Hanns Vogts

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  • Johannes "Hanns" Joseph Vogts wurde am 2. Dezember 1900 in Mönchengladbach geboren. Nach seiner Volksschulzeit besuchte er 1915 bis 1921 die Lehrerbildungsanstalt in Odenkirchen. Anschließend arbeitete er für kurze Zeit als Handlungsgehilfe für eine Mönchengladbacher Firma. 1922 bis 1924 arbeitete er als Hauslehrer und Privatsekretär für den Autor Georg Kaiser in Grünheide bei Berlin. In der Zeit von 1924 bis 1933 war er als Lehrer an einer Schule in Lintfort am Niederrhein beschäftigt.


    Seit Beginn der 1930er Jahre engagierte er sich in der KPD. Daneben war er schriftstellerisch für linke Zeitschriften wie "Die Linkskurve" und "Die neue Bücherschau" tätig. Er wurde 1933 im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten aus dem Schuldienst entlassen. Vogts floh in die Niederlande und betätigte sich auch dort als Autor. Er schrieb unter dem Pseudonym "H. de Boer" für die antifaschistische Zeitschrift "Das freie Wort", in in Amsterdam herauskam.


    1934 kam Vogts dann wieder nach Deutschland zurück. Er wohnte - formal arbeitslos - in Andernach. Der Umschwung kam dann 1937, als er (bis 1939) Lehrer an einer Privatschule im mecklenburgischen Zerrentin wurde. 1939 folgte eine Tätigkeit an einer privaten Höheren Handelsschule in Calw / Schwarzwal. 1941 wurde er Mitglied der NSDAP. 1943 wurde er in die Wehrmacht eingezogen, nur um kurze Zeit aus gesundheitlichen Gründen wieder entlassen zu werden. Auch wenn Vogts der NSDAP angehörte, organisierte und leitete er in Calw eine Widerstandsgruppe.


    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Vogts (bis 1950) wieder der KPD an. Den Pan-Verlag gründete Vogts 1947 in Wildbach. Für ihn war er auch als Lektor tätig. Ab 1951 lebte Vogts dann als freiberuflicher Schriftstelelr in Freudenstadt, wo er am 20. Juni 1976 starb.


    Votgs hat Jugendbücher, Gedichte und Theaterstücke geschrieben. "Sein umfangreicher Nachlaß, der u. a. auch die unveröffentlichten expressionistischen Dramen aus den Zwanzigerjahren umfaßt, ruht im Stadtarchiv Mönchengladbach," berichtet die Internetenzyklopädie Wikipedia.


    "Wieso ruht sie da?" könnte man nun als unbeteiligter, literarisch interessierter Zeitgenosse fragen. Gibt es einen plausiblen Grund dafür, warum das Stadtarchiv die Vogts`sche Literatur noch nicht veröffentlicht hat? Hängt das mit der politischen Gesinnung des Autoren zusammen? Oder ist die Literatur so schlecht? Keine Ahnung. Die Stadt tut sich jedenfalls keinen Gefallen damit, daß man nur über Umwege (wie das Internet) von den interessanten Söhnen der Stadt am Niederrhein erfährt.

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