Elizabeth H. Boyer - Keeper of Cats

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  • Klappentext:
    When Jutta's mother sent her to tiny, windswept Bardhol to stay with their ancient female relations, she hinted slyly that those crafty crones might be hiding a fortune. But all Jutta found was boredom, toil - and cats, spoiled pets demanding constant attention. Their only neighbors were antiquated, mad, or resting - permanently - in the graveyard at the foot of the hill.
    On closer inspection, however, Jutta found the barrow-graves to be a surprisingly lively place.Local ladies met there to dowse for ley lines, rumored to hold the key to lost powers of magic. A couple of barbarians, come from otherworldly realms, prowled about seeking a gateway back to their uncivilized home. And Jutta - with the everpresent cats - soon stumble across grave robbers, curses ... and murder.
    Jutta's grandmothers warned her away from the graveyard. Maybe they should have warned the cats.


    Zusammenfassung:
    Jutta fühlt sich von ihrer Mutter abgeschoben auf den Hof ihrer nach
    alter Tradition lebenden Großmütter und Urgroßtanten. Dort langweilt sie
    sich schnell, denn außer harter Arbeit, ihren verschrobenen Verwandten
    und einer Horde Katzen hat das Leben auf Bardhol wenig zu bieten. So
    macht sich Jutta auf, ihre Umgebung zu erforschen. Besonders das
    Gräberfeld fasziniert sie. Dort wurden - immer bei Vollmond - mehrere
    Frauen ermordet und dort freundet sie sich mit einer reichen Dame an,
    die nach Leylinien sucht und einen Zirkel "historisch interessierter
    Frauen" gegründet hat. Als Jutta die Überreste einer weiteren
    Frauenleiche findet, setzt sie eine Reihe von Ereignissen in Gang, die
    sie und ihre Verwandten in große Gefahr bringen.


    Mehr möchte ich nicht verraten.

    Eigene Meinung:

    Ich lese grundsätzlich keine Klappentexte von Büchern, die ich gerade lese oder lesen will. Meist wird zuviel vom Inhalt verraten und meine Erwartungen in eine bestimmte Richtung gedrängt. In diesem Fall wäre es aber nicht schlecht gewesen, denn ich war der Meinung, ein Urban Fantasy Buch in den Fingern zu halten. :lol: Doch schon nach der ersten Seite wurde klar, dass ich es hier mit einem Fantasyroman fernab von Questen, Vampiren, Werwölfen und dem fiesen Oberbösewicht zu tun hatte.


    Die Geschichte spielt in einer Parallelwelt, in der alle Bewohner mit magischen Kräften geboren werden. Da diese Kräfte jedoch in der Vergangenheit nur Unheil gebracht haben, werden sie schon bei den Kindern unterdrückt. Nur die alten Leute verfügen noch über ihre Fähigkeiten, setzen diese aber nur selten ein, aus Angst, als böse Hexen und Zauberer verbrannt zu werden. Die Menschen leben seit wenigen Generationen in Frieden, und so verfallen die alten Traditionen immer mehr.


    Zwei Besucher aus einer anderen Welt, die Sciplinge, sind hier gestrandet und suchen seit zwei Jahren nach einem Weg zurück in ihre eigene Welt. Dazu benötigen sie ein Artefakt aus einem der Grabhügel. Auch der Clanchef möchte dieses Artefakt haben, um sein Volk damit gegen einen möglichen Angriff ihrer alten Feinde zu schützen. Jutta hätte es ebenfalls gerne, denn sie glaubt, dass es ihr den Wunsch nach einem Leben in Luxus erfüllen kann. So verschweigt sie ihren Großmüttern und Tanten, dass sie danach sucht, denn die fünf alten Frauen kommen mit der neuen Lebensart nicht zurecht und leben noch immer so, wie sie es von klein auf gewohnt sind.


    Die einzelnen Personen sind liebevoll charakterisiert, ihre Beweggründe verständlich dargestellt. Obwohl einige der Figuren sich durch bestimmte Eigenschaften auszeichnen, wird auf diesen Eigenschaft nicht herumgeritten, bis sie ins klischeehafte abdriften, sondern es bleibt stets Raum für Entwicklung und die Umsetzung von Erkenntnissen.


    Eine ganz besondere Rolle spielen die Katzen, die ebenfalls alle eigene Persönlichkeiten sind. Im Laufe des Buches stellt sich heraus,

    , die intelligent handeln und ihren Bezugspersonen hilfreich zur Seite stehen.


    Die Handlung an sich entwickelt sich langsam, es wird mehr Wert auf die Charakterentwicklung und die Besonderheiten dieser fremden Welt gelegt. Trotzdem wird es gegen Schluß richtig spannend, wenn Jutta den Mörder entlarvt und dadurch selber in Lebensgefahr gerät.


    Aufmachung:
    Typisch amerikanisches Taschenbuch, dessen Papier leicht säuerlich riecht. Immerhin hält die Klebebindung noch. Auf dem Titelbild sind zwei alte Damen und eine junge Frau zu sehen, die in einen brodelnden Kessel blicken, aus dem eine ätherische Katze aufsteigt. Aus dem glitzernden Dampf des Kessels haben sich fünf weitere Katzen teilweise bis vollständig manifestiert. Die drei Frauen haben sehr moderne Frisuren, und die Zähne der beiden Alten sind so perfekt, dass es sich hier nur um zahntechnische Nachbildungen handeln kann.


    Fazit:
    Das Buch steht seit 1998 im RUB. Hätte ich den Klappentext gelesen, statt nur nach dem Titelbild zu urteilen, so hätte ich das Buch schon viel früher gelesen. Doch die drei Frauen sahen so modern aus und der Name "Jutta" klang so gar nicht nach Fantasy, dass ich mit einem Roman gerechnet hatte, der in einer amerikanischen Großstadt in den 90ern spielt, mit Gangstern und Jugendbanden als Gegnern. :puker:


    Zum Glück habe ich mir das Buch im Rahmen der Januar-Challenge geschnappt. Die Geschichte war von Anfang an faszinierend. Es gab viel zu entdecken, ein paar Rätsel zu lösen und vor allem viel Spaß mit den Katzen und den Großmüttern und -tanten.
    Einziges Manko waren die Dialoge, in denen vieles oft mehrfach wiedergekäut wurde. Dafür gibt es auch einen Punkt Abzug. Ansonsten: absolut lesenswert.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von 5 Punkten

    Verführung Volljähriger zum Bücherkauf sollte nicht unter 5 Jahren Stadtbibliotheksmitgliedschaft bestraft werden!

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