Adam Gidwitz - Eine dunkle und grimmige Geschichte

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Eine dunkle und GRIMMige Geschichte

3.9|24)

Verlag: arsEdition

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 256

ISBN: 9783760783666

Termin: Juni 2011

  • Das Märchen um Hänsel und Gretel kennt bestimmt jeder. Der ein oder andere wird nun vielleicht schreien: LANGWEILIG! Das mag auf das Märchen vielleicht auch zutreffen, aber die Geschichte um Hänsel und Gretel wird von Adam Gidwitz neu erzählt. Er verwebt alte Grimm Märchen mit der bekannten Erzählung um die Geschwister und kehrt dabei zu den Ursprüngen der Märchen zurück: zu den grausamen, spannenden und manchmal auch brutalen Handlungen, bevor diese verweichlicht wurden, um die kleinen Kinder nicht zu sehr zu erschrecken.



    Ich weiß nicht genau, wie viele Seiten das Märchen um Hänsel und Gretel heutzutage hat, aber bei Adam Gidwitz schafft sie es auf stolze 256 Seiten und es ist dabei kein einziges Mal langweilig oder langatmig. Hänsel und Gretel müssen gegen ihre Eltern, gegen den Teufel, gegen einen Drachen und auch gegen sich selbst kämpfen und an diesen Aufgaben wachsen und reifen sie. Das Buch hält, was der Titel verspricht: Es ist dunkel und GRIMMig, aber trotz der grausamen Geschichten erscheint der Schreibstil immer wieder märchenhaft, zieht den Leser in diese Welt hinein und für ausreichend Humor ist ebenfalls gesorgt.


    Zitat

    "Es ist die Geschichte von zwei Kindern, einem Mädchen namens Gretel und einem Jungen namens Hänsel, die durch ein mystisches und Furcht einflößendes Land reisen. Es ist die Geschichte von zwei Kindern, die ein Ziel verfolgen und scheitern, aber am Ende doch einen Weg finden. Es ist die Geschichte von zwei Kindern, die versuchen, die Welt zu verstehen." (Seite 10 f.)


    Dieses Buch ist ideal für alle Kinder, die denken, sie seien zu alt für Märchen. Diese werden mit dem Roman schnell etwas besserem belehrt. Es ist unterhaltsam, der Autor baut gekonnt eine spannungsgeladene Atmosphäre auf und trotzdem verliert es nichts von dem Reiz, den Märchen üblicherweise besitzen. Der tolle Schreibstil ermöglicht ein flüssiges Lesen und besonders gut haben mir die eingeschobenen Passagen gefallen, in denen der Leser direkt angesprochen wird und die im Wechsel mit den Märchen das Gefühl verleihen, als würde jemand die Geschichte gerade wirklich erzählen.



    Das Wortspiel im Titel gefällt mir richtig gut, zumal es auch perfekt zur Geschichte passt, und das Cover ist großartig geworden. Der Titel ist geprägt, dass Motiv gibt bereits Hinweise auf die einzelnen Geschichten (ein Drache, drei Raben, Gesichter in Bäumen, ...) und es sieht einfach wunderschön aus. Somit ist das Buch ein gelungenes Gesamtwerk, das einfach Spaß beim Lesen macht, egal ob jung oder alt.



    Fazit: Lest das Buch und lasst euch in eine Märchenwelt entführen, wie sie früher war: Dunkel und GRIMMig! 5/5 Sterne.


    Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Dieses Buch ist ideal für alle Kinder, die denken, sie seien zu alt für Märchen.


    Und wie sieht das mit Erwachsenen aus? :wink:
    Also ich finde deine Rezi sehr interessant und werde das Buch sicher auch irgendwann lesen.

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • So sieht es mit Erwachsenen aus:

    Somit ist das Buch ein gelungenes Gesamtwerk, das einfach Spaß beim Lesen macht, egal ob jung oder alt.

    :) Lohnt sich also auch. Wenn man Märchen mag, wird man auch als Erwachsene seine Freunde dran haben. ich hatte sie jedenfalls :)

  • Anmerkung zum Cover:

    Das Cover ist dunkel gehalten und lässt durch das Blut an Gretels Schwert schon erahnen, dass es kein normales Märchen ist. Das Cover spiegelt die Grausamkeit des Inhalts wieder ;)


    Klappentext:

    Leser, nimm dich in Acht!
    Was nun folg, ist ein Märchen.
    Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken.
    Märchen sind doch Kinderkram!
    Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen
    mit roten Kappen fröhlich durch den Wald.


    Was zwischen diesen Seiten auf dich lauert,
    ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel -
    ein Märchen voller dunkler Zauberer,
    gefährlicher Hexen und todbringenden Drachen.


    Tritt ein.
    Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend,
    sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen;
    aber anders als andere Menschen, die du kennst,
    ist diese hier wahr.


    Meine Meinung:

    Da ich euch zum Inhalt nichts mehr zu sagen habe, beginne ich gleich mit meiner Meinung.
    Als ich das Buch in der Hand hielt, dachte ich zuerst, dass es bestimmt eine nette Unterhaltung sei. Aber als ich anfing zu lesen, wurde aus der "netten Unterhaltung" ein humorvolles, teilweise makaberes Abenteuer.
    Schon auf den ersten Seiten musste ich derart lachen, dass ich eine Mini-Pause einlegen musste. Die Anmerkungen des Autors haben die Lacher nur noch unterstützt und dem Buch damit eine individuelle Note verliehen. In den verschiedenen Geschichten erkannte man die Märchen der Gebrüder Grimm, bzw. die veröffentlichten Märchen, denn in diesem Buch wird man mit den wahren Geschehnissen konfrontiert, ob man nun will oder nicht.


    Als Hauptpersonen hat der Autor Hänsel und Gretel bestimmt, eine ausgezeichnete Wahl. Sie erleben Abenteuer, die man sich kaum vorstellen kann und wachsen einem irgendwie ans Herz. Man lernt den Teufel kennen, schöne Männer und einen grauenvollen Drachen und jeder hat seine eigene Geschichte, in der Hänsel und Gretel eine große Rolle spielen (eigentlich drehen sich die Geschichten ja um Hänsel und Gretel, aber sie haben eine entscheidende Rolle in dem Buch)


    Wenn man denkt: "Ach schlimmer kann es doch gar nicht werden" gibt es eine Wendung mit der man nicht gerechnet hätte und erkennt, dass es immer schlimmer kommen kann. Darum finde ich persönlich, dass eine Altersempfehlung für 10 Jährige, zu niedrig angesetzt ist. Natürlich gibt es Kinder die härter gesonnen sind, aber ich geh meistens von meinem Bruder aus und vor 3 Jahren hätte ich ihm dieses Buch nicht in die Hand gedrückt, da er zu Albträumen neigt.


    Ich bin jedoch absolut begeistert von diesem Buch, da der Autor es geschafft hat mir trotz blutiger Geschichten, ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern. Ein wirklich gelungenes Meisterwerk, welches man nur durch andere Märchenwesen (Zwerge, Aschenputtel usw.) hätte verbessern können.


    Fazit:

    Schaurig schön und zum lachen. Ich persönlich wünsche mir mehr davon!


    Habe dem Buch :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne gegeben :wink:

  • Eine Odyssee durch das Märchenland – oder wie Hänsel und Gretel auf der Suche nach neuen Eltern sind.
    Die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel, das ist es was Adam Gidwitz seinen Lesern in „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ zuteil werden lässt. Denn Hänsel und Gretel sind die wahren Helden der grimmschen Märchen.
    So zieht sich das Schicksal der beiden von einer Geschichte zur nächsten und beide sind wie ein roter Faden quer durch die Urgeschichte der Gebrüder Grimm.
    Wer diese ursprünglichen Geschichten kennt, dem werden auch die Geschichten in diesem Buch sehr bekannt vorkommen, mit einer Ausnahme, Hänsel und Gretel sind die eigentlichen Helden, die zentralen Figuren, diejenigen, deren Schicksal von Geschichte zu Geschichte verändert wird und diejenigen, die ihren ganz eigenen Kampf ausüben müssen. Und dabei bringen sie einige Opfer dar.
    Ich muss aber ganz persönlich sagen, dass für mich Gretel die eigentliche Heldin ist. Hänsel wirkte auf mich eher plump und einfältig, der mehr mit Glück als Verstand sich aus brenzligen Situationen retten kann. Gretel hingegen handelt erst, nach dem sie ihren Verstand benutzt und überdenkt aus des Öfteren ihre Entscheidungen.
    Was die Geschichte betrifft, war ich wirklich größtenteils sehr angetan, da ich sowieso ein großer Fan von Märchen bin und deswegen habe ich dieses Buch auch sehr gerne gelesen.
    Man sollte aber auf den Rat des Erzählers hören und die kleinen Kinder aus dem Raum schicken, da die Geschichten teilweise doch sehr brutal und blutig sind.
    Der Erzähler macht aber überhaupt eine sehr gute Rolle in diesem Buch, da er mit einem ironischen Ton die Abenteuer der beiden Kinder schildert und den ungeduldigen Leser durchaus mit zahlreichen Unterbrechungen an den spannendsten Stellen zur Weisglut bringen kann. :wink:
    Für mich war dieser sehr spezielle Erzähler das eigentliche Highlight des Buches.
    Ansonsten lässt sich „Eine dunkle und GRIMMige Geschichte“ gut und schnell lesen, wobei ich stellenweise nicht wirklich gefesselt war. Das kann schlicht und einfach daran liegen, dass ich diese „Urgeschichten“ der Gebrüder Grimm schon aus meiner Kindheit kenne und ich deswegen wusste, was als nächstes passieren wird.
    Ich kann das Buch aber trotzdem sehr empfehlen (nicht nur Jugendlichen), da es nicht nur auf einer tollen und einfallsreichen Idee basiert, sondern auch gelungen umgesetzt wurde und in einer schönen und bildreichen Sprache geschrieben ist, die einen beim Lesen große Freude bereitet!
    Und es ist sicher interessant zu erfahren wie das denn nun wirklich war mit Hänsel und Gretel und dem Märchenland Grimm. :wink:



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :thumleft:

  • Kurzbeschreibung:
    Leser, nimm dich in Acht! Was nun folgt, ist ein Märchen. Ein Märchen?, wirst du vielleicht denken. Märchen sind doch Kinderkram! Doch in diesem Märchen hüpfen keine kleinen Mädchen mit roten Kappen fröhlich durch den Wald. Was zwischen diesen Seiten auf dich lauert, ist die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel - ein Märchen voller dunkler Zauberer, gefährlicher Hexen und todbringender Drachen. Tritt ein. Dieses Märchen ist vielleicht furchterregend, sicherlich blutig und definitiv nichts für Angsthasen; aber anders als alle anderen Märchen, die du kennst, ist dieses hier wahr.


    Zum Autor:
    Adam Gidwitz verbrachte seine Kindheit in Baltimore, USA. Heute lebt er in Brooklyn, New York, und unterrichtet größere und nicht ganz so große Kinder an der Saint Ann's Grundschule. Adam schreibt nur über Dinge, die er selbst erlebt hat. All die dunklen und grimmigen Gefahren, in die Hänsel und Gretel in diesem Buch geraten, sind auch Adam passiert. Und sie passieren wahrscheinlich jedem, der einmal ein Kind war.


    Rezension:
    Wer kennt es nicht, das Märchen von Hänsel und Gretel? Doch kennt ihr auch die wirkliche und wahre Geschichte der beiden? Ich bisher nicht, zumindest nicht vor dieser Lektüre...Hänsel und Gretel sind nämlich die Sprößlinge eines Königshauses, aus dem sie bei Nacht und Nebel flüchten. Denn wer will schon von den eigenen Eltern die Köpfe abgehackt bekommen? Und so machen sich die beiden auf eine Reise durch verschiedene Grimm'sche Märchen, wie z.B. "Der Teufel mit den drei goldenen Haaren", "Brüderchen und Schwesterchen" und "Die sieben Raben" (die hier allerdings etwas anders betitelt werden).


    Auf ihrer Reise geht es brutal und blutig zu, kommen doch Themen wie Selbstverstümmelung, die atemberaubende Flucht aus der Hölle und ein spannender Kampf gegen einen Drachen zur Sprache. Adam Gidwitz verwebt die einzelnen Märchen gekonnt in eine stimmige und GRIMMige Geschichte um das berühmte Geschwisterpaar und lässt es sich nicht nehmen, als begleitender Erzähler mit durch die Geschichte der beiden zu wandern, um den Leser immer wieder vorzuwarnen, wie schrecklich es weitergehen wird, was optisch als fettgedruckter Text gut gegenüber der Geschichte abgesetzt wurde.


    Das empfohlene Lesealter für 10- bis 12-jährige Leser würde ich nicht unterstreichen, da schon recht brutale und blutige Szenen vorkommen und nicht jedes Kind in diesem Alter schon damit umzugehen weiß, dass die eigentlichen Grimm'schen Märchen wirklich drastisch in ihrer Schilderung waren, zumal man ja eher mit den gängigen, "jugendfreien" Versionen vertraut ist. Man sollte daher als Erwachsener vor dem Kauf am Besten selbst erst einmal hineinlesen.


    Mir hat die wahre Geschichte von Hänsel und Gretel ausnehmend gut gefallen. Endlich mal kein Märchen, das mit "Es war einmal..." und "Sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage" anfängt und endet, sondern auch in den Bereich der Skurrilität vorstößt und gehörigen Wortwitz mitbringt. Besonders die Hexe aus dem Knusperhäuschen, bei der es sich laut Gidwitz nur um eine Bäckersfrau handelt, die nach dem Tod ihres Kindes merkt, wie gut eigentlich Menschenfleisch schmeckt, ist hier zu erwähnen. Absolut GRIMMig!


    Zur Gestaltung des Buchs: Das dunkelblaue Cover ziert ein wunderschöner schwarzer Scherenschnitt, der Hänsel und Gretel und ein paar grimmige Zeitgenossen aus den verschiedenen Märchen zeigt. Diese Scherenschnitte wiederholen sich auch jeweils an den Kapitelanfängen, in denen die jeweils vorkommenden Figuren zu sehen sind.


    Fazit: Adam Gidwitz ist eine wirklich GRIMMige Geschichte gelungen, die uns das Hänsel und Gretel-Märchen, wie es wirklich war, präsentiert: Blutig, brutal und mit einem Augenzwinkern. Für Kinder allerdings nicht unbedingt geeignet!

  • Das empfohlene Lesealter für 10- bis 12-jährige Leser würde ich nicht unterstreichen, da schon recht brutale und blutige Szenen vorkommen und nicht jedes Kind in diesem Alter schon damit umzugehen weiß, dass die eigentlichen Grimm'schen Märchen wirklich drastisch in ihrer Schilderung waren, zumal man ja eher mit den gängigen, "jugendfreien" Versionen vertraut ist. Man sollte daher als Erwachsener vor dem Kauf am Besten selbst erst einmal hineinlesen.

    Jetzt muss ich doch einmal nachfragen: ich vermute, dass du mit "gängigen jugendfreien" Versionen das meinst, was Disney aus Grimms Märchen gemacht hat? Sonst kenne ich nämlich keine. Also meinen Kindern hab ich damals schon die Originale vorgelesen - und sie damit nicht traumatisiert :wink:

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Jetzt muss ich doch einmal nachfragen: ich vermute, dass du mit "gängigen jugendfreien" Versionen das meinst, was Disney aus Grimms Märchen gemacht hat? Sonst kenne ich nämlich keine. Also meinen Kindern hab ich damals schon die Originale vorgelesen - und sie damit nicht traumatisiert :wink:

    Soweit ich weiß, sind die ursprünglichen Originaltexte wesentlich grausamer und blutrünstiger, als die Märchen, die wir heute als Grimmsche Märchen kennen. Ich würde behaupten, dass du deinen Kindern in dieser Hinsicht definitiv eine "zensierte" Version vorgelesen hast. Denn ich bezweifle, dass die ursprünglichen Märchentexte heute noch das Prädikat "kindgerecht" erhalten würden. Die Orignaltexte stammen aus den Jahren 1812 - 1815 und wurden mehrfach überarbeitet und in den Formulierungen abgemildert und aktualisiert.

    Sometimes life ist going to hit you in the head with a brick. Don't lose faith.


    Steve Jobs

  • Soweit ich weiß, sind die ursprünglichen Originaltexte wesentlich grausamer und blutrünstiger, als die Märchen, die wir heute als Grimmsche Märchen kennen. Ich würde behaupten, dass du deinen Kindern in dieser Hinsicht definitiv eine "zensierte" Version vorgelesen hast

    Hmm - möglich. Ich habe gerade mal ein bisschen gegoogelt und diese Seite hier gefunden.Und so groß sind die Unterschiede (außer in der Ausdrucksweise) zu den Märchen, wie ich sie kenne, nicht. Aber wie auch immer: wer sagt, dass Märchen kindgerecht sein müssen? :wink:

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Ich habe das Buch auch gelesen und fand es gar nicht schlecht. Und doch fand ich es teilweise zu brutal. Es hat mir einfach nicht gefallen, diese ungeschminkte Brutalität zu lesen. Das meine ich jetzt nicht mal als Warnung für zartbesaitete Kinder. Ich fand es einfach für mich, für die sonstige Stimmung in dem Buch zu heftig.
    Und ja, die alten Originale sind auch nicht ohne und eigentlich sind Märchen schon grausam ... aber das war eben das Gefühl beim Zuklappen des Buches ... und deshalb gibt's für mich 'nen Abzug. :montag:

  • Rückentext:
    “Diese wundervolle, gruselige Nacherzählung der Märchen der Brüder Grimm verhält sich zu den sonst üblichen Kindergeschichten ungefähr so wie eine Axt zu einem Buttermesser. Mein Rat. einfach lächeln und nicken und den Eltern erzählen, dass das hier nur ein gewöhnliches Märchenbuch ist.”
    PSEUDONYMIUS BOSCH Autor von Der Name dieses Buches ist ein Geheimnis



    Meine Meinung:
    Wie ihr seht gibt es diesmal von mir keine kurze Zusammenfassung, sondern nur einen Abschnitt vom Rückentext. Woran das liegt? Na wer kennt denn das Märchen Hänsel und Gretel der Brüder Grimm nicht??? Nur ist die dunkle und grimmige Geschichte viel böser und düsterer und hat mit dem eigentlichen Märchen nur noch wenig gemeinsam. Adam Gridwitz hat hier um das Märchen Hänsel und Gretel herum noch andere Märchen mit eingebunden und so aus wenigen Seiten, 250 Seiten gruseligen Lesespaß gemacht. Geschrieben ist es aus der Sicht des Erzählers, der zwischendrin auch immer mal seinen Senf dazu gibt und gerade am Anfang immer wieder dazu rät, kleine Kinder nicht mitlesen zu lassen. Dabei finde ich einige Märchen so schon recht grausam. Aber sie gehörten zu den Geschichten in die ich früher schon eintauchen konnte. Thriller für Kinder?!? Hier in dem Buch kann man auch eintauchen. Es ist eine unterschwellige Spannung da und so fällt es schwer dieses Buch überhaupt aus der Hand zu legen. Ich finde es Wahnsinn was Adam Gridwitz aus einfachen Märchen gemacht hat und wie gut er sie verknüpft hat, denn jedes Kapitel beinhaltet ein Märchen in dem Hänsel und Gretel ihre Abenteuer bestehen. Es beginnt mit Es war einmal…aber endet nicht mit….und wenn sie nicht gestorben sind. Der Erzähler sagt diese grausamen Versionen der Märchen existieren irgendwo in Bibliotheken und die harmlose, heute erzählte Version, ist nur durch die Verbreitung von einem zum Anderem, ähnlich wie bei der stillen Post zu zuschreiben. Sollte das tatsächlich so sein, würde ich gerne mehr von den grausameren Märchen lesen. Übrigens vom Schreibstil her hatte ich wirklich das Gefühl ein „normales“ Märchen zu lesen und ich könnte mir dieses Buch auch gut als Hörspiel vorstellen, eben für Jugendliche oder Erwachsene, bestimmt nicht für kleine Kinder.
    Eine tolle Idee Klasse umgesetzt

    Liebe Grüße
    Natalie

    www.mem-o-ries.de


    :study: Prinzessin Undercover von Connie Glynn


    Gelesen 2013: 231
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    Gelesen 2016: 138
    Gelesen 2017: 122
    Gelesen 2018: 62


    SuB: 327

  • Inhalt: Das Märchen von Hänsel und Gretel kennen wir doch alle, oder? Nun, vielleicht nicht ganz, denn wir kennen nur die harmlose Geschichte von zwei Geschwistern, die im Wald ausgesetzt werden. In Wirklichkeit aber, ist dieses Märchen blutrünstig und voller Gewalt, in dem Drachen, Teufel und Kannibalen eine Rolle spielen…


    Meine Meinung: Ich muss sagen, ich war etwas enttäuscht von dem Buch. Dabei gefiel mir die eigentliche Geschichte ganz gut: Hänsel und Gretel sind die Kinder eines Königs, der seine bildschöne Frau vor vielen Jahren entführt hatte, um sie heiraten zu können. Sie lieben sich, aber für ihre Liebe wurde ein anderer Mensch kurz nach ihrer Hochzeit zu Stein. Voller Schuldgefühle opfert der König seine Kinder, trennt ihnen die Köpfe ab, um den Versteinerten wieder zum Leben zu bringen.
    An dieser Stelle zeigt sich zum ersten Mal, dass es sich immer noch um ein Märchen handeln soll. Ohne ein zwischenzeitliches Happy End an dieser Stelle, wäre das Buch schließlich bereits beendet. Aber Hänsel und Gretel bekommen ihre Köpfe wieder, sind nur sehr enttäuscht von ihren Eltern und beschließen, aus dem Schloss zu flüchten. Es beginnt eine Odyssee durch das Märchenland, das nicht ganz so märchenhaft ist.


    Das Buch ist tatsächlich an einigen Stellen etwas brutal, wenn es um das Abschneiden eines Fingers, eine Häutung oder einen mit Leichen gepflasterten Wald geht. Aber keine Sorge, es ist nicht so schlimm, dass man deshalb das Buch nicht in die Hand nehmen will. Die Schilderung solcher Ereignisse bleibt tatsächlich recht harmlos.


    Sprachlich passt sich der Autor sehr gut an die märchenhafte Erzählweise früherer Erzähler an, sodass beim lesen der Eindruck entsteht, es handle sich um ein Märchen. Auch die Ereignisse entsprechen dem recht gut, abgesehen von der Gewalt.
    Interessant ist, dass der Autor viele Märchen der Gebrüder Grimm als Vorlage benutzt und sie verändert hat. Die Kapitel tragen immer eine Überschrift, die entfernt an das ursprüngliche Märchen erinnert.


    Einziger uns recht großer Kritikpunkt ist meiner Meinung nach der Erzähler, der den Leser zu Beginn recht gut in das Buch hineinführt, mir mit der Zeit allerdings auf die Nerven ging. Anscheinend hilt es der Autor für nötig, alle fünf Seiten einmal das Wort “Ende” hinzuschreiben, um auf der nächsten Seite klarzustellen, dass das Buch noch nicht zu Ende ist, was vollkommen überraschend ist, wenn man erst zwanzig Seiten gelesen hat. Auch weitere Zwischenkommentare, die den Leser bitten, kleinere Kinder aus dem Raum zu entfernen, weil die Geschichte an der STekke etwas blutrünstiger und gewalttätiger wird, behindern den Lesefluss enorm.

    Fazit:
    Idee und Umsetzung des Buches sind sprachlich, inhaltlich und auch von der Gestaltung her wirklich gut. Aber der Erzähler hat mir jeglichen Spaß an diesem Buch verdorben und war zudem auch noch überflüssig. Dennoch kann ich das Buch weiterempfehlen für Märchenliebhaber und Fans von den Gebrüdern Grimm.

  • Meine Meinung :

    Ich wundere mich das dieses Buch hier allgemein so gut ankommt. Um es gleich zu sagen ich fand es furchtbar. Erwartet hatte ich ein Märchen das wie der Titel sagt dunkel und düster ist und somit eher auf Erwachsene Leser zielt.Bekommen hab ich ein Buch dessen Schreibstil jedoch für 6 Jährige geeignet erscheint sofern man von den makaberen Stellen absieht. Diese werden jedoch auch zackig und emotionslos präsentiert. Düstere und dunkle Atmosphere? Vergeblich gesucht :-( Und dann wirklich am aller aller schlimmsten ist dieser Erzähler der den Leser direkt anspricht.Dies tut er als sei der Leser im frühsten Kindergartenalter.Dieser Erzähler schaltet sich zwischendurch immer wieder an und warnt uns das die Geschichte jetzt wirklich ganz schlimm wird, dann geht die Geschichte weiter und ist nicht mal halb so schlimm wie angekündigt.Danach werden wir halt wieder vom Erzähler unterbrochen damit er uns nochmal dran erinnert das auch bloss keine kleinen Kinder jetzt noch mitlesen sollten weil jetzt der wirklich harte Teil des Märchens kommt. So geht das irgendwie immer weiter und sorry ich kanns nicht anders ausdrücken als zu sagen ich fühlte mich fast schon verar.....! Leider kann ich außer der Aufmachung gar nichts gutes an diesem Buch finden. Schade

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