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Katharina Winter - Sturmnächte

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Sturmnächte

3.8|9)

Verlag: Diana Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783453355132

Termin: Juni 2011

  • Klappentext:
    Als Carla von dem alten Herrenhaus in der Eifel erfährt, das sich seit Jahrzehnten im Besitz ihrer Familie befindet, ist sie fassungslos: Wieso hat ihr nie jemand davon erzählt? Da Carla sich gerade in einer schwierigen Lebenssituation befindet, zieht sie mit ihrer kleinen Tochter dort ein und macht schon bald eine grausige Endeckung: Im Garten des Hauses gibt es ein Grab, auf dessen Grabstein ihr eigener Name steht, der Tag ihrer Geburt und der ihres Todes …



    Über die Autorin:
    Katharina Winter, geboren in Sangerhausen im Südharz, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in der damaligen DDR, bevor sie 1989 nach Westdeutschland ausreisen konnte. Nach verschiedenen beruflichen Stationen begann sie, ihren alten Traum vom Schreiben weiterzuverfolgen. Nach „Puppentod“ ist „Sturmnächte“ ihr zweiter Roman im Diana Verlag.



    Allgemeines zum Buch:
    „Sturmnächte“ umfasst 382 Seiten und gliedert sich in einen Prolog, drei Teile sowie einen Epilog. Die Teile gliedern sich in insgesamt 35 Kapitel, die jeweils eine angenehme Länge haben und sich so bequem lesen lassen.


    Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.


    Das Buch spielt zum größten Teil in der Gegenwart. Einige Kapitel berichten aber auch über Ereignisse aus dem Jahr 1977.


    Das Cover ist durch die roten Tulpen, die in einem starken Kontrast zu dem dunklen Hintergrund stehen, sehr auffällig. Einen Zusammenhang zum Inhalt des Buches gibt es nicht unbedingt. Aber der Titel „Sturmnächte“ steht definitiv im Zusammenhang mit dem Inhalt des Buches.



    Meine Meinung zum Buch:
    Bücher über Familiengeheimnisse, die urplötzlich ans Tageslicht kommen und von einem Familienmitglied aufgelöst werden, gibt es viele. Manche von ihnen sind gut konstruiert und bieten eine unerwartete Auflösung. Manche sind vorhersehbar und einfach gestrickt. „Sturmnächte“ gehört definitv zu der ersten Kategorie.


    Katharina Winter ist es gelungen, einen atmosphärisch dichten Roman zu konstruieren, der spannend ist, authentisch und mit einer unerwarteten, aber plausiblen Lösung aufwartet.


    Carla ist ein Charakter, der dem Leser sehr nahe gebracht wird und für den man leicht Mitgefühl empfindet. Von ihrem Mann hat sie sich getrennt, nachdem dieser als Betrüger entlarvt wurde. Seitdem zieht sie ihre Tochter Pauline alleine groß. Der Ruf ihres Mannes hat sich auch auf ihr eigenes Ansehen niedergeschlagen und so ist sie verzweifelt auf der Jobsuche, da sich kein Arbeitgeber eine Angestellte wünscht, deren Mann von der Polizei gesucht wird. Aus dem gemeinsamen Haus muss Carla ausziehen, eine neue Unterkunft ist noch nicht in Sicht.


    So kommt es ihr natürlich sehr gelegen, dass ihre Mutter ein Haus in der Eifel geerbt hat. Wobei Haus noch untertrieben ist. Vielmehr handelt es sich um ein ehemaliges Gestüt mit einem großen Herrenhaus und angrenzenden Ländereien.


    Doch Luise, Carlas Mutter, ist gar nicht begeistert von Carlas Idee, mit Pauline in die Eifel zu ziehen. Einen Grund nennt sie dafür nicht, stattdessen bemüht sie sich darum, das Haus zu verkaufen. Carla versteht nicht, wieso ihre Mutter so ein Geheimnis um ihre Erbschaft macht und so fährt sie kurzerhand in die Eifel.


    Dadurch löst Carla eine Reihe von Ereignissen aus, die für Aufregung und Spannung sorgen. Alles hängt mit einem Kloster, einem schmierigen Immobilienmakler, stürmischen Nächten und vor allem dem Geheimnis zweier Familien zusammen. Nicht zu unterschätzen ist auch die Bedeutung einiger Pferde im Verlauf der Geschichte.


    Das Buch lebt von den bildhaften Beschreibungen der Autorin. Wenn Carla nachts wach liegt, weil ein Schneesturm um die Ecken des Herrenhauses pfeift und sie glaubt, auf dem Dachboden Schritte zu hören und Schatten über die Wände tanzen sieht, dann spürt auch der Leser eine plötzliche Gänsehaut und schaut sich unsicher um. Denn die Bilder, die Katharina Winter im Kopf ihrer Leser hervorruft, sind so lebendig und greifbar, dass man während des Lesens schon fast das Gefühl hat, sich ebenfalls in der Eifel in einem alten Herrenhaus zu befinden.


    Während des Lesens stellt man unweigerlich Vermutungen darüber an, worin die Auflösung der vielen Rätsel, die sich stellen, je weiter die Handlung voranschreitet, liegen mag. Die Autorin hält die Spannung konkret aufrecht und streut immer wieder kleine Hinweise oder Andeutungen ein, die den Leser der Lösung einen Schritt näher bringen. Besonders die Sprünge in die Vergangenheit, in das Jahr 1977, sind dabei sehr hilfreich. So weiß der Leser stellenweise mehr als Carla Das ändert aber nichts daran, dass auch der Leser bis zum letzten Kapitel warten muss, um die komplette Auflösung zu erfahren. Und die hat es wirklich in sich. Katharina Winter ist es gelungen, eine nachvollziehbare und plausible Lösung zu finden, die nicht aus der Luft gegriffen erscheint, sondern wirklich passt. Am Ende findet sich für jede offene Frage eine zufriedenstellende Antwort.


    Neben dem großen Haupthandlungsstrang gibt es auch viele Nebenstränge, die das Buch rund machen und vor allem den Charakteren Leben einhauchen. So wird zum Beispiel Carlas größtes Hobby, das Reiten, thematisiert oder Paulines Leidenschaft, ihre Barbie-Puppe neu einzukleiden. Die Charaktere werden dadurch greifbarer und auch sympathischer.


    Doch es gibt nicht nur angenehme Charaktere in diesem Buch. Der bereits erwähnte schmierige Immobilienmakler ist nicht der einzige, der Carla zu schaffen macht. Doch auch die unsympathischen Charaktere werden umfassend und bildhaft gezeichnet.


    Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Und vor allem, weil es so spannend ist, ist es viel zu schnell beendet.



    Mein Fazit:
    Ein spannender Familienroman um ein düsteres Geheimnis, dessen Auflösung für einige Überraschung sorgt.

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • @ Brigitte:


    Das trifft sich ja gut. :lol: Ich denke, dein Gefühl hat dich nicht getrügt. Das Buch gefällt dir bestimmt. Ich bin gespannt, was du dazu sagst. :wink:

    "Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein."
    Hape Kerkeling


    "Jemanden zu lieben bedeutet, ihn freizulassen. Denn wer liebt, kehrt zurück."
    Bettina Belitz - Scherbenmond

  • Carla und ihre kleine Tochter haben es nicht einfach. Nach Jahren der Ehe mit Jan, von dem sie sich in ihrer Liebe hat blenden lassen, sitzen sie nun mit nichts mehr da. Jan hat sich mit dem Geld seiner Kunden ins Ausland abgesetzt, die gemeinsame Villa wurde versteigert und Carla sitzt nun auf den Schulden und muss das Haus noch vor Weihnachten räumen.

    Noch dazu hat ihre Mutter einen kleinen Herzanfall und muss ins Krankenhaus. Auf der Suche nach deren Versicherungskarte findet Carla einen Bescheid, in dem ihrer Mutter mitgeteilt wird, dass sie ein altes Herrenhaus in der Eifel erbt. Doch sie will darüber nicht reden. So wie sie mit Carla auch nicht über ihre Familie, insbesonderen über ihren Vater reden will. Diese Geheimnisse sorgen dafür, dass das Verhältnis zwischen Carla und ihrer Mutter nicht das beste ist, ja dass Carla regelrecht wütend auf ihre Mutter ist.

    Erschwerend kommt für Clara dazu, dass Jan sein Verbrechen durch die Medien ging und sie deshalb Schwierigkeiten hat, einen Job zu finden. Also macht sie sich ohne Wissen der Mutter auf in die Eifel, um sich besagtes Haus mal anzuschauen.


    Was war die Geschichte spannend. Aus Erfahrung weiß ich ja, dass es bei diesen Büchern zu 99 Prozent ein Happy End gibt, aber als es so richtig begann, um das Geheimnis aus der Vergangenheit zu gehen, habe ich mitgefiebert. Und glücklicherweise habe ich es heute noch, bevor der Ernst des Tages losging, zu Ende lesen können.


    Es ist alles vorhanden: Das junge Pärchen im Jahre 1977, das sich wahnsinnig liebte und doch nicht zueinander kommen konnten. Die jeweiligen Familienmitglieder, die alles daransetzten, um diese Verbindung zu verhindern, da es um viel Geld und Vermögen ging. Und die nächste Generation, die diesem Geheimnis auf die Spur kommt.


    Es ist keine große Literatur, aber das Buch hat mir einige Tage schöne unterhaltsame Lesestunden beschert.

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