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Amelie Nothomb - Böses Mädchen / Antéchrista

Böses Mädchen

4 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

Verlag: Diogenes

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 144

ISBN: 9783257235524

Termin: Juli 2006

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  • Originaltitel: Antéchrista


    Inhalt:
    Die 16-jährige Blanche ist ein unauffälliges Mädchen, das nie eine richtige beste Freundin hatte. Auf der Uni trifft sie Christa, ein Mädchen, das von allen bewundert wird und dessen Freundschaft Blanche sich erträumt. Als sie von Christa angesprochen wird, ist die Freude zuerst groß. Doch Christa drängt sich immer mehr in ihr Leben und ihre Rolle in der Freundschaft, Blanches Familie und schließlich auch in ihrem Leben wird immer dominanter. Bis Blanche irgendwann abcheckt, daß Christa vielleicht doch nicht so ein guter Mensch ist..


    Zur Autorin:
    Amelie Nothomb, geb. 1967, ist die Tochter eines belgischen Diplomaten und in Japanm und China aufgewachsen. Ihre Romane stürmen in Frankreich die Bestsellerlisten. Heute lebt sie in Brüssel und Paris.


    Meine Meinung:
    Ich bin nicht besonders angetan von diesem kanpp 140 Seiten dickem Buch. Die Figuren wirken auf mich sehr oberflächlich. Am wenigsten kann ich Blanches Eltern verstehen, die ob der netten Christa ihre Tochter immer mehr links liegen lassen. Für mich ist die Charakterisierung nur bedingt stimmig, die Figuren wenig mitreißend. Somit plätschert die Erzählung nur schwach dahin. Schade, man hätte mehr aus dem Stoff machen können.

    Liebe Grüße,
    Azrael


    Aktuelles Buch: "Schwarz zur Erinnerung" von Charlene Thompson

    Einmal editiert, zuletzt von K.-G. Beck-Ewe ()

  • Schade, ich habe mich irgendwie schon auf dieses Buch gefreut.


    Aber mit Amelie Nothomb ist es so ein Sache - "Den Professor", das erste Buch, das ich von ihr gelesen habe, fand ich ziemlich genial und ich war sehr froh diese Schriftstellerin entdeckt zu haben. Auch "Kosmetik des Bösen" u. "Quecksilber" mochte ich noch gern. Aber "Im Namen des Lexikons" war dann eine richtige Enttäuschung für mich und ihr Stil, den ich anfänglich so erfrischend neu empfand, beginnt mich langsam aber sicher zu nerven ...
    Mich stört auch, dass ihre "Romane" immer so kurz sind ...

    Gruß Bibliomana :cat:
    "Man kann im Leben auf vieles verzichten, aber nicht auf Katzen und Literatur!"

  • Was immer man auch von Nothombs eher flapsigen Schreibstil halten mag, eines muss man ihr lassen - ihre Erzählungen haben sich bisher immer durch eine gewisse erfrischende Originalität ausgezeichnet – diesmal aber leider nicht.
    Die Story ist eigentlich recht banal, die Nöte junger unsicherer, unscheinbarer Mädchen, die im Schatten einer erfolgreicheren, beliebteren „Freundin“ stehen, wurden schon oft u. besser beschrieben.
    Das Büchlein ist vielleicht ganz unterhaltsam für zwischendurch, wenn man zb. nach einem besonders beeindruckenden Buch eine Pause braucht, man doch nicht ganz auf’s Lesen verzichten will. Kaufen würde ich es mir sicher nicht, es ist in wenigen Stunden durchgelesen und dafür sind 17 Euro ganz schön geschmalzen. :shock:
    Von den Büchern, die ich von der Autorin kenne, ist es das bisher schwächste, finde ich.

    Gruß Bibliomana :cat:
    "Man kann im Leben auf vieles verzichten, aber nicht auf Katzen und Literatur!"

  • Bibliomana


    Du stehst auf Krimis, deshalb ist es verständlich, dass Du ausgerechnet "Der Professor", "Kosmetik des Bösen" und "Quecksilber" am liebsten magst.
    Ich kenne auch alle Ihre Erzählungen (die auf deutsch erschienen sind) und sie hat eben verschiedene "Themen". Z.B. die Abgründe der menschlichen Seele bzw. das Denken eines Mörders.
    Aber Ihre Bücher wie "Böses Mädchen", "Liebessabotage", aber auch "Mit Staunen und Zittern" handeln von Freundschaft oder zumindest von Verehrung eines anderen Menschen.
    Zu einem weiteren Themenblock zähle ich bei Ihr "besondere Kinder" bzw. "Kinder, die sich für etwas Besonderes halten", wie in den Büchern "Metaphysik der Röhren", "Liebessabotage", "Im Namen des Lexikons".


    Azrael


    Ich finde nicht, dass die Figuren sehr oberflächlich dargestellt sind. Vielleicht meinst du damit, dass die Charaktere nicht exakt nachgezeichnet wurden, aber bestimmte Typen von Menschen sind schon ausgearbeit und auch überspitzt dargestellt worden.
    Und wenn Blanches Eltern nicht so wären, wie sie im Buch geschildert sind, wäre die Empörung, die man über diese Eltern empfindet nicht da und ein großer Reiz ginge verloren.
    Ich denke du solltest die Geschichte und die Figuren nicht allzu ernst nehmen! Amélie Nothomb ist nun mal eine Meisterin der Ironie... und die versteht vielleicht auch nicht jeder...

  • „Böses Mädchen“ war mein erster – aber sicher nicht mein letzter – Roman von Amélie Nothomb.
    Ich finde ihren Schreibstil wirklich sehr schön und nicht wirklich flapsig. Auch ihre Formulierungen, die sie benutzte fand ich sehr passend und gelungen.
    In Blanche konnte ich mich durch die Erzählung aus der Ich – Perspektive gut hineinversetzen und ich habe auch immer sehr mit ihr gelitten, wenn es um Christa und ihr Verhalten ging. Die Naivität und das Verhalten von Blanches Eltern waren aber mit der Zeit unerträglich!
    Dennoch finde ich die Erzählung und den Verlauf der Geschichte sehr gelungen.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Ich hab das französische Original gelesen, es ist eines der neuen Sternchenthemen im Französisch-LK.
    Es war mein erster Roman von Amélie Nothomb und irgendwie ... Fasziniert er mich sehr. Die Frau hat eine vollkommen verrückte Art zu schreiben, sie entwirft Charaktere, die echt an der Grenze der Unmöglichkeit balancieren. Ich mag das sehr, sehr gerne.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von mir für "Antéchrista".

    1. (Ø)

      Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag


    merveille.


    It was that kind of a crazy afternoon, terrifically cold, and no sun out or anything,
    and you felt like you were disappearing every time you crossed a road.


    Catcher in the Rye. ♥

  • Das war meine erste Begegnung mit der Autorin Amélie Nothomb und es wird gewiss nicht meine letzte gewesen sein. Mir hat das Buch gut gefallen, der Schreibstil ist sehr flüssig und die Charaktere sind gut ausgeführt. Die Eltern von Blanche sind gewiss überzeichnet dargestellt, sie haben ihre Tochter aber möglicherweise bisher einfach nicht richtig wahrgenommen - was nicht wundert, denn Blanche ist ein sehr ruhiges und stilles, zurückhaltendes Mädchen. Und in diese Familie bricht ein junges, hübsches, egoistisches, Menschen geschickt manipulierendes Mädchen ein ...
    Das Buch erhält von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study:




    Es gibt viele Wege zum Glück. Einer davon ist, aufhören zu jammern.

    Albert Einstein

  • Amelie Nothomb - Böses Mädchen

    Freunde oder Feinde

    Blanche, ein 16-jähriges Mädchen, Tochter zweier Lehrer, in gutsituiertem Umfeld lebend, beginnt an der Universität Brüssel zu studieren, ist Einzelkind und Einzelgängerin, liest für ihr Leben gern, ist aber auch sehr einsam, wird aufgrund ihrer Schüchternheit auch nicht von Anderen wahrgenommen, wünscht sich dringend eine Freundin. Und getreu dem Motto "Wehe, was ich rief" taucht eine "Freundin" auf. Christa, ebenfalls 16-jährig, aber das genaue Gegenteil der stillen Blanche, ist lebenslustig und allseits beliebt. Blanche wird von ihr in der Uni angesprochen; Blanche wundert sich zwar warum, sie reagiert aber schließlich leichtgläubig, denn der Drang zur Freundschaft obsiegt schlussendlich über ihre Zweifel. Christa schleicht sich listig und manipulierend in das Leben von Blanche und ihren Eltern ein, dominiert alle sogar, bis der Figur Blanche dann die Manipulationen auffallen und sich ihr das Bild der Antichrista eröffnet.


    Amélie Nothomb besitzt einen Schreibstil mit einem riesigen Sog, man kann das Buch schlecht weglegen. Die Sprache ist einfach, aber auch sehr schön und die Handlung und die Charaktere sind gut entworfen. Es gibt kleinere Mängel, z.B. dass die Eltern von Blanche der Figur Christa verfallen, finde ich etwas abwegig. Aber die Art der Schreibe macht mich neugierig auf mehr von Frau Nothomb.

    "Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns." Franz Kafka

  • Das war mein erstes Buch von Amélie Nothomb und war positiv überrascht, auch wenn die Geschichte eher unrealistisch ist.

    Blanche tat mir einerseits Leid und ich konnte das Verhalten der Eltern nicht nachvollziehen,

    andererseits habe ich mich immer wieder gefragt warum sie sich so viel gefallen lässt? Das hat mich innerlich aufgewühlt, aber gerade das mag ich beim Lesen :)

    Ich habe das Buch in einem Rutsch verschlungen und bekommt von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: Sterne.

  • K.-G. Beck-Ewe

    Hat den Titel des Themas von „Amelie Nothomb - Böses Mädchen“ zu „Amelie Nothomb - Böses Mädchen / Antéchrista“ geändert.

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