Porath, Silke: Nicht ohne meinen Mops

Anzeige

  • Zitat

    Tanja hat ihre Traumwohnung in Stuttgart gefunden: Altbau, drei Zimmer, beste Lage. Der Haken ist nur: Allein kann sie sich die Wohnung niemals leisten. So ruft sie kurzerhand ein Mitbewohner-Casting aus. Und entscheidet sich schließlich für Chris, der im Callcenter arbeitet, und Rolf, einen Postboten, der samt seinem Mops Earl of Cockwood einzieht. Tanja ist hin und weg von diesen Prachtkerlen. Klar, dass sie als Letzte bemerkt, dass Rolf und Chris ein Paar werden. Der Katzenjammer ist groß erst recht, als Marc, Tanjas Ex, mit seiner schwangeren Freundin vor ihr steht. Tanja, die Jungs und der Mops schwören Rache.


    „Nicht ohne meinen Mops“ ist ein Titel der auf den ersten Blick nicht wirklich zu diesem Buch passt. Es kommt zwar dieses knuddelige Haustier drin vor, aber die Handlung beinhaltet in meinen Augen ganz andere Schwerpunkte. Der Klappentext hingegen machte mich neugierig.


    Tanja, von ihrem Ex-Freund Marc betrogen, arbeitet in einem kleinen Kiosk und hat nur noch einen Wunsch aus ihrer Notunterkunft in eine schöne Wohnung zu ziehen. Manche Wünsche gehen schneller in Erfüllung als man denkt. Der einzige Haken an der neuen Wohnung ist, dass sie, außer perfekt zu sein, einfach viel zu teuer ist. Kurzer Hand entschließt sich Tanja zwei Zimmer zu vermieten, und holt sich damit Rolf, seinen Mops Earl und Chris zu sich ins Leben. Absolute Sahneschnitten, wenn sie nicht schwul wären. Trotzdem könnte es nicht besser laufen, bis eines Tages Marc vor ihr steht und sie erfahren muss, dass er mit seinem Seitensprung ein Kind gezeugt hat. Ab diesem Zeitpunkt läuft alles schief. Ihr Chef muss sie aus Geldmangel fristlos entlassen, ihr neuer Nachbar verschwindet spurlos nach einem wunderbaren Kuss und Tanjas Konto ist in den roten Zahlen. Zu allem Überfluss ist auch noch Weihnachten vor der Tür.


    Auch wenn ich sonst eher andere Genres bevorzuge, benötige ich zwischendurch immer wieder mal etwas sehr triviales, kitschiges zum Träumen und Entspannend. Genau solch ein Werk ist die neue Lektüre von Silke Porath. Mit Tanja erschafft sie eine Protagonistin mit der ich mich wunderbar identifizieren konnte. Zum Teil lag dies an ihrer sympathischen, freundlichen, tierlieben und leicht verplanten Art, aber auch an ihrem Alter. An vielen Stellen konnte ich mich genau wiedererkennen, was ich bei solchen Werken immer recht angenehm finde. Für mich war es dadurch sehr leicht in die Handlung einzusteigen.


    Der Stil ist modern, locker, flüssig und setzt sich aus trivialen Worten in Kombination mit kurzen Sätzen zusammen. Hier braucht man wenig Aufmerksamkeit, bekommt jedoch trotzdem alles mit. Bei einem solchen Stil merkt man gar nicht, wie schnell die Seiten an einem vorbeifliegen. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, sodass ich es an einem Tag verschlungen habe.
    Das lag aber nicht nur am Stil, sondern auch am Inhalt. Ich will nicht behaupten, dass es der Autorin gelungen ist eine Thematik zu wählen, die eher selten auf dem Buchmarkt vertreten ist. Im Gegenteil, eine betrogene Frau, Rache und ggf. ein Happy End gibt es zahlreich auf den Markt. Damit hebt sich die Autorin nicht ab. Allerdings gelingt es ihr durch den Mops und die beiden schwulen Mitbewohner sich minimal von der Masse abzuheben. Immer wieder kommen lustige Situationen zu Stande, die den Leser zum Schmunzeln bringen. Besonders witzig ist natürlich die Rache an ihrem Ex, aber wer jetzt hier das Augenmerk vermutet, wird enttäuscht. Auf wenigen Seiten wird dieser eingebaut, sie bekommt ihr lustige Rache und danach verschwindet dieser Protagonist schnell wieder. Ansonsten ist es ein ganz normales Buch über eine Frau, die alltägliche Dinge erlebt, wie Arbeitslosigkeit, Liebeskummer und ähnliches. Trotzdem es alltägliche Erlebnisse und Dinge sind, wirken sie bei Silke Porath nicht alltäglich, sondern interessant und lustig. Zudem ist immer Earl gegenwärtig und mit ihm gibt es genügend Lacher und Schmunzler. Im Grunde ein Mops, den man liebhaben muss.


    Was mich am Ende jedoch störte und dem Buch den fünften Stern kostete, war einfach der Schluss. Dieser wird im Grunde auf 10 Seiten abgehakt. Alles wendet sich kitschig und erzwungen zum Happy End. Bei einem solchen Werk erwartet man ein Happy End, aber nicht so. Man könnte es so beschreiben: Alles läuft über ein halbes Jahr schief und innerhalb von einer Stunde regelt sich alles. Es ist zu unrealistisch, kitschig, übertrieben und wirkt dadurch abgehackt. Zudem gibt es noch einen kleinen Nachspann, in den in Zeitraffer erzählt wird, wie es die nächste Zeit mit den wichtigsten Protagonisten weitergeht. Dies wird häufig bei Filmen verwendet und ist eine nette Idee. Nur wirkt der Schluss dadurch noch geschnittener. Hier hätte die Autorin lieber 30 Seiten mehr schreiben sollen.


    ===Bewertung===
    Kein neuartiges Thema, dafür lustig, trivial und interessant umgesetzt. Eben ein Roman zum Entspannen und Träumen. Ein leichtes Thema, geschrieben mit einem modernen, flüssigen Stil, macht das Buch lesenswert. Lediglich der abgehackte Schluss trüben das Vergnügen. Für mich vier Sterne.

  • Vielen Dank für deine Rezension! :) Das klingt nach etwas für mich, locker-leicht für zwischendurch. Besonders, wo ich doch so ein Mops-Fan bin. :bounce:

    „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.”
    Heinrich Heine
    "Nichts ist unmöglich, allein unserem beschränkten Geist erscheinen manche Dinge unbegreiflich."
    Marc Levy


    :study: in 2015: 18 Bücher, 6868 Seiten
    :study: in 2014: 2 Bücher, 771 Seiten 8-[
    :study: in 2013: 13 Bücher, 5079 Seiten
    :study: in 2012: 39 Bücher, 14318 Seiten
    :study: in 2011: 25 Bücher, 9255 Seiten

  • Ich habe das Buch gerade beendet, und muss sagen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält.
    Die ganze Geschichte ist absolut vorhersehbar, nicht überraschend und ich bezweifle, dass die Autorin selbst jemals einen echten Mops gesehen hat.


    Laut den Ausführungen der Autorin scheint der Mops eher die Ausmaße einer englischen Bulldogge zu haben (Er lässt sich z.B. auf der Brust der Hauptakteurin nieder, was dazu führt, dass sie nicht mehr aufstehen kann und sich unter dem Hund hervorquetschen muss...).
    Earl hat 18 kg und der Tierarzt findet dies im Buch vollkommen in Ordnung. Die meisten Hunde dieser Rasse sind natürlich maßlos übergewichtig, aber gleich 18 kg??? Unser Mops hat z.B. eine sehr gute (normale) Figur, und er hat gerade mal 7kg. Unser Tierarzt würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn unser Zwerg mehr als 8-9 kg hätte.
    Dass die Autorin aber überhaupt keine Ahnung von dieser Rasse hat, wird aber spätestens dadurch klar, dass sie Earl als kleinen bequemen nur rumliegenden faulen Hund darstellt, der sich nur selten mal schneller als unbedingt nötig vorwärtsbewegt (Wobei ... angesichts von Earls Gewicht kann man das dann aber auch fast wieder nachvollziehen). Im Grunde ist ein Mops aber ein absolutes Energiebündel. Wenn wir unseren nicht ausgiebig beschäftigen, geht er sprichwörtlich die Wände hoch.
    In der Hinsicht bin ich wirklich enttäuscht von dem Buch. Ich liebe die Rasse Mops, es sind absolut lustige und liebe Weggefährten, aber das Buch bzw. Earl wird dem nicht einmal ansatzweise gerecht. Da hätte man viel mehr draus machen können. Vor allem, da ja auch sowohl der Titel als auch das Cover einen Mops zeigen, hätte ich mir von der Autorin schon etwas mehr Fachwissen erwartet. Wobei ich das nichtmal als besonderes Fachwissen bezeichnen kann...


    Im Grunde reicht es eigentlich, wenn man den Klappentext gelesen hat. Dann weiß man alles, was es zu wissen gibt. So viel mehr gibt das Buch dann nicht mehr her.
    Das einzige, was man dem wirklich überaus kitschigem und dem vor Klischees strotzendem Buch zugute halten kann ist, dass es leicht und schnell zu lesen ist. Es ist also etwas Seichtes für zwischendurch, aber nichts, was ich nochmal lesen würde, dafür ist mir dann doch meine Zeit zu schade.

Anzeige