Hjorth & Rosenfeldt - Der Mann, der kein Mörder war / Det fördolda

  • Buchdetails

    Titel: Der Mann, der kein Mörder war


    Band 1 der

    Verlag: Rowohlt Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 624

    ISBN: 9783499275340

    Termin: Neuerscheinung Mai 2018

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 127 Bewertungen

    86,6% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Der Mann, der kein Mörder war"

    Sebastian Bergman, Kriminalpsychologe: Hochintelligent. Unausstehlich. In einem Waldstück bei Västerås wird die Leiche eines Jungen entdeckt - brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Roger war Schüler eines Elitegymnasiums, ein sensibler Junge. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist Kommissar Höglund mit seinem Team aus Stockholm in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Er bietet Höglund seine Hilfe an. Das Team ist wenig begeistert, doch schon bald wird der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele ...
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    dYna
    Sehr spannender Krimi, habe aber mehr Fokus auf die Hauptperson Sebastian Bergmann erwartet.

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  • Beschreibung von Amazon:
    Kurzbeschreibung
    Sebastian Bergman, Kriminalpsychologe. Hochintelligent. Unausstehlich. In einem Waldstück bei Västerås entdecken Kinder die Leiche eines Jungen –brutal ermordet, mit herausgerissenem Herzen. Der Tote ist schnell identifiziert: Roger war Schüler eines Elitegymnasiums und seit Tagen vermisst. Die Polizei vor Ort ist überfordert, und so reist der Stockholmer Kommissar Höglund mit seinem Team in die Provinz. Dort trifft er überraschend einen alten Bekannten: Sebastian Bergman, ein brillanter Kriminalpsychologe und berüchtigter Kotzbrocken. Seit Bergman Frau und Tochter bei einem Unglück verlor, hat man kaum noch von ihm gehört. Nun bietet er Höglund seine Hilfe an. Das Team zeigt sich wenig begeistert. Doch schon bald ist der hochintelligente Bergman unverzichtbar. Denn in dem kleinen Städtchen Västerås gibt es mehr als eine zerstörte Seele ... «Sensationell gut.» (Hallands Nyheter)


    Über den Autor
    Michael Hjorth, geboren 1963, ist ein bekannter TV-Produzent, Regisseur und Drehbuchautor. Er schrieb u. a. Drehbücher für die Mankell-Verfilmungen
    Hans Rosenfeldt, Jahrgang 1964, arbeitet erfolgreich als Drehbuchautor und als Moderator in Funk und Fernsehen.
    Taschenbuch mit 592 Seiten, Preis: 14.95 €. Erscheint laut Amazon am 01.11.2011.


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    Ich habe dieses Buch bei vorablesen gewonnen und wurde gestern damit fertig. Wow! :D Vor allem das Ende des Buches hat mich positiv überrascht, aber mehr dazu gleich...


    Zu Beginn des Buches ist der Mann, der kein Mörder war, damit beschäftigt, die Leiche des 16-jährigen Roger im Wald zu verscharren. Er redet sich und dem Leser jedoch ein, dass er nicht der Mörder ist und dass es auch eigentlich kein Mord war, der hier geschehen ist. Man bekommt den Eindruck, dass der Mann, der kein Mörder war, unsicher ist, ängstlich, verwirrt...


    In der nächsten Szene geht es dann direkt recht rasant zu. Die Vermisstenmeldung von Roger bleibt schlampigerweise ein ganzes Wochenende unbearbeitet liegen. Zu Beginn der neuen Woche muss sodann mit Hochdruck daran gearbeitet werden, dies zu vertuschen und Roger zu finden. Hier erfährt man schon zu Beginn, dass die Polizisten es auch nicht leicht haben. Zum Teil wegen privater persönlicher Probleme, zum Teil wegen der Rangordnung innerhalb der Kollegen und Vorgesetzten und auch wegen des Drucks, der von außen hereindringt und Konkurrenzdenken an den Tag fördert.
    Bei der Suchaktion im Wald beteiligt sich auch eine Gruppe jugendlicher Pfadfinder und diese finden dann auch die Leiche von Roger. Er wurde mit vielen Messerstichen getötet und ihm wurden Teile des Herzens herausgeschnitten.


    Die Polizeiarbeit läuft auf Hochtouren. Da kommt Sebastian Bergmann dazu. Er benötigt für eigene Informationen Daten der Polizei und schleicht sich so in das Herz seines ehemaligen Freundes Torkel, der sich sodann dazu breitschlagen lässt, ihn, den so bekannten und einst verehrten Polizeipsychologen, in sein Team aufzunehmen. Dies wird ihm jedoch schnell zum Verhängnis, da seine Kollegen alles andere als begeistert sind, Sebastian bei sich aufzunehmen. Dies lassen sie Torkel mächtig spüren und Torkel selbst, muss nach kurzer Zeit einsehen, dass der egoistische Sebastian ihm wohl doch keine Hilfe sein wird.


    Die Ermittlungen verlaufen ziemlich oft im Sand. Zu schnell wird ein mutmaßlicher Verdächtiger verhört oder festgenommen, nur ihm ihn oder sie dann doch wieder laufen lassen zu müssen. Die Kollegen der Polizei sind das ein oder andere Mal kurz davor innerlich aufzugeben, da sie so oft mit der Arbeit von vorne beginnen müssen. Die Umstände und Rogers Umfeld werden immer verworrener, zu viele Menschen werden ins Täterfeld gezogen. Nach und nach müssen Torkel und auch sein Team feststellen, dass Sebastian doch oft recht gute Einwände und Ideen vorbringt, auch wenn er trotzdem oft genug zu unüberlegt und forsch vorgeht und auch einiges im Alleingang durchzieht. Zum Ende des Buches hin überschlagen sich dann die Ereignisse. Jemand gesteht plötzlich, der Täter zu sein und im nächsten Moment wird auf die Polizisten geschossen. Ist der angebliche Täter wirklich der wahre Mörder, oder hängt noch jemand mit in der Sache drin? Was war das Motiv, Roger zu töten? Und wieso mussten während der Ermittlungen weitere Leute sterben? Das Buch lässt während des Lesens viele Fragen offen, die jedoch zum Ende hin alle beantwortet werden. Das Ende fand ich schlüssig und glaubhaft. Man erkennt nach und nach, welche Tragödie sich in Rogers Leben bzw. seinem Umfeld abgespielt hat.


    Mir hat das Buch unheimlich gut gefallen. Die Personen im Buch sind sehr gut beschrieben, ich hatte von allen ein sehr klares Bild vor Augen. Lediglich der Mann, der kein Mörder war, kam meiner Meinung nach etwas zu kurz. Es kamen zwar immer mal Textzeilen aus seiner Sicht, jedoch hätte ich mir davon wesentlich mehr Text gewünscht. Schließlich geht man schon anhand des Buchtitels davon aus, dass es mehr um diesen Mann geht. Trotzdem hat mir die Ermittlungsarbeit in diesem Buch sehr gut gefallen. Man hat die Gefühle der Polizisten gut nachvollziehen können, den Frust, den Druck von außen und auch die eignen Probleme unter einen Hut zu bekommen. Das Ende des Buches hat mich wirklich positiv überrascht. Es ist mehr oder weniger ein offenes Ende, das Raum zum spekulieren lässt und ich hoffe, dass die Buchreihe weitergeht. In Schweden gibt es bereits den zweiten Teil zu diesem Buch. Ich hoffe. dass er auch auf Deutsch übersetzt wird.


    Ein spannender Krimi, mit gut nachvollziehbarer Ermittlungsarbeit, die oft in verschiedene Richtungen geht, so dass die Spannung für den Leser aufrecht erhalten bleibt. Das Buchcover und die Kapitelgestaltung und Kapitellänge haben mir persönlich auch sehr gut gefallen. Ich habe dem Buch 4 Sterne gegeben.
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  • Inhalt: In einem Tümpel wird die Leiche des sechzehnjährigen Roger gefunden. Vermisst wurde der Junge schon seit mehreren Tagen, doch die Polizei hat zu langsam reagiert und wie die Leiche zeigt, wurde er brutal ermordet und sein Herz entfernt. Da die Ortspolizei von Västerås sich nicht zutraut, den Fall allein zu lösen, bentragen sie Unterstützung von der Reichsmordkommission. Ab diesem Augenblick nimmt das Team um Torkel Höglund die Ermittlungen im Fall Roger auf und stößt auf viele Hindernisse, die die Ermittlungen erschweren. Bekannt ist jedoch, dass Roger auf seiner alten Schule gemobbt wurde und deswegen auf ein exklusives Privatgymnasium wechselte.
    Zeitgleich kehrt der Psychologe Sebastian Bergmann nach Västerås zurück, um das Haus seiner Eltern zu verkaufen, auch wenn er sich geschworen hatte, nie wieder dorthin zurückzukehren. Er hat nicht mehr gearbeitet, seit er bei einem tragischen Unfall sowohl seine Tochter, als auch seine Frau verloren hat, denn ihm geht ihr Tod so nah, dass er psychisch nicht vollkommen auf der Höhe ist. Um jedoch von seiner Trauer und den Schuldgefühlen loszukommen, die ihn plagen, stürzt er sich in immer neue One Night Stands und Affären. Zudem genießt er es vor allen das Ekelpaket zu geben und will auch von niemandem gemocht werden, einzig zu den Frauen, die er erobern will, ist er so lange nett, bis er bekommt, was er haben wollte.
    Sebastian und Torkel treffen während Torkles Ermittlungen zufälligerweise aufeinander und sind beide jeweils überrascht, den anderen zu sehen, denn vor längerer Zeit hat Sebastian als Polizeipsychologe der Reichsmordkommission mit Torkel zusammengearbeitet und sie waren fast soetwas wie Freunde, denn ein Ekel war Sebastian schon vor dem Unfall. Bald hat Sebastian seine eigenen Gründe, warum er bei den Ermittlungen helfen will, da er diese jedoch nicht äußert, ist Torkel überrascht darüber, stimmt jedoch zum Missfallen seines Teams zu. Doch trotz seiner Art wird Sebastian immer wichtiger für die Ermittlungen, denn er ist nicht nur hochintelligent, sondern kennt auch das Privatgymnasium sehr gut und nach und nach tun sich immer mehr Abgründe hinter den Mauern der Eliteschule auf.


    Meinung: An diesem skandinavischen Krimi hat mir schon von Beginn an eine Sache sehr gut gefallen, die grade bei den Krimis von Schriftstellern aus diesen Ländern verbreitet ist, nämich dass neben der Haupthandlung, auch die in der Hanldung inbegriffenen Charaktere ein wenig besser und deutlicher beleuchtet werden. Grade durch teilweise diese Kleinigkeiten, die man als Leser über die Charaktere erfährt, wenn ab und an auch etwas über deren Privatleben gesagt wird und man deren Gedanken und Handlungen erfahren darf, kann man auch andere Handlungen der Charaktere in Bezug auf den Fall oder ähnliches, viel besser verstehen und nachvollziehen. Zudem werden die Charaktere durch diese Kleinigkeiten für mich auch immer deutlich plastischer, so dass ich sie mit viel besser vorstellen kann und nicht das Gefühl habe, dass sie weiterhin flach auf dem Papier bleiben. Auch wurden mir manche Charaktere besonders sympathisch, wie zum Beispiel auch der Protagonist Sebastian Bergmann, der mit trotz seiner verschrobenen Art, irgendwie sympathisch ist, denn auch wenn er ein ziemliches Ekel ist, was man einfach nicht leugnen kann, muss ich sagen mag ich den Charakter sehr gerne und finde auch, dass die Autoren es geschafft haben ihn sehr plastisch darzustellen.
    Neben den sehr gelungenen Charakteren fand ich auch den Kriminalfall an sich sehr spannend, denn dieser war zwar ansich nicht vollkommen unblutig, aber das was ich an einem Krimi immer gut finde, ist wenn er ohne viele sehr blutige Morde auskommt, sondern eher dadurch reizt, dass er einem zum Rätseln bringt und man unbedingt erfahren möchte wer der Mörder ist, wie er es gemacht hat und was die Beweggründe sind. Wobei dieses Rätseln grade durch die Informationen, die die Ermittler finden noch weiter angeheizt wird und man dann durch Indizien auf den Täter kommt und grade diese Art des Ermittelns im Vordergrund steht und nicht die bestialischen Morde des Täters, denn dann wäre ein Roman für mich eher ein Thriller. In diesem Roman hat das miträtseln um den Täter besonders viel Spaß gemacht, da es so viele unterschiedliche Charaktere gab, bei denen man sehr gut den Verdacht hegen konnte, dass sie entweder mehr wissen, als sie zugeben oder dass sie sogar als Täter in Frage kämen. Des Weiteren konnte man nicht nur beim Mordfall super miträsteln, sondern auch in manchen persönlicheren Dingen des Protagonisten, da der Charakter des Sebastian Bergmann eindeutig viele interessante und manchmal auch rätselhaft Facetten aufweist.
    Außerdem geizt das Buch, wenn auch in vielen Situationen eher ernst, nicht mit Stellen die irgendwie Witz haben, auch oftmals ausgelöst, durch die interessante Art Bergmanns. Ansonsten würde ich sagen, dass der Roman in der typischen Art für skandinavische Romane an manchen Stellen nicht so extrem ausschmückend ist, aber trotzdem auch sehr bildhafte Beschreibungen enthält. Das Einzige, das mir persönlich nicht ganz so sehr gefällt, ist die Gestaltung des Covers, welches einfach gar nicht meinen Geschmack trifft und auch nicht so recht zur Geschichte passt.
    Ich bin auf jeden Fall auf die weiteren Sebastian Bergmann Romane gespannt, denn wenn der nächste Fall wieder so interessant wird und der Charakter des Sebastian Bergmann sich treu bleibt, kann ich mir vorstellen, dass es wieder ein ziemlich gutes Buch werden kann.

    Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid.

  • Der Mann, der kein Mörder war




    Der sechzehnjährige Roger Eriksson wird von seiner Mutter vermisst gemeldet. Durch Nachlässigkeit verzögert sich allerdings die Bearbeitung durch die Polizei. Erst Tage später startet eine intensive Suche nach dem Jungen. In der Nähe von Västerås wird schließlich Rogers grausam zugerichtete Leiche gefunden. Da sich schnell herausstellt, dass dem Jungen das Herz aus der Brust gerissen wurde, ist die Polizei vor Ort mit dem Fall überfordert. Deshalb reist ein angesehenes Ermittlerteam aus der schwedischen Hauptstadt an. Unverhofft bekommt das Team Unterstützung durch den Kriminalpsychologen Sebastian Bergman. Dieser ist zwar hochintelligent und fachlich angesehen, doch sein Ruf, ein echtes Ekelpaket zu sein, bestätigt sich bei den Ermittlungen schnell. Die Suche nach Rogers Mörder gestaltet sich schwierig, denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint und die mühsam zusammengetragenen Puzzleteile wollen einfach nicht passen...



    Meine Meinung



    Das Interesse am Buch wird bereits ganz am Anfang geweckt. Denn dort schaut man dem Mann, der kein Mörder war, dabei über die Schulter, wie er gerade die Leiche eines durchtrainierten Jungen verschwinden lässt. Er geht dabei seinen Gedanken nach und scheint sich keiner Schuld bewusst zu sein. Der weitere Verlauf der Handlung wird in der Erzählperspektive geschildert, wobei unterschiedliche Handlungsstränge verwendet werden.


    Das Autorenduo führt eine Vielzahl an Charakteren in die Handlung ein. Zunächst fällt es nicht leicht, die Übersicht zu behalten und die Personen zuzuordnen. Nach einer kurzen Zeit hat man sich allerdings eingelesen und kann dem Geschehen dann relativ mühelos folgen. Die Protagonisten dieses Thrillers überzeugen durch ihre Lebendigkeit, denn sie haben Stärken und Schwächen, die sie glaubwürdig machen. Die Figur des Sebastian Bergmann dürfte besonders polarisieren. Denn Bergmann ist sich stets selbst der nächste, redet niemandem nach dem Mund, reißt sexistische Witze, liebt Affären und behält gerne das letzte Wort. Dadurch wird er zum Außenseiter, doch das scheint ihn nicht zu stören. Dieser Figur gelingt es mühelos, spontane Abneigung beim Lesen zu erzeugen. Doch im späteren Verlauf kann man noch ein wenig hinter die Fassade schauen und die Handlungen besser nachvollziehen. Auch die anderen Charaktere wirken vielschichtig und die Ereignisse, die sich neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit zutragen, sind interessant und lassen keinen Moment Langeweile aufkommen.


    Die Autoren legen geschickt ihre Spuren aus, denen man nur allzu bereitwillig folgt. Oft meint man, kurz vor der Enttarnung des Täters zu stehen, doch die entscheidenden Puzzleteilchen scheinen einfach nicht zu passen. Die unterschwellige Spannung ist deshalb durchgehend spürbar und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Der Fall ist deutlich schwieriger zu lösen, als es zunächst den Anschein hat. Das Ende hält noch einige Überraschungen bereit, sodass man bis zum Schluß mit den Protagonisten mitfiebern kann.


    Normalerweise greife ich nicht so gerne zu Thrillern oder Krimis von skandinavischen Autoren, da in diesen Romanen meist eine Atmosphäre herrscht, die auf mich zu düster und schwermütig wirkt. Bei diesem Thriller war das allerdings keinen Moment so. Obwohl es mir anfangs nicht ganz leicht gefallen ist, die Personen richtig zuzuordnen und mir die ungewohnten Namen zu merken, wurde ich insgesamt gesehen, mit einer spannenden und gut durchdachten Kriminalhandlung belohnt, die mich durchgehend fesseln konnte. Obwohl Sebastian Bergman gewiss kein Sympathieträger ist, würde ich gerne einen weiteren Fall von ihm lesen.



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  • Der erste Fall für Sebastian Bergmann.


    Mit diesem Psychologen haben die beiden Autoren einen höchst unsympathischen Hauptcharakter geschaffen. Sebastian ist zwar überdurchschnittlich intelligent und war in seinem Job einer der Besten (er selber würde sagen, DER Beste!), aber auch schon vor seiner privaten Tragödie, dem Verlust von Frau und Tochter, war er menschlich ein ziemlicher Widerling. Weder in seinem Umfeld, noch beim Leser kann er irgendwelche Sympathien erwecken, allerdings will er das auch gar nicht.
    Während er gerade in seiner Heimatstadt weilt, um das Haus seiner verstorbenen Mutter zu verkaufen, wird dort ein 16jähriger Junge umgebracht. Seine früheren Kollegen, das Team um Torkel Höglund von der Reichsmordkommission, sind angefordert worden, um die Ermittlungen zu leiten. Sebastian interessiert sich eigentlich überhaupt nicht für den Fall, aber aus privaten Gründen braucht er Zugriff auf Polizeidaten, um eine bestimmte Frau zu finden. Also bietet er seine Hilfe an und Torkel nimmt ihn trotz der Widerstände der anderen ins Team auf.
    Auf knapp 600 Seiten wird die Ermittlung dann ausgewalzt, lange Zeit passiert recht wenig. Dies mag durchaus dem Realbild einer derartigen Ermittlung entsprechen, zu lesen ist es allerdings recht eintönig. Einzig Sebastians ätzende Sprüche bringen immer wieder Leben in die Handlung. Ich kann das Buch nicht direkt als langweilig bezeichnen, aber es hat auf jeden Fall einige Längen. Gegen Ende kommt dann endlich etwas Schwung in die Ermittlungen, der Täter hat mich aber nicht wirklich überrascht. Am Schluss gibt es noch einen Cliffhanger, was das Privatleben von Sebastian angeht, aber ob ich aufgrund dessen ein weiteres Buch der Reihe lesen möchte, weiß ich noch nicht so recht...
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Auch ich habe soeben das Buch beendet.


    Eigentlich hat mir das Buch gut gefallen, da ich Sebastian Bergmann als Hauptfigur sehr interessant finde. Auch der Fall an sich bot viele spannende Momente, obwohl ich schon in etwa erahnen konnte, wie sich alles am Ende auflösen würde. Das ist aber wohl nur Zufall, dass ich es richtig erraten habe, bei anderen Büchern tappe ich oft im Dunkeln.


    Was mich allerdings anfangs gestört hat, ist der häufige Perspektivwechsel in der Handlung. Oft wurde das Innenleben mehrerer Personen innerhalb eines Kapitels dargestellt, das führte dazu, dass ich öfters verwirrt die Zeilen nochmal lesen musste, um den Zusammenhang für mich klarzustellen. Nach ein paar Seiten hab ich mich dann aber daran gewöhnt und habe das Buch sehr genossen. :bounce:

  • Vielen Dank für die Rezi. Das Buch habe ich vor kurzem geschenkt bekommen. Nun freue ich mich umso mehr, es bald zu lesen.

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inzwischen habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Am Anfang fand ich es zwar etwas schwerfällig, aber dann nahm alles immer mehr Fahrt auf. Ich fand das Buch außerordentlich gelungen, sehr spannend und würde es jederzeit weiterempfehlen. Bin schon gespannt auf das nächste Buch!!!

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Zum Inhalt


    Im schwedischen Västerås wird der sechzehnjährige Roger Eriksson, Schüler des vornehmen Palmlövska-Privatgymnasiums, ermordet aufgefunden. Die Leiche ist mit zahllosen Messerstichen übersät und das Herz fehlt. Die Polizei vor Ort, allen voran der zwar engagierte, aber nicht übermäßig kluge Kommissar Haraldsson, scheint mit diesem Fall, der an die Taten eines Ritualmörders erinnert, überfordert, deshalb ruft Haraldssons Chefin Kerstin Hanser die Kollegen aus Stockholm zu Hilfe: Teamleiter ist Kommissar Torkel Höglund, er arbeitet mit der ehrgeizigen jungen Polizistin Vanja, dem Computerspezialisten Billy und der Kriminaltechnikerin Ursula zusammen. Diesem Team schließt sich der Psychologe Sebastian Bergman an, der Höglund und Ursula bereits von früher bekannt - und recht unbeliebt - ist. Bergman ist ein selbstgefälliger Egomane, der Menschen nach seinem Gutdünken und zu ausschließlich seinem Vorteil benutzt, seine unangenehmen Eigenschaften haben sich durch den tragischen Tod seiner Frau und seiner Tochter nur noch stärker ausgeprägt.
    Ungeachtet seines wenig ansprechenden Charakters ist Bergman aber sehr intelligent und hat ein gutes Gespür für die Psyche anderer Menschen. So ist er dem Ermittlungsteam ein nützlicher Begleiter im Fall des ermordeten Jungen, bei dem sich im Laufe langwieriger und mühsamer Ermittlungsarbeit herauskristallisiert, dass die Dinge anders liegen, als man zuerst vermuten musste.


    Persönliche Beurteilung


    Die Romanhandlung wird durchgehend in der dritten Person, aber aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zu Beginn erlebt der Leser, wie "der Mann, der kein Mörder war" die Leiche des Schülers in einem Tümpel im Wald versenkt. Es ist interessant, dass der namentlich nicht genannte Täter, sich nicht für einen Mörder hält, sondern überzeugt ist, etwas Notwendiges zu tun, um Schlimmeres zu vermeiden.
    Der größte Teil des Krimis schildert realistisch und gut nachvollziehbar die akribische Kleinarbeit, die die Polizei leisten muss, um auch nur kleine Fortschritte zu machen. Neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit stellen die beiden Autoren aber auch die Gruppendynamik im Polizeiteam detailliert dar: die Hackordnung innerhalb der Gruppe, die Beziehungen der alteingesessenen Kollegen untereinander - inklusive "Quartals-Affäre" zwischen zwei Kollegen- und die Reaktionen der verschiedenen Teammitglieder auf den unangepassten Außenseiter Sebastian. Auch über Sebastians Kindheit und bisheriges Leben als Erwachsener erfährt der Leser einiges, was diese Figur zwar nicht unbedingt sympathischer macht, es aber zumindest erlaubt, diesen komplizierten Charakter besser nachzuvollziehen.
    Neben der Krimihandlung, die nicht von durchgehender Hochspannung, dafür aber von realistischer Darstellung und großer Komplexität geprägt ist, beschäftigt sich das Buch auch mit dem Zusammenhalt in Familien. Die Charaktere der Romanfiguren sind dabei ohne Schwarz-Weiß-Malerei gut ausgestaltet.


    Fazit: Wer gern rasante Thriller mit viel Blut und Action liest, wird hier nicht ganz auf seine Kosten kommen. Freunden realistischer und gut konstruierter skandinavischer Kriminalliteratur möchte ich das Buch dagegen sehr empfehlen. Mich hat es durchgehend gefesselt und ich werde mir den nächsten Band der Serie um Sebastian Bergman nicht entgehen lassen.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Es handelt sich hierbei um einen durchweg spannenden und zugegebenermaßen auch eigenartigen psychologischen Krimi.
    Die Hauptgeschichte ist recht bekannt und basiert auf einer im Prinzip normalen Mordgeschichte. Doch schon hierbei stößt das Buch fast unmerklich an gesellschaftliche Grenzen.
    Ein Junge ist verschwunden.
    Ein Schüler aus dem besten und intellektuell gehobenem Schulinternat.
    Die Schulleitung hält sich mit Informationen die dem gestochen scharfen Schulprofil widersprechen könnten auffallend zurück, doch auch in der
    Nachbarschaft sind Spuren verbreitet. Dort tauchen sie einmal erkannt, plötzlich nicht mehr auf oder finden sich einen Tag später an bereits untersuchter Stelle.


    Das kriminologische Geflecht weitet sich stetig weiter aus, Spuren werden verworfen und lange Zeit tappt die
    Reichskriminalpolizei erneut im Dunkeln bis sich erneut Pfade auftun die systematisch abgeklopft werden.
    Gleichzeit ist dieses Buch nicht einfach nur ein Krimi, der gelöst werden muss, sondern ein Abriss gesellschaftlicher Schichten und das Zusammenstoßen von Charakteren, die schon lange nicht mehr oder noch nie zusammengepasst haben. Teilweise entstehen fast groteske Spiegelbilder sozialer Netzwerke.


    Als Fan der Kriminalpsychologie finde ich vor allem das hohe Maß an Variabilität hinsichtlich des Zusammenhangs von handelnden Charakteren
    und ihrem Umgang mit Spuren und Zeugen sehr faszinierend.
    Das Buch lebt. Es lebt mit Hilfe der Fülle an Persönlichkeiten die in wechselseitigem Zusammenhang ihre Umwelt formen, gegen sich aufbringen oder sich von dieser großen Plattform des Lebens herunter stoßen lassen.


    Am Anfang des Buches erschien mir eine andere Person als handlungstragend als als die sich tatsächlich zur Hautperson heraus kristallisierende Charakterpersönlichkeit des Sebastian Bergmann. Dieser ist ein sehr eigenartiger Mann. Als Kriminalpsychologe erwartet man einen charakterstarken und verträglichen sowie empathiefähigen Menschen. Charakterstark ist er, dem ist definitiv nicht zu widersprechen. Jedoch ist Sebastian ein gebrochener Mann der diesen inneren Zustand beinahe perfekt leugnet und auf seine Umwelt attribuiert. Eine wahre Glanzleistung eines renommierten Psychologen, in diesem Berufsspektrum aber als normal anzusehen. Der beste Psychologe versagt bekanntlich bei sich selbst. Hierbei zeigt sich perfekt diese Kluft der seelischen
    Abwege.Dennoch ist er meines Erachtens ein relativ sympathischer Mensch, da es einen klar definierten Grund für seinen Zustand gibt. Der Verlust seiner kleinen Tochter und daraufhin die Trennung von seiner Frau, reißt ihn aus seinem sicheren Verhaltenscluster. Nach diesem Verlust plant er die Rückkehr ins Berufsleben, in dem Fall jedoch mehr in Richtung Anerkennung, Macht und Frauen. Er scheut vor ernstzunehmender Nähe und reizt daher seine One-Night-Stand-Beziehungen bis zur Obergrenze aus. Glücklich, nein, glücklich wird er dadurch nicht, deshalb der vor allem für seine Kollegen mehr als unpassende und ungeeignete Neustart und die Einmischung in den laufenden Fall.
    Sobald er sich in die Kriminalarbeit herein gedrängt hat, lebt das Buch auf. Es ist ab dem Moment nicht mehr 'nur' spannend sondern erheiternd,
    abstoßend und fesselnd zugleich. Kaltschnäuzig wie der Hauptprotagonist sein mag, kann sich der Leser immer auf Überraschungen
    und in einem gewissen Grad doch nett gemeinte Schnitzer gegenüber seinen Kollegen und Verdächtigen freuen. Und auch die Herausarbeitung der
    Mitarbeiter von Sebastian sind in ihrer charakteristischen
    Schlagfertigkeit kaum zu übertreffen. Schon zu Beginn des Buches und damit vor der genötigten Anteilnahme von Sebastian erstrahlt die
    Geschichte an den verbalen Geselligkeit des Stamm-Kerns der Kriminalisten.


    Ein aufwendig gestaltetes, spannendes und eigenartig-einzigartiges Buch.
    Vor allem hinsichtlich der Debüt-Tatsache eine beachtliche Lektüre.

    Ich bin, was du träumst.
    Ich wache immer über dich.
    Ich bin, was deine Hand lenkt.
    (gez. Seele)

  • In einem dem kleinen Örtchen Västerås in Schweden wird die grausam zugerichtete Leiche des 16-jährigen Roger gefunden. Kommissar Höglund und sein Team aus Stockholm kommen der örtlichen Polizei zu Hilfe, um den Fall aufzuklären.
    Kriminialpsychologe Sebastian Bergmann, der sich zufällig zur selben Zeit aus privaten Gründen in Västerås aufhält, steht den Ermittlern beratend zur Seite. Ihm ist als einzigem bewusst, dass der Mord sich nicht so zugetragen hat, wie es zuerst den Anschein hat.


    Der Roman ist aus der Perspektive des allwissenden Erzählers geschrieben und anfangs etwas schwerfällig zu lesen. Man muss sich schon sehr konzentrieren, da innerhalb eines Abschnittes oft zwischen den Gedanken verschiedener Protagonisten hin und her geschwankt wird. Das hat mich aber nur am Anfang gestört, entweder hab ich mich schnell an diese Schreibweise gewöhnt, oder es wurde zur Mitte des Buches hin besser.
    Je mehr das Buch dem Ende zu ging, desto weniger wollte ich es aus der Hand legen. Ich hatte nicht ein Mal den Eindruck, dass die Geschichte, zäh oder langweilig erschien.
    Die Ansätze, die die Polizei verfolgt, um den Fall zu lösen, erschienen mir immer äußerst schlüssig und nicht übermäßig konstruiert.


    Auch wenn der Hauptprotagonist als ziemlich derb und gefühlskalt dargestellt wird, konnte ich ihn doch irgendwie gut leiden. Er hat im Verlauf der Ermittlungen eine deutliche innere Veränderung durchgemacht, die sich besonders am Ende des Buches zeigt. Was mich allerdings ein wenig gestört hat war, dass sich am Schluss heraus stellte, dass



    Ich bin gespannt, ob das im Folgeband noch einmal thematisiert wird. Dieser liegt schon zu Hause im Regal und wartet darauf, verschlungen zu werden! :uups:


    Für "Der Mann der kein Mörder war" vergebe ich sehr gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und eine klare Leseempfehlung, vor allem für Fans skandinavischer Krimiliteratur.

    :study:  M. Hjorth & H. Rosenfeldt - Die Opfer, die man bringt:musik: Andreas Gruber - Todesreigen
    2019: gelesen: 18 --- gehört: 2

    Einmal editiert, zuletzt von BellaX ()

  • Nach mehreren Tagen wird die Leiche des vermissten, sechzehnjährigen Rogers in einem Tümpel gefunden. Der Körper ist mit Messerstichen übersät und Teile des Herzens fehlen. Da in dem Fall von Beginn an bereits Fehler von der Ortspolizei Västeras gemacht wurden, wird er der Reichsmordkommission übergeben. Für das Team um Torkel Höglund, das nun die Ermittlungen übernimmt, allerdings keine leichte Aufgabe, da es keine Zeugen für Rogers Verschwinden gibt und die Menschen aus seinem Umfeld nur widerwillig aussagen um ihre eigenen kleinen Geheimnisse zu verbergen.
    Zur gleichen Zeit kehrt der Psychologe Sebastian Bergmann nach Västeras zurück um den Nachlass seiner Mutter zu regeln, obwohl er sich einst geschworen hat das Haus und die Stadt nie wieder zu betreten. Nach einem tragischen Schicksalsschlag hat er sich aus seinem Beruf zurückgezogen und versucht seine Gefühle in immer neuen Affären zu ersticken. Zufällig treffen Torkel und Sebastian, die früher einmal zusammengearbeitet haben, aufeinander und Sebastian bietet seine Hilfe bei den Ermittlungen an, jedoch aus ganz eigenen, persönlichen Gründen, die er allerdings verschweigt. Gegen den Willen seiner Mitarbeiter, die nur schwer mit Bergmanns arroganten, selbstgefälligen Art zurechtkommen, nimmt Torkel ihn in sein Team mit auf und schon nach kurzer Zeit wird der hochintelligente Psychologe für die Ermittlungsarbeiten unverzichtbar und sorgt sogar für die entscheidende Wende …


    „Der Mann, der kein Mörder war“ ist der erste Band des skandinavischen Autorenduos Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt um den Protagonisten Sebastian Bergmann. Aufgrund des interessant klingenden Titels, der Inhaltsangabe und den zahlreichen positiven Bewertungen habe ich mich entsprechend gefreut, das Werk endlich zu lesen. Leider kann ich mich nicht der Mehrheit der Leser anschließen – „Der Mann, der kein Mörder war“ hat mich nicht ganz überzeugt.


    Mit Sebastian Bergmann haben die Autoren einen recht außergewöhnlichen Protagonisten geschaffen, den man mit Recht als Ekelpaket bezeichnen kann. Sein selbstgefälliges und abwertendes Verhalten gegenüber anderen Menschen bringt ihm keine Sympathiepunkte ein. Als man jedoch vom tragischen Tod seiner Frau und seiner Tochter erfährt, wird klar, dass er auch einen weichen Kern haben muss, der zum Ende hin ab und an ersichtlich wird. Durch seine vielen negativen Charaktereigenschaften konnte ich dem hochintelligenten Psychologen nur wenig Sympathie entgegenbringen. Trotzdem oder gerade deswegen kann man sich Bergmann unglaublich gut vorstellen. Auch alle anderen Charaktere werden ausführlich beleuchtet. Man erfährt sehr viel über das Privatleben der einzelnen Ermittler und Ermittlerinnen, sowie von nebensächlicheren Personen, wodurch man sich auch von ihnen ein gutes Bild machen kann. Allerdings sorgen die sehr ausführlichen Beschreibungen, die nicht mit der eigentlichen Handlung, der Lösung des Mordfalls zu tun haben, für Längen. Hinzu kommt, dass die Ermittlungsarbeiten sehr schleppend vorankommen, was mich aber weniger gestört hat, da dies sehr realitätsnah wirkt. Schließlich kann nicht die erste Vermutung immer die richtige sein und es macht Spaß aufgrund der Theorien der Ermittler bezüglich Mordmotivs, Tathergang und Täter, eigene aufzustellen.


    Spannung ist von Anfang an auf relativ konstantem Niveau gegeben, nur nicht in dem Maß, wo ich behaupten könnte, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Erst zum Schluss steigt der Spannungsbogen und man fiebert mit Sebastian und dem Team der Reichsmordkommission in der gefährlichen Situation bei der Überführung des bzw. der Täter mit, die hingegen keine Überraschung mehr darstellten, da ab einen gewissen Zeitpunkt die Geschichte durchsichtig wird. Als am Ende Sebastian das Geheimnis, wegen dem er überhaupt den Kontakt zur Polizei benötigte, lüften kann, war das nach meinem Geschmack eins zu sehr draufgesetzt. Hier hätte man nach einer anderen Lösung suchen oder mit der Auflösung in einem Folgeband aufwarten können. Aber wer weiß, wie sich das Ganze noch weiterentwickeln wird.


    Insgesamt betrachtet ist „Der Mann, der kein Mörder war“ ein komplexer, gut konstruierter Kriminalroman mit glaubwürdiger Handlung und interessanten Charakteren, der mich stellenweise wegen fehlender Spannung und einigen Längen nicht hundertprozentig überzeugen konnte. Trotzdem werde ich Bergmann und Co. Wohl noch eine Chance geben, denn die Folgebände hören sich einfach zu verlockend an.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • „Der Mann, der kein Mörder war“ ist ein spannender und gut konstruierter Kriminalfall, sehr Umfangreich mit vielen Verdächtigen und möglichen Motiven. Das Ermittlerteam präsentiert im Verlauf der Handlung diverse Varianten des Tathergangs und gerät dabei auch auf viele falsche Fährten.

    Das Ermittlerteam hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Ein gemischtes Team, mit sympathischen Charakteren, wo jeder einzelne seine Rolle einnimmt.


    Nur über den Hauptakteur Sebastian Bergmann bin ich zwiegespalten. Vereinzelt war ich amüsiert über den zynischen Griesgram, meistens aber mehr genervt von dem überheblichen und egoistischen Schürzenjäger.


    Trotzdem würde ich vermutlich noch einem weiteren Fall von Sebastian Bergmann eine Chance geben, da ich den Eindruck (oder die Hoffnung) habe, dass sich der Charakter noch positiv entwickeln könnte - gerne weiterhin schwierig im Umgang, jedoch weniger selbst verliebt.


    Außerdem habe ich diesen Thriller als kurzweilig und leicht zu lesen empfunden. Auch wenn mir die Handlung keine schlaflosen Nächte bereitet hat, kann ich über fehlende Spannung nicht klagen. :bewertung1von5: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Das Buch hatte seine guten und seine negativen Seiten, wobei die guten schon ganz klar überwogen haben. Das war zum einen die Spannung des Falls an sich. Es war ein "einfacher" Mordfall und das Autorenduo hat es geschafft, ein großes Rätselraten zu veranstalten wer denn nun der Mörder ist. Ich wäre niemals auf den Täter gekommen, das muss ich ganz klar sagen. Und trotzdem war im Nachhinein alles absolut stimmig und schlüssig. Das war ganz großes Kino und deswegen freu ich mich schon sehr auf weitere Fälle. Auch den Schreibstil fand ich richtig gut: Nicht anspruchslos, aber doch sehr flüssig, so dass die Seiten nahezu vorbeigeflogen sind.
    Was mir nicht gefallen hat, waren die meisten der Hauptcharaktere. Vor allem der Hauptermittler Sebastian Bergman ist für mich schon fast sowas wie ein rotes Tuch geworden. Klar, er ist ein vielschichtiger und interessanter Mann, mit dessen Analyse ein Psychologe sicherlich seine Freude hätte, aber im Grunde ist er doch vor allem eins: Ja, genau. Das Wort das mit A beginnt. Er ist rücksichtslos, ausnahmslos egoistisch veranlagt, vollkommen desinteressiert wie es anderen Menschen geht und seine Sexsucht ist mir sowas von auf die Nerven gegangen. :roll: Ich fand es vollkommen übertrieben, dass ein 50jähriger, der ja laut den Autoren nicht mal so besonders gut aussehen soll, problemlos jede Frau innerhalb weniger Stunden ins Bett bekommt. Haraldsson war mir dann schon ein wenig zu klischeehaft der tölpelige Cop, der alles falsch macht und eigentlich weiß man gar nicht, was denn nun wirklich seine Daseinsberechtigung in diesem Buch war. Auch Sebastians alter Kumpel Torkel war mir etwas zu glatt muss ich sagen. Am Interssantesten fand ich eigentlich dann schon fast die Nebencharaktere, die mit diesem Fall zu tun hatten und befragt wurden, aber von denen wird man ja vermutlich nichts mehr hören in den Folgebänden.
    Das Ende hat es absolut in sich. Ich kann es zwar nachvollziehen wenn es jemand als zu krassen Zufall bezeichnen würde, aber ich fand es echt toll. Mir ist sogar ein lautes "Das gibt's doch nicht" auf der allerletzten Seite ausgekommen. Man kann sich also nach dem eigentlichen Ende nochmals auf etwas gefasst machen.


    Fazit: Ein hochspannender Fall, der den Krimifreund nicht loslässt, aber leider von einem wandelnden Ärgernis gelöst wurde.
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    :study: Ulrike Herwig - Schiefer die Socken nie hingen

    :study: 2020 gelesen: 46 :study: SUB: 301

  • Das Wort das mit A beginnt. Er ist rücksichtslos, ausnahmslos egoistisch veranlagt, vollkommen desinteressiert wie es anderen Menschen geht und seine Sexsucht ist mir sowas von auf die Nerven gegangen. :roll: Ich fand es vollkommen übertrieben, dass ein 50jähriger, der ja laut den Autoren nicht mal so besonders gut aussehen soll, problemlos jede Frau innerhalb weniger Stunden ins Bett bekommt.

    Sebastian ist wirklich ein sehr unsympathischer Protagonist. Im bisher neuesten Fall ist er aber nicht mehr ganz so übel und steht auch nicht so sehr im Mittelpunkt. Da die Kriminalfälle sehr spannend sind, sollte man sich von Sebastian nicht gleich vergraulen lassen. :wink:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
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    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Sebastian ist wirklich ein sehr unsympathischer Protagonist. Im bisher neuesten Fall ist er aber nicht mehr ganz so übel und steht auch nicht so sehr im Mittelpunkt. Da die Kriminalfälle sehr spannend sind, sollte man sich von Sebastian nicht gleich vergraulen lassen. :wink:

    Danke für die Info. Das ist dann schon mal gut. Der eher nervige Bergman war zwar ein Ärgernis für mich und hat dem Buch die Höchstwertung gekostet, aber weil der Fall so gut war konnte ich drüber hinwegsehen. :D

    :study: Ulrike Herwig - Schiefer die Socken nie hingen

    :study: 2020 gelesen: 46 :study: SUB: 301

  • Mir hat das Buch sehr gefallen, gerade weil Sebastian Bergmann so ein A.....ist!
    Sonst ist der Polizist/Inspektor doch immer der vom Schicksal gef...Gutmensch der die Last der Welt und allen Unrechts auf seinen Schultern trägt, ohne großartig darüber zu klagen oder aber die Kompensation mit Alkohol oder sowas zu erreichen sucht.
    Zumindest war das in den meisten Krimis, welche ich bisher gelesen habe immer so :)
    Wenn ich also an dieser Stelle noch Tipps für A...-Protagonisten-Bücher bekommen könnte..... :-,

    Isenhart musste grinsen, ihre Blicke begegneten sich. "Du hast nur tausend Mal", wisperte er.
    Konrads müdes Schmunzeln wuchs sich zu einem breiten Grinsen aus. "Ich verrat dir was", flüsterte er zurück, "das ist Mumpitz."


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  • Ohne jetzt den Thread mit OT sprengen zu wollen, aber Cornelius Zorn ist auch ein Widerling, wenn auch nicht so ein A... wie Bergman.
    Ich häng mal den ersten Teil an.

    "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
    - Groucho Marx

  • Endlich ein rundherum spannender, gut strukturierter und fesselnder Krimi. Seit Mankell habe ich keinen Krimi mehr so fieberhaft gelesen wie diesen.
    Zweimal großes Plus: Kein 0-8-15-Protagonist, sondern ein Ekelpaket; Alkoholismus, Kettenrauchen, schnelle Autos - das alles kennt man von den einsamen Wölfen, Sexsucht ist wirklich was Neues. Anfangs angeekelt von Sebastians Masche bleibt mir am Ende die Erkenntnis: Es gehören zwei dazu, und solange er sich nicht an jungen Mädchen vergreift, sondern erwachsene Frauen für sein Spiel missbraucht - soll er machen, was er will. Mich haben die sexistischen und überheblichen Sprüche seinen Kolleginnen gegenüber mehr geärgert und auch seine Missachtung gegenüber Torkel und dessen Freundschaftsangebot.


    Das zweite Plus: Das Ende des Kriminalfalls ohne Held-in-Gefahr-Szenarium. Na ja,

    aber das verkraftet man.



    Gut, dass meine Bücherei tatsächlich alle drei weiteren Bände besitzt. Ich habe sie sofort auf meinem Merkzettel notiert und werde sie mir über den Winter zu Gemüte führen.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Ich habe den ersten Band gerne gelesen. Wie Marie oben bereits erwähnt, ist es eine gut strukturierte, spannende Geschichte. Doch für meinen Geschmack etwas zu sehr in die Länge gezogen. Ich musste mich oft zum weiterlesen zwingen. Die Auflösung des Falls fand ich gut, aber der allerletzte Teil einfach nur lächerlich. Da hat das Buch für mich an Glaubwürdigkeit verloren. Ich werde die Serie darum wohl nicht weiterlesen.


    Aber wenn man von den letzten drei Seiten absieht kann ich doch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: vergeben.

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