GEO-Epoche: Rom. Die Geschichte der Republik. 500 v. Chr. bis 27 v. Chr.

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  • Das römische Reich gilt heute immer noch vielen als ein Musterbeispiel früher globalisierender Bestrebungen, militärischer und politischer Genialität und als die Grundlage der Rechtsprechungen vieler Nationen der Welt. Rom wird verbunden mit Cäsaren als den Vorbildern der späteren europäischen Kaiser, die sich vornehmlich auf die Traditionen des römischen Reichs bezogen. Doch eine lange Zeit ist das römische Reich im Kern eine Republik gewesen und – wie Bernhard Link in einem abschließenden Interview darstellt – eine Beutegemeinschaft, die sich durch hohe Freiheit des Einzelnen bei starker gewinnbringender Expansion nach Außen definierte.

    Das vorliegende GEO-Epoche-Heft zeichnet die Geschichte der römischen Republik nach. Beginnend mit der Besiedlung der ein wenig mehr als sieben Hügel am Tiber, dessen Monumente in einer einleitenden Photoserie vorgestellt werden, wird die Zeit von 1000 v. Chr. bis 264 v. Chr. unter die Lupe genommen und die verschiedenen Volksgruppen, die später die Römer darstellen sollten, werden miteinander in Verbindung gebracht. Hierbei wird besonders auch auf verschiedene Gründungsmythen der Stadt und auf den Einfluss der Etrusker hingewiesen. Danach erfahren wir eine Menge über die römischen Aquädukte, die ja eine der Grundlagen der Sicherung der eigentlich eher trockenen Stadt gewesen sind und die man heute, nach über 2000 Jahren noch zum Teil bewundern kann.

    Im weiteren Verlauf des Hefts werden dann die punischen Kriege, Triupmphzüge und die Expansion nach Griechenland, sowie die Militärreform zu Zeiten Sullas thematisiert, wodurch der Bereich der nach außen gerichteten militärischen Auseinandersetzungen im Weitesten abgegolten werden. Ansonsten beschäftigt sich das Heft in erster Linie mit den politischen Vorgängen, wie die Verfolgung der Anhänger des Bacchus, die Gracchen, Sullas, Cicero und seine kämpferische Form der Rhetorik, Julius Cäsar – sehr ausgiebig und sehr kritisch – und direkt im Anschluss mit Augustus als Cäsars Nachfolger und erster Kaiser des römischen Reichs. Auch hierbei kommt es nicht wirklich zur Glorifizierung des vielbesungenen ersten „offiziellen“ Kaisers. Seinen Abschluss findet das Heft mit dem Interview des bereits erwähnten Herrn Link, das die Artikel noch einmal gut auf zwei Seiten zusammenfasst.

    Graphisch und photographisch ist das Heft gewohnt ansprechend und mit einer ausgiebigen Zeitleiste versehen, die auch noch zusätzlich Artikel zu Herrschaftsform, berühmten Persönlichkeiten und zur Möglichkeit der Mitsprache beinhaltet. Gut zu lesen, informativ und nett anzuschauen. :montag: :thumleft:

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