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Bernhard Schlink - Der Vorleser

Der Vorleser

4 von 5 Sternen bei 247 Bewertungen

Verlag: Diogenes

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 272

ISBN: 9783257261349

Termin: Juni 2017

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    Buch der 1000 Bücher
    Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)


    Der Vorleser
    OA 1995 Form Roman Epoche Moderne
    In dem zuerst in den USA erschienenen Roman, in dessen Mittelpunkt eine seltsame Liebesgeschichte steht, setzt sich Bernhard Schlink – auch aus rechtsphilosphischer Sicht – mit der Judenvernichtung im »Dritten Reich«, der Schuldfrage und dem Generationenkonflikt in den 1950/60er Jahren kritisch auseinander.
    Inhalt: Der 15-jährige Gymnasiast Michael Berg lernt Ende der 1950er Jahre in Heidelberg Hanna Schmitz kennen. Die 20 Jahre ältere Straßenbahnschaffnerin kümmert sich um ihn, als ihm, an Gelbsucht erkrankt, auf dem Nachhauseweg übel wird. Wieder gesund besucht er sie und erlebt mit ihr seine erste Liebe. Bald entwickelt sich während der heimlichen Treffen in ihrer Wohnung ein Ritual, das der zunächst rein körperlichen Beziehung eine seelische Dimension gibt: Michael muss Hanna, über deren Vergangenheit er nur wenig erfährt, stets vor dem Liebesakt vorlesen.
    Eines Tages verschwindet Hanna spurlos aus der Stadt. Erst Jahre später sieht er sie als Jurastudent in einem Auschwitz-Prozess wieder, wo sie mit anderen ehemaligen KZ-Aufseherinnen unter Anklage steht. Im Gerichtssaal findet Michael die lang gesuchte Erklärung für Hannas ungeschickte Verteidigung und für viele ihrer Handlungen: Sie ist Analphabetin, verheimlicht dies aus Scham auch im Prozess und wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Ihre Mitangeklagten, die ihr die Hauptschuld für ein grauenhaftes, schriftlich dokumentiertes Verbrechen zugeschoben haben, erhalten nur geringe Freiheitsstrafen.
    Michael, der sich mitschuldig fühlt, schickt ihr regelmäßig Kassetten ins Gefängnis, die er mit Weltliteratur besprochen hat. Anhand der Kassetten lernt Hanna autodidaktisch lesen und schreiben und beginnt sich mit den Verbrechen der Nationalsozialisten auseinander zu setzen. Nach 18 Jahren Haft nimmt sie sich kurz vor ihrer Entlassung das Leben.
    Wirkung: Mit seinem Roman gelang Schlink ein internationaler Sensationserfolg, wie ihn die deutsche Gegenwartsliteratur seit dem Erscheinen R Der Blechtrommel von Günter Grass nicht mehr erlebt hatte. Der Vorleser, der in 27 Sprachen übersetzt eine Millionenauflage erreichte und mit zahlreichen Preisen (u. a. Prix Laure Bataillon, Ehrengabe der Heinrich Heine-Gesellschaft) ausgezeichnet wurde, prägte wesentlich das Deutschlandbild im Ausland. C. H.


    Kurzbeschreibung


    Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.
    Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er... und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder.Auf dem Nachhauseweg gerät der fünfzehnjährige Michael Berg in eine heikle Situation. Eine Frau, Mitte Dreißig, kümmert sich um ihn. Später...




    Meine Meinung:


    Ich bin es ja gewöhnt, dass die Sprache in Büchern eigentlich nie mit Th. Mann mithalten kann. Das zur Sprache.
    Zur Thematik: Ich bin unvorbereitet in den „Vorleser“ eingetaucht, ich hatte keine Ahnung worum es geht, und war vom ersten Teil sehr überrascht, da es sich ja um Schullektüre handelt. (Zu meiner Zeit hätten wir so was nie im Leben gelesen; reine Mädchenklasse und sehr konservativ). Erst im zweiten Teil offenbarte sich dann, warum „Der Vorleser“ Pflichtlektüre ist. Die Auseinandersetzung von Schuld und Scham im Vergleich zu

    , ist Schlink sehr gut gelungen. Diese Brücke, die er aufschlägt, um Schuld und Sühne nachvollziehbar zu machen, ist fast schon genial, man bekommt einen besseren Zugang zur Problematik.
    Nein, ich konnte das Buch nicht in einem Rutsch durchlesen, immer wenn ich über dieses Thema lese, verfalle ich in Schwermut, und muss das Buch häufig beiseite legen.

  • is nich bös gemeint, aber warum machst du extra einen neuen thread auf, wenn es schon einen "Der Vorleser" thread gibt und du dort das gleiche bereits gepostet hast?

  • zweiblum


    Heidi hat einmal unter >Ich lese gerade< und einmal unter Vorstellungen, Rezensionen & Empfehlungen gepostet. :idea:


    Grüsse von Bonprix :wink:

  • Weil es dort unter "Ich lese gerade" steht, und mein Beitrag eigentlich dort fehl am Platze ist. Dies ist ja eine Rezension, und nicht mein erster Eindruck, zweiblum.

  • naja ich finds trotzdem nicht besonders schön zweimal das gleiche zu posten. der andere thread ist bereits ein 2 seitiger diskussionsthread über das buch und eigentlich ist es doch egal dass der thread im "ich lese gerade" forum ist.
    wer hier meinungen über "der vorleser" einholen möchte, der wird den thread schon über die suchfunktion finden.


    vielleicht wäre es sinnvoll ausgelesen und letztendlich rezensierte bücher aus dem "ich lese gerade" forum ins rezensions-forum zu verschieben. aber ich glaub das thema hatten wir irgendwann schon mal ...

  • Hallo Zweiblum


    Erst jetzt ist "Der Vorleser" unter Rezensionen zu finden, und es wäre jammerschade, wenn er dort nicht zu finden wäre. :!::idea:


    Zu diesem System möchte ich nichts mehr anmerken. Darüber wurde wirklich schon genug diskutiert.

  • Das mit den doppelten Beiträgen lässt sich nicht vermeiden, wenn die Suchfunktion NICHT FUNKTIONIERT :roll:

  • Zitat

    Original von Zenzi Huber


    Das mit den doppelten Beiträgen lässt sich nicht vermeiden, wenn die Suchfunktion NICHT FUNKTIONIERT :roll:


    was genau funktioniert da nicht?

  • Zitat

    Original von Zenzi Huber


    Das mit den doppelten Beiträgen lässt sich nicht vermeiden, wenn die Suchfunktion NICHT FUNKTIONIERT :roll:


    @Zenzi Huber


    UNSERE "Suchfunktion" ist vollkommen in Ordnung, wenn sie auf die richtige Art-und Weise benutzt wird. :idea:
    Wie ich weiter oben bereits erklärt habe, wurden die Beiträge von Heidi in zwei verschiedenen Rubriken gepostet, und DAS ist von daher richtig.
    Also.....vielleicht solltest du dich zuerst einmal mit dem Forum vertraut machen, bevor du falsche Informationen verbreitest.


    Grüsse von Bonprix :|

  • Ich bin beeindruckt, was man nicht alles in ein Büchlein von knapp 200 Seiten packen kann.
    Was wie eine Liebesgeschichte beginnt, entwickelt sich zu einem Drama und auch Trauma für Michael Berg.
    Das Erlebnis einer großen Liebe, von der er für seine Persönlichkeit sehr profitiert und die er dennoch verleugnet wird gefolgt vom Schuldgefühl, verantwortlich für das plötzliche Verschwinden der Frau zu sein.
    Das Wiedersehen im Gerichtssaal lässt diese alten Schuldgefühle wieder auflodern, doch auch hier kann sich Michael Berg nicht überwinden, aus seinem Schatten zu treten, selbst als ihm klar wurde, dass offensichtlich Ungerechtigkeit geschieht.
    Michael wird als der klassische Mitläufer charakterisiert. Obwohl er die Ungerechtigkeit erkennt, wagt er es nicht, aufzustehen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Lieber den Mund halten, lieber verleugnen und irgendwelche Ausflüchte, Rechtfertigungen und Ausreden suchen.


    Eine Unmenge von Themen wird in diesem Buch behandelt. Es geht um persönliche Schuld genauso wie um kollektive Schuld, es geht um Mitläufertum, um Vergangenheitsbewältigung genauso wie um Verantwortungsgefühl und Zivilcourage, um Opfer und Täter.
    Das Buch bietet Ansätze für alle möglichen Diskussionen und ich kann sehr gut verstehen, dass es immer öfter als Schullektüre angeboten wird.


    Dem Vorwurf, Bernhard Schlink würde in diesem Buch das Mitläufertum verharmlosen, kann ich nur bedingt zustimmen.
    Die unbewältigte Vergangenheit und auch seine Feigheit liegen wie ein Schatten über dem Leben des Michael Berg. Er flüchtet in eine Ehe, die unglücklich verläuft, er findet keinen Beruf, der ihn ausfüllt und immer wieder sucht er nach Rechtfertigungen für sein Benehmen. Bis zuletzt schafft er es nicht, Zivilcourage zu zeigen und wird deshalb seines Lebens nicht mehr froh.

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • DIE WELT meldet heute, dass die Dreharbeiten für den Film angelaufen sind.
    Hauptrolle übernimmt Nicole Kidman, neben ihr David Kross, der bereits in Krabat mitgespielt hat.




    (Schnell korrigiert. Danke Susannah)

    Der Weg ist schwer, auch wenn er mit Büchern gepflastert wäre. (HK)

    Einmal editiert, zuletzt von Zeitgeist ()

  • Zitat

    Original von börsenblatt
    DIE WELT meldet heute, dass die Dreharbeiten für den Film angelaufen sind.
    Hauptrolle übernimmt Nicole Kidman, neben ihm David Kross, der bereits in Krabat mitgespielt hat.


    :lol: du meinst "neben ihr", oder? :lol:


    Jedenfalls wußte ich gar nicht, dass das Buch verfilmt wird, und freue mich ob dieser Besetzung gleich doppelt!

  • Ich habe heute "Der Vorleser" von Bernhard Schlink ausgelesen.


    Es war mein erstes Bernhard Schlink Buch und es hat mir sehr gefallen. Dieser präzise und intelligente Schreibstil hat mich fasziniert. Eine tragische Geschichte, die Schlink gleichermaßen einfühlsam und brutal ehrlich erzählt. Vergangenheitsbewältigung und Kollektivschuld - ein Zwiespalt zwischen Schuld und Verrat. Eine Thematik, die meiner Meinung nach nichts an Aktualität eingebüßt hat. Bernhard Schlink offenbart die komplexen Gedankenkonstrukte der Menschen, die aus Liebe, Hass, Befehl oder dergleichen handeln oder handeln müssen. Ein Buch, welches sich meiner Meinung nach wirklich zu lesen lohnt.

    "Liebe die Kunst in dir und nicht dich in der Kunst" - Stanislawski


    :study: J.K. Rowling - Harry Potter und die Heiligtümer des Todes

  • Ich musste den Vorleser im Rahmen des Deutschunterrichtes behandeln und mich hat das Buch überhaupt nicht überzeugt, ganz im Gegenteil, nach Schlinks neuestem " Wir kochen die RAF auf und gewanden sie in einen weitgehend unverfänglichen Roman" - Werk habe ich meine Antipathie irgendwie bestätigt gefunden. Für mich ist der Vorleser ein Buch, in dem, wie es mal mein Partner ausdrückte, sinnlos der Nationalsozialismus herumwabert. Die Liebesgeschichte wäre gut ohne ihn ausgekommen und er genausogut ohne die Liebesgeschichte. Man konnte sich eines faden Beigeschmacks nicht erwehren, wenn von dem Analphetismus und einer gewissen Rechtfertigung ihrer Taten gesprochen wird. Überdies halte ich es für etwas konstruiert, dass ein Mensch solche Taten auf sich nimmt, nur, um nicht als Analphabet entlarvt zu werden. Und trotzdem sie nicht lesen konnte, ihre Sehkraft hat sie wohl kaum verloren, sie konnte sehen, was um sie herum vor sich ging, spüren .. da ist dann auch der Analphabetismus keine Begründung mehr, einfach mitgelaufen zu sein, im Gegenteil, es wirkt eher fadenscheinig. Also alles in allem - der Stil hat mir gefallen, die Umsetzung absolut nicht.

    I think of myself as an intelligent, sensitive human being with the soul of a clown which always forces me to blow it at the most important moments.
    Jim Morrison

  • Wir werden es demnächst auch im Deutschunterricht lesen. Ich werde es aber wohl eher lesen. Bin nicht so der Fan von "Zwangslesen". Aber das Buch habe ich schon länger zu Hause und es wäre also nur eine Frage der Zeit gewesen, wann ich mit dem Buch begonnen hätte. lg

  • Dieses Buch wurde bei mir in der 11.Klasse im Deutschunterricht als Referat vorgestellt. Der Inhalt hat mich dann so interessiert, dass ich mir das Buch selber gekauft und gelesen habe. Es ist zwar schon etwas länger her, aber mich konnte das Buch überzeugen, deshalb bekam es von mir auch 4 Sterne! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
    Vor kurzem habe ich dann erfahren, dass das Buch ja in den USA verfilmt wurde, und Kate Winslet für ihre Darstellung sogar den Golden Globe bekam. :shock: Bei uns startet der Film am 26.2.09.

    "Books line the walls like a thousand leather doorways to be opened into worlds unknown."

  • Dann lese ich das Buch demnächst.


    Ich habe das Buch vor einiger Zeit gelesen und mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Habe mir gerade den deutschen Trailer angesehen und mit meinem Freund beschlossen, dass wir den Film auf alle Fälle im Kino sehen werden. :D

  • Ich habe das Buch gerade gelesen, es gefällt mir sehr gut, sowohl thematisch als auch stilistisch. Ich finde es sehr spannend wie Schlink diese sensible Thematik angeht, er bietet Lösungsvorschläge an, gibt dem Leser aber zugleich die Möglichkeit sich selbst eine Meinung zu bilden. Den Handlungsaufbau und -ablauf finde ich rundum stimmig und gelungen. Sein Schreibstil ist klar und deutlich, manchmal sogar recht einfach und sachlich, was ich persönlich aber sehr passend finde. Es ist sehr schade, dass es zu meiner Schulzeit noch nicht auf dem Lehrplan stand, ich bin aber froh es nun gelesen zu haben und erwarte mit Spannung den Film.

  • Bin sehr gespannt wie dieses tolle Buch verfilmt worden ist !
    kan mich ansonsten auch nur Thalimee anschließen :thumleft:


    es loht sich durchaus dieses Buch zu lesen !

    "Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns."
    (Franz Kafka)


    :study: "Chelsea Cain - Furie" :study:

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