Mark Haddon - Der wunde Punkt

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  • Originaltitel: A Spot Of Bother (2006)


    Klappentext:


    Bei den Halls, einer typischen Vorstadtfamilie, hat jeder seinen wunden Punkt: Die Tochter will zum zweiten Mal heiraten, der Sohn ist schwul und oft allein, die Mutter geht fremd, und George, das Familienoberhaupt, entdeckt einen verdächtigen Fleck an seiner Hüfte, wo eigentlich keiner sein sollte.


    Rezension:


    "Der wunde Punkt" von Mark Haddon ist ein Roman mit 447 Seiten. Über den Autor Mark Haddon ist bekannt, das er 1962 in Northampton geboren wurde und er Literatur am Merton College in Oxford studierte. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern auch dort. Viele Jahre arbeitete mit geistig oder körperlich behinderten Menschen und er hat viele Kinderbücher veröffentlicht. Das Buch beschäftigt sich über eine Familie und deren Probleme, über kleinere und über größere und darüber was passieren kann wenn man unehrlich ist bzw. wenn man mit seinen Mitmenschen nicht kommuniziert die einem nahe sind. Die Art ist teilweise witzig, teilweise tragisch und die verschiedenen Blickwinkel Vater, Mutter, Tochter und Sohn aus dem der Autor seine Geschichte erzählt wird gut miteinander verknüft.


    Meine Meinung:


    - Bitte erst lesen, nachdem das Buch gelesen wurde -


    Das war mal im wahrsten Sinne des Wortes ein ganz anderes Buch, ein ganz anderes Genre, ein Genre was ich nicht so oft in den Händen halte und noch viel weniger lese. Dennoch habe ich es gekauft und nachdem es Jahre auf meinem SUB verbrachte habe ich es ziemlich schnell gelesen und ich war überrascht und fasziniert das ich diese Art Bücher auch lesen kann. Es geht um eine Famile, eine typische Familie, wie ich finde, denn die Heile Welt Familie gibt es nicht wirklich, denn überall lauern doch unerwartete Probleme, auch wenn sie in dieser Famile doch sehr drastisch sind. Das der Vater mit dem Alter ein Ekzem mit Krebs verwechselt bzw. keinem glaubt das dies so ist, kann man sich kaum vorstellen, aber schon eher die Depressivität die ihm wiederfährt, da seine Frau ein Verhältnis mit einem anderen Mann hat. Die Frau und auch Mutter geht eben fremd, das ist ja erstmal für mich neu, denn sonst sind ja immer die Männer die bösen, aber hier ist es umgehkehrt und man sieht einfach das dieses Versteckspiel, was keines mehr ist zu wesentlich schlimmeren führen kann. Persönlich finde ich das die Ehefrau in dem Buch eine gänzlich unglückliche Figur abgibt und einfach sehr großen Anteil an dem ganzen Unglück hat. So erscheinen die Probleme der Kinder einfach in den Hintergrund zu rücken. Die Tochter möchte ein zweites Mal heiraten, was ja nicht so schlimm ist, aber die beiden kennen sich noch gar nicht so lange, aber wissen einfach das sie füreinander bestimmt sind, aber im Chaos der ganzen Probleme wird diese Heirat auf die Probe gestellt und zu guter letzt ist da natürlich auch noch der Sohn der homosexuell ist. Und hier muss ich leider sagen das er den Charakter Jamie leider im wahrsten Sinne versaut hat, denn er transportiert das Bild eines Klischee Schwulen in die Welt und weniger die Probleme die ein solcher hat. Aber zu gute halte ich ihm das dieser Charakter letztlich auch gut wegkommt und einige Probleme mit dessen Mithilfe gelöst werden. Für jemanden wie mich der zum ersten Mal diese Art Genre liest, ist es sehr erfrischend gewesen, aber dennoch ist es kein Buch was wirklich überzeugt, dazu ist es einfach zu konstruiert und zu viele Probleme die aufeinandertreffen und auch schlecht ist natürlich, wenn man sich nicht wirklich vom Klischee lösen kann, sondern es auch noch bedient, man möchte Mark Haddon sagen: Schwule bzw. Homosexuelle ficken nicht nur den ganzen Tag rum und denken auch nicht immer an Sex, sondern sie lieben und unterhalten sich gern und machen auch das was andere gerne machen. Das fällt einfach zu sehr auf und bleibt deswegen auch nicht unerwähnt.


    Fazit:


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: Geniale Störung (Steve Silberman) 210 / 559 Seiten

    :study: Pandatage (James Gould-Bourn) 348 / 382 Seiten


    SUB: 691

    Einmal editiert, zuletzt von Gaymax ()

  • Gaymax: Ich will ja nicht meckern, aber eine Rezension, die ich erst lesen darf, wenn ich das Buch selber kenne, finde ich irgendwie absolut nicht sinnvoll.
    Hätte man da nicht mit Spoilern arbeiten können? Jetzt werde ich die Rezension nicht lesen und somit ist das Ganze für mich auch ganz und gar nicht hilfreich, weil ich mir eine reine Inhaltsangabe überall im Netz heraussuchen kann und ich eigentlich gern versuchen würde herauszufinden, ob mir das Buch gefallen könnte.

  • Ich habe mich nicht an die Anweisung gehalten und die Rezension gelesen, obwohl ich das Buch lesen will. Warum man die Rezension nicht lesen soll, verstehe ich nicht. Na gut, sie erzählt einige inhaltliche Einzelheiten, aber nichts, was mir außerordentlich erscheint, und was ich vor dem Lesen auf keinen Fall wissen will.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Dann hänge ich mal meine alte Rezension hier an:


    Die Halls sind eine ganz durchschnittliche Vorstadtfamilie aus England - Mutter, Vater, Sohn und Tochter. Denkt man zumindest.


    Schaut man genauer hin, hat jeder der vier so seine Macken und Probleme. Allen voran Vater George. Beim Anzugkauf für eine Beerdigung (ausgerechnet ...) entdeckt er an der Hüfte einen merkwürdigen verfärbten Fleck und ist sich sicher, dass das Hautkrebs ist. Von da an geht es bergab mit ihm, Panikattacken und Angstzustände häufen sich.


    Mutter Jean unterhält, unbemerkt vom Rest der Familie, seit Jahren ein Verhältnis mit dem weltmännischen David, einem ehemaligen Kollegen von George, der all das ist, was ihrem biederen Ehemann fehlt.


    Jamie, der Sohn, der es so gerne immer allen rechtmachen möchte, ist homosexuell, was seine konservativen Eltern gerne unter den Teppich kehren, und durchlebt gerade eine Beziehungskrise mit seinem Freund.


    Und Tochter Katie, die einen unseligen Hang zu Wutausbrüchen hat, steht kurz vor ihrer zweiten Hochzeit. Der Vater ihres Sohnes war zwar hübsch, aber ansonsten eine Niete, und nun schickt sie sich an, den zupackenden, wortkargen Ray zu heiraten, was bei ihren Eltern auf wenig Gegenliebe stößt.


    Diese vier Gestalten erzählen abwechselnd aus ihrem Blickwinkel, meist recht kurze Kapitel treiben die Handlung rasch voran. Auf dem Weg zu Katies Hochzeit (oder doch nicht?) begleiten wir sie durch diverse Krisen, Zweifel und Missgeschicke. Im Gegensatz zu vielen klamaukigen Chick-Lit-Büchern über chaotische Familien wirken die großen und kleinen Katastrophen hier zwar oft skurril, aber nie in unglaubwürdiger Weise überzeichnet, und die Protagonisten werden sehr lebensnah dargestellt. Man sieht sie förmlich vor sich - und wer kennt nicht einen schweigsamen Heimwerker wie George, der seine Sorgen mit sich selbst ausmachen will, oder eine stets besorgte und auf Anstand bedachte Mutter wie Jean?


    Die Situationskomik hat mich mehrfach wirklich zum Lachen gebracht, und der lockere Erzählton bedeutet keineswegs einen Mangel an Tiefgang.


    Ein witziges, aber nie plattes Buch für alle, die ab und an von ihrer Familie so richtig genervt sind und sie trotzdem nicht missen möchten.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Gaymax: Ich will ja nicht meckern, aber eine Rezension, die ich erst lesen darf, wenn ich das Buch selber kenne, finde ich irgendwie absolut nicht sinnvoll.
    Hätte man da nicht mit Spoilern arbeiten können? Jetzt werde ich die Rezension nicht lesen und somit ist das Ganze für mich auch ganz und gar nicht hilfreich, weil ich mir eine reine Inhaltsangabe überall im Netz heraussuchen kann und ich eigentlich gern versuchen würde herauszufinden, ob mir das Buch gefallen könnte.


    Das habe ich mir auch überlegt, aber ich war mir nicht sicher ob ich dann zuviel verrate oder nicht und Spoiler gefallen mir irgendwie nicht :( Deswegen wollte ich das so kenntlich machen. Beim nächsten Mal löse ich anders (hoffe ich)


    Zuviel verrate ich auch nicht, aber ich war mir einfach nicht sicher, ob ich nicht doch zuviel verrate ... sorry :pale:

    :study: Geniale Störung (Steve Silberman) 210 / 559 Seiten

    :study: Pandatage (James Gould-Bourn) 348 / 382 Seiten


    SUB: 691

  • Ich habe die Original-Ausgabe A Spot of Bother gelesen. Anders als bei anderen englischsprachigen Büchern habe ich relativ häufig Vokabeln nachgeschlagen. Zumindest für mich war der in dem Buch verwendete Wortschatz also durchaus anspruchsvoll, was ich aber nicht als Problem gesehen habe, zumal ich der Geschichte grundsätzlich gut folgen konnte.


    Vielleicht war dieses Buch aufgrund der Themen, mit denen es sich befasst, nicht die ideale Lektüre in der Corona-Krise. Nichtsdestotrotz bin ich letztlich doch gut durchgekommen, was sicherlich mit dem Stil zu tun hat, in dem die Geschichte erzählt wird.

    [...] Für jemanden wie mich der zum ersten Mal diese Art Genre liest, ist es sehr erfrischend gewesen, aber dennoch ist es kein Buch was wirklich überzeugt, dazu ist es einfach zu konstruiert und zu viele Probleme die aufeinandertreffen [...]

    Ein wenig konstruiert erscheint die Geschichte an einigen Stellen zwar schon. Ich glaube aber, dass das notwendig ist, um aus dem Alltäglichen dann doch ein Stück weit auszubrechen. Dadurch gelingt es unter anderem auch, die Charaktere mal in einem anderen Licht darzustellen, weil sie mit unerwarteten Begebenheiten konfrontiert werden. Es gibt in dem Buch beispielsweise eine Passage, die mich beim Lesen spürbar aus dem Konzept gebracht hat,


    aber ich glaube, dass dieses Ereignis für die Geschichte insgesamt wichtig ist.

    [...]

    Ein witziges, aber nie plattes Buch für alle, die ab und an von ihrer Familie so richtig genervt sind und sie trotzdem nicht missen möchten.

    Ich finde, damit bringst du es auf den Punkt. Auch sonst beschreibt deine Rezension das Buch meiner Meinung nach sehr gut.

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