Tennessee Williams - Die Katze auf dem heißen Blechdach

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  • Original Titel: Cat on a Hot Tin Roof


    Inhalt (Buchinnenseite):


    Anläßlich "Big Daddys" Geburtstag trifft die gesamte Familie zusammen. Zeit, alte Familienstreitigkeiten wieder aufbrechen zu lassen, alte Haßgefühle zu aktivieren, aber auch Zeit, um sich endlich der Wahrheit zu stellen. Die Katze ist die sexgeladene Maggie, die mit ihrer Vitalität versucht, den Bannkreis von Heuchelei, Selbsttäuschung und verlogener Moral zu durchbrechen, um ihren Mann Brick und ihre Ehe zu retten und sich dabei selbst einer Lüge bedienen muss.


    "Die Katze auf dem heißen Blechdach" brachte seinem Autor zum zweitenmal den Pulitzerpreis und Liz Taylor in der Filmrolle der Maggie Pollitt Weltruhm ein. Tennessee Williams`berühmtestes Theaterstück liegt hier in einer Übersetzung von Jörn van Dyck vor. Der Band enthält jedoch nicht nur das für die Broadway-Uraufführung geschönte Ende der zweiten Fassung von Tennessee Williams, sondern auch das urprüngliche Ende der Originalfassung.


    Der Autor:


    Tennessee Williams gilt als einer der bedeutensden Dramatiker des 20. Jahrhunderts. Geboren 1911 in Columbus, Mississippi, schaffter er nach einer psychisch belasteten Jugend und nach Jahren des Kampfes um Anerkennung 1945 mit dem Drama "Die Glasmenagerie" den Durchbruch zum Welterfolg. Er starb am 25. Februar 1983 in einem New Yorker Hotel.


    Schauspiel in drei Akten, 144 Seiten


    Meine Meinung:


    Ich habe erst jetzt dieses Theaterstück gelesen und war begeistert. Das Thema ist immer noch erfrischend aktuell und die Hintergrundinformationen zu den einzelnen Handlungsorten sowie die Beschreibungen der handelnden Figuren ermöglichen es, die jeweilige Stimmung unmittelbar mitzuerleben. Es ist ja schließlich ein Theaterstück und man erhält durch diese Regieanweisungen gewissermaßen einen Platz in der ersten Reihe.


    Dabei sind die Familienmitglieder sehr klar gezeichnet: Zunächst der Patriarch der Familie, der Plantagenbesitzer "Big Daddy", der es aus kleinen Anfängen zu großem Reichtum geschafft hat. Er feiert seinen Geburtstag und gleichzeitig eine "Neugeburt", glaubt er doch,dass der Verdacht auf Krebs sich bei ihm glücklicherweise nicht bestätigt hat. Das dem aber leider doch nicht so ist und alle Familienmitglieder es wissen, außer ihm selbst und seiner Frau "Big Mama", bildet dann auch die Grundthematik zu einer spannungsgeladenen Familienauseinandersetzung. Denn ein erbitterter Kampf um das Erbe entbrennt.


    Und im Verlauf der Handlung beginnen auch die anderen Familienmitglieder an Kontur zu gewinnen. Die naive "Big Mama", der älteste Sohn Gooper mit seiner Frau Mae und ihren fünf (bald sechs Kindern), der alkoholsüchtige zweite Sohn Brick mit seiner schönen heißblütigen Ehefrau Maggie. Hier ensteht eine ähnliche Situation, wie sie einigen Lesern vieleicht aus dem Bibelgleichnis vom verlorenen Sohn bekannt vorkommen mag. Denn das Kind, dass die meisten Scherereien macht, wird am meisten geliebt. So ist auch das Verhältnis von "Big Daddy" zu seinen beiden Söhnen.


    Diese unterschiedlichen Charaktere sind so klar "schwarz-weiß" gezeichnet, dass der Leser sogleich einen Eindruck der Sympathieträger und deren gierigen, missgünstigen, hinterhältigen, eben unsympathischen Gegenspieler erhält. Dies alles spielt im tiefen Süden der USA und ist damit ein klar gezeichnetes Südstaatendrama mit einem Famielienkonflikt, wie man ihn sich nicht besser wünschen kann. Auch an Sarkasmus und ironischen Dialogen mangelt es nicht, so dass die knisternde Athmosphäre außerdem noch mit Humor unterlegt wird.


    Positiv ist ebenfalls die zweifache Ausführung des dritten Aktes. In der Broadwayfassung macht Tennessie Williams seinem Regisseur Elia Kazan einige Zugeständnisse und lässt im letzten Akt "Big Daddy" noch einmal auftreten, was er ursprünglich nicht vorgesehen hatte. Nun kann sich der Leser also auch noch selbst entscheiden, welcher Fassung er den Vorzug gibt.


    Ich muss allerdings sagen, ich fand sie beide gelungen, kommen sie doch letztendlich zum gleichen Abschluss. :wink:


    Fazit: Sehr gut lesbar, tolle Handlung, fesselnde Dialoge; Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

    Einmal editiert, zuletzt von birgitk ()

  • Interessante Rezensionen. Ich kenne die Verfilmung und finde Elizabeth Taylor und Paul Newman haben einen super Job geleistet. Gelesen habe ich das Stück noch nie. Mich würde aber interessieren ob bei der Verfilmung viel verändert wurde.

    "Eine ganze Stunde der Seligkeit! Ist das etwa wenig, selbst für ein ganzes Menschenleben?" - Dostojewski

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