mit ihrem Leben haben, dies aber nicht erkennen wollen oder können. Durch mystische, skurille Geschehnisse lässt er die Fassade eines normalen, geregelten Lebens zerbröckeln. Die Protagonisten werden plötzlich aus ihrer scheinbaren Normalität gerissen und erkennen, dass es noch ein Leben neben dem Job gibt. Taichi Yamada hält seinen japanischen Mitbürgern den Spiegel vor, denn in Japan steht der Job noch immer auf der Nummer 1.Einen angesehenen Arbeitsplatz zu haben, ist das Wichtigste überhaupt. Auch die Eigenart, nie zu sagen, was man wirklich denkt oder gar fühlt, bringt, besonders im Umgang mit anderen Nationalitäten, oft Schwierigkeiten mit sich. Ich habe selbst japanische Freunde und habe schon oft mit ihnen darüber gesprochen. Taichi Yamada gehört zu meinen japanischen Lieblingsautoren, weil seine Bücher bewegen und, durch das übersinnliche Element, einen besonderen Flair haben.

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