Lindsey Davies - Letzter Akt in Palmyra

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  • Falco wird von einer alten Bekanten vom Zirkus gebeten, sich auf die Suche nach ihrer besten Wasserorgelspielerin zu machen, die irgendwo in der Dekapolis verschollen ist. Während er noch überlegt, ob der Reiseaufwand sich lohnt, bekommt er von seinem Erzfeind Anacrites am kaiserlichen Hof einen offiziellen "Marschbefehl" in den Nahen Osten. Wenn er eh schon vor Ort ist, kann er auch gleich die verschwundene Sophrona suchen gehen, denkt Falco.


    Reisebegleitung erhält er in Gestalt seiner Helena, die natürlich nicht so lange auf ihn verzichten will und einem Abenteuer sowieso nie ganz abgeneigt ist. Kaum sind die beiden in Petra angekommen, als sie auch schon zufällig über eine Leiche stolpern. In einem Wasserbecken auf einem heiligen Berg schwimmt ein Toter. Natürlich weckt das Falcos Spürsinn, und er macht sich daran, herauszufinden, wer der Mann war, wie er in das Becken kam und wer ihn da versenkt hat. Die Spur führt zu einer fahrenden Theatertruppe, die Falco kurzerhand als neuen Stückeschreiber engagiert (wovon der gar nicht begeistert ist).


    Bei der Tournee durch die Dekapolis bietet sich Falco und Helena genügend Zeit und Gelegenheit, die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Truppe zu beobachten und ihre Schlüsse zu ziehen. Dass das Ganze nicht ohne Gefahr für die beiden abgeht, versteht sich von selbst ...


    Falco ermittelt gleich an mehreren Fronten und gerät dabei natürlich auch wieder unentwegt in peinliche, schwierige und manchmal auch richtig haarige Situationen. Die Kulisse des Nahen Ostens um 70 nach Christus, Petra, Damaskus, die Städte der Dekapolis beschreibt Lindsey Davis so plastisch, als wäre sie selbst dortgewesen. Falco und Helena sind ein unschlagbares Gespann, das mir schon in den Vorgängerbänden sehr ans Herz gewachsen mit seinen Neckereien und Kabbeleien.


    Der Fall ist verwickelt, diesmal aber ohne politische Komponente, die mir ja immer besonderes Kopfzerbrechen bereitet, aber stellenweise auch ein bisschen langatmig. Das Wandertheatermilieu ist ein netter Kontrast zum ehrwürdigen alten Rom, wobei ich wieder festgestellt habe, dass ich die Bände, die in Rom spielen, doch noch einen Tick lieber mag. Nicht der beste Band der Reihe, aber trotzdem eine unterhaltsame Lektüre.


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