Alois Hotschnig - Die Kinder beruhigte das nicht

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  • Klappentext von Amazon: (verkürzt, Anmeldung von Siebentagebuch) Wir begegnen einer Familie, die über Jahre hinweg vergeblich auf den immer wieder angekündigten Besuch eines Onkels wartet, einer alten Dame, in deren Puppensammlung sich der Erzähler selbst vorfindet, oder einem Mann, der in der Wohnung seiner ehemaligen Geliebten auf eine fremde Gegenwart trifft. Und wir suchen unweigerlich nach verdeckten Motiven und unausgesprochenen Absichten, um am Ende zu fragen, wer hier eigentlich wen betrachtet. Die Kraft dieser lange nachwirkenden Erzählungen verdankt sich auch der präzisen und einfühlsamen Sprache, mit der Alois Hotschnig verborgene Zusammenhänge im scheinbar Vertrauten eröffnet.


    Mein eigener Senf dazu: :-, In Alois Hotschnigs Sammlung von neun Kurzgeschichten Die Kinder beruhigte das nicht (eine eher unscheinbares Buch mit nur 128 Seiten) erscheint alles vorerst normal. Allerdings im Laufe dieser Erzählungen beginnen sich langsam die Perspektiven zu ändern und eine veränderte, verwirrende Wirklichkeit, eine Veränderung der Realität, entsteht die immer wieder voller Überraschungen ist.


    In ihrer klaren Sprache und sehr präzise gehalten sind diese Geschichten durchaus vergleichbar mit jenen der Größen Jorge Luis Borges und Franz Kafka.


    Sie haben eine spielerische Qualität die einen in die Tiefen des eigenen Seins zieht, gegen alle Realität und Identität. Er ist nicht unzugänglich als Schriftsteller dafür ist er viel zu persönlich und voller Charme und Humor. Verspielt aber eben auch boshaft. Auf den ersten Blick ist alles sehr vertraut, dennoch haben die Geschichten etwas exzentrisches und genau dieser Faktor ist wahrscheinlich am (ver-) störendsten.


    Alois Hotschnig erschafft eine Atmosphäre des Unheimlichen in einer Art und Weise die uns fremd und vertraut zugleich ist. Man bemüht sich Distanz zu halten zu den Geschichten aber man wird, sehr subtil, hingelockt an einen Ort aus dem kein Entrinnen mehr gibt. Man kommt sich fast ein wenig vor wie Hänsel und Gretel. Bevor man es bemerkt ist es schon zu spät .


    Alois Hotschnigs Genie besteht weniger in den Strukturen, die zwar mathematisch präzise sind, mehr in den tranceartigen Rhythmus den er erschafft. Die Geschichten wirken wie ein Magnet, man vertraut ihnen blind und man wird, wie der eine oder andere seiner Protagonisten, beinahe besessen von ihnen. Es hat etwas alptraumhaftes, jene Art von Alptraum wo man früh morgens aufwacht, schweißgebadet und mit einem unguten Gefühl daß es etwas passiert ist. Nur was?! Man versucht sich zu erinnern, aber ... Es ist jene Art von unguten Gefühl die einen den ganzen restlichen Tag nicht mehr verlässt.


    Kein Buch für schwache Nerven von einem der wichtigsten österreichischen Autoren der Gegenwart.

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