Ben Aaronovitch - Die Flüsse von London / Rivers of London / Midnight Riot

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Die Flüsse von London

3.7|190)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783423213417

Termin: Januar 2012

  • Klappentext:


    Können Sie beweisen, dass Sie tot sind?


    Peter Grant ist frischgebackener Police Constabler, als man ihm einen unerwarteten Karrierevorschlag macht: Er soll Zauberlehrling werden, der erste in England seit fünfzig Jahren. Jetzt muss er sich mit einem Nest von Vampiren in Purley herumschlagen, einen Waffenstillstand zwischen Themsegott und Themsegöttin aushandeln, Leichen in Covent Garden ausgraben ... Alles ziemlich anstrengend. Und der Papierkram!


    Über den Autoren:


    Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Arbeitet als Buchhändler, wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreibt (er hat u. a. Drehbücher zu der englischen Kult-TV-Serie Doctor Who verfasst).


    Eigene Beurteilung:


    In gewisser Weise ist Peter Grant Scully zu Nightingales Mulder und als Kenner von X-Files, Dr. Who und Harry Potter kann er sich der Ironie seiner eigenen Situation nicht wirklich verschließen. Die Ich-Erzählung des afrikanisch-stämmigen jungen Polizisten mit dem drogensüchtigen Vater, der einst ein begnadeter Jazz-Musiker gewesen ist, beginnt ein wenig naiv, wird aber zunehmend ironischer, selbst-ironischer und verschmitzter, so dass allein aus diesem Grund das Buch schon sehr viel Freude bereitet. Die magische Parallelgesellschaft, die dabei in London aufgebaut wird ist noch nicht vollständig – was bei einem Reihenbeginn selbstverständlich ist, damit man noch viel zu entdecken hat – aber farbenfroh, abwechslungsreich und immer wieder amüsant-überraschend. Sehr englische Unterhaltung für alle Freude des Skurrilen, die zum Glück zumindest schon eine Fortsetzung hat – und hoffentlich noch mehr davon findet.

  • Das Buch stand zwar schon auf meiner Wunschliste, aber dank deiner positiven Rezi ist es jetzt ganz nach vorne gerückt.
    Ich liebe ironisch /selbstironisches :mrgreen:

    Life isn't about waiting for the storm to pass.....
    it's about learning to dance in the rain!


    2018 gelesene Bücher 30 :study: 13752 Seiten
    abgebrochen: 0


  • Danke für die tolle Rezi, Klaus. :thumleft:


    Ich kann mich Magic Eye nur anschließen, bei mir steht das Buch auch schon auf der Wunschliste und wird wohl als eines der nächsten Bücher aus der Bücherei geholt.

  • Inhalt:
    So hat Peter Grant sich das alles wirklich nicht vorgestellt. Der junge Polizist, der gerade seinen Abschluss gemacht hat und der schon fest damit rechnet, einen langweiligen Schreibtischjob angeboten zu bekommen, findet sich plötzlich in einer Situation wieder, die so absurd ist, dass er kaum dazu kommt, sich gebührend über sie zu wundern. Denn während er mitten in einer Ermittlung, bei der eigentlich gerade nichts zu tun ist, auf seine Kollegin Lesley wartet, die nur mal eben Kaffee holen gegangen ist, sieht er sich plötzlich einem Zeugen gegenüber, der behauptet, ein Geist zu sein. Gut, denkt Grant sich, London ist voller verrückter Menschen, doch schnell besteht kein Zweifel mehr daran, dass Nicholas Wallpenny wirklich das ist, was er zu sein behauptet.
    Die Tatsache, dass er Geister sehen und diese auch noch als Zeugen vernehmen kann, bringt Grant aber nicht geradewegs in eine psychiatrische Klinik, nein, er wird einer sehr kleinen Abteilung der Londoner Polizei zugeteilt (außer ihm nur noch sein Vorgesetzter), die sich mit übersinnlichen Phänomenen und Magie beschäftigt. So lernt Peter eine Seite von London kennen, die ihm bislang verborgen war. Merkwürdige Kreaturen, rachsüchtige Gespenster, vor allem aber die Flüsse Londons geben Peter Grant in seinem ersten Fall zu tun, denn Vater und Mutter Themse, uralte Wesen, die unheimliche Kräfte haben, auch wenn sie auf den ersten Blick recht normal wirken, arbeiten momentan gegeneinander – und Peter soll schlichten.
    Damit er alledem gewachsen ist, unterweist sein Vorgesetzter ihn nebenher auch noch in Magie, und so ist Peter nicht nur ein junger Constable der Londoner Polizei, sondern auch ein Zauberlehrling, dem noch einige Lektionen bevorstehen. Es könnte alles viel einfacher sein, wenn er nur Zeit hätte, sich erst einmal in Ruhe mit der Magie zu beschäftigen – aber darauf nimmt man in der Geisterwelt Londons natürlich überhaupt keine Rücksicht…


    Meine Meinung:
    Dieser Roman hat viele Pluspunkte auf seiner Seite, sodass man sich jetzt schon darauf freuen kann, dass im Juli die Fortsetzung erscheint. Erstmal lebt die Geschichte von den tollen und einzigartigen Charakteren, die Aaronovitch sich ausgedacht hat. Nicht nur Peter Grant, auch Lesley (seine Kollegin), Molly (Nightingales Haushälterin) und Nightingale selbst sind so toll ausgearbeitet, dass man einfach Spaß hat, sie durch diesen Fall zu begleiten.
    Die Idee, Übersinnliches in die Handlung einzubinden, hat Aaronovitch intelligent gelöst. Bei allen schriftstellerischen Freiheiten, die er sich genommen hat, erfährt man auch Einiges über die Geschichte Londons und die bekanntesten viktorianischen Legenden dieser Stadt. Das hat mir sehr gut gefallen, dass zum Beispiel Sweeney Todd in Aaronovitchs Roman einen Platz bekommen hat.
    Sicherlich ist „Die Flüsse von London“ irgendwie ein Krimi, irgendwie ist es das aber auch nicht, denn man kann diese Geschichte auch sicherlich dann sehr gern mögen, wenn man mit Krimis und Thrillern sonst nichts am Hut hat. Man muss sich einfach auf eine ungewöhnliche Geschichte einlassen können, auf den britischen und zum Teil recht subtilen Humor, der in diesem Roman zum Tragen kommt, und auf Peters oft temporeiche Erzählweise – alles in allem eine tolle Mischung. An der Stelle muss man auch unbedingt mal dem Übersetzer ein Lob aussprechen, da es besonders schwierig ist, Witze und Redewendungen zu übersetzen, ohne dass dabei etwas verlorengeht oder das Wortspiel und ähnliches im Deutschen nicht mehr funktioniert. Bei „Die Flüsse von London“ hatte ich nicht das Gefühl, dass irgendwelche Textstellen deswegen holperig waren, von daher ist das meiner Meinung nach wirklich hervorzuheben.
    Fazit: Spannend, lustig und herrlich britisch – dieser Roman ist absolut lesenswert!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Dank der tollen Rezensionen :applause: habe ich mir das Buch heute bestellt. Die Mischung aus Krimi und Fantasy gewürzt mit britischem Humor hört sich nach einem perfekten Lesegenuss für die Winterzeit an.

    "Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist." (Dalai Lama)


    :study: 2014: 18 Bücher mit 10.009 Seiten (2013: 63 Bücher mit 27.710 Seiten)

  • Ich habe viel erwartet und bin leider enttäuscht worden.
    Schon im Buchhandel meinte mein Mann, dass er bezweifelt, dass ein Buch mit dieser Art Humor etwas für mich sein könnte (ich würde ja schon Mr Bean nicht mögen – das waren seine Worte). Nun ja, ich hätte auf ihn hören sollen. ](*,)
    Die ersten 100 Seiten gefielen mir noch ganz gut, aber danach habe ich nicht mehr in die Geschichte hineingefunden. Nach 250 Seiten habe ich jetzt aufgegeben.
    Schade, leider nichts für mich. :-?

  • Sicherlich ist „Die Flüsse von London“ irgendwie ein Krimi, irgendwie ist es das aber auch nicht, denn man kann diese Geschichte auch sicherlich dann sehr gern mögen, wenn man mit Krimis und Thrillern sonst nichts am Hut hat.

    Die beiden Rezensionen klingen wirklich toll, und ich bin durch das Cover sofort auf das Buch aufmerksam geworden. Klingt klasse, und ich freue mich, dass du der Meinung bist, auch für Nicht-Krimi-Leser sei das Buch etwas, Strandläuferin. :) Denn mit Krimis bin ich noch nicht so firm und will mich langsam rantasten.

    (ich würde ja schon Mr Bean nicht mögen – das waren seine Worte)

    :-k Hm, den find ich jetzt auch nicht so toll. Aber muss man ihn unbedingt mögen, um mit dem Sprachstil und dem Humor des Autors klarzukommen?

    „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”
    Heinrich Heine
    "Nichts ist unmöglich, allein unserem beschränkten Geist erscheinen manche Dinge unbegreiflich."
    Marc Levy


    :study: in 2015: 18 Bücher, 6868 Seiten
    :study: in 2014: 2 Bücher, 771 Seiten 8-[
    :study: in 2013: 13 Bücher, 5079 Seiten
    :study: in 2012: 39 Bücher, 14318 Seiten
    :study: in 2011: 25 Bücher, 9255 Seiten

  • Hm, bei dem Buch bin ich auch nicht sicher, ob Humor dieser Art etwas für mich ist. Mr. Bean mochte ich, aber trotzdem frage ich mich, ob das Buch nicht auf bemüht komisch macht. Eine Bekannte, die oft Ähnliches liest wie ich, hat es aus dem Grund auch erst einmal nicht gekauft.

  • Wie schon geschrieben, habe ich mir das Buch hauptsächlich auf Basis Eurer Rezensionen gekauft und auch ziemlich schnell vom SUB befreit.


    Zum Inhalt wurde schon einiges geschrieben, daher beschränke ich mich nur auf meine Meinung: Mir hat das Buch gut gefallen. Der Autor hat es geschafft, eine spannende Krimihandlung mit vielen Ideen, skurillen Haupt- und Nebendarstellern (u.a. Haushälterin, Tyburn) und witzigen Dialogen zu mixen. Und das alles, ohne die paranormalen Vorgänge ins Lächerliche zu ziehen bzw. zu aufgesetzt zu wirken. Alles fügt sich in den vermeintlich normalen Alltag ein. Man merkt dem Autor an, dass er London sehr gut kennt und die Stadt sich zudem m.E. sehr gut als Handlungsort eignet . Auch die geschichtlichen Fakten fand ich sehr gut eingearbeit. Bes. die Gegend um Covent Garden habe ich aus einem längeren London-Aufenthalt in sehr guter Erinnerung. Leider hatte ich beim Lesen keine Stadtplan zu Hand, der die div. Schauplätze noch plastischer gemacht hätte (alle Straßen kenne ich leider nicht :lol: ).
    Ich habe trotzdem "nur" :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: vergeben, was vor allem an Peter Grant lag: Er blieb mir noch ein bißchen zu "blass". Er ist mir sympathisch aber hinterfragt manche Sachen zu wenig. So akzeptiert er relativ schnell, dass er bestimmte Fähigketen hat. Hier hoffe ich aber auf die Fortsetzung, in der man sicher auch ein paar Dinge mehr über Nightingales Geschichte erfährt.


    Alles in allem aber nochmals vielen Dank für die Empfehlungen :thumleft: Den Kauf habe ich nicht bereut und die Fortsetzung auf meine "unbedingter Kauf 2012"-Liste zu setzen.

    "Begib dich einmal im Jahr an einen Ort, an dem du noch nie gewesen bist." (Dalai Lama)


    :study: 2014: 18 Bücher mit 10.009 Seiten (2013: 63 Bücher mit 27.710 Seiten)

  • Das ist ein Buch, dass ich ohne das Bücherforum, ohne die Leserunde mit Sicherheit nie gelesen hätte und das mich dann doch auf vielen Ebenen total überrascht hat.


    Zum einen: Die Zeit in der es spielt. Auf Grund des ansprechenden Covers und der Kapitelüberschriften habe ich gedacht, das Buch spielt in der Vergangenheit – vielleicht so um 1800. Doch hier habe ich mich das erste Mal getäuscht. Das Buch spielt in der heutigen Zeit, im heutigen London.


    Zum anderen: Ich hatte gedacht dass ich mit dem Humor des Autoren nicht klar komme, da ich kein Fan von Mr. Bean zum Beispiel bin. Doch auch hier wurde ich eines besseren belehrt. Der trockene britische, teilweise doch skurrile Humor hat mir von Anfang gefallen und da ich das Buch überwiegend in der Straßenbahn bzw. in der Mittagspause gelesen habe, bin ich immer mal wieder angeschaut worden, wenn ich ein Dauergrinsen im Gesicht hatte oder mir ein Lachen nicht verkneifen konnte.


    Die gelungene Mischung auf Fantasy und Krimi erwartet den Leser, viele interessante Persönlichkeiten. Es gelingt dem Autor nicht immer, die perfekte Balance zu halten – mal überwiegt das phantastische und mal das kriminalistische – aber ihm gelingt es immer wieder das ganze auszupendeln, auszugleichen.


    Die Spannungselemente waren nicht so, das man vor atemloser Spannung das Buch nicht unterbrechen möchte. Es ist nicht so, dass man sich umschaut, ob das unheimliche hinter einem ist und es ist auch nicht so, dass das Blut förmlich aus den Seiten tropft. Es ist aber so, dass die Geschichte an sich; mit ihren Zusammenhängen, den ungewöhnlichen Personen und den Fantasy-Einschlägen; es so spannend macht, dass man immer wieder richtig gern zu dem Buch greift und weiterlesen möchte.


    Dem aufmerksamen Leser werden die Anspielungen auf diverse andere Fantasy-Romane und Figuren nicht entgehen. Besonders mit Harry Potter hat es der Autor. Ein Zitat, was bereits mehrfach angeführt wurde und mit Sicherheit vielen im Gedächtnis hängen bleibt und das mir auch besonders gut gefallen hat war das hier


    […]
    „Wie Harry Potter!“
    Nightingale seufzte. „Nein, nicht wie Harry Potter.“
    „Wieso nicht?“
    „Ich bin schließlich keine fiktive Romanfigur.“


    Hier musste ich laut lachen – das war so herrlich wenn eine fiktive Romanfigur wie Nightingale so etwas sagt – und prompt zog ich viele Blicke auf mich.


    Rundherum ein gelungenes Buch, auch wenn ich mir an der ein oder andere Stelle doch gewünscht hatte, das weniger passiert aber etwas mehr erklärt wird. Aber ich hab mich wohl gefühlt und der zweite Teil der Serie steht auf jeden Fall schon auf meiner Wunschliste.


    Meine Wertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ich habe das Buch im Rahmen der März-Challange gelesen. Da der Inhalt hier von euch ja bereits so toll zusammen gefasst wurde, werde ich diesen hier nicht noch mal herunterbeten sondern einfach kurz meinen Eindruck zu dem Buch wiedergeben.


    Ich muss gestehen, dass ich ein bischen hin und her gerissen bin. Auf der einen Seite fand ich den Roman irrsinnig unterhaltsam. Der Humor traf ziemlich genau meinen Geschmack. Ich mag die bissige, trocknene Art von Peter und Co., genauso wie ich den ein oder anderen Seitenhieb auf andere Fantasystory einfach lustig fand.
    Auch die Kriminalstory war an sich spannend geschildert und dank des Buches weiß ich jetzt einiges mehr über London und dessen Geschichte.


    Was mich "gestört" hat, ist, dass die Personen größtenteils sehr blass geblieben sind. Man erfährt nur sehr wenig über deren Hintergrund und auch generell fand ich dass viele Dinge bzw. Gegebenheiten zu wenig "erklärt" wurden. Mir fällt momentan leider keine bessere Formulierung ein, aber vieles wurde mir einfach zu oberflächlich behandelt.


    In der Bewertung schwanke ich eigentlich zwischen 3,5 und 4 Sternen, vergebe jedoch endgültig :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: weil mich das Buch insgesamt sehr gut unterhalten hat und ich etliche Male Bauchschmerzen vor lachen hatte.

    SUB: 91 Bücher + 4 Ebooks (Jahres-Anfangs-SUB 2014: 91 + 6)
    gelesen: 19
    gekauft: 0
    geliehen: 16
    :study: Blackout - Marc Elsberg

  • Auf Grund des ansprechenden Covers und der Kapitelüberschriften habe ich gedacht, das Buch spielt in der Vergangenheit


    Hab ich auch gedacht. Witzig, im Nachhinein kann ich gar nicht erklären, warum genau ich das dachte. :loool:
    Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen, besonders die Figuren sind mir schnell ans Herz gewachsen. Zwar haben mir an einigen Stellen auch ein paar Erklärungen gefehlt, aber da es eine Reihe werden soll, wird da sicherlich noch was kommen. Gerade Nightingales Vergangenheit wurde ja schon hin und wieder erwähnt, so dass ich da neugierig bin, was da noch kommt.

  • Zauber-Peter


    Fantastische Literatur gehört seit geraumer Zeit zu einem von mir sehr gern gelesenem Genre. „Die Flüsse von London“ von Ben Aaronovitch fiel mir im letzten Amazon Vine Restenewsletter ins Auge.


    Die Kurzbeschreibung


    „Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Und der frischgebackene Zauberlehrling Peter stellt fest, dass es mehr Dinge in London gibt, als seine Polizeischulweisheit sich träumen ließ. Wer hätte zum Beispiel geahnt, dass der Themsegott und die Themsegöttin einander spinnefeind sind und diese Feindschaft auf ihre Nachkommenschaft, alle kleineren Zuläufe und Kanäle des weitläufigen Londoner Flussnetzes, übertragen? Peter soll zwischen den beiden Lagern vermitteln - keine leichte Aufgabe, wenn man sowieso anfällig für Magie ist und insbesondere eine der Flusstöchter unwiderstehliche Reize besitzt ...
    Zugleich gehen die Ermittlungen im Covent-Garden-Mord weiter, dem bald weitere schaurige Taten folgen. Irgendjemand (oder etwas?) sät Bosheit und Gewalttätigkeit in der Stadt. Die Spuren führen zweihundert Jahre zurück, zu einem ungesühnten Mord an einem Schauspieler, der am Theatre Royal tätig war - dem Ort, wo sich heute Covent Garden befindet ...“


    sprach mich schon mal an. Nebenbei fand ich noch sehr lustig, dass der Name des Hauptprotagonisten auch einen Bezug zu meinem realen Leben hat. Bei mir um die Ecke wohnt ein Zauberkünstler namens Peter Grandt.


    Der Autor Ben Aaronovitch


    wiederum, war für mich mal wieder Neuland unterm Pflug. Auf der Website des dtv-Verlages konnte ich erfahren, dass der in London lebende Schriftsteller und Drehbuchautor (u. a. Drehbücher zu der englischen TV-Kultserie 'Doctor Who') wenn er gerade nicht schreibt als Buchhändler arbeitet. „Die Flüsse von London“ ist der Auftakt einer Reihe, die in England die Bestsellerlisten im Sturm eroberte. Für die deutschen Leser wird es im Juli 2012 mit „Schwarzer Mond über Soho“ eine Fortsetzung geben.


    Anfangs etwas holprig, aber dann…


    Der Einstieg in das Buch fiel mir leider gar nicht so leicht. Obwohl ich meist keine Probleme mit der ICH-Perspektive habe, brauchte ich bei „Die Flüsse von London“ doch etliche Seiten bis ich mich eingelesen hatte. Dabei gefielen mir schon zu Beginn die Sprache und die bildhaften Vergleiche des Autors, die über die gesamte Geschichte hinweg schwarzhumorig wirkten und mich immer wieder zum Schmunzeln reizten.


    Aber irgendwie war der polizeiliche Zauberlehrling mit Migrationshintergrund für mich als Charakter anfangs nicht so recht greifbar. Auch der parallel dazu laufende Kriminalfall war irgendwie verworren. Irgendwann hatte ich mich dann aber doch auf die Story eingelassen und der auf mich ursprünglich irgendwie steif wirkende Hauptprotagonist und seine Mitstreiter nahmen in meiner Vorstellung endlich die passende Gestalt an.


    Neben Geistern und Vampiren – von denen die Fantasywelt regelrecht wimmelt (und trotzdem lese ich von ihnen immer wieder gern) – hat Aaronovitch mit den Flussgöttern und ihren Kindern interessante und für mich neue Fantasyfiguren geschaffen. Dass diese dann teilweise die gleichen Wünsche und Bedürfnisse wie ganz normale Menschen hatten, machte sie mir lebendig und gemeinsam mit ihren Fähigkeiten trotzdem mysteriös und anziehend. Auf leisen Sohlen und ganz gekonnt schlichen sich hier dann auch immer mal wieder Äußerungen zu gesellschaftlichen Themen, wie z. B. zur Umwelt, mit ein.


    Gern hätte ich noch ein bisschen mehr zur Geschichte der magischen Polizeiabteilung und insbesondere über Peters Chef Nightingale erfahren. Ein sehr außergewöhnlicher Charakter, der aber doch nebulös blieb. Auch die Haushälterin Molly, definitiv kein normaler Mensch, gab mir bis zum Ende des Buches ungelöste Rätsel auf. Bei beiden hege ich jedoch die Hoffnung, in der Fortsetzung mehr zu erfahren.


    Unpassend finde ich allerdings Vergleiche mit einem erwachsen gewordenen Harry Potter. Auch wenn diese, wie auf der Rückseite des mir vorliegenden Buches, von einer von mir sehr geschätzten Autorin (Diana Gabaldon) geäußert werden. Ihrer zweiten Aussage „Eine einzige große, witzige, phantasievolle Kapriole“ kann ich da eher zustimmen.


    Bei „Die Flüsse von London“ handelt es sich meiner Meinung nach um einen gelungenen Genremix aus Fantasy, Krimi und Satire, der mich nach einigen Startschwierigkeiten dann doch zu fesseln vermochte. Der Autor hat zum „normalen“ London eine interessante Parallelwelt geschaffen. Die teilweise extrem blutigen Szenen milderte er mit seiner witzig skurrilen Sprache und viel schwarzem Humor ab. Alles in allem hat mir die Geschichte im Endeffekt dann doch so gut gefallen, dass ich mir die Fortsetzung auf der Merkliste notiert habe. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und eine Leseempfehlung.

  • Inhalt:


    Peter Grant hat gerade seinen Abschluss als Police Constable in London in der Tasche, als ihm auf dem Covent Garden ein Geist erscheint, der sich als Zeuge eines Mordes ausgibt. Der durchaus seltsame Umstand führt ihn direkt in die Arme von Thomas Nightingale, einem Polizeiinspektor besonderer Art. Dieser ist Vorgesetzter und zugleich ausführendes Organ einer Ein-Mann-Abteilung für magische Ermittlungen. Und so wird Grant - schneller als er denken kann - in den Rang eines Zauberlehrlings befördert. Unterstützung kann Nightingale gut gebrauchen, denn ein magischer Serienmörder treibt sein Unwesen in der Stadt und hinterläst nichts als Chaos und Verwüstung. Dem nicht genug, muss es Grant gelingen, einen Streit zwischen Themsegöttin und Themsegott beizulegen. Grant stürzt sich auch gleich in die Arbeit, wären da nicht auch noch die lästigen Übungsstunden in Zauberkunde und, ja, Latein!


    Eigene Meinung:


    In der Figur Peter Grant verschmelzen Magie und Wissenschaft auf eine charmante und witzige Art und Weise. Dieser moderne Zauberer nutzt zum Beispiel chemische Leuchtstäbe anstelle von Kerzen oder Taschenrechner als Begrenzung eines Pentagramms. Mit seinem trockenen und wohl auch typisch britischen Humor erobert Grant rasch die Welt der magischen Wesen, aber auch die der Leser: "Ich fiel auf den Rücken und hatte so Gelegenheit, die Dachkonstruktion zu bewundern, auch wenn sie mir ein wenig verschwommen vorkam" (S.367).


    Grant ist dabei aber so viel mehr als ein Zauberlehrling mit Sinn für Humor. Er ist in erster Linie ein Mann, der sich nach einem erotisch Traum so seine Gedanken über weibliche Geschöpfe macht: "Dass ich auf sie stand, war keine Frage, dass sie auch auf mich stand, war ebenfalls klar, aber dass sie nicht ganz ein menschliches Wesen war, bot Anlass zu einer gewissen Besorgnis" (S. 423). Zudem hat Grant zwei Neigungen: Erstens muss er alles, aber wirklich alles, wissenschaftlich begründet, was sich bedingt durch seinen neuen Berufszweig in der magischen Abteilung, als durchaus schwierig erweist. Andererseits zeigt Grant eine schon beinahe übertriebene Vorliebe fürs Detail. So erläutert er auf faszinierende Art die Entstehung der Bürokratie oder die Londoner Stadtplanung der Nachkriegszeit. Manchmal verleiten ihn seine Beobachtungen auch zu Aussagen dieser Art: "Ich habe gar nichts gegen Kakaobutter, nur riecht man dann den ganzen Tag lang wie ein Riesenmarsriegel" (S. 424).


    Der Roman lebt durch die Figur Peter Grant, seiner schon beinahe nüchternen Einstellung und seinem Humor. Aaranovitch hat einen Charakter mit Starpotenzial erschaffen, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Zudem gelingt es ihm auf ganz besondere Weise, ein magisches London so gekonnt zwischen dem modernen London zu verstecken, dass das Lesen einfach zu einem Vergnügen wird.


    Fazit:


    Dieser Roman macht einfach Lust auf mehr, vor allem auf mehr von Peter Grant! :applause:

  • Das Buch habe ich mir wegen eurer tollen Meinungen und des tollen Covers (ein nicht zu unterschätzender Faktor :mrgreen: ) gekauft und wurde nicht enttäuscht! Eine wirklich herrliche Geschichte, die der Autor da erschaffen hat! Peter Grant ist ein toller Hauptprotagonist, mit seinen Macken (Konzentrationsmangel, dennoch ausgeprägte Neugier und Fantasie) und seinem trockenen Humor. Aber auch die anderen Charaktere fand ich gut, obwohl ich mir bei manchen noch ein bisschen mehr Tiefe gewünscht hätte. Nightingale und Molly sind in den nächsten Bänden bestimmt noch für ein paar Überraschungen gut, da bin ich gespannt, was zu den beiden noch ans Licht kommt. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie der Autor diese magische, übernatürliche Parallelgesellschaft mit London verflochten hat. Man lernt nicht nur das London der Gegenwart kennen, sondern auch der Vergangenheit, das allerdings weniger ausführlich. Das alles natürlich aus Peters Sichtweise was dem Ganzen erst seine Würze verleiht wie ich finde. Ein toller Roman zum Lachen, Staunen und Mitfiebern! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:
    Auf die Fortsetzung freue ich mich schon! :D

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