Nancy Holzner - Deadtown

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  • Boston, eine von mehreren Städten in den USA die paranormale Wesen beherbergen. Vampire, Werwölfe und in Boston auch Zombies bevölkern einen eigenen Stadtteil, Deadtown. Vor einigen Jahren starben auf einen Schlag in dem Stadtbezirk tausende Menschen an einem Virus, wenige Tage später waren sie wieder lebendig, Zombies. Der Stadtteil wurde abgeriegelt und war von nun an neues Zuhause für alle paranormalen Wesen Bostons. Rechte haben sie nur wenige und in Massachusetts tobt der Wahlkampf um den Senatorenposten. Der bisherige Amtsinhaber ist den PAs (Paranormal Americans) freundlich gestimmt, da dessen Tochter ebenfalls ein Zombie ist, doch sein Herausforderer Seth Baldwin will die Monster aus dem Staat. Das alles ist für Victoria Vaughn uninteressant. Gestaltwandlerin und Dämonenjägerin in einer Person. Sie hilft allen Lebenden Dämonen zu vertreiben, dringt entweder in deren Träume ein um dortige Druden zu erledigen oder wacht über deren Schlaf um Harpien zu töten, die die Schlafenden quälen.


    Doch nach ihrem letzten Fall wird sie von der Deadtown Polizei zur Wache gebracht. Sie ist sich keines Verbrechens bewusst und ruft ihren Freund, Anwalt Kane, Werwolf und PA-Rechtler, zur Hilfe. Doch die Polizei in Form von Detective Daniel Costello will Vicky als Beraterin. Ihr letzter Mandant ist von innen gekocht worden, tot aufgefunden nur Stunden nach ihrem Einsatz bei ihm. Schnell wird ihr klar, dass dies kein einfacher Dämon ist, nein eher ein Hellion und die Art und Weise wie der Mann starb läßt für sie nur eine Erklärung, Difethwr ist zurück. Dieser Dämon ist seit fast 100 Jahren der Erzfeind ihrer wallisischen Familie und tötete vor 10 Jahren ihren Vater. Doch wie konnte ein Dämon nach Boston kommen? Die Stadt wurde nach der tödlichen Virenattacke von Hexen durch einen Schutzschirm geschützt, der Hellions fernhalten soll, da diese die Stadt noch schlimmer getroffen hätten als der Virus.


    Als sie dann einen neuen Job anfängt beim Bauunternehmer Lucano wird ihre Vermutung Wirklichkeit. Schon in der ersten Nacht, nachdem sie 3 Harpien tötete die Lucano nächtelang malträtierten erscheint Difethwr, der Zerstörer und nenne Vicky beim Namen. Er will sie töten, will die letzte ihrer Art auslöschen und Boston dem Erdboden gleichmachen. Doch anstatt sie zu erledigen wird er zurückgehalten und verschwindet wieder. Dafür gibt es nur eine Erklärung, der Dämon selber wurde gebannt, doch wer ist so verrückt und bändigt einen Hellion? Und wieso konnte er durch den Schutzschirm dringen, der doch jährlich erneuert wird? Fragen über Fragen und Vicky muss schnell handeln, denn ein Hellion frei in Boston bedeutet Chaos pur! Wenn dann auch noch Wahlkampf ist, ein Werwolffreund auf PA-Rechtefeldzug, ein Zombieteenie ihr Lehrling sein will sowie familiäre Probleme mit der Schwester dazukommen, dann ist Zeit ein kostbares Gut!


    Meinung:


    Ok, ich geb es zu, hier brauchte ich 2 Anläufe. Hatte den Debütroman von Nancy Holzner schon einmal in den Händen. Fing eigentlich ganz gut an mit ihrem Einsatz beim späteren Opfer, wo sie mit Tina, ihrer Zombieazubine in dessen Traumland nach Dämonen sucht und sie gerade so vernichten kann, weil Tina es mit dem Flammenwerfer übertrieb. Aber dann legte ich das Buch wieder weg, es nagte an mir der Verdacht eines typischen Urban Fantasy Romans, sexy, sinnig und für Frauen gemacht. Nun zwang ich mich endlich dazu es durchzulesen, ließ jedoch das 1. Kapitel aus, seltsamerweise erinnerte ich mich immer noch an die Geschehnisse daraus. Also weitergelesen mit Kapitel 2 und zack war ich schon fast bei der Hälfte! Wie kommts?


    Nun Deadtown hat an sich schon gute Ansätze, die es selbst für mich lesenswert machten. Das Buch gestaltet sich nicht allzu trocken, hat den gewissen Humor, den ich seit Stephanie Plum eigentlich mag. Dazu noch ein Grundgerüst mit einer abgeriegelten Stadt in einer Stadt, in der sich alles tummelt was man sonst so aus dem Genre kennt. Hier werden solche Wesen eben nicht als heimliche, mysteriöse Wesen präsentiert, die Seite an Seite unter den Menschen leben, nein hier sind sie ausgegrenzt, rechtslos und nur toleriert, wobei sie in Boston noch Glück haben. Dann ist die Story auch recht nett gestrickt, kein Überhauch an Östrogenen sondern eine Hauptfigur die einerseits nach Liebe dürstet aber andererseits auch weiß wie sie ihre Stiefel treten muss um wehzutun. Das Vicky Vaughn selber als Gestaltwandlerin auf Dämonenjagd ist macht sie auch noch recht interessant und man wird im Verlauf des Buches auch Zeuge ihrer Wandlungskraft.


    Das es dann doch kein reines Dämonengemetzel ist wird schnell klar, wenn Vicky sich nach Kane sehnt und für Castello Schmetterlinge produziert. Doch auch diese Sequenzen kommen überraschend leicht daher, vertiefen sich nicht in Bettlakengewirr und Austausch von Körperflüssigkeiten. Las ich etwa doch das falsche Buch oder hatte ich doch Recht beim Kauf? Nun die Geschichte ist nicht allzu kompliziert, ist teilweise sogar zu vielschichtig. Dämonenjagd, Beziehungen, ihre Vergangenheit, die Beziehung zu ihrer Schwester Gwen, die sich als Gestaltwandlerin verabschiedet hat um eine normales, menschliches Leben zu führen und ein Biotech-Konzern auf der Jagd nach ihrer DNA, ja da kommt viel zusammen auf gut 320 Seiten. Phasenweise ist man mit der Hauptfigur in Terminhatz, eilt von Ort zu Ort und vergisst mit ihr dann auch Einträge im gedanklichem Terminkalender. Doch was es dann wieder rausreißt ist die Kurzatmigkeit, denn dadurch das es straff gespannt ist kann gar keine allzu große Langeweile entstehen. Wenn alles dann noch mit einem Schuss Humor daherkommt, hey dann ist das wirklich passabel.


    Es ist sicherlich kein Überwurf entstanden, der dann aus der Gesamtmasse an Urban Fantasy heraussticht, doch es ist ein Buch entstanden was von seiner Thematik und seiner Erzählweise lebt. Wäre es trockener würde es bei mir komplett durchfallen, so bietet sich aber die Chance auf den 2. Teil bei mir im Regal, wenn auch nicht sofort. Bleibt Holzner auf diesem Weg, womit ich eigentlich rechne, dann hat sie gute Chancen sich auf diesem Markt zu etablieren.

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