Brian Hodge - Rune

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Rune

3.4|7)

Verlag: Festa Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 464

ISBN: 9783865520173

Termin: April 2006

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  • Im Vorsatztitel steht "ein unheimlicher Roman", aber ein Kategorie "Grusel" gibt es hier ja nicht. :wink:
    Mount Vernon/ USA: Chris Anderson und seine beiden Freunde Phil und Rick sind glücklich, als sie einen idyllischen Platz umgeben von Wäldern und Seen für sich entdecken. Der Platz heißt eigentlich Pleasant Hills und ist ein schiefgegangenes Bauprojekt. Die Freunde taufen ihn um in Tri- Lakes. Die trügerische Ruhe täuscht. Bald entwickelt Tri-Lakes ein böses Eigenleben und stürzt Chris und seine Freunde in einen Wirbel unheimlicher Ereignisse. Der Ort giert nach Blut, denn der über 900 Jahre alte Runenfluch eines Wikingers liegt auf dem Ort.
    Der Prolog ist in der dritten Person geschrieben und spielt viele Jahre vor Chris und den Freunden.
    Dann geht es in der Ich-Form weiter und zuerst hat man den Eindruck, man liest einen Cora Mysterieroman (zugegeben, die mag ich :-$ ). Langeweile kommt eigentlich keine auf, auch wenn es ab der Mitte erst so richtig zur Sache geht. Und es gibt nicht unbedingt ein Happy End.

    Wat dem een sien Uhl, ist dem annern sien Nachtigall!
    :study: Ich lese gerade: "Dunkle Halunken" von Terry Pratchett

  • Es ist wirklich sehr schade, dass Brian Hodge nicht noch mehr Bücher veröffentlicht hat und von seinen sowieso schon recht überschaubaren Bibliographie nur sehr wenig ins Deutsche übersetzt wurde. Ich ging völlig ohne Erwartungen an das Buch ran und wurde mehr als positiv überrascht.
    Von Anfang an wurde eine unheilvolle, dunkle, melancholische und düstere Atmosphäre aufgebaut, die regelrecht greifbar war und mich absolut gefesselt hat. Brian Hodge hat einen genialen Schreibstil und sowohl dieser als auch der Ablauf der Geschichte ließen mich denken an: Stephen King, H.P. Lovecraft und Greg F. Gifune. So wie es diese drei in vielen Büchern geschafft haben, dem Leser wohlige Schauer mit subtilem Grusel über den Rücken zu jagen, so hat es auch Brian Hodge getan. Und dabei trotzdem einen ganz eigenen Stil entwickelt. Man sieht das Böse meistens nicht kommen, es ist völlig überraschend und tritt auch noch auf eine Weise auf, die man nicht mit Waffen bekämpfen kann.
    Als ich davon gelesen habe, dass es um einen uralten Wikingerfluch geht, hatte ich meine Befürchtungen, dass das Ganze schnell in Absurdität und Lächerlichkeit abdriften könnte. Und ich sah in Gedanken schon einen auferstandenen Geisterwikinger vor mir, der mordend und Odin huldigend durch eine Kleinstadt zieht. Auf gewisse Weise geschiet so etwas ähnliches auch, aber auf eine ganze andere Weise, die ich erwartet hatte und das Lachen bleibt einem schnell im Halse stecken.
    Ganz behutsam hat Brian Hodge seinen jugendlichen Hauptcharakter Chris aufgebaut und auch seine absolut überzeugendene Nebencharaktere. Er hat ihnen in Kürze ein Gesicht gegeben, eine Vergangenheit und eine Persönlichkeit wie das sonst nur ganz wenige Autoren schaffen. Die wunderbare, aber nie schnulzige Beziehung von Chris zu seinen Eltern und seinem Bruder Aaron war einfach toll, genauso wie die unzerstörbare Freundschaft zu Rick und Phil. Deswegen habe ich auch bis zum bitteren Ende mit Chris mitgefiebert und konnte sehr gut mit ihm mitfühlen. Man sollte sich von den nur 224 Seiten nicht abschrecken lassen, denn die Seiten sind so klein beschrieben, dass es vermutlich bei normaler Schriftgröße locker auf 400 Seiten kommen würde.


    Fazit: An "Rune" hat so gut wie alles gestimmt und das Buch geht fast als Prototyp für einen sehr guten Gruselroman durch. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

    :study:Edward Brooke-Hitching - Atlas der erfundenen Orte

    :study: 2019 gelesen: 31 :study: SUB: 323

  • Oh jeh, ein Buch das mich Nerven gekostet hat.
    Nicht weil es unsagbar spannend war oder die Seiten mit sehr kleiner Schrift bedruckt sind, sondern weil ich wirklich 2 Wochen gebraucht habe und auch nur fertig geworden bin, weil ich die letzten 144 Seiten (von 224!!!) quer gelesen habe. Fast zwei Wochen brauchte ich für die ersten 80 Seiten, dann wollte ich es entnervt abbrechen, denn es passierte nichts. Da ich mich aber mit dem Abbrechen von Büchern so schwer tue, überflog ich die restlichen Seiten und merkte, dass auch bis S. 140 nichts geschah. Ich stoppte also nur bei spannenden Szenen, die zum Ende dann auch zwei oder drei mal auftauchten, ohne aber ein Gefühl des Grusels oder Gänsehaut zu vermitteln, doch konnte es meine Meinung nicht mehr ändern, denn wenn der Anfang einen schon nicht fesselt , kann das Ende auch nicht mehr viel ausrichten.
    Mir fehlte der Pfiff, die Spannung in den Zeilen. Es muss ja nicht immer nur Horror und Gemetzel zur Spannung beitragen aber es muss ein gewisser spannender Schreibstil sein, der war er für mich überhaupt nicht vorhanden. Zu viele Erklärungen, zu viel unnützes drumherum , was mich immer wieder davon abhielt das Buch wieder aufzunehmen. Das Buch trägt den Beinamen: „Ein Horrorroman“, vereinzelte Elemente des Horrors sind zu finden aber das langweilige Geplänkel zwischendrin nimmt jeden Lesespass. Andere Autoren schaffen auch die ruhigen Passagen spannend und mitreißender zu erzählen, was Brian Hodge leider nicht vergönnt war.
    Vielleicht habe ich einfach nur zu viel erwartet , jedenfalls konnte mich „Rune“ nicht überzeugen.
    Nur für Leser die den ruhigen gemächlichen Jugendhorror suchen und vielleicht das erste mal in das Genre reinschauen, obwohl ich da Angst hätte, dass auch diese Leser vor lange Weile fernbleiben würden, weil sie denken könnten, das ist alles was das Horrorgenre zu bieten hat oder aber für die Leser die Bücher über Sagen und Flüche der Wikinger gerne lesen.


    Von mir gibt es nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne für ein fast abgebrochenes Buch.

    "Ein gutes Buch ist wie ein erholsamer Kurztrip aus dem Alltag."
    »Verlass das Haus nie ohne ein Buch.« Edward Gorey
    "Zu Hause ist da, wo deine Bücher sind" SILBER - Kerstin Gier

  • Da ich mich aber mit dem Abbrechen von Büchern so schwer tue, überflog ich die restlichen Seiten und merkte, dass auch bis S. 140 nichts geschah. Ich stoppte also nur bei spannenden Szenen, die zum Ende dann auch zwei oder drei mal auftauchten, ohne aber ein Gefühl des Grusels oder Gänsehaut zu vermitteln,

    Naja, wenn ich 2/3 des Buches nur überfliege und dann bei spannenden Szenen Halt mache, kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, wie Grusel oder Gänsehaut aufkommen soll. Da könnte man Lovecraft und King und sonstwen hernehmen, Szenen herauspicken und es würde nicht funktionieren.


    Aber schade, dass es Dir nicht gefallen hat, ich war schon auf Deine Meinung gespannt. :)

    :study:Edward Brooke-Hitching - Atlas der erfundenen Orte

    :study: 2019 gelesen: 31 :study: SUB: 323

  • Naja, wenn ich 2/3 des Buches nur überfliege und dann bei spannenden Szenen Halt mache, kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht vorstellen, wie Grusel oder Gänsehaut aufkommen soll. Da könnte man Lovecraft und King und sonstwen hernehmen, Szenen herauspicken und es würde nicht funktionieren.


    Aber schade, dass es Dir nicht gefallen hat, ich war schon auf Deine Meinung gespannt. :)

    Habe ja einige "gruselige" Stellen ganz gelesen, also nicht nur die 1 Seite, weil ich dachte: nun kommts, aber das war für mich kein Grusel, ich vergleiche es einfach mit anderen Büchern und leider kam hier einfach kein Gefühl des Horrors für mich auf. Mir war insgesamt der Schreibstil zu ruhig, zu seicht, zu langweilig.

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