Bastian Bielendorfer: Lehrerkind - Lebenslänglich Pausenhof

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Lehrerkind: Lebenslänglich Pausenhof

3.3|20)

Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783492272964

Termin: November 2011

  • Der Autor:
    Bastian Bielendorfer ist Poetry-Slammer, Studienabbrecher, angehender Psychologe und Lehrerkind. Zusammen mit seiner Freundin versteckt er sich vor den guten Ratschlägen seiner Eltern in Köln. (Informationen von der Verlagsseite)


    Klappentext:
    Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind – und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt.


    Inhalt und meine Meinung:
    Lehrerkind zu sein, das ist schon eine Herausforderung an sich. Ständig haben die Eltern das Gefühl, ihrem Bildungsauftrag auch zu Hause nachkommen zu müssen – sie geben Kopfnoten, ziehen Bastian beim Scrabble gnadenlos ab und korrigieren seine etwas unbeholfenen ersten Versuche, Briefe zu schreiben. Reisen in einen Robinson-Club sind undenkbar, im Urlaub soll etwas erlebt und gelernt werden, besichtigt, erfahren, und so weiter.
    Und das ist längst nicht alles, denn als unsportliches und etwas dickliches Kind hat Bastian es in der Schule schon schwer genug – dass er nun aber auch noch das Kind eines der Lehrer ebendieser Schule ist, macht es nun wirklich nicht gerade einfacher. Bastian ist ein Opfer, ein vermeintlicher Spion fürs Lehrerzimmer – und seine Eltern machen auch nicht davor Halt, in ihrem Unterricht Bemerkungen über ihn zu machen – wie die besonders schmerzhafte, in der Herr Bielendorfer seinen Sohn mit dem Sams oder dem Protagonisten der „Blechtrommel“ vergleicht…
    Neben der satirisch überzogenen Abrechung mit seiner Kindheit stellt Bastian Bielendorfer in seinem Buch auch noch verschiedene Lehrertypen vor. Diese Seiten sind interessant, aber da habe ich schon Besseres – und Treffenderes – gelesen, auch wenn ich einige der Klischees durchaus schon kannte – und ich sage bewusst nichts zu ihrem Wahrheitsgehalt.
    „Lehrerkind“ hat mich ganz gut unterhalten und an einigen Stellen musste ich wirklich lachen, weil Bielendorfer wirklich eine lustige Art hat, Situationen oder Gedanken wiederzugeben. Dass nicht alles stimmt, liegt auf der Hand, aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Man darf sich nicht unbedingt an dem Buchtitel orientieren, denn es geht zwar auch um Schule, aber das Familienleben der Bielendorfers steht dabei deutlich im Vordergrund und man erfährt auch, wie es Bielendorfer ergeht, als er endlich das Abitur bestanden hat und sich im Leben einen Beruf – oder eine Berufung – suchen muss. Dass er plötzlich Lehrer werden will, erschreckt seine Eltern irgendwie…
    Dass Lehrer eine spezielle Spezies Mensch sind und dass Lehrerkinder dies angeblich auch sind, das zeigt Bielendorfer mehr als deutlich. Die ein oder andere berufsbedingte Macke klingt schon durch und ist ganz witzig zu lesen. Vor allem nimmt Bastian Bielendorfer aber auch sich selbst aufs Korn, nicht unbedingt nur in seiner Eigenschaft als Lehrerkind, sondern als etwas dicklicher und in der Pubertät von Akne gezeichneter Schüler, der von seinen Mitschülerinnen und Mitschülern schnell zum Opfer auserkoren wird und der die Schulzeit nicht gerade als die schönsten seines Lebens hinter sich bringt. So einen Typ Mitschüler wie Bastian Bielendorfer hatten wahrscheinlich die meisten und es ist irgendwie schön, wie er auch mit viel Selbstironie auf diese Zeit und sein pädagogisch wertvolles Aufwachsen zurückblickt.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Ich lese das Buch im Moment auch und bin jetzt etwa bei der Hälfte angekommen.
    Im Großen und Ganzen kann dem Eindruck von Strandläuferin zustimmen, ich fühle mich auch gut unterhalten und kann an einigen Stellen wirklich lachen. Ein schönes kurzweiliges und erheiterndes Buch für zwischendurch - nicht nur für Lehrerkinder oder Lehrereltern.


    Die Zwischenkapitel, in denen die verschiedenen Lehrertypen vorgestellt werden finde ich total witzig gemacht, was mich jedoch ärgert ist, dass der Deutschlehrer fehlt - ich werde nämlich nach meinem Studium Deutschlehrerin :wink: .

  • Genau den oben geschilderten Eindruck hatte ich auch von dem Buch.
    Es ist unterhaltsam, stellenweise saukomisch, weil Bielendorfer mit seinen Schilderungen oftmals sehr bildhaft wird. Natürlich sind viele Dinge sehr überzeichnet und genauso sicherlich nicht passiert, aber alles passt genau in die Klischee-Schublade, wie man sich den klassischen Lehrer vorstellt. Auch hat mir die erwähnte Selbstironie gefallen, die allerdings auch stark überzeichnet ist und stellenweise schon sehr überzogen auf die Mitleidsschiene gerät. Einige Passagen zogen sich zwar gelegentlich, aber alles in allem ist es ein lustiges Buch für Zwischendurch, mit dem man einige lustige Stunden verbringen kann und dem ich gute :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: gebe.


    Das alles sage ich einerseits selbst als Lehrerkind der Klasse 1 (ein Elternteil Lehrer, der andere Elternteil hat was richtiges gelernt und geht arbeiten :wink: ), andererseits inzwischen auch selbst an Schule arbeitend und täglich mit den verschiedensten Lehrertypen konfrontiert.
    Gerade deshalb ist es sehr witzig, wenn man in bestimmten Wesenszügen oder Äußerungen, die Bielendorfer schildert, direkt eine Verknüpfung zu bestimmten Menschen hat.

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study:

    Nur ein Ohrfeige - Christos Tsiolkas

    London - Die Biografie - Peter Ackroyd


    :bewertung1von5: 2018: 30 :bewertung1von5:

  • Ich habe mir das Buch bestellt, nachdem ich den Autor in Berlin bei einer Lesung im Rahmen eines Festaktes für Lehrerinnen und Leser erlebt hatte:
    Nach etlichen gewichtigen Reden waren wir alle so ein wenig eingeduselt u dann kam er!
    Gesegnet, wer wasserfesten Mascara hatte! Live war das unglaublich gut u schlagartig waren wir alle wieder wach!! :totlach:
    Beim Buch musste ich auch einige Male laut lachen.
    Einiges wiederholt sich dann, aber was solls. Gute Unterhaltung für zwischendurch!

    "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

  • Bastian Bielendorfer

    Lehrerkind - Lebenslänglich Pausenhof

    PIPER


    Autor: Bastian Bielendorfer ist Stand-up-Comedian, Diplompsychologe und Lehrerkind. Zusammen mit seiner Frau versteckt er sich vor den guten Ratschlägen seiner Eltern in Köln. Mit seiner Solo-Bühnenshow »Das Leben ist kein Pausenhof!« ist er von Kiel bis Zürich live zu sehen, mehr unter www.bastian-bielendorfer.de (Quelle: PIPER)


    Bastian Bielendorfer kommt nach seiner mündlichen Abiturprüfung freudig nach Haus, um seinen Eltern sein Ergebnis mitzuteilen. Diese sitzen gerade am Essenstisch und löffeln Ihre Erbsensuppe. Mit geringem Interesse nehmen die beiden Eltern das Ergebnis Ihres Sohnes zur Kenntnis, der eine Eins in der Prüfung bekommen hat. Nach einigen Hin und Her ist das Gespräch beendet und der Autor nimmt uns mit auf eine Reise, quer durch sein Leben als Lehrerkind.


    Das Buch ist in 27 Kapiteln aufgeteilt, von denen manche nochmals eigene Unterkapitel haben. Die Überschriften der verschiedenen Kapitel haben einen anderen Schriftstil als der Text und wirken so, als wären Sie mit der Hand geschrieben. Die Kapitel sind dabei recht chronologisch aufgebaut, so das der Leser von der Grundschule bis zur Universität alles Mitverfolgen kann. Besonders hervorzuheben sind die Kapitel, welche einzelne Lehrergruppen beschreiben. Diese Kapitel sind auch von der Gestaltung her, völlig anders und wirken wie ein Eintrag in ein Klassenbuch (passend zum Inhalt des Buches). Zum einen sind diese Kapitel in Schreibschrift geschrieben und wirken so, als wären sie handschriftlich verfasst und zum anderen sind die Seiten mit Linien und Überschriften bedruckt (Sie heben sich optisch völlig vom Rest des Buches ab). In diesem Kapitel behandelt der Autor die verschiedenen Arten von Lehrern (Biologie, Deutsch, …) und erläutert einige Punkte an Beispielen aus seiner eigenen Schulzeit. Einige Punkte aus dem Buch, werden dem Leser aber auch aus seiner eigenen Schulzeit bekannt vorkommen und wecken Erinnerungen an die eigene Schulzeit (das hat bei mir dazu geführt, dass ich unbedingt weiterlesen wollte, um an die nächste, eventuell bekannte Stelle zu kommen. Außerdem helfen diese Erinnerungen dabei, besser ins Buch zu finden bzw. sich damit auseinanderzusetzen.) .Dabei übertreibt der Autor an manchen Stellen des Buches seine Ausführungen jedoch. Diese Übertreibungen sorgen aber für einen gewissen Grad an Humor, der sich durch das ganze Buch über zieht. Leider führen diese Momente auch dazu, dass der Leser sich fragt, ob das alles denn so stimmt?! (falls auch nur einige der sehr überzogen erzählten Stellen stimmen, kann einem der Autor schon fast leidtun). Hier hätte der Autor ein wenig mehr Aufklärung am Ende leisten können, auch wenn man in der Danksagung ein wenig herauslesen kann. Am Ende des Buches ist der Leser an dem Punkt angekommen, der vor der Entstehung des Buches spielt. Hier hat mir der Brief gut gefallen, besonders die Tatsache, dass selbst da die Eltern korrigiert haben (besonders, falls diese Stelle wirklich wahr ist, was man leider nie 100 % wissen wird als Leser).


    Cover: In der Grundfarbe ist das Cover schwarz. Auf der Vorderseite sehen wir einen jungen Mann, welcher auf einem Stuhl sitzt (gewisse Ähnlichkeit zu einem Stuhl, wie man ihn aus der Schule kennt, sind vorhanden und mit Sicherheit gewollt). Bei dem gezeigten Mann handelt es sich um den Autoren des Buches selbst. Über diesem Mann steht der Titel des Buches, welcher aussieht, als wäre er mit weißer Kreide geschrieben. Dadurch hebt sich der Titel sehr gut vom Hintergrund ab. Auf der Rückseite ist der Satz “Mein Leben unter dem Rotstift” in roter Farbe gedruckt, was dem Satz zusätzlichen Ausdruck verleiht. Das Cover ist schlicht aber doch sehr passend gestaltet.


    Fazit: Ein Buch, das den Leser auf die Reise quer durch das Leben eines Lehrerkindes mitnimmt. Dabei werden sicherlich einige Erinnerungen an die eigene Schulzeit geweckt. Hier und da hätte es dem Buch gut getan, wenn der Autor sich in seinen übertrieben erzählten Situationen zurückgehalten hätte. Der Humor ist vorhanden und zieht sich durch das gesamte Buch und sorgt immer wieder für einen kleinen Lacher. Eine kleine humorvolle Erinnerungsreise, die von mir 4/5 Sterne bekommt.

    Klappentext: Was wird aus einem Menschen, wenn Mama und Papa Lehrer an der eigenen Schule sind – und somit an jedem Tag im Jahr Elternsprechtag ist, die Mitschüler einen zum Daueropfer ernennen und es bei den Bundesjugendspielen nicht einmal für eine Teilnehmerurkunde reicht? Genau: Er wird selbst Lehrer! Mit gnadenloser Selbstironie schildert Bastian Bielendorfer, wie er der pädagogischen Sippenhaft zu entrinnen versucht, und verrät dabei, welch zarte Seele sich unter so manchem grob gehäkelten Mathelehrerpullunder verbirgt. (Quelle: PIPER)


    Autor: Bastian Bielendorfer

    Titel: Lehrerkind - Lebenslänglich Pausenhof

    Verlag: PIPER

    Genre: Sachbuch

    Seiten: 304

    Preis: 11,00

    Veröffentlichung: 2011

    ISBN: 978-3-492-27296-4

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