Turgenjew, Iwan - Rauch

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Rauch

4|3)

Verlag: Aufbau Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 224

ISBN: 9783746628240

Termin: Mai 2012

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  • Im 19. Jahrhundert ist die deutsche Stadt Baden-Baden ein angesagter Treffpunkt für Russen, die dem Westen zugeneigt sind. Und so trifft auch unser Protagonist Litwinow in Baden ein. Er wird in eine „intellektuelle“ russische Gesellschaft eingeführt, aus der er sich nur mit rollenden Augenbrauen verabschieden kann. Nur Potugin bleibt als Leidensgenosse daraus übrig. Mit diesem führt er ein sehr aussagekräftiges politisches Gespräch, reine Kritik am russischen Volk und System wird ausgesprochen, doch so ganz kann der Leser den Inhalt des Romans noch nicht folgen. Erst ein Blumenstrauß und eine Reise in die Vergangenheit eröffnen dann die Liebesgeschichte.


    Litwinow, der zur Badener-Zeit mit Tatjana verlobt ist, trifft seine Jugendliebe Irina wieder, eine verhängnisvolle Begegnung!


    >>, daß aus dieser ganzen toten Vergangenheit, aus all diesen – in Rauch aufgegangen und in Staub zerfallenen – Anfängen und Hoffnungen, ein lebendiges, unzerstörbares Etwas geblieben ist: Meine Liebe zu dir.<<


    Der Roman ist sehr politisch und gesellschaftskritisch, und ich würde einmal sagen, dadurch zeichnet er sich aus. Große Gefühle und Emotionen transportiert er allerdings nicht. Es bleibt bei einer ganz großen Distanziertheit zwischen dem Erzähler und seinen Figuren, sie werden wie aus der Ferne beschrieben und ihre Gefühle erreichen dadurch den Leser nicht. Mich hat diese fehlende Atmosphäre beim Lesen sehr irritiert. Dies kann nun an der Übersetzung des Freiherrn von Kruedener-Struve liegen oder aber, dazu tendiere ich nun nach Beendigung des Romans, daran, dass auch die Figuren mehr der Übertragung gelten und eher als Spielfiguren der Gesellschaftskritik dienen als Inhalt einer Geschichte. Doch ohne einen Vergleich kann ich darüber nur spekulieren, auffallend ist auf jedem Fall Turgenjews Kritik am russischem Adel, wie dekadent und wie ein Fähnlein im Wind er in jener Zeit auftritt. Ferner Kritik an den damals von sich selber ernannten Möchte-gerne-Intellektuellen, die wohl nicht mehr als viel heiße Luft verschossen.

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